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Erfolgreiche Uraufführung von DER GROSSE HOUDINI

Am 24.10.2014 feierte DER GROSSE HOUDINI im Theater Hof seine Weltpremiere. Das Musical über den berühmten Entfesselungskünstler stammt aus der Feder von Paul Graham Brown und mit einer einfallsreichen Inszenierung, sowie einer Optimalbesetzung konnte diese Premiere nur erfolgreich sein, was auch die Reaktion des Publikums bestätigt.

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Eine Entfesselungsszene aus einer Zwangsjacke
Entfesselungsauftritt © Theater Hof

Ich bin König der Handschellen

Dies ist das Zitat, das groß auf dem schwarzen Plakat des Theaters Hof prangt und wohl nicht passender sein könnte, denn es ist niemand geringeres als Houdini, um den sich das Musical DER GROSSE HOUDINI dreht.
Am 24.10.2014 um 19:30 hob sich dann zum ersten Mal der Vorhang für dieses Musical – weltweit. Denn das Musical, dessen Musik und Text von Paul Graham Brown stammt, feierte seine Welturaufführung. Paul Graham Brown feierte 2001 mit BONNIE UND CLYDE sein Deutschlanddebüt und weitere Stücke, wie z.B. DAS NEWSICAL, SUPERHERO und KING KONG.

Harry Houdini – der wohl bekannteste Entfesselungskünstler

Ehrich, Dash und Leopold als Kinder

© Theater Hof

Kaum, dass sich der Vorhang gehoben hat, sieht man einen ganzen Menschenhaufen, die den großen Houdini besingen, der von der Decke hängt und sich aus einer Zwangsjacke befreit, was eine sehr gelungene Einführung in das Stück ist.
Erst dann beginnt die Geschichte mit der Kindheit. Die Familie war von Österreich-Ungarn nach Amerika gezogen, wo der Vater eine Anstellung als Rabbi gefunden hatten. Als er den Job verlor, verließ der Vater die Familie und ging nach Europa. Dieses Ereignis und das dazugehörende Lied zieht sich immer wieder durch das Stück.
Man sieht den kleinen Erich Weiss, der Geld mit Paketzulieferungen verdient – gepaart mit den Geschichten seiner beinlosen, blinden

Houdini tritt als Medium auf

© Theater Hof

Mutter, der es in Wirklichkeit blendend geht – und so seine Mutter, mit der er ein sehr inniges Verhältnis hat, unterstützt.

Ehrich und seine beiden Brüder Dash und Leopold spielen und laufen dabei hinter aufgehangene Laken, hinter denen nun die erwachsenen Männer hervortreten, was ein geschickter Zug ist, um die vergangene Zeit zu zeigen.

Er nennt sich nun Harry Houdini und beginnt bei einem Zirkus zu arbeiten, wo er als Gedankenleser und Medium arbeitet. Seine Zauber- und vor allem Entfesselungskünste treffen jedoch auf wenig Anklang. Mit einem „Metamorphose“-Zauber, den Houdini mit seinem Bruder Dash übt – was auf der Bühne mit eben jenem Trick gezeigt wird, was einer von vielen Zaubertricks ist, die im Laufe der Show gezeigt wird -, der jedoch seinen Bruder zu einem Date, dass er organisiert hat, mitnehmen will. Harry interessiert sich jedoch mehr dafür, Schlösser

Houdini und Bess beim Tanz

© Theater Hof

zu knacken, als für Dates. Dash geht allein. Houdini will sich seinen Tricks wieder zuwenden, als plötzlich die Wilhelmina Beatrice

Rainier kennen, die er Bess und noch lieber Mrs.Houdini nennen möchte. Der plötzliche, indirekte Antrag überrascht Bess, doch kurz darauf heiraten die Beiden und traten gemeinsam auf.
Kurz darauf bekam Houdini seinen ersten Auftritt als Entfesselungskünstler und seine Karriere als Entfesselungskünstler beginnt. Kurz darauf trifft er auf eine Frau, die behauptet, übernatürliche Kräfte zu haben, was er als Schwindel betrachtet und doch soll eben jene Betrügerin noch eine große Rolle spielen.

Ein Musical, das seinesgleichen sucht

Dieses Musical entführt die Zuschauer in die Welt des Harry Houdini, der ein recht exzentrischer Mensch war und auch einige Schicksalsschläge hinnehmen musste, wobei der wohl einschneidendste der Tod seiner Mutter war. Aber es soll nicht zu viel verraten werden, denn es ist ein sehr sehenswertes Musical, das mit eingängigen, lustigen und auch traurigen Liedern eine stimmungsvolle Atmosphäre schafft.

