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RENT – Probenbesuch und Talk mit Cast

In der letzten Woche haben wir uns für Euch ein paar Ausschnitte bei den Proben zu RENT angesehen. Wir sind begeistert und freuen uns auf die Jubiläumstournee dieses Musicals. Musical1 hat dabei auch Anna Hofbauer und Martin Markert zu einem kurzen Talk getroffen.

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Plakat RENT 2017
RENT Plakat Tour 2017 © Hilbert Productions/Artful Entertaiment

RENT – Probenbesuch

Im November 2017 präsentiert der Berliner Theaterproduzent Boris Hilbert (Hilbert Productions GmbH) eine deutschsprachige Neuproduktion von RENT, nach der Übersetzung von Wolfgang Adenberg, welche auf Tournee durch Deutschland, Österreich und die Schweiz geht.

Regie führt der Brite Walter Sutcliffe, ein international renommierter Opernregisseur. Namhafte und beliebte Musicaldarsteller wie Anna Hofbauer und Martin Markert wurden für die Show verpflichtet.

Der Besuch bei der Probe und anschließende Gespräche gaben reichlich Einblick in die Arbeit dieses stimmgewaltigen Teams. Choreographie und Tanz erschienen uns schon sehr stimmig, soweit man das auf begrenztem Raum von Seiten der Darsteller rüberbringen konnte. Musical1 hatte sich im Vorfeld bereits hinreichend mit dem Stück vertraut gemacht, so dass wir sagen können, die Rollen sind stimmlich wie optisch perfekt besetzt.

RENT – ein Musical mit immer noch aktuellem Hintergrund

Rent ( deutsch: Miete) erzählt die Geschichten einer Gruppe junger Künstler im New Yorker East Village in der lebendigen Phase der Alphabet City, Ende der 1980er/Anfang der 1990er Jahre. Und diese Geschichten sind aktuell wie eh und je. Sie erzählen von der Suche nach Liebe, der Suche nach sich selbst und einem auskömmlichen, lebenswerten Leben im Hier und Jetzt. Aktuelle Themen wie Drogenabhängigkeit, Rassismus, Wohnungsnot und Aids finden sich in RENT ebenso wie der immerwährende Glaube an die Liebe, die Menschlichkeit und die Kraft der Freundschaft.

Zwei der Hauptfiguren sind Filmemacher Mark (Benjamin Beckmann) und Musiker Roger (Ruud van Overdijk/Martin Markert), die die Miete für ihr Apartment nicht mehr zahlen können. Ihr Vermieter ist ihr früherer Mitbewohner Benny (Martin Markert). Mit ihnen sowie mit der Tänzerin Mimi (Marina La Torraca), der Performancekünstlerin Maureen (Anna Hofbauer), Anwältin Joanne (Nedime Ince), Freund Tom Collins (Denis Edelmann) und der Dragqueen Angel (Manuel Dengler) verknüpfen sich alle Leben, Erfahrungen und Schicksale.

© Musical1

Eine Geschichte, die berührt, auf die man sich unbedingt einlassen sollte, um mit ihren Charakteren mitzufiebern.

RENT – ein Musical mit 20 Jahren Geschichte

RENT zählt seit 1996 zu den erfolgreichsten Musicals aller Zeiten, kam am Broadway in zwölf Jahren auf über 5000 Vorstellungen, weltweite Produktionen in 24 Sprachen. Dazu folgte ein Kinofilm.

Dieser ungebrochene Erfolg war auch einer der Gründe, im 21. Jahr eine Jubiläumstour zu realisieren.

Starke Produktion mit Erfahrung

Boris Hilbert, Produzent der RENT Tour, ist überzeugt, ein Non-Mainstream-Musical in der Form auf den Weg zu bringen, dafür sei jetzt genau der richtige Zeitpunkt. Hilbert Productions blickt auf fundierte Erfahrungen zurück und Musical1 kann nach dem Probenbesuch dem nur zustimmen.

