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AMERICAN IDIOT und seine Girls im Interview

OFFmusical hat das Musical AMERICAN IDIOT nach Deutschland geholt und schickt es nun, nach dem Erfolg in Frankfurt, auf Tour. Die erste Station war am 31. August und 1. September in Berlin. Dort trafen wir auch die fünf Idiot Girls zum Interview.

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Schlussapplaus Berlin
Schlussapplaus Berlin © S. Ahrens

Die Girls von AMERICAN IDIOT

Lisa Antoni, Laura Friedrich Tejero, Paulina Plucinski, Yvonne Braschke und Lena Weiss haben sich nach der Berlin-Premiere für uns Zeit genommen und sich, ebenso wie die Jungs, unseren Fragen gestellt.

Wer seid ihr in diesem Musical?

Lisa: Ich spiele die Whatsername. Sie wird beschrieben als Mädchen aus der Stadt, die bei einer Party auf Johnny trifft, der wiederum in die Stadt gekommen ist, um Freunde und eine Beziehung zu finden. Sie verkörpert für ihn dieses Stadtleben und er fühlt sich zu ihr hingezogen. Beide gehen auf vielen Partys, aber da er so unsicher ist, übertreibt er es mit den Drogen und zieht auch Whatsername in die härteren Drogen hinein. Im Verlauf des Stückes wird ihr das zu hart mit Johnnys Drogenleben und er zieht ihr die Drogen vor, weshalb sich Whatsername von ihm trennt. Der Grund warum sie Whatsername genannt wird, ist einfach der, dass Johnny sich nicht mehr an ihren richtigen Namen erinnern kann.

Lisa, Lena und Paulina

© S. Ahrens

Lena: Ich spiele Extraordinary Girl beziehungsweise die Abgefahr'ne Frau und lerne Tunny kennen, als er traumatisiert aus dem Krieg zurückkehrt. Ich versuche ihn irgendwie aufzufangen und zu helfen, das Trauma zu bewältigen, aber im Endeffekt packe ich es auch nicht und geh wieder.

Laura: Ich spiele die Rolle Heather. Das ist die Frau, die von Will geschwängert wurde und wegen der er nicht das Kaff verlassen kann, weil er nun Verantwortungen hat und bei ihr bleiben muss. Ich versuche, gute Miene zum bösen Spiel zu machen, aber merke, dass er überhaupt nicht in die Gänge kommt und entscheide mich, das Kind zu behalten, es aber alleine großzuziehen.

Paulina: Wie in jedem großartigen Stück kann nicht jeder eine große Rolle spielen, aber wir haben gesagt, dass ich Alysha bin. Es gibt halt mehrere kleine Rollen in diesem Stück, die zusammengestrichen wurden und da haben wir dann die größten rausgesucht, von der man was singt. Das war in meinem Fall dann Alysha. Die hat keinen großen Bezug zu den Anderen außer zu Heather. Sie ist eine Freundin von ihr, die sie bei diesem gesamten Beziehungschaos mit Will unterstützt und ihr irgendwann auch klarmacht, dass sie jetzt mal stark sein muss und den Kerl verlassen soll, weil er es irgendwie nicht richtig bringt. Sonst springe ich halt in diverse andere Rollen, so wie wir alle auch, die in den Szenen gebraucht werden.

Lisa: Genau, wir alle sind irgendwie alles.

Laura: Wir sind alle Dennis Hupka.

Lachende Zustimmung von den Anderen.

Paulina: Wer wissen möchte, was gemeint ist, muss uns nach den Shows fragen.

Yvonne: Genau und ich habe eine ähnliche Position wie Paulina. Bei mir war es dann Chelsea. Sie hat aber keine besondere Funktion für das Stück. Ich bin so das Feature für alles. Ich bin also da, wenn es brennt. Aber vor allem bin ich auch als Dance Captain dabei.

Kann die eine Rolle ohne die anderen bestehen beziehungsweise kann man jemanden Streichen?

Paulina: *lachend* Also wir alle können generell ohne die Männer funktionieren.

Laura: Nur das mit der Schwängerung könnte schwierig werden.

