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FAUST – Die Rockoper

Am 29.08.2015 fand auf der Felsenbühne ein Gastspiel der berühmten Rockoper FAUST statt. Bereits am 17.01.2015 feierte dieses Stück seine 500. Vorstellung und garantiert ein gut gefülltes Haus. So auch diesmal: Hunderte Menschen strömten zu der beeindruckenden Felsenbühne, um sich in die Welt von FAUST entführen zu lassen.

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Mephisto in einer Szene aus FAUST
Mephisto in FAUST © Manthey Event GmbH

Weimarer Klassik meets Rock

Eine der Besonderheiten dieses Stücks sind wohl eindeutig die Originaltexte, die von Dr. Rudolf Volz in ein sehr passendes Gewand aus Rockmusik gekleidet wurden. Von stimmungsvollen Balladen zu Liedern voller Power ist alles vertreten und füllt ganze 140 Minuten.

Alles beginnt mit dem bekannten Dialog von Mephisto und Gott, bei dem sie ihre Wette um Faust abschließen – ein verbitterter, alter Mann, der sich der Magie verschrieben hat. Er ruft den Erdgeist, doch dieser macht ihm klar, dass sie sich keinerlei gleichen. Von der Erkenntnis niedergeschmettert, dass auch die Magie keinen Ausweg aus seinem tristen Leben bietet und ihm keine neuen Erkenntnisse schenkt, sieht er seinen letzten Ausweg in einem Giftfläschchen. Er will gerade trinken, da vernimmt er einen Engelschor und lässt von seinem Vorhaben ab, und macht mit seinem Freund Wagner den berühmten Osterspaziergang. Kurzzeitig vergisst er seine Schwermut, bis sie ihn wieder einholt und sie zurückgehen. Kurz darauf taucht Mephisto in Form eines Pudels auf, bevor er seine wahre Gestalt offenbart. Faust bekommt schnell mit, dass selbst der Teufel an Regeln und Gesetze gebunden ist und beschließt, einen Pakt zu schließen: Schafft Mephisto es, dass er das Leben genießt, dann wird er nach seinem Tod Mephisto in der Hölle dienen.
Mephisto sorgt zuerst dafür, dass Faust in jeder Frau Helena sieht. Dann lässt er diesen verjüngen und versucht, ihm das Leben schmackhaft zu machen, doch ausgerechnet in dem frommen Gretchen findet er die Frau, die er haben will – die Frau, über die Mephisto keine Gewalt hat. Durch eine List gelingt es Faust schließlich, an Gretchen zu kommen und alles scheint, perfekt, als Gretchen einen großen Fehler macht…

Große Stimmen und Mehrfachbesetzungen

Mephiso überzeugt Faust

© Manthey Event GmbH

Beim Schlussapplaus wurde deutlich, wie vergleichsweise klein die Cast gewesen ist, trotz der vielen Personen im Stück und ein Blick auf die Besetzungsliste verriet schon bald, weshalb: viele spielten mehrere Rollen, jedoch so gekonnt, dass es gar nicht auffiel, wozu auch sehr viele verschiedene Kostüme beitrugen.

So trat zum Beispiel zu Beginn der Sänger und Musiker Hartmut Hecht als Goethe auf die Bühne – und auch zu Beginn des zweiten Aktes um am Ende -, und spielte Goethe mit viel Witz und Interaktion mit dem Publikum. Kurz darauf sang er Gott in dem Dialog und später am Ende ein zweites Mal. Auch als Tod bei Fausts geplanten Selbstmord trat er in Erscheinung und allein mit Gestik sorgte er für Erheiterung in dieser Szene. Selbst in eine Frauenrolle schlüpfte er. So war er im zweiten Akt als Gretchens Mutter auf der Bühne.