Bereits jetzt wirkte das Dargebotene mehr als überzeugend. Für einen ersten Einblick wurde eine kleine Songauswahl präsentiert, die absolut „Appetit“ auf mehr machte.

Zu den ausgewählten Songs gehörte:

1. Ein andermal ( im Original: Another Day) – komplettes Ensemble

2. La vie bohéme – komplettes Ensemble

3. Lass´ mich oder verlass mich ( im Original: Take me or leave me) – Duett Anna Hofbauer & Nedime Ince

4. Ich werd'…. ( Werd ich ohne Würde sein) – Martin Markert und Abschluss mit Ensemble

Im Anschluss an die Probenpräsentation hatten wir die Gelegenheit zu einem kurzen Gespräch mit Martin und Anna.

© Musical1

Martin, Du bist ja nun in dieser Produktion dabei. Bist du selbst schon mal in New York gewesen? Wenn ja, warst du bewusst dort (East Village, Alphabeth City)?

(Lacht) Ja, ich war tatsächlich schon einmal in New York, aber nicht dort. Es waren genau zweieinhalb Tage. Damit ist die Frage wohl schon beantwortet. Ich war am Broadway und bin sozusagen Achten gelaufen in Manhatten, um möglichst viel zu sehen.

Wann hast Du zum ersten Mal von RENT gehört?

Ich habe sehr früh von RENT gehört, bereits in der Ausbildung. Im Fach Ensemblegesang haben wir unseren damaligen Chorleiter förmlich bekniet, dass wir “Sesaons of Love” einstudieren, was wir dann auch gemacht haben. In der Schule hat man uns auch oft dazu gebracht, von den Mainstreamsachen Abstand zu wahren. Und Roger war schon immer eine Rolle, die total auf meinem Programm stand, ebenso wie z. B. der Tod und Jesus.

Wie muss man sich Deine besondere Herausforderung vorstellen? Eigentlich hast Du im Stück erst einmal nur eine kleinere Rolle, aber andererseits bist Du Cover der Hauptrolle, also Roger. Da musst du eh alles auswendig lernen, oder?

Ja, ganz genau. Richtig! Gut geschlussfolgert. Ich spiele hier Benjamin Coffin, „Benny“, und auch noch Steve von der Selbsthilfegruppe. Hinzu kommt etwas, dass Martin Markert unterschätzt hat, nämlich, dass Benny zu den schwierigeren Rollen im Stück gehört. Er ist rhythmisch – eine solche Herausforderung, was mir bei den Proben sehr viel abverlangt hat. Das habe ich vorher in der Form nicht geahnt. Natürlich habe ich mich im Vorfeld damit beschäftig, es ist die und die Rolle, ich gebe ihr meine Interpretation. Aber ein paar Mal bin ich dann doch komplett woanders angekommen als der Pianist und es hieß: “Martin Du musst das im Rhythmus sprechen…” Wie, im Rhythmus?

Das Stück ist in Englisch geschrieben. Ein englischer Satz ergibt fünf deutsche Sätze, grob gesagt. Die unglaubliche Menge Text, die Benny da oft in nur wenigen Takten Musik zu erzählen hat, muss glaubhaft und verständlich rüberkommen, nicht runtergerattert werden wie von einem Roboter. Und: Ich bin „der Böse“ des Stückes.

Ja genau, Benny ist nicht direkt der Liebling seiner Ex-WG-Mitglieder. Durch eine äußerst lukrative Heirat nun Hausbesitzer, nötigt er sie, die Miete (RENT) zu zahlen, unterdrückt Proteste. Bennys Versprechungen lauteten anders. Keine echten Freundschaften? Nur oberflächliche Momentaufnahmen eines Lebensabschnitts, wenn man nicht zu seinen Versprechungen steht?

