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Interview mit Nico Müller

Als Mitglied der Formation „ADORO“ wurde Nico Müller in den Medien bekannt. Neben seiner Konzerttätigkeit ist der vielseitige Opernsänger auch als Gesangspädagoge im Bereich Musical und Klassik tätig. Am 13. Juni 2015 wird er bereits zum dritten Mal als Darsteller bei der Benefiz Musical Gala in Heidenheim dabei sein. Im Musical1 Interview spricht Nico über seine Musical-Leidenschaft.

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Nico Müller
Nico Müller © GABO

Von der Oper zum Musical

Nico Müller ist in den Medien unter anderem als Mitglied der Formation „ADORO“ bekannt. Der deutsche Opernsänger ist jedoch auch als Solist erfolgreich auf den deutschen und internationalen Bühnen unterwegs. Er sang bereits mit Größen wie Barbra Streisand, Jose Carreras, Grace Bumbry, Pia Douwes, Ethan Freeman und Joceline B. Smith in Deutschland, Österreich und der Schweiz und mit Katherine Jenkins u.a. in der Royal Albert Hall – London.

Im Musiktheater ist Nico in Musical/Oper/Operette und im Konzertbereich in den Genres Lied und Oratorium vielseitig aktiv. Seine Engagements führten ihn an die Staatsoperette Dresden, an das Opernhaus Chemnitz, an die Theater Gera- Altenburg, Hof, Weimar und Münster, wo er verschiedene Solistenrollen u.a. in JEKYLL AND HYDE (Wildhorn), LES MISERABLES (Schöneberg), MY FAIR LADY (Loewe), DIE HOCHZEIT DES FIGARO (Mozart), DIE SCHOENE HELLENA (Offenbach), JACOB LENZ (Rihm) sang.

Neben seiner Konzerttätigkeit ist er u.a. auch als Gesangspädagoge im Bereich Musical und Klassik tätig. Außerdem war Nico musikalischer Leiter und verantwortlich für Regie und Lichtdesign bei verschiedenen Musical Galas. In Dresden und Sulzbach-Rosenberg (Bayern) unterrichtet er bis heute regelmäßig und wird deutschlandweit für Workshops gebucht. Seine musikalische Ausbildung begann er an der Musikschule Vogtland. Er studierte Gesangspädagogik an der Musikhochschule Dresden und Operngesang an den Musikhochschulen Weimar und Köln, wo er erfolgreich mit dem Konzertexamen abschloss.

Seit 2013 ist er als Darsteller bei der Benefiz Musical Gala dabei und wird auch am 13. Juni wieder in Heidenheim zu sehen sein.

Als Mitglied der Formation „ADORO“ bist du bekannt geworden. Wie entstand die Zusammenarbeit mit Adoro? Und wie lange bist du schon dabei?

Ich gehöre seit der Gründung von Adoro dazu und im kommenden Jahr arbeiten wir das 10te Jahr zusammen. Es begann, wie alles im Musiktheater, üblicherweise mit einem Vorsingen. Das Besondere war jedoch, dass diesmal deutsche Pophits als Vorsingrepertoire gewünscht waren. Nachdem wir im Tonstudio einzelne Songs getestet hatten, stand schnell fest, dass ich das Abenteuer wagen will, was mir besonders von der klassischen Szene komische Blicke einbrachte.

Neben der Klassik ist auch das Musical deine Leidenschaft. Magst du uns ein bisschen darüber erzählen? Seit wann besteht die Leidenschaft zum Musical?

Es begann schon alles zu meinen Studienzeiten. Ich habe das Musical LES MISERABLES gesehen und war hin und weg. Also habe ich neben meinen klassischen Stücken die Musicalsongs gesungen. Ich dachte als „Klassiker“ kann ich das von ganz allein. Großer Irrtum. Ich lernte einige Musicaldarsteller kennen, unter anderem Cornelia Drese, die mir die Technik des Beltens zeigte. Damit bin ich prompt zurück an die Musikhochschule und das Chaos war perfekt. Ab diesem Zeitpunkt war ich dort als „der, der Musical singt“ gekennzeichnet und „würde es so nie schaffen auf die Bühne zu kommen“. Und ich gebe im Nachhinein betrachtet zu, dass es vielleicht auch falsch war, beides zur gleichen Zeit lernen zu wollen. Aber das war nun mein Weg. Mittlerweile war ich auch an der Musikhochschule Weimar bei Prof. Mario Hoff angekommen. Mit ihm hatte ich den Deal, dass ich singen konnte was ich wollte, solange er in seinem Unterricht bei einem Schumannlied nicht hört, dass ich vorher belten geübt habe 😉 Da ich zu dieser Zeit von Mittwoch bis Sonntag Abend auf einer Deutschlandtour mit dem Musical BUDDY HOLLY STORY unterwegs war, war das eine ziemliche Herausforderung, die auch anfangs „in die Hose“ ging – ich war sehr oft abgesungen. Andererseits lernte ich dabei aber auch, wie ich meine „klassischen Grundlagen“ auf andere Genres und Stilistiken im Singen übertragen kann und nach einiger Zeit war es möglich beides zu tun.

