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CABARET – WILLKOMMEN, BIENVENUE, WELCOME

Eintreten in die Welt des schillernden, frivolen KIT-KAT-KLUBS der goldenen 20-ziger Jahre Berlins. Musical1 hat Sally Bowles , Clifford Bradshaw, Fräulein Schneider und Herrn Schulz im Tipi am Kanzleramt besucht. Wir haben uns ins Cabaret Theater entführen lassen und gemeinsam mit allen Beteiligten einen wunderschönen Abend erleben dürfen. Musikalisches und darstellerisches Können mitten in der Berliner Innenstadt in einer wunderbar ausgefallenen Location.

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CABARET im Tipi am Kanzleramt – Wiederaufnahme 2016

Im TIPI AM KANZLERAMT wird wieder die legendäre CABARET-Inszenierung des amerikanischen Star-Choreographen und Regisseurs Vincent Paterson gezeigt. CABARET basiert auf einer wahren Begebenheit und erzählt ie Geschichte der leichtlebigen Sally Bowles im glitzernden, zwielichtigen Milieu der Goldenen Zwanzigerjahre in Berlin. Das Musical um Liebe, Leidenschaft und Verzweiflung vor dem Hintergrund des herannahenden Faschismus basiert auf dem autobiographischen Episodenroman „Goodbye to Berlin“ von Christopher Isherwood.

Eine Geschichte die Ihren Ursprung in Berlin hat.

Auch 2016 kehrt dieses berühmte Musical wieder in die Stadt zurück.

Wer kennt ihn nicht, den legendären Film mit Liza Minelli? Diese Verfilmung des Musicals ist über 40 Jahre alt, und dennoch hat das Musical keinen Staub angesetzt. CABARET ist eine frühe, immer noch gültige Auseinandersetzung mit der Dialektik von Spaßkultur und Unkultur.

Am Silvesterabend des Jahres 1929 kommt Clifford Bradshow, ein junger Schriftsteller, in Berlin an. Sein Ziel: endlich einen neuen Roman zu schreiben. Er gerät mitten hinein in das Berlin der goldenen Zwanziger, aber auch in den Umbruch der bevorstehenden Zeit des Nationalsozialismus.

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© Jan Wirdeier

Im legendären „Kit-Kat-Klub“ lernt er Sally Bowles, das schillernde Showgirl, kennen und lieben. Die anstehende Zeit gibt den beiden Hauptakteuren, aber auch ihrem Umfeld keine Chance auf lange währendes Glück oder gar auf eine Zukunft.

Eintauchen in die goldenen 20-ziger im alten Berlin

Die Umsetzung des Themas wurde im Tipi am Kanzleramt hervorrragend gelöst.

In entspannter Atmosphäre sitzt man als Zuschauer an kleinen Tischen, hat einen Drink vor sich und blickt auf die Bühne. Man ist mittendrin im Kita-Kat-Klub. Es vermitelt einem das Gefühl, wirklich in diesem Tingel-Tangelclub zu sein. Dieses Gefühl ist so realistisch,  da die Darsteller auch innerhalb der Zuschauer agieren, so manch ein Gast hat da schon mal ein Kit-Kat-Girl auf dem Schoss.

Spätestens beim Einsetzen der Musik und der allen bekannten Eingangsmusik „Willkommen, bienvenue, welcome Fremde, etranger, stranger” ist man eingetaucht in das schillernde Nachtleben Berlins. Frech, frivol, sexy präsentiert sich vor einem der Kit-Kat-Klub mit seine Girls, seinen Lastern und zeichnet das ausschweifende, frivole Leben in schillernden Farben. Man wird eingeladen, sich darauf einzulassen und seine eigenen Sorgen und Probleme zu vergessen. Was im Laufe der Show auch durchaus eintritt.
Man taucht ein in das Bild einer Stadt der strahlenden Boulevards und Caféhäuser, der Nachtschwärmer und Phantasten, der Laster und Intrigen, der Millionäre und der notleidenden Massen – das Panorama Berlins am Vorabend der Machtergreifung Hitlers.

Harmonierende Cast mit bekannten Gesichtern

Die Akteure auf der Bühne sind ausnahmslos Profis ihres Genres. Schauspielkunst gepaart mit exzellenten Stimmen und herausradenden Tanzszenen nehmen den Zuschauer gefangen und lassen ihn mit den Figuren der Show mitfühlen, lachen, leiden, leben.