Doch er war nicht der einzige, der mehrere Rollen übernahm. Auch Janneke Thomassen – eine ausgebildete Musicaldarstellerin (BAD GIRLS – THE MUSICAL, ÖDIPUS REX, MAHAGONNY und Darstellerin im Berliner Dungeon) hatte gleich 6 Rollen zu verkörpern. So trat sie als Hexe in Erscheinung, die Faust mit viel Hokus Pokus verjüngte, als schnippischer Erdgeist, Gretchens um ihren Mann – und dessen Totenschein – trauernde Witwe Frau Marthe, der übereifrige und am Ende doch eher verwirrte und ängstliche Schüler, die Domina und auch den betrunkenen Bauernlümmel, den Faust beim Osterspaziergang trifft.

In viele Rollen schlüpften natürlich auch die Tänzerinnen Olga Nikitina, Simona Bacigalupo, Stefanie Douglas und Franziska Reske, sowie deren Choreographin Jessica Illing. Sei es beim Osterspaziergang als Dorfbewohner, Mephistos Teufelinnen, Geister oder Hexen – immer wieder begeisterten sie mit passenden Choreographien.

Christian Venke (DRACULA, JEKYLL & HYDE, ELISABETH, JESUS CHRIST SUPERSTAR, …) verkörperte an diesem Abend den Faust – bereits das fünfte Jahr. Er überzeugte mit einer kräftigen Stimme und konnte sowohl den alten, verbitterten Faust, als auch den verjüngten und voller Tatendrang steckenden Faust authentisch spielen. Vor allem mit der Ballade „Mondenschein“ und dem Liebesduett „Er liebt mich“ begeisterte er das Publikum. Doch auch mit einigen Gags – sowohl gesprochen, als auch rein gestisch – gewann er das Publikum für sich.

Die zweite Hauptrolle – Mephisto – spielte Falko Illing. Bereits seit 1997 spielt er diese Rolle und hat nichts an Überzeugung verloren. Oftmals rutschen Darsteller in Routine, wenn sie eine Rolle zu oft spielen, doch selbst nach über 500 Vorstellungen überzeugt er und lebt diese Rolle. Er beweist eine einprägsame und kräftige Stimme, die für diese Rolle perfekt ist. Mit seiner oft leicht spöttischen Art überzeugt er als Mephisto, für den das ganze mehr ein Spiel zu sein scheint.

Die Rolle des Gretchens hatte Maria Kempken inne. Sie spielte bereits u.a. in ANATEVKA, ROCKY HORROR SHOW und KING KONG. Die junge Sängerin verzauberte das Publikum mit einer klaren, angenehmen und zugleich auch kräftigen Stimme. Auch ihr Schauspiel war überzeugend. Deutlich sah man die Wandlung von dem schüchternen Mädchen zu einer Frau, die bereit war, für Faust alles zu tun.

Tolle Kostüme, Liveband und fehlerfreie Technik

Natürlich reichen gute Sänger nicht aus, wenn die Musik nicht passt, doch davon war diese Live Band weit entfernt. Manfred Hecht (Bass), Felix Bodner (Gitarre), Lucas Schneider (Drum) und Daniel Tutschek (Keyboard) begleiteten musikalisch perfekt durch den Abend. Weder zu laut noch zu leise spielten sie und – eher untypisch für die Band – sie spielten mit. Öfters kam jemand von der Band und tanzte mit und am Ende spielten sie sogar die Henker.

Auch die Kostüme sorgten für die richtige Stimmung. Vielseitig und passend, zugleich oft auch etwas schlicht gehalten, rundeten diese Kostüme – und auch die recht schlichten Requisiten – des Teams der Manthey Event GmbH die Show ab. Auch Licht und Ton funktionierten fehlerfrei und sorgten für einen perfekten Abend.

Sehr empfehlenswert

Das Fazit dieses Abends ist eindeutig: Wer die Möglichkeit hat, sollte sich dieses Stück keineswegs entgehen lassen. Es wurde bereits angekündigt, dass sie auch nächstes Jahr wieder wieder in Rathen sein werden – vielleicht auch mit FAUST II – und bis dahin sind sie an verschiedensten Orten. Die nächsten Termine findet man hier, ebenso den umfangreichen Shop.

Kategorie: Kritiken

Autor: A. Polifka (31.08.2015)

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