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CHRISTIAN FUNK – im Interview

Das Neue Jahr hat gerade begonnen und uns hat es wieder in die Gruft gezogen. Wir haben Christian Funk im Theater des Westens getroffen. Dieses Mal hatten wir Fragen zum Herbert Outfit, zum Make-Up und zur unendlichen Gier des Bisses dabei. Christian hatte uns Interessantes zu erzählen.

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CHRISTIAN FUNK ©Julian Freyberg

Lieber Christian, unser letztes Interview in Köln ist mir noch gut in Erinnerung und nun sitzen wir hier im wunderschönen Theater des Westens und haben erneut, die Gelegenheit ein wenig zu plaudern. Heute ein paar Fragen zum Hintergrundgeschehen, Garderobe, Make-Up …

Als Herbert hast Du ein sehr aufwendiges Make-Up! Machst Du das selber, oder nur einiges davon, und wie lange dauert es?

Nein davon mache ich nichts selber. Ich bin da ganz ehrlich, ich könnte es gar nicht.
Gesicht, Haare macht alles der Maskenbildner. Das Einzige, was ich selber mache, sind die Hände und die Brust für „Wenn Liebe in Dir ist“, da trage ich keine Handschuhe und habe das Hemd offen. Da kommt dann etwas Alabaster Make-Up drauf und es wird mit Aubergine etwas eingelegt.
Das ganze Make-Up dauert insgesamt ca. 40 Minuten. Ich gehe in die Maske zu Showbeginn. Wenn die anderen auf der Bühne bei Knoblauch im Wirtshaus sind, fangen wir an, und fertig sind wir meist bei „Stärker als wir sind“. Das sind in etwa 40 Minuten.

Wirst Du in der Show nachgeschminkt?

Ja, eigentlich jedes Mal, wenn ich mich umziehe, werden Kleinigkeiten nachgebessert. Es passiert ja schon oft, dass ich mir beim Auftritt etwas das Make-Up zerstöre. Nach dem Finale 1. Akt, wenn das Publikum in die Pause geht, ziehe ich mich für Nightmare um. Dabei hilft mir ein Dresser, trotzdem kann beim An – und Ausziehen etwas verwischen. Zur Nightmareszene müssen zusätzlich noch meine Haare geöffnet werden, das ist aufwendig, da der Zopf, den ich vorher habe, mit einem besonderen Gummiband zusammengehalten wird. Das ist ein Gummiband mit zwei Haken, das mehrmals ganz fest um die Haare gewickelt wird und an den Hakenenden werden abschließend immer die farblich entsprechenden Schleifen befestigt. Das zu öffnen und die Haare dann in Form zu bringen, ist aufwändig und etwas komplizierter.

Wenn Doppelshow ist, wie ist es dann? Schminkst Du Dich da komplett ab?

Nein, nur die Haare werden hochgesteckt. In Köln haben wir da immer etwas Besonderes mit den Haaren gemacht. Wir haben uns immer für den Tag ein Motto ausgedacht und dementsprechend bekam ich dann meine Pausenfrisur. Da gab es z.B. das Motto Star Wars, Hochsteckfrisur a´la Prinzessin Lea, so mit Schnecken an der Seite. Das war natürlich sehr spaßig.

Das Herbert Kostüm ist sehr aufwendig und sieht auch relativ dick aus. Sind die Stoffe angenehm auf der Haut oder kratzen sie sogar?

©”Eventpress/Stage Entertainment

Also generell bestehen die Kostüme aus vielen einzelnen Teilen. Ich trage z.B. generell unter allen Kostümen einen fleischfarbenen Body, mit etwas längeren angeschnittenen Beinen. Daran befinden sich an den Schultern und an den Beinabschlüssen Druckknöpfe. Dort werden dann ähnlich wie bei Strapsen, die schwarzen Strümpfe festgemacht, die ich zum grauen Outfit trage. Die Hemden sind nur Attrappe vorne so eine Art Chemisette und die werden dann an den Schultern festgemacht. Das wird nicht aus Sparmaßnahmen gemacht, sondern damit es mit dem Umziehen schneller geht. Es sind also sehr viele einzelne Teile, die dann ein ganzes werden.
Das Cape von Herbert ist schwer und warm, also nicht gerade sonderlich bequem. Aber wir haben das komplette Kostüm immer nur für die kurze Auftrittszeit an.

Herberts Lackoutfit! Klebt das nicht am Körper? Es sieht nicht sehr atmungsaktiv aus!

Nein, es ist innen beschichtet, sodass es nicht kleben bleibt.

Hast Du ein Kostüm oder gibt es für die verschiedenen Outfits innerhalb der Show auch mehrere Stücke?

