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Sweeney Todd mordet in Trier

Das Theater Trier zeigt in dieser Spielzeit neben weiteren Musicals auch "Sweeney Todd" in einer alternativen Inszenierung des neuen Theaterintendanten Karl. M. Sibelius. Als Spielstätte wurde die große Halle des stillgelegten Walzwerkes im Stadtteil Kürenz gewählt, in der nun Sweeney Todd und Mrs. Lovett ihr delikates Geschäft betreiben.

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Die Bühne von Sweeney Todd im Walzwerk Trier Copyright: Vincenzo Laera

Kehlenaufschneiderei im Walzwerk Trier

Wer sich gerne in plüschige Theatersessel kuschelt, sollte den Weg in die Zweitspielstätte Walzwerk des Teatrier (Eigenbenennung des Theater Trier) meiden. Die stillgelegte Betriebsstätte vermittelt nicht nur optisch eine Kälte, auch die Temperaturen können in der Halle während der Vorstellung schnell sinken und man sollte sich vorher mit den bereit liegenden Decken ausstatten. Kälte verbreitet dann auch das Stück, das am 27. September 2015 Premiere feierte,  an sich, denn die Geschichte um den Teufelbarbier Sweeney Todd ist wahrhaft nicht appetitlich.

Die Handlung sollte man sich vor dem Besuch ins Gedächtnis bringen, sonst könnte man aufgrund der an vielen Stellen sehr schnellen und damit leider teilweise unverständlichen Textpassagen Schwierigkeiten haben der Geschichte zu folgen: Benjamin Barker kehrt 15 Jahre nach seiner Verbannung als Sweeney Todd nach London zurück. Er will Vergeltung für seine Verbannung durch Richter Turpin, in dessen Obhut sich auch seine Tochter Johanna befindet. Unter Todds ehemaligem Barbiergeschäft betreibt Mrs. Lovett ihren Fleischpastetenladen. Sie erkennt ihn und die beiden schließen sich zusammen…

Eine schräge Bühne in der großen Halle

Die Bühne ist schräg – im wahrsten Sinne des Wortes. Mitten in der großen Fabrikhalle ist sie aufgebaut, gegenüber eines etwa 200 Zuschauer fassenden Ranges. Mehrere Löcher in der Bühne bieten Platz für die Darsteller, die zugleich auch die Musiker sind. Die zehn Darsteller und die musikalische Leiterin Hariklia Apostolu sind fast durchgängig auf der Bühne und begleiten sich musikalisch selbst. Eine solche Verschmelzung von schauspielerischer Darstellung und musikalischer Begleitung ist für eine Musicalproduktion sehr neu und auch sehr gewöhnungsbedürftig. Man braucht etwas um sich in diese experimentale Inszenierung einzufinden, zu viel ist gleichzeitig los und überall spielt die Musik. Auch geht der Musicalcharakter des Stückes irgendwie unter, da die Songs nicht den Raum haben für sich zu wirken. Allerdings erzeugt die große Plane, mit der die Bühne hinten und an den Seiten umgeben ist, mit Hilfe von Videoprojektionen beklemmende Effekte wenn Wasser an ihr herunterperlt und die Fliegen umhersummen, was dem Stück eine besondere Atmosphäre verleiht.

Große Ensembleleistung

Während des Stückes hat jeder Darsteller die Gelegenheit seine Rolle vorzustellen. Das gelingt auch sehr gut zum Ende des Stückes ist jeder Charakter dem Zuschauer sehr vertraut und man leidet mit wenn Sweeney Todd einem nach dem anderen die Kehle durchschneidet. Norman Stehr singt den Teufelsbarbier mit einer angenehmen tiefen Stimme, sein Spiel wirkt manchmal etwas zu zurückhaltend und introvertiert und steht damit im kompletten Gegensatz zu Mrs. Lovett. Carin Filipcic wirbelt über die Bühne und belebt jede Ecke mit ihrem Spiel. Gesanglich überzeugt auch sie. Jeder gesungene Ton sitzt perfekt und von den lang gehaltenen wünscht man sich einige mehr aus ihrem Mund.

Sweeney Todd ist in dieser Inszenierung noch mehrmals bis Ende Oktober im Walzwerk zu sehen.

Die Besetzung im Überblick

Mrs. Lovett: Carin Filipcic

Sweeney Todd: Norman Stehr

Pirelli: Martin Kiener

Toby: Thomas Huber

Johanna: Sidonie Smith

Anthony: Christopher Ryan

Richter Turpin: Gerhard Karzel

Büttel Barnford: Konstantin Riedl

Bettlerin: Anna Veit

Mrs. Nightingale: Conny Hain

Mrs. Fog / Musikalische Leitung: Haroklia Apostolu

Kategorie: Stadttheater

Autor: N. Kroj (07.10.2015)

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