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CITY OF ANGELS – Erste Produktion vom Verein „Aspiring Artists on Stage“

CITY OF ANGELS ist seit 3. September 2015 im Wiener OFF-THEATER in einer deutschen Übersetzung von Michael Kunze zu sehen. Der Verein „Aspiring Artists on Stages“ bringt den hierzulande selten gespielten Musical-Klassiker als „Erstlingswerk“ auf die Bühne. Im Stück von Cy Colemann (Musik), David Zippel (Texte) und Larry Gelbart (Buch) verschwimmen die Grenzen zwischen Fiktion und Realität.

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Komplettes Cast im Trenchcoat
Komplettes Cast im Trenchcoat © Aspiring Artists on Stage, Joe Winter

Die Story

© Aspiring Artists on Stage, Joe Winter

© Aspiring Artists on Stage, Joe Winter

Das besondere an CITY OF ANGELS, welches im Hollywood der 40er Jahre spielt, ist sicher die verwoben Geschichte: Zwei verschieden Handlungsstränge werden parallel auf der Bühne gezeigt. Die geschickten Wechsel zwischen der Realität von Romanautor Stine (In Wien gespielt von Michael Green), der seinen Bestseller zum Drehbuch umschreibt und der fiktionalen Krimi-Filmhandlung rund um Privatdetektiv Stone (Walter Spanny Jr.), prägen das Musical. Privatschnüffler Stone wird von Alaura Kingsley (Karoline Troger) beauftragt ihre vermisste Stieftochter Mallory (Christine Rösslhuber) zu finden. Doch er und auch seine Sekretärin Oolie (Friederike Maus) wittern von Anfang an, dass an der Geschichte etwas faul ist. Das Spiel um Lügen, Erpressung und Mord nimmt seinen Lauf. Der Erfinder dieses Krimis, der Autor Stine, soll eben diese Geschichte zu einem Drehbuch umschreiben. Er kämpft im Haifischbecken Hollywoods ums Überleben seines Textes, denn der Filmproduzent Buddy Fiedler (Georg Grigorian) schmiert ihm zwar Honig ums Maul, ändert aber dennoch einfach die Texte und zwingt Stine mehr und mehr seine Meinung auf. Diese Doppelmoral Hollywoods führt schließlich dazu, dass selbst Stone am Ende des 1. Aktes gegen seinen Schöpfer Stine aufbegehrt, weil ihn dessen Nachgiebigkeit zunehmend stört.

Gelungen Umsetzung durch das Kreativteam

Unter der Regie von Andrea Mellis wurde die komplizierte Geschichte fürs Publikum verständlich auf die Bühne gebracht. Sehr hilfreich hierbei war vor allem das gelungene Lichtdesign. Gelbes Licht verlieh der Filmszenerie eine Sepia-Optik. Die realen Szenen hingegen waren blau und weiß beleuchtet. Jedem Handlungsstrang war eine Bühnenhälfte zugeteilt, so konnte der Zuschauer dem doppelten Geschehen besser folgen. Die optische Trennung in eine rechte und eine linke Bühnenhälfte gelang auch gut durch die Platzierung des Pianos in der hinteren Bühnenmitte. Dort saß der Wiener Jazzpianist Ronald Sedlaczek und sorgte für die passende 40er Jahre Jazzmusik, welche wiederum beide Handlungsebenen miteinander verband. Der musikalische Leiter war im Dauereinsatz und spielte fast ununterbrochen über die komplette Vorstellungsdauer. Bis auf die beiden Hauptrollen Stine und Stone waren beinahe alle weiteren Darsteller in einer Doppelrolle zu sehen. Beispielsweise wurde sowohl die in Stone verliebte Vorzimmerdame Oolie, als auch Buddy Fiedlers Sekretärin Donna, mit der Stine eine Affäre hat, von Friederike Maus verkörpert. Dabei arbeitete sie zur Unterscheidung der Charaktere mit verschiedenen Dialekten. Fast jeder Darsteller hatte somit eine Rolle in der Realität und eine Filmrolle, was der Verknüpfung der beiden Handlungsstränge auf der Bühne zugutekam. Trotz der kleinen Spielfläche im OFF-THEATER wurde an Requisiten nicht gespart. Ein kleines Manko hierbei war, dass relative viele Umbauten, die vom Ensemble selbst durchgeführt wurden, dem Stück etwas die Spritzigkeit und die Dynamik raubten. Dafür waren die Kostüme und Requisiten umso authentischer. In den Ensemblenummern traten alle Darsteller im typischen Trenchcoat auf. Die Männer trugen dazu passende Hüte und die Frauen Kopftücher. In den Filmszenen waren die Kostüme schwarz-weiß und erinnerten so an den Film-Noir. Beim zweiten Handlungsstrang tauchten ab und an auch einzelne Farbtupfer in den Bühnenoutfits auf. Auch die Friesuren und das Make-up waren im damaligen Stil gehalten. So war es für den Zuschauer leicht ins Hollywood der 40er Jahre einzutauchen.