Paulina: Mittlerweile ist auch das kein Problem mehr, aber Spaß bei Seite. Wir haben ja diese drei Pärchen, die schon einen Zusammenhang haben und einen Konflikt widerspiegeln. Von daher kann jeder alleine existieren, aber der Konflikt ist auch oft da, wo die Liebe ist. Es ist halt Extraordinary Girl mit Tunny, Whatsername mit Johnny und Heather mit Will. Überall gibt es einen Konflikt und überall gibt es einen anderen und wenn wir das nicht hätten, hätte das Stück vermutlich keinen Inhalt.

Laura: Geschlechterübergreifend geht das Stück aber auch. Manchmal fängt eine Frau was mit einer Frau an und ein Mann mit einem Mann…

Paulina: Stimmt, man könnte das alles ummünzen.

Laura: Genau. Es geht einfach um den Punk.

Hättet ihr euch genau so besetzt?

Großes Gelächter.

Lisa: Also ich hätte mich ursprünglich nicht so besetzt, aber ich hab sehr viel Spaß an der Rolle. Normalerweise werde ich auch nicht für solche Rollen besetzt. Obwohl ich glaube, ich kann es auch, hoffentlich. Meistens wurde ich aber bisher nur für die netten Rollen oder eher lyrische Sachen besetzt. Insofern hat es mich auch überrascht, dass der Regisseur Thomas Heep mir vertraut hat, dass ich das kann. Das macht dann wahnsinnig viel Spaß.

Redaktion: In welcher Rolle hättest du dich eher gesehen?

Lisa: Vielleicht eher bei Heather.

Laura: Ich hätte unsere Cast, also die gleichen Leute, anders besetzt, aber wie verrate ich nicht. Ich würde es aber cool finden, wenn wir das einmal durchtauschen würden.

Findet ihr euch also in irgendeiner Art in euren eigenen oder auch anderen Rollen wieder?

Lena: Natürlich kann sich jeder in ein Zusammentreffen verlieben und in einer Trennung wiederfinden. Ich denke, das hat jeder schon mal erlebt. Wege kreuzen sich und gehen auch wieder auseinander. Das ist in jeder Rolle präsent und damit kann sich jeder Identifizieren.

Paulina: Auch dieses rebellische, sich auflehnen, nicht alles so hinnehmen, wie es ist und mal so richtig die Sau rauslassen. Da merkt man, dass das in jedem von uns drinsteckt.

Laura: Normalerweise lässt man das so nicht raus.

Paulina: Vor allem wenn man sich dann in der Gruppe so hochpusht.

Laura: Und nach so einer Show ist man dann aber so ausgeglichen.

Yvonne: Auch dass die drei aus ihrem Kleinstadtmief irgendwie ausbrechen wollen. Das kennt der ein oder andere auch. Also diesen Gedanken „Ich muss raus in die Stadt! Etwas erleben!“.

Im Stück läuft ganz viel nonverbal ab. Klar, es wird gesungen, aber diese ganzen dramatischen Sachen passieren eigentlich, wenn nicht „gesprochen“ wird. Was für eine Herausforderung ist das?

Laura: Ich will immer sprechen und ich darf nicht! Und es ist sauschwer. Ich habe ja von Grund aus eine große Mimik, weil ich aus Spanien komme, aber es fällt mir sehr schwer, mich zurückzuhalten und nicht meinen Mund aufzumachen. Man muss da echt auf die Musik vertrauen.

Gibt es einen Grund, warum ihr bei AMERICAN IDIOT mitmachen wolltet?

Yvonne und Laura mit Claudio und Robert

© S. Ahrens

Lisa: Die Musik ist so geil.

Lena: Jugend, Pubertät, Green Day.

Laura: Es ist was Revolutionäres.

Paulina: Ja, es ist was ganz anderes. Also eine ganz andere Form von Musical und ich wusste, wer die Regie, die Choreografie und die musikalische Leitung macht. Da konnte ich erahnen, dass es geil wird.

Yvonne: Bei mir war es die Mischung aus dem Team und dem Stück. Bei der Kombi habe ich gedacht: „Das muss ich machen!“.

Paulina: Und Teil einer off-Produktion zu sein, die aus dem Boden gestampft wird und eben nicht einen großen Namen trägt, sich erst mal behaupten muss und sich dann noch an Stücke wagt, die überhaupt nicht kommerziell sind, ist auch etwas besonderes.

Also macht AMERICAN IDIOT noch mehr aus als „Jugenderinnerung“?