Seance mit Madame Charmian

© Theater Hof

Das Bühnenbild wurde die ganze Zeit hindurch von einem Zirkuszelt beherrscht, dass zugleich als Drehbühne diente und gut in alle Szenen einbezogen wurde, sei es als Elternhaus, Stadtgefängnis, Häuserfassade oder Wohnung. Die Drehbühne wurde stets von einigen Männern manuell in Bewegung gesetzt, was jedoch nicht störte.
Die Details machten immer schnell klar, wo das Ganze spielten. Das Elternhaus wurde mit Wäscheleinen und Bügelbrett geschmückt, Plakate deuteten die Straßen und Jahrmärkte an und ein großes Bett das Schlafzimmer. Besonders viel Mühe wurde sich augenscheinlich bei der Sammlung von Houdinis Unikaten wie Totenmaske, Sarg, Knochen, etc. gegeben, die Houdini nach dem Tod seiner Mutter gekauft hatte. Am amüsantesten war wohl der verpackte, elektrische Stuhl, der Houdinis Versöhnungsversuch schnell beendete.

Houdinis Handschellentrick

© Theater Hof

Doch auch die Darsteller sollte man nicht vergessen. So spielte Chris Murray einen sehr überzeugenden Houdini. Den etwas eigenen Charakter, der etwas weltfremd und auch sehr von sich überzeugt ist, spielte er sehr passend, was sich auch in der Begeisterung des Publikums widerspiegelte. Seine sehr voluminöse und klangvolle Stimme passte sowohl zu der gefühlvollen Ballade „Zauberwelt“, dem energischen Solo „Nichts hält mich auf“, als auch der verzweifelten Szene, als er sich von allen verraten spielte. Gestik und Mimik unterstrichen die Gefühlswelt von Houdini.

Seine Ehefrau Bess wurde von Cornelia Löhr gespielt, die mit ihrer wohlklingenden Stimme das Publikum sofort in ihren Bann zog. Sie spielte die standhafte und willensstarke Frau perfekt, als wäre ihr die Rolle auf den Leib geschrieben. Besonders authentisch wirkte

Houdini fühlt sich verraten

© Theater Hof

sie bei dem Streit um Houdinis etwas seltsame Sammlerleidenschaft. Sie zeigte sich in ihre Art zu spielen sehr facettenreich und ist eine optimale Besetzung für die Rolle.

Christian Venzke, der zuvor schon in Jesus Christ Superstar mit Chris Murray auf der Bühne stand, verkörperte den aufopferungsvollen Bruder Dash, der stets sein Wohl hinter das von Harrys steckte. In dem Stück zeigte er eine Wandlung, die ihren Höhepunkt in der Abschiedsszene fand. Dieses Lied war einprägsam und sorgte für eine Gänsehautstimmung.

Die Mutter spielte Janelle Groos mit viel Witz und Charme. Sie spiegelte eine Mutter wider, die ihre Söhne, vor allem wohl den etwas
exzentrischen Ehrich/Harry, liebte, und auch vor allem in den Rückblenden überzeugte.

Die Liste der hervorragenden Darsteller ist lang, vor allem stachen noch Stefanie Rhaue als Madame Charmian, die das Medium und die Wahrsagerin selbstbewusst darstellte und mit einer kräftigen Stimme versah, hervor.
Natürlich darf man nicht die hervorragende Leistung der Kinderdarsteller vergessen, vor allem die Rolle des jungen Houdini, der sicher und überzeugend gespielt wurde.

Einziger Wermutstropfen war, dass der Chor oft nur schwer verständlich war. An der Deutlichkeit sollte gearbeitet werden, jedoch war er stimmlich perfekt abgestimmt und fügte sich gut in das Bühnengeschehen ein.

Ein gelungener Abend

Im Anschluss gab es im Bistro eine Premierenfeier, zu der Darsteller, Mitwirkende und Zuschauer eingeladen waren, wo noch einmal die

Houdini als Kind und als Erwachsener

© Theater Hof

herausragende Leistung der Mitwirkenden von dem Leiter des Hauses zurecht gelobt wurde. Ein Buffet sorgte für die Verpflegung und auch für Musik war gesorgt.

Alles in allem ein rundum perfekter Abend mit einer mehr als gelungen Uraufführung. Das Stück ist unbedingt sehenswert und wer kann, sollte sich die Möglichkeit dieses Stück zu sehen, nicht entgehen lassen.

Kategorie: Kritiken,Stadttheater,Theater Eigenproduktionen

Autor: A. Polifka (26.10.2014)

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  • Andrea Fperner 27. Oktober 2014 at 02:32 / Antworten

    Wenn ich diese Bilder und Komentare lese bnin auf tiefste berührte . Ich durfte mit erleben wie so eine produktion verläuft da ich die Kinderbetreuung gemacht habe . Tränen laifen über mei Gesicht . ich bin total glücklich

    • A. Polifka 31. Oktober 2014 at 19:58 / Antworten

      Es freut mich, dass dieser Artikel Sie berührt und auch zu hören, dass sie beteiligt waren 🙂 Die Kinder haben wirklich eine Spitzenleistung abgeliefert (ich habe schon viele gesehen und diese sind weit oben anzusetzen :D)
      Es war eine wirklich wundervolle Premiere und am Sonntag bin ich ein weiteres Mal in diesem Stück 😀

      Liebe Grüße

      Anne Polifka

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