Jeder Darsteller hat seine eigenen Kostüme in der Show, einmal komplett.
Während der Show sind Dresser für uns da, die uns nicht nur beim schnellen Umzug helfen, sie reparieren auch, wenn was reißt.  Zur Not wird man fix in das Kostüm eingenäht und die reguläre Reparatur findet über unsere Schneiderei im Hause am nächsten Vormittag statt.

Kontrolliert ihr die Kostüme immer selber auf eventuelle Schäden?

Das kontrollieren die Dresser. Wenn es etwas gibt, was kaputt ist, geht es in die Schneiderei und zur nächsten Show ist dann wieder alles picobello.
Es geht täglich etwas kaputt, da platzen Nähte, Reißverschlüsse, vor allem bei den Tänzern. Die Kostüme werden ja auch sehr beansprucht.
Was wirklich maßgefertigt wird für jeden Einzelnen, sind die Schuhe. Alle von uns haben handgefertigte Schuhe.
Besonders wichtig ist das natürlich bei den Tänzern, da gibt es schon einen sehr hohen Anspruch an die Qualität und Fertigung. Die müssen richtig sitzen, schön fest sein, um Halt zu geben, aber sie müssen bequem sein und dürfen nicht drücken. Diese maßgefertigten Schuhe sind auch recht teuer. Herbert hat 2 Paar und diese Schuhe werden ebenfalls handgefertigt, von professionellen Schuhmachern.

Nun muss aber ab und an ja doch gewaschen werden, oder wird alles nur mit dieser berühmten Wasser-Wodka-Mischung wieder aufgefrischt?

In der Regel wird alles, was gewaschen werden kann, im Theater nach der Show gewaschen. Vor allem natürlich jene Teile, die man direkt auf der Haut trägt. Wenn wir zur Show kommen, ist alles gewaschen, gebügelt und genäht an seinem Platz.
Das, was nicht waschbar ist, wie mein grauer Frack aus der Ballszene, das kommt in die chemische Reinigung.

Herbert hasst Knoblauch! Christian auch?

Ich liebe Knoblauch über alles, leider kann ich ihn immer nur am Sonntagabend genießen, weil wir am Montag keine Show haben. Ich möchte es meinen Kollegen dann doch nicht zumuten, mit einem Knoblauchgetränktem Herbert spielen zu müssen.
Knoblauch ist etwas Fantastisches, ich könnte es fast immer und zu vielen Sachen essen.

Der arme Herbert ist ja bisstechnisch und durststillend etwas sehr im Nachteil in seiner Rolle.
Kribbelt es Dich nicht manchmal doch, so sekundenschnell zu zubeißen, bevor Alfred Dir das Buch zwischen die Zähne schiebt?

Ja natürlich reizt das schon, vor allem jeder darf in dieser Show irgendwann irgendwen beißen.

©”Eventpress/Stage Entertainment

Chagal-Magda, Black Vampire die Carpe Noctem Sarah und den White Vampire, Krolock – Sarah, Sarah – Alfred …. Ja und der arme, arme Herbert geht leer aus. Es ist schon deprimierend, wenn ich bedenke, dass ich hier in Deutschland schon 445 Mal einen Korb bekommen habe, dazu kommen 40 Ablehnungen in Sankt Gallen, kein einziger Biss, nur Prügel und Nichtbeachtung.
Ich komme immer mal wieder auf den Gedanken zuzubeißen, wenn ich mich mit Alfred auf dem Boden rolle und dann auf ihn draufspringe, da wäre die Gelegenheit schon perfekt, vor allem, wenn der Professor vielleicht mal mit seinem Auftritt etwas verzögert ist und ich das dort überbrücken muss.
Aber „NEIN“ auch ich will mir nicht vor der Zeit den Genuss ruinieren …*lacht

Apropos Zähne und zubeißen, hast Du Deine Zähne schon einmal privat benutzt, als Partygag o.ä. ?

Ehrlich gesagt nein, die bleiben im Theater. In der Regel hat jeder 2 Paar, damit Ersatz da ist, wenn etwas kaputt geht. Herbert hat natürlich 4 Paar – aber nur weil ich ja in Sankt Gallen auch welche bekommen hatte, die sind aber für die Tour hier nicht gestattet, diese sind etwas anders.

… und nach der Show – Kukidentbad?

Das macht jeder glaube ich, so für sich anders. Ich habe in meiner Garderobe 2 Zahnbürsten. Eine für meine eigenen Zähne und eine, für die Vampirzahnschiene. Die werden dann genauso wie die Eigenen vor und nach der Show geputzt und in einem Behälter aufbewahrt, bis zum nächsten Tag. Ich weiß, dass einige Kollegen, dort auch ab und an reinen Wodka zur Desinfektion draufsprühen.
Wenn etwas kaputtgeht, werden sie im Zahnlabor wieder repariert. Meine Zähne sind da glaube ich Dauergäste.

Gerade ist das Weihnachtsfest vorbei. Gibt es bei Christian Funk Weihnachtstraditionen, und wie wichtig sind solche Traditionen für Dich?