Der Confèrencier (Oliver Urbanski) leitet mit Souveränität und gekonnt anzüglicher Frivolität durch die gesamte Show. Mit überzeugenden Tanzdarbietungen und fast akkrobatischen Darbietungen präsentieren sich die Kit-Kat-Girls. Mausi (Kiara Brunken), Helga (Marion Wulff), Lulu (Feline Zimmermann) und Frenchi (Johannes Brüssau) brillieren durch gekonnt aufregende und gut choreografierte Szenen.

Fräulen Schneider (Regina Lemnitz), die Pensionsvermieterin, zieht das Publikum schnell auf ihre Seite. Man nimmt ihr die Rolle der alleinstehenden Frau, die keine andere Möglichkeit hat, als sich durch Zimmervermietung ihren Lebensunterhalt zu sichern, ab. Eine gutherzige, in Jahre gekommene Frau, die trotz ihrer Moralvorstellungen ab und an ein Auge bei ihren Bewohnern zudrückt, welche auch nur um ihre Existenz kämpfen.

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© Sandra Basenach

Herr Isaak Schulz (Peter Kock) ist der jüdische Obsthändler und Vereehrer von Fräulein Schneider. Leise, liebevoll und ans Herz rührend präsentiert er seine Liebe gegenüber Fräulein Schneider. Das eine Ananasfrucht eine unglaubliche Liebenserklärung darstellen kann, wird hier durch schauspielerisches Können überzeugend dargestellt.

Dann ist da natürlich Frau Kost (Anja Karmanski), eine Frau, die sicher auch bessere Jahre gesehen hat und jetzt armen, heimatfernen, einsamen Matrosen „liebevoll“ zur Seite steht. Mit darstellerischer Perfektion präsentierte sie stimmgewaltig eine für Geld alles tuende Frau, die auf bessere Zeiten hofft.

Und die beiden Hauptfiguren Clifford Bradshaw (Guido Kleineidam) und Sally Bowles (Sophie Berner). Sie harmonieren stimmlich und darstellerisch hervorragend. Sophie Berner ist Sally Bowes, sie lebt die Rolle auf der Bühne. Darstellerisch und stimmlich brilliant.

Zeit ohne Zukunft

Überzeugend entwickelt sich zwischen dem so unbedarften Schriftsteller Bradshaw und der ungezügelten schillernden Sally eine Beziehung, welche für beide ihre bisherigen Planungen und Übezeugungen ins Wanken bringt. Die politsche und wirtschaftliche Situation der Zeit sollte aber für alle eine ganz andere Entwicklung bereithalten.

_DSC3055_kl_KopieGesellschaftskritisch, realisitisch, aber auch nachdenklich und mit leisen Tönen, bedrohlich bahnt sich der Nationalsozialismus der anstehenden Zeit seinen Weg und zieht in seinem Sog alles mit sich.

Ein Stück Geschichte brilliant umgesetzt und dank der 5-köpfigen Band musikalisch perfekt begleitet.

Trotz der geschichtlich schweren und bedrohlichen Zeit im Hintergrund der Show ist CABARET ein Thema für einen wunderbar unerhaltsamen Musicalabend in Berlin. Darstellerisch und musikalisch ein Highlight in einem etwas anderem Theater.

Theaterlocation der Extraklasse

Das Tipi am Kanzleramt präsentiert mitten im Herzen von Berlin ein Stück Geschichte. Eine einzigartige Theaterlocation, die kulinarisches Ambiente mit Kultur und Musik perfekt vereint. Man kann vor der Show entspannt und gut essen und während der Show sein Getränk geniessen.

Etwas störend war es, das während der Show Aussengeräusche von den umliegenden Veranstaltungen zu vernehmen waren. Aber das ist halt Berlin, etwas lauter, quirrliger und man ist nicht allein. Also genau wie in den goldenen 20zigern.

Noch bis zum 04. September 2016 lädt das Tipi am Kanzleramt in den KIT-KAT-KLUB in das „alte“ Berlin ein: Berliner Flair mit viel nackter Haut, frivolem Touch und Darstellern, die sich mit Ihren Rollen identifizieren.

Kategorie: Kritiken,Stadttheater

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Autor: I. Marquardt (18.07.2016)

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