Nun ja, Benny als ehemaliger Mitbewohner sagt das zwar, aber er will die Miete nicht wirklich. Benny geht bestimmte Wege. Sein erster Schritt war die Hochzeit mit Alison Grey, um aus einer Situation herauszukommen, in der er nicht weiter leben wollte. Ich denke, jeder hätte das getan, wenn er die Chance hat, auf die eine oder andere Weise.

©musical1

Martin, Du sagtest gerade, Benny will die Miete nicht wirklich. Hat er wohlmöglich doch ein weiches Herz?

Ich habe eine große Szene zu Beginn des zweiten Aktes, wo Benny versucht, die Wogen etwas zu glätten. Einerseits möchte er nicht, dass man ihn für kaltherzig hält, andererseits kann er auch nicht über seinen Schatten springen. Er möchte schon präsentieren, dass er zu Geld gekommen ist, aber ebenso möchte er seinen Freunden helfen. Es gibt auch ein paar Dinge in Zusammenhang mit der drogensüchtigen Mimi, die ihn nicht kalt lassen. Dank der harten Arbeit mit unserem großartigen Regisseur Walter Sutcliffe bin ich mir sicher, dass das darstellerisch beim Publikum auch ankommt und so aufgenommen wird.

Es bleibt festzustellen, dass die Probleme und ihre Bewältigung damals wie heute aktuell sind!

Wenn man das Stück in seiner Gesamtheit betrachtet, offenbaren sich einem so viele Dinge, die passieren, wo man sich mindestens mit ein oder zwei Sachen identifizieren kann – wenn's auch vielleicht nur in der Jugend war oder im Freundeskreis. Und es ist ein Stück, von dem ich glaube, dass es nach Berlin passt, da hier jede Situation aktuell ist. Kälte, Obdachlosigkeit, Drogen, Aids sind in Berlin ebenfalls immer noch gegenwärtig. Genau wie junge Menschen, die einfach ihre Träume verwirklichen wollen und das Leben leben wollen.

Vielleicht ein Wort zur Ankündigung ,die da lautet Jubiläumstournee:

Ja, wir feiern das große Jubiläum von RENT und das wollen wir am liebsten mit Euch zusammen feiern am 27.11.2017 im Studio des Admiralspalastes! Das wird fantastisch!

Gehört nicht überhaupt eine ordentliche Portion Mut dazu, mit dem Stück eine Tourproduktion auf die Beine zu stellen?

Ganz recht, es ist total mutig von Boris Hilbert, zu sagen, wir machen dieses Stück – aber wenn man rein geht, dann sollte man sich auf das Stück einlassen, man wird es lieben und mit den Charakteren mitfiebern. Ganz sicher.

Hallo Anna, erst einmal vielen Dank, dass auch Du ein paar Minuten Zeit hast.

©musical1

Wie fühlst Du dich hier so? Künstler treffen ja immer auf Kollegen, mit denen sie bereits zusammen gearbeitet haben. Du hier auch?

Ja, tatsächlich ist das so. Zum Beispiel habe ich bereits 2010 in Kempten mit Martin Markert zusammengearbeitet bei der Wiederaufnahme von Ludwig². Und das ist natürlich toll, wenn man über einen gewissen Zeitraum immer mal wieder aufeinander trifft und zusammen arbeitet. Es ist so schön, gerade hier bei RENT, es gibt mir total ein Gefühl wie „nach Hause kommen“. Martin kenne ich mittlerweile seit zwölf Jahren und mit Benjamin Beckmann habe ich zusammen studiert.  Wir hatten uns dann aus den Augen verloren. Jeder arbeitete an seinem künstlerischen Weg, und nun stehen wir hier wieder gemeinsam auf der Bühne.

Das klingt ja fast nach Familienzusammenführung.

Ja, trotz der etwa sieben Jahre dazwischen war es, als hätten wir uns gestern verabschiedet. Ja, und mit Vasilios war ich mit MOZART! zu Jahresbeginn in Shanghai.

