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„Treuer Diener“ Ludwigs – Interview mit Christopher Green

Die Musical1-Interviewreihe zum Musical DER SCHWANENPRINZ – LEBE DEINEN TRAUM geht in die nächste Runde. Nach Elias Herrmann (jugendlicher „Kini“), Philipp Maul (Schwanenprinz) und Sarah Hummel (junge Kaiserin Elisabeth) stand uns Christopher Green Rede und Antwort. Der Engländer spielt den Diener des Märchenkönigs Ludwig II. Doch nicht nur das.

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Christopher Green als Ludwigs Diener
Christopher Green als Diener © Peter Samer

„Ich glaube, unsere Version des Dieners ist fast der einzige erfundene Charakter im Stück“

Christopher Greens Leidenschaften waren ihm schon früh bewusst: „Ich war immer sehr an Kunst und Film interessiert“, erzählt er. Vor allem begeistert ihn aber die Musik. Da war es nur selbstverständlich, dass die Zukunft des Engländers musikalisch werden würde. Chris wurde in Redditch bei Birmingham geboren und ist dort aufgewachsen. 2015 beendete er sein Studium an der Bath Spa University, an der er Musical Theatre studiert hatte. Das Schicksal nahm dort bereits seinen Lauf.

Noch während seiner Zeit auf dem Campus lernte er den Schwanenprinz-Choreografen Volker Bleck kennen – wenig später Janet Chvatal. Die Produzentin, Regisseurin, Autorin und Darstellerin von DER SCHWANENPRINZ führte damals bei INTO THE WOODS Regie. In dem Musical spielte Christopher den Jungen Jack. Und nach einer Vorstellung war ihm klar: „Ich möchte bei Janet weiterstudieren.“ Gesagt, getan. Seit zwei Jahren lebt der 22-Jährige jetzt im Königswinkel. Sein Deutsch ist mittlerweile so gut, dass er Janet Chvatal als Regieassistent zur Seite steht. Kaum in Füssen angekommen, lernte Christopher Green auch seine Kollegin Sarah Hummel aus Esslingen kennen und lieben – und sogar ein wenig Schwäbisch.

Christopher Green im Musical INTO THE WOODS

Christopher Green (INTO THE WOODS) ©Kasha Miller

Christopher, welches ist Ihr schwäbisches Lieblingswort?

„Gutsle!“ Es ist eine lustige und schöne Erinnerung an letztes Weihnachten.

Nach Ihrem Studium kamen Sie nach Deutschland, um mit Janet Chvatal Gesang zu studieren und sich im Musicalbereich zu verbessern. Dass Sie hierbleiben würden, war allerdings nicht geplant.

Richtig, eigentlich wollte ich nur sechs Monate bleiben. Deutschland war zunächst gar kein Thema. Es war erst nur der Ort, an dem ich mit Janet studieren konnte. Sie gab mir aber bereits in England das Gefühl, als warteten in Deutschland viele Möglichkeiten und Lebenserfahrungen auf mich. Und tatsächlich: Ich habe hier schon ganz, ganz viel gesehen und gelernt.

Somit sind Sie geblieben.

Nach einer Zeit hier in Füssen spürte ich so ein „Calling“. Als sei es meine Berufung, in dieser Stadt zu sein. Daher habe ich mich entschieden, im Allgäu zu bleiben. Kurz darauf bekam ich dann das Angebot, für eine Rolle in DER SCHWANENPRINZ vorzusingen.

Sie erhielten die Rolle als Diener des bayerischen Märchenkönigs. Was wussten Sie als Engländer über Ludwig II.?

Um ehrlich zu sein, nicht viel! Als Kind schaute ich aber immer den Musicalfilm TSCHITTI TSCHITTI BÄNG BÄNG, in dem ja Schloss Neuschwanstein vorkommt – als Baron Bombursts Castle. Durch diesen Film habe ich das Schloss so oft gesehen.

Bis Sie es schließlich „live“ bewundern durften.

Als ich nach Füssen kam, habe ich natürlich das Schloss angeschaut. Dazu finde ich die Geschichte von Ludwig und Sisi extrem faszinierend. Durch Janet und meine Freundin Sarah habe ich die Musicals „LUDWIG² und ELISABETH entdeckt und ich finde sie einfach klasse. Die schönen Melodien von LUDWIG² gehören auf die Bühnen der Welt.

Was fasziniert Sie persönlich an den historischen Kultfiguren Ludwig und Sisi?

Ich finde, sie sind einfach Ikonen. Und die Geheimnisse, insbesondere um Ludwig, interessieren die Menschen weltweit. Man muss nur durch Füssen, Salzburg oder Wien gehen. Da sieht man tausende – um Luigi Lucheni zu zitieren – „Kitsch“-Artikel an jeder Ecke. Ich denke, Sisi und Ludwig sind zeitlos.