Paulina: Es ist super gesellschaftskritisch. Auch ist es momentan wieder brandaktuell. Eigentlich ist es schon eine ganze Weile aktuell. Alle haben wieder Angst, dass irgendwo ein neuer Weltkrieg ausbricht und es schaukelt sich immer höher. Das macht das Stück eigentlich extrem aus, denn es geht gar nicht um zwei Personen, die sich verlieben, oder ein kleines Drama, sondern um die Kritik an die Gesellschaft.

Yvonne: Es ist auch altersunabhängig, denke ich. Ich glaube, es hat nicht nur mit Jugendlichen zu tun.

Lena: Es ist auch Zukunftssorge: Was will ich mit meinem Leben? Wo will ich hin?

Lisa: Ich glaube, dass man individuell seinen Weg sucht, statt der Masse zu folgen.

Yvonne: Das ist auch die Message des Stückes.

Laura: Man muss was wagen und den Mund aufmachen.

Lena: Und es ist auch okay, wenn es nicht klappt.

Laura: Dann hat man wenigstens was zu erzählen.

Wenn es eigentlich doch so ein immer wieder aktuelles Stück ist, warum meint ihr, hat es so lange gebraucht, um nach Deutschland zu kommen?

Yvonne: Das ist eine gute Frage.

Laura: Naja man geht immer auf Nummer sicher und nimmt lieber die Evergreens, bei denen die Leute mitklatschen und so.

Paulina: Das hat was mit Mut zu tun.

Laura: Genau, das ganze Ding ist mutig.

Paulina: Es gab ja keine Übersetzung. Die musste erst her und an die man sich ja auch nicht so leicht wagt, da man ja weiß „es ist Green Day“ und die Fans wollen es auf Englisch hören und dann besteht das ganze Stück eigentlich nur aus Musik. Da muss man dann doch einfach alle Songs übersetzen.

Redaktion: Die Jungs berichteten in Frankfurt, dass aber die ganzen Green Day Fans eigentlich positiv überrascht wurden und auch nichts Negatives von ihnen zu hören war. Da war wohl die Angst nicht notwendig gewesen oder?

Laura: Ich war auch überrascht und hab ehrlich gesagt damit gerechnet, dass die anfangen zu buhen. Da haben die Green Day Fans uns dann doch so viel gegeben. Vor allem bei der Zugabe. Da ins Publikum zu schauen und dann in diese ganzen lächelnden Gesichter zu schauen, das war wirklich schön.

Die Girls von American Idiot

© S. Ahrens

Paulina: Zum Teil haben die dann einfach auf englisch mitgesungen und das war überhaupt nicht schlimm.

Laura: Ich hatte immer Angst, dass es für die Musicalleute nicht Musical genug, für die Punks nicht punkig genug war, aber da sind dann doch zwei Welten friedlich zusammen gekommen.

Redaktion: Man hat das aber auch sofort im Publikum gesehen. Da waren die typischen Musicalleute und die abgeranzten Punks, die zusammen die Show gefeiert haben.

Laura: Ja! Das ist so geil! Wo hat an denn so was?!

Lisa: Das ist echt toll.

Wir bedanken uns herzlich bei Lisa Antoni, Laura Friedrich Tejero, Paulina Plucinski, Yvonne Braschke und Lena Weiss für das Interview.

Das beeindruckende Punk-Rockmusical AMERICAN IDIOT zeigt auch nach dem Interview mit seinen Girls, dass es immer wieder aktuell wird und jeder, nicht nur die Green Day-Anhänger, sich in diesem Stück wiederfinden kann. Im neuen Jahr, am 10. Januar, geht die Tour weiter und nicht nur das Jahr ist neu. Sie können sich auf neue, aber auch alte Gesichter im Cast freuen. Ergreifen Sie die Chance und besuchen sie die Show in Ihrer Nähe.

Do. 10. Januar: Bielefeld Ringlokschuppen 20 Uhr
Sa. 12. Januar: München Tonhalle 15 und 20 Uhr
So. 13. Januar: München Tonhalle 14:30 und 19:30 Uhr
Do. 17. Januar: Filderstadt Filharmonie 20 Uhr
Sa. 19. Januar: Essen Colosseum Theater 15 und 19:30 Uhr
Di. 29. Januar: Saarbrücken Congresshalle 20 Uhr

Tickets bekommen Sie auf der Homepage von offMUSICAL.

Kategorie: Interviews,Tour Musicals

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Autor: S. Ahrens(30.12.2018)

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