Du hast in RENT die Rolle der Maureen inne. Maureen im Stück ist ebenfalls Künstlerin. Ist es für Dich als Künstlerin einfacher, ebenfalls eine Künstlerin zu spielen oder sind derlei Aspekte unwichtig?

Nein, ganz so unwichtig ist das tatsächlich nicht. Für mich ist es etwas Tolles, so einen Part spielen zu dürfen, allerdings ist es auch eine kleine Herausforderung gewesen. Maureen ist schon extrem extrovertiert, sie macht gerne einen auf „Hau-Drauf-Künstlerin“, speziell mit ihren Performances. Sie macht sich zum Beispiel nichts daraus, sich auch mal auszuziehen auf der Bühne. Das ist schon eine neue Situation für mich, und ich bin da auch ein bisschen  über meinen Schatten gesprungen, habe das Schamgefühl sozusagen vor der Tür draußen stehen lassen.

Also doch eine ungewohnte Situation?

Tja, ich hatte in der Tat bis jetzt immer Rollen mit viel Garderobe (schmunzelt). Christine, Evita, Constanze, als Kaiserin – Frauen, die auch tiefgehende Geschichten erzählen, aber eben anders, nicht dieses rücksichtslose Draufgehen nach dem Motto: Es ist mir egal, was andere sehen und denken. Diese Herausforderung macht dann natürlich auch wiederum viel Spaß.

Entdeckt man dadurch an sich selber neue Seiten?

Ja, so ein bisschen schon. Ein klein wenig möchte ich in mein normales Leben von Maureen eigentlich mitnehmen. Dieses Gefühl, einfach mal im Jetzt zu leben, sich nicht zu viel Gedanken darüber machen, was und wie andere über einen denken. Das wird auf alle Fälle haften bleiben. Das ist auch das Schöne, egal welche Rolle man spielt, dass man ein bisschen was für sich mitnimmt. Gerade wenn man sich so intensiv mit einem Charakter beschäftigt, ist das wahrscheinlich gang und gäbe, dass da immer etwas hängen bleibt.

Eine Rolle ist also auch immer ein Stück weit ein Verschmelzen zwischen den Charakteren der Darstellerin und der Dargestellten.

Ja, total! Klar, es ist „nur“ eine Rolle, aber man muss einfach auch in so eine Seele eintauchen. Es funktioniert nicht, wenn man nur sich selbst in der Rolle sieht.

Ist Maureen ein schwieriger Charakter? Sie erscheint flatterhaft und oberflächlich auf den ersten Blick.

Na, ich sage mal, oberflächlich ist Maureen nicht. Es ist sicher teilweise schwierig mit ihr, weil sie diese „Heute-hier-morgen-da-Mentalität“ lebt. Beinahe wie ein Schmetterling oder ein Kind, das einen Schmetterling sieht und hinterherhüpft, mit dem Gedanken, da auch überall hinzuflattern. Sie ist möglicherweise oberflächlicher als andere, aber nicht, wenn es drauf ankommt, wenn es um Familie, beziehungsweise hier,  ihre Freunde geht. Dann lässt sie alles stehen und liegen und hilft einfach auf ihre Art und Weise.

Bei den Proben eben ist uns aufgefallen, dass für jeden Charakter die Kostüme bis ins kleinste Details ausgetüftelt wurden.

Das können wir bestätigen, dass an den Kostümen aller Darsteller sehr viel Wert auf Details gelegt wurde, auch wenn es im ersten Moment nicht so augenfällig sein mag. Aber genau das ist es auch, was zur Authentizität des Stückes mit beiträgt.

Liebe Anna, Lieber Martin, ganz, ganz herzlichen Dank für das kurze Gespräch und für Eure Zeit. Es ist nicht mehr lange hin bis zum Tourstart in Nienburg. Wir sagen jetzt schon einmal: Toi, toi, toi.

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Kategorie: Theater Eigenproduktionen,Tour Musicals

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Autor: I. Marquardt (08.11.2017)

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