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Ein heißes Vergnügen ? – LA CAGE AUX FOLLES in Merzig

Die Entscheidung in Merzig jeden Sommer ein Musical aufzuführen war eine richtige. Die Vorfreue der Saarländer auf ein buntes Vergnügen im Zeltpalast steigt von Jahr zu Jahr. Nachdem im letzten Jahr mit der deutschsprachigen Erstaufführung der "Addams Family" ein Knüller in Stückauswahl und Besetzung gelungen ist, ist diesen Sommer mit LA CAGE AUX FOLLES ein echter Klassiker zu sehen.

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lacageauxfolles-merzig Copyright: Uwe Stratmann, Rolf Ruppenthal, Musik&Theater Saar

Von St. Tropez nach Merzig – Der Narrenkäfig im Saarland

Von den Temperaturen, die im Merziger Zeltpalast herrschten, fühlte man sich zweifelsfrei an die Côte d'Azur versetzt und somit war die Premiere am 17. Juli 2015 gleich in zweifacher Hinsicht ein heißes Vergnügen. Bereits seit 1985 ist das Stück um die Familienkonstellation von Nachtclubbesitzer Georges (Hartmut Volle) und seiner männlichen “Lebenspartnerin” Albin alias Zaza (Holger Hauer), dem Star der Nachtclubs, auf deutschen Bühnen zu sehen. Georges' Sohn Jean Michael (Philipp A. Sievers), großgezogen von Georges und Albin, möchte diese ungewöhnliche Familienkonstellation vor dem Eintreffen seiner künftigen Schwiegereltern, den Dindons, bereinigen, was ihm jedoch im Nachbarhaus des Nachtclubs LA CAGE AUX FOLLES nur mit mäßigem Erfolg gelingt.

Thematik brandaktuell – Umsetzung schwächelt

In Zeiten der Diskussion um die Homo-Ehe ist das Stück aktuell wie selten zuvor. An den Reaktionen des Publikums bei Seitenhieben auf dieses Thema oder ein russisches Staatsoberhaupt merkt man, dass die Bereitschaft Homosexuelle vollständig in die Gesellschaft zu integrieren und diese zu tolerieren da ist. Aus politischer Sicht ist das Stück klug gewählt und wird vielleicht deshalb vom Publikum am Ende mit stehenden Ovationen gefeiert, denn die künstlerische Umsetzung kann mit dieser Durchschlagskraft nicht ganz mithalten.

Das Bühnenbild von Johannes Fischer, das sich über die gesamte Bühnenbreite erstreckt und alle Spielorte abdeckt, ist extrem gelungen. Auch Ulli Kremer hat bei den Kostümen, vor allem bei den der Cagelles (Tänzerinnes des Nachtclubs), ganze Arbeit geleistet. Was besonders im Ersten Akt an Farben und Materialien die gut trainierten Männermuskeln und an formen- und Absatzreichen Schuhen die Füße schmückt, ist eine wahre Freude. Die Choreografie von Christopher Tölle lässt im hellen Scheinwerferlicht alles perfekt zur Geltung kommen.

Leider hat das Stück einige Schwächen, gegen die das Ensemble nicht ankämpfen kann. Die Handlung ist sehr dünn und zieht sich endlos in die Länge bis dann wenige Minuten vor dem Finale alles hektisch und allzu schnell zum Ende kommt. Glücklicherweise wird der Erste Akt mit dem einzigen Ohrwurm des Stückes “Ich bin, was ich bin” beendet, stark dargebracht von Holger Hauer als Zaza, denn der Rest der Musik kommt leider nicht so an. Da hilft es auch nichts, dass die Band (Leitung Ferdinand von Seebach) intelligent in der Bühnenbild integriert wurde und eine motivierte Begleitung liefert.

Darsteller mit Höhen und Tiefen

Der Ehealltag zwischen dem Hauptdarstellerduo Harmut Volle als Georges und Holger Hauer als Zaza/Albin ist amüsant mit anzusehen und wird von beiden mit viel Herzblut gespielt. Alexander Leder bekommt als Butler Jacob viel Szenenapplaus und lockert das ohnehin schon skurrile Zusammenleben von Georges, Albin und Jean-Michel mit noch skurrilerem Verhalten und Aussprüchen auf. Sehr blass bleiben die beiden Jungdarsteller Philipp A. Sievers als Jean-Michel und seine Bühnenfreundin Henriette Schreiner als Anne Dindon. Weder gesanglich noch schauspielerisch können sie einen Eindruck hinterlassen und tun sich schwer sich gegen das bunte Treiben auf der Bühne durchzusetzen. Der Part von Edda Petri, die im letzten Jahr als Morticia Addams gefeiert wurde, als Bistrobesitzerin Jaqueline ist undankbar klein, wenigstens darf sie mit “Die schönste Zeit ist heut” noch einen kleinen Gesangspart übernehmen. Das Ehepaar Dindon aus Andreas Zaron und Ellen Kärcher hat seinen Auftritt ausschließlich im zweiten Akt und holt in dieser kurzen Bühnenzeit noch das Möglichste raus, was die Rollen hergeben.

LA CAGE AUX FOLLES ist noch bis zum 9. August im Merziger Zeltpalast zu sehen.

Kategorie: La Cage Aux Folles

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Autor: N. Kroj (19.07.2015)

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