©Philipp Dietrich

Weihnachten ist für mich eine riesige Tradition. Ich feiere seit 27 Jahren Weihnachten komplett identisch und ich verspreche Euch, das wird auch noch die nächsten 100 Weihnachten genauso stattfinden.
Ich habe auch bisher immer Weihnachten zu Hause mit der Familie in meiner Heimat gefeiert und auch daran wird sich nie etwas ändern. Der 24. Dezember ist an den Theatern eh immer spielfrei und einen Weg nach Hause gibt es immer.
Bei mir zu Hause in Neumünster, findet jedes Jahr am 24. Dezember um 11 Uhr am Vormittag das sogenannte Turmsingen zur Weihnacht statt und ich bin seit einigen Jahren beim Singen dabei. Man trifft sich auf dem Marktplatz, um dem Turmsingen zu lauschen, trinkt den einen oder anderen Glühwein, trifft sich mit Bekannten, Freunden, Kollegen und wünscht sich ein schönes Weihnachtsfest. Es ist Tradition, zum Turmsingen zu gehen.
Meine Familie ist auch dort, wenn ich mitsinge, anschließend gehen wir gemeinsam nach Hause, um Kaffee zu trinken und Kuchen zu essen, dann geht es in die Kirche zur Christmette.
Wenn wir von dort heimkommen, werden die Lichter am Baum entzündet und ich meine wirklich entzündet. Es sind immer echte Wachskerzen, da kommt mir keine Lichterkette dran. Das Weihnachtsoratorium wird gespielt und dann ist Bescherung, die Geschenke werden ausgepackt und wir wünschen uns fröhliche Weihnachten. Dann geht es zum Weihnachtsschmaus, Gans, Knödel, Rotkohl mit Äpfeln, Preiselbeeren oder Birnen. Dann wird so richtig geschlemmt und die gemeinsame Zeit genossen. Weihnachten ist für mich Tradition, Familie, Freunde, gutes Essen!

Ganz wichtig ist für mich auch der Besuch der Christmette in der Kirche, da kommt bei mir dann auch immer endgültig Weihnachtsstimmung auf, die Hektik geht vorbei, es gibt nichts mehr zu tun, außer Weihnachten zu feiern. Ich bin nun wahrlich kein religiöser Mensch, aber der Besuch der Weihnachtsmesse vermittelt mir Weihnachtsfeeling und ich kann dort zur Ruhe kommen. Ein Heiliger Abend ohne Besuch der Kirche, ist für mich nicht denkbar.

Das hört sich wunderschön an! Und wie Du es erzählst, ist es Dein „Genusshöhepunkt“ zum Jahresausklang.
Nun sind wir ja schon in 2019 angekommen. Hast Du gute Vorsätze für das NEUE JAHR?

Nein! Ich plane es immer, wenn es für mich aktuell ist. Mir am 31.12. etwas für das nächste Jahr vorzunehmen, klappt dann doch eh nie. Ich bin auch ein Mensch, der nicht zu jeder Zeit mit irgendetwas beginnen kann, also es sollte schon immer an einem Montag bei mir losgehen, so mittendrin geht irgendwie gar nicht. Ich freue mich auf 2019, auf die neuen Aufgaben, Herausforderungen. Ich bin gespannt, was alles Neues kommt.
Schlechte Sachen lasse ich eh im alten Jahr. Ich nehme nur das Positive, Spannende mit ins Neue Jahr und dann kann es nur toll werden!

Beschreibe uns doch bitte Dein 2018 in 5 Worten!

Arbeitsintensiv
Spannend
Sehr vampirisch
Überwältigend
Und
Glücklich!

Am 17.03.2019 schließt sich wieder einmal die Berliner Gruft und die Vampire gehen in Ruhepause.
Gibt es für Dich schon etwas Neues, was Du verraten kannst?

Ja definitiv gibt es bereits etwas, ab April wird es in Lübeck eine Wiederaufnahme von West Side Story geben. Es sind nur 6 Vorstellungen, aber es wird ganz toll und ich freue mich schon sehr darauf. Ja und danach ist schon einiges in Planung und es wird sicher spannend, aber da müsst ihr Euch noch ein wenig gedulden.

Das hört sich doch schon super an. Wir sind gespannt, was da dann noch kommt in 2019. Lieber Christian vielen Dank für Deine Zeit und die ausführliche Beantwortung unserer Fragen. Es war sehr aufschlussreich und interessant. Wir wünschen Dir für die letzten knapp 2 Monate hier in der Berliner Vampirgruft noch ganz viel Spaß.

Wer Christian und seine Vampirfamilie in Berlin noch besuchen möchte, bevor sich die Gruft schließt, hier geht es zu den Tickets!

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Kategorie: Interviews,Tanz der Vampire

Tags:

Autor: I. Marquardt(31.01.2019)

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