Musical Gentlemen

© Karim Khawatmi

In diesem Jahr bist du schon das dritte Mal bei der Benefiz Musical Gala in Heidenheim dabei. Wird es auch 2016 eine Fortsetzung geben und was liegt dir bei dieser Gala am Herzen?

Ich freue mich sehr auf dieses Jahr und hoffe natürlich, dass Stefan Tolnai – auch wenn er im Engagement bei dem Musical ALADDIN ist – genügend Energie hat, die Gala weiter zu organisieren. Es gibt mehrere Punkte, die mich dazu bewegen, bei dieser Gala mitzumachen. Zum einen steckt Stefan, der mittlerweile ein guter Freund von mir ist, viel Energie und Arbeit in dieses Projekt, um für einen guten Zweck etwas Geld zu sammeln. Zum anderen geht es immer um Kinder, die unterstützt werden. Das allein sollte für jeden schon Grund genug sein dabei zu sein. Und es ist wirklich eine wunderbare Zeit mit tollen Kollegen während der Probentage in Heidenheim.

Von der Oper über Dozent bis hin zum Musical. Warum hast du dich gerade für das Genre Musical entschieden?

Die Verbindung von Gesang, Schauspiel und Tanz ist einfach etwas Besonderes. Mittlerweile genügt es auch in der Oper nicht mehr nur gut zu singen und somit sind sich diese Genres auch wieder etwas näher gekommen. Außerdem bin ich ein Abenteurer, der gern in den verschiedensten Bereichen tätig ist. Und ich finde, dass man die Vorurteile, die manchmal zwischen Klassik und Musical herrschen, beseitigen sollte. Am Ende singen wir alle für unser Publikum und ein Genre als „das Bessere“ zu bezeichnen, wertet meiner Meinung nach auch den Musikgeschmack des Publikum des „minderwertigen“ Genres ab.

Du bist auch als Gesangspädagoge im Bereich Musical und Klassik tätig und gibst auch Workshops. Was bedeutet dir die Arbeit mit den jungen Musical-Talenten?

Es ist ein unglaubliches Gefühl, wenn man sieht, wie dankbar und stolz die jungen Schüler oder manchmal auch die Profis sind, wenn sie ein stimmliches Problem oder eine schwere Stelle in einem Song gemeistert haben. Ich selbst bin auch ein stimmtechnischer Bastler an Kleinigkeiten und der Meinung, dass die Arbeit an Details am Ende eine neue Klangqualität ergibt. Mir macht es ebenfalls Spaß, mit den einzelnen Schülern ihren eigenen natürlichen Stimmklang zu finden, der neben den tänzerischen und schauspielerischen Fähigkeiten später zu deren Markenzeichen wird.

Könntest du dir vorstellen, in einem Musical eine Hauptrolle zu spielen? Wenn ja, welche Rolle und in welchem Musical?

Wieder auf die Musiktheaterbühne zu kommen ist ein großer Wunsch von mir. Dabei sind es natürlich die größeren Gesangsrollen wie „Valjean“, „Phantom“, „Jekyll“ u.v.a., die mich im Musical reizen würden. Aber ich gebe auch zu, dass ich es liebe, derzeit zwischen Lied, Oper, Musical, Crossover und dem Unterrichten hin und her zu springen. Daher glauben mir die meisten nicht, wenn ich sage, dass mir eine Zweitbesetzung völlig genügen würde 😉

Wie verbringst du am liebsten deine Freizeit, wenn du nicht auf der Bühne stehst?

Die Freizeit verbringe ich gern mit meiner Chihuahua-Hündin Diva oder in meiner Werkstattgarage, wo ich alte Mopeds restauriere. Manchmal ist Diva auch mit in der Werkstatt, dann komme ich jedoch zu nix 😉 Und ich mache viel Sