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Uraufführung von DIE WONDERBOYS VON HERNOIS

Am 09. Februar 2016 feierte das Musical DIE WONDERBOYS VON HERNOIS Uraufführung im Wiener Metropol und begeisterten das bunt gemischte Premierenpublikum. Die Geschichte führt vier ausgemusterte Wiener Sängerknaben vom geteilten Nachkriegs-Wien in die Vereinigten Staaten, wo sie kurzfristig Star-Luft schnuppern. In den Hauptrollen überzeugten Andy Lee Lang und Musicalstar Lukas Perman.

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Die Wonderboys von Hernois Ensemble © Ross&Co

Fiktive Story mit viel Wien-Bezug

© Ross&Co

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Die Wonderboys entführen uns in eine Epoche, die wir schon aus dem berühmten Film „ Der dritte Mann“ kennen. Nach dem Zweiten Weltkrieg ist Wien in vier Besatzungszonen aufgeteilt. In einer Zeit in der Frauen Petticoat tragen und noch „Puppe“ genannt werden, versuchen vier in den Stimmbruch gekommene Sängerknaben, mit dem neuen, von vielen als „Urwaldmusik“ verspotten Rock’n‘Roll Erfolg zu haben. Ein GI-Soldat, der nicht nur den Nazis in den Arsch getreten hat, sondern auch Wien vom „Muff der K. u. K.-Monarchie befreien will“, wie er sagt, nimmt sich den vier Jungs an, die mit ihren Anzügen und Fliegen noch aussehen, als wenn sie im Cafe Landtmann Mokka servieren. Offizier Andrew Long (Andy Lee Lang), selbst ein Liebhaber der neuen Musik, entdeckt das Potential der Maturanten im Hernalser Soldaten-Nachtclub Jazz Point Charly und formt aus ihnen zum Ärger des Klassik-Verfechters Professor Hummel (Andreas Peer) die erste Boyband der Popgeschichte. Schnell stellt sich bei den Jungs nicht nur die Liebe zur Musik ein, sondern auch die Liebe zum anderen Geschlecht. So kommt Frontmann Frankie (Lukas Permann) zwischen seinen Terminen mit Manager Long, Rendezvous mit Flamme Maria (Soffi Schweighofer) und der Schule mächtig ins Schwitzen. Kreativ inszeniert darf Lukas Perman, musikalisch begleitet von Mozart Rondo alla turca und vom Lachen des Publikums, mehrfach gehetzt durch den Zuschauerraum Rennen, um von einem Treffen zum anderen zu gelangen.

Der Weg zum Erfolg

© Ross&Co

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GI-Long, der auch als Erzähler durch die Geschichte führt, schafft es zum Höhepunkt den Wonderboys eine kleine Amerika-Tour zu organisieren. Doch fern von der Heimat müssen die vier Wunderwuzzis schnell erkennen, dass der Weg zum Star kein Zuckerschlecken ist. Es kommt zu Streitereien untereinander und Frontmann Frankie lässt seine drei Band-Kollegen Billy – der Frauenheld (Stefan Bleibersching), Hank – der trottelige Tiroler (Thomas Dapoz) und Niki – das Muttersöhnchen (Marcel-Philip Kraml) in den USA, aufgrund seiner Gefühle für Maria, sitzen. Noch bevor es richtig begonnen hat, löst sich die Band wieder auf. Privat kommt es am Ende immerhin zum Happy End. Frankie und Maria finden in einem wunderbar gesungenen Duett wieder zueinander.

Gegebenheiten bestmöglich genutzt

Das Kreativ-Team des Metropol kennt seine Fähigkeiten ganz genau. Mit einfachen aber leichten und beschwingten Choreographien (Marcus Tech und Rita Sereinig) gelingt es ihnen den knappen Platz optimal zu nutzen. Dies trifft auch auf die Bühne (Ilona Glöckel) zu. Einige Requisiten und ein bemalter Vorhang machen im Nu den schnellen Ortswechsel vom Internatszimmer zum Nachtclub Jazz Point Charly möglich. Bei den deutsch-englischen Liedern setzt Christian Deix (Musik) ganz auf den Beat der 50er Jahre und er holt sich für einige Lieder auch Ideen bei Klassikern wie zum Beispiel „Roll over Beethoven“.

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Auch wenn bei den Songs kein heißer, ohrwurmverdächtiger Kandidat vorhanden ist, sind die Lieder gut getextet, schmissig und unterhaltsam. Sie passen perfekt zum vielseitigen Entertainer Andy Lee Lang, der als österreichischer Botschafter des Rock’n’Roll schon mit George Harrison oder Fats Domino zusammengespielt hat. Seit 30 Jahren ist er im internationalen Musikgeschäft erfolgreich. Lukas Permann, bekannt aus ELISABETH und ROMEO & JULIA, spielt einen selbstbewussten, aufmüpfigen Bandleader der zwischen Musik und Liebe hin und hergerissen ist. Für viele Lacher sorgte Thomas Dapoz in der Rolle des dümmlichen „Hank“. Er stand schon im vergangen Jahr bei CHARLEY´S TANTE im Wiener Metropol auf der Bühne. Stefan Bleiberschnig kennt die Wiener Sängerknaben auch aus der realen Welt und trat dort als Solist in weltberühmten Opernhäusern auf. Marcel-Philip Kraml kompletierte das Quartett mit der Rolle des Muttersöhnchens „Niki“.

Klassiker auch im Text

Auch beim gesprochenen Text (Markus Gull) war manch vertraute Passage zu hören, beispielsweise einige Zeilen aus einem Heinz-Erhardt-Klassiker. Das Stück hat nicht nur viel Wiener Dialekt, sondern auch viel Wiener Charme. Mit viel Schmäh und Komik wird durch die Geschichte geführt. Wie bei Nestroy haben die Figuren sprechende Namen und so ergeben sich lustige Wortwitze rund um Professor Hummel und Fräulein Blume (Irena Flury).

Als Zugabe gab es dann noch die Original-Songs der Beach Boys, Bee Gees und Four Seasons & Frankie Valli, die ja nur den Sound der längst vergessenen Wonderboys kopiert haben. Auch wenn es vorher schon viele Möglichkeiten zum Mitklatschen gegeben hätte, erst hier – bei diesem kleinen Minikonzert – kam das etwas träge Premieren-Publikum so richtig in Fahrt.

Besetzung:

  • Sergeant Andrew Long: Andy Lee Lang
  • Franz „Frankie“ Wallner: Lukas Perman
  • Wilhelm „Billy“ Sedlacek: Stefan Bleiberschnig
  • Heinz „Hank“ Maierhofer: Thomas Dapoz
  • Nikolaus „Niki“ Devzcewsky: Marcel-Philip Kraml
  • Ilse Blume / Maggie: Irena Flury
  • Maria Mandel: Soffi Schweighofer
  • Prof. Otto Hummel: Andreas Peer
  • Lieutenant Tommy Walker / Announcer: Alexander Strömer

Kreativ Team:

  • Regie: Erhard Pauer
  • Buch/Text: Markus Gull & Peter Hofbauer
  • Musik: Christian Deix
  • Bühne: Ilona Glöckel
  • Kostüm: Ariane Maino
  • Choerografie: Marcus Tesch & Rita Sereinig

Das Musical ist noch bis 04. Mai 2016 zu sehen. Karten gibt es auf der Homepage vom Wiener Metropol.

Kategorie: Kritiken,Stadttheater,Theater Eigenproduktionen

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Autor: M. Sommerfeld (10.02.2016)

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