Musikalische Highlights

Interessanterweise sind genau die Musikstücke mit am stärksten bei denen beide Handlungsstränge gleichzeitig stattfinden bzw. wo beide Geschichten ineinander verschmelzen. Beim Titel „Was du nicht weißt über Frauen“, bei dem sich Stines Ehefrau Gabby (Lisa Perner) über ihren Mann und Oolie (Friederike Maus) über ihren Chef und Schwarm Stone, gleichzeitig beschweren, überzeugen die beiden jungen Darstellerinnen auf ganzer Linie. Sowohl mit ihren tollen Stimmen, als auch mit dem perfekt aufeinander abgestimmten Schauspiel, machen sie diese gut inszenierte Nummer zu einem Highlight des Abends. Gerade Lisa Perner bleibt auch mit ihren eingängigen Solo-Nummern „Bei jedem Atemzug“ und „Schreib es um“ im Gedächtnis. Am Ende des ersten Aktes laufen die beiden männlichen Hauptdarsteller Michael Green und Walter Spanny Jr. beim Song „Du bist nur, weil ich bin“ zur Höchstform auf und sorgen mit diesem Duett für tosenden Applaus im Publikum.

Talentierte Jungdarsteller

© Aspiring Artists on Stage, Joe Winter

© Aspiring Artists on Stage, Joe Winter

Humorvoll war vor allem Matthias Buchegger als Lieutnant Muñoz mit seinem mexikanischen Akzent und seiner flotten Tanzeinlage bei „Mein größter Wunsch wird wahr“. Sehr authentisch wirkte Michael Perner in der Rolle des Schnulzensängers Jimmy Powers mit seinen gegelten Haaren, seinem Dauergrinsen und seinem etwas zu groß geratenem weißen Smoking. Im schön inszenierten Tennis-Song zeigt Karoline Troger als Alaura gleich dreifach ihr Können: Neben dem guten Gesang beweist sie auch Ballgefühl und demonstriert wie die Femme Tatale Männer um den Finger wickeln kann. Sehr glaubhaft und facettenreich kommt auch Georg Grigorians schmierig, harter Hollywoodproduzent Buddy Fiedler rüber.

Ausverkaufte Vorstellung

DAS OFF-THEATER in Wien ist eine relativ kleine Bühne und hat eine Kapazität für ca. 100 Besucher. Der Zuschauerraum ähnelt einem Kinosaal und ist nach hinten ansteigend. Alle Plätze waren restlos besetzt. Trotz ausverkauftem Haus herrschte beinahe eine Wohnzimmeratmosphäre, weil die Zuschauer aufgrund des kleinen Theatersaales hautnah am Geschehen dran waren. Die gelungene Vorstellung wurde vom Publikum mit langanhaltendem Applaus honoriert. Stimmlich und schauspielerisch wurde von den 15 jungen Darstellern, ein sehr hohes Niveau geboten. Das Herzblut und Engagement, welches hinter ihrer ersten Musical-Produktion steckte, wurde von den aufstrebenden Künstlern förmlich auf das Publikum übertragen. Es war deutlich zu spüren, mit welcher Freude die Darsteller, die alle kurz vor der Abschlussprüfung im Fach Schauspiel bzw. Musical sind oder diese vor kurzem erfolgreich abgelegt haben, auf der Bühne standen. Der Abend war abwechslungsreich, spannend und humorvoll zugleich. Die „Aspiring Artist on Stage“ sorgen für frischen Wind in der Wiener Musicalszene.

Rollen und Darsteller

  • Romanautor Stine: Michael Green
  • Privatdetektiv Stone: Walter Spanny Jr.
  • Stines Ehefrau Gabby / Stone‘s Ex-Verlobte Bobbi: Lisa Perner
  • Buddy Fidlers Sekretärin Donna / Stones Sekretärin Oolie: Friederike Maus (Vannes Ehmann)
  • Filmproduzent und Regisseur Buddy Fidler / Film-Mogul Irwin S. Irving: Georg Grigorian
  • Buddy Fidlers Ehefrau Carla Haywood / Alaura Kingsley, eine Femme Fatale: Karoline Troger
  • Alauras Ehemann Luther Kingsley: Florian Koller (Michael Perner)
  • Alauras Stiefsohn Peter Kingsley: Michael Perner (Florian Koller)
  • Avril Rains, ein Starlet / Alauras Stieftochter Mallory Kingsley: Christine Rösslhuber
  • Lieutenant Muñoz: Matthias Buchegger
  • Dienstmädchen Margaret: Romy Maria Mayer
  • Esoteriker Dr. Mandril: Gregor Kronthaler
  • Schlagersänger Jimmy Powers: Michael Perner (Florian Koller)
  • Schläger Big Six: Gregor Kronthaler
  • Sonny, kleiner Schläger: Georg Hasenzagl
  • Reporter Mahoney: Georg Hasenzagl
  • Gerichtsmediziner Harian Yamato: Marcel Hess

Für die Vorstellungen am 11., 12. und 13. September sind noch Karten erhältlich.

DAS OFF THEATER Wien

Kirchengasse 41 1070 Wien, Österreich

 

 

 

 

 

 

 

Kategorie: Kritiken

Tags:

Autor: M. Sommerfeld (06.09.2015)

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