Mit welchem britischen „Paar“ würden Sie die beiden vergleichen?

Das ist schwierig. Mir fällt niemand wie Ludwig ein, denn er war und ist ein Unikat. Jedoch hatte Princess Diana viel Änlichkeit mit Sisi. Ihre Schönheit und die Kontroverse hatten sie gemeinsam. Diana war ebenfalls der Liebling des Landes.

Das Leben vieler historischer Briten wurde auf die Bühne gebracht oder verfilmt, unter anderem das von Diana. Mit  MARY STUART und ALL YOU NEED IS LOVE gibt es sogar zwei Musicals. Welchem Briten/welcher Britin würden Sie gerne ein Musical widmen?

Ich denke, ein Theaterstück mit Liedern – also kein durchgesungenes Musical – über das Leben von Amy Winehouse wäre sehr interessant und bewegend. Amy hatte so viel Talent und eine große Persönlichkeit. Ich glaube, das wäre sehr cool.

Die Persönlichkeiten der Schwanenprinz-Charaktere sind sehr individuell. Sarah Hummel hat erzählt, dass die Castmitglieder einen Großteil ihrer Rollen selbst gestalten durften.

Die Charaktere in DER SCHWANENPRINZ basieren ja auf Fakten. Sogar unser Schwan, die Ritter, Klingsor und Kundry wurden nach echten Legenden erstellt. Wir hatten alle eine Basis, auf der wir unsere Rollen aufbauten. In meiner Rolle als Diener war es allerdings sehr schwierig, diese Basis zu finden. Ich glaube, unsere „Version“ des Dieners ist fast der einzige erfundene Charakter im Stück.

Sie spielen aber nicht nur den Diener. Sie arbeiten bei DER SCHWANENPRINZ auch auch als Regieassistent. Worauf achten Sie hier besonders?

Als Regieassistent muss ich immer aufpassen, dass wir alle im 19. Jahrhundert bleiben, zum Beispiel mit dem Dialekt und den Bewegungen. Was den Diener betrifft, ist es sehr aufregend, die erste Version einer Rolle zu bilden.

Einer Rolle, die nach der Premierensaison 2016 überarbeitet wurde. Als Darsteller des Dieners bekommen Sie dieses Jahr mehr Aufmerksamkeit.

Ja, das stimmt. Dieses Jahr ist der Diener in der Geschichte präsenter. Die Beziehung zwischen Ludwig und seinem Volk und zu seinem „treuen Diener“ wurde weiterentwickelt.

Wie sieht diese Weiterentwicklung aus?

Der Diener beschützt und dient Ludwig durch das ganze Stück. Dieses Jahr gibt es auch mehr Lieder. Eines ist vom Diener und einer „wunderschönen Magd“ – aber ich kann nicht zu viel verraten. Ich denke (und hoffe), dass mein Deutsch im Vergleich zum letzten Jahr besser geworden ist und ich deshalb das neue Lied bekommen habe. Janet hat wirklich großes Vertrauen in mich. Ich denke, das ist auch ein Grund für die Änderungen.

Sie und Sarah Hummel sind seit knapp zwei Jahren ein Paar. Wie hat es zwischen Ihnen gefunkt?

Es war im September 2015, als ich Sarah zum ersten Mal getroffen habe. Ich fühlte von Anfang an ein Klicken. Nach nur zwei Monaten waren wir schon ein Paar und jetzt ist unsere gemeinsame Zeit wirklich schnell vergangen. Wir teilen eine große Leidenschaft für Musicals. Und es war immer unser Ziel, auf der Bühne zu stehen – schon als wir noch klein waren. DER SCHWANENPRINZ erlaubt uns in vielen Weisen zu wachsen und zu lernen was es heißt, nicht nur in einer Produktion zu sein, sondern auch ein ganz neues Stück zu spielen.

Gibt es denn schon Pläne für eine gemeinsame „musikalische“ Zukunft? Sarah möchte ja Gesang studieren.

Wir werden sehen, was die Zukunft bringt. Aber ich hoffe, dass wir unseren Platz irgendwo im Business finden!

Weitere Interviews zum Musical:

„Jeder sollte das sein und machen, was er möchte“ – Interview mit Janet Chvatal

„Ludwig und Sisi waren Seelenverwandte“ – Interview mit Sarah Hummel

SCHWANENPRINZ-Träume – Elias Herrmann und Philipp Maul im Interview

Kategorie: Interviews

Tags:

Autor: B. Schlager (04.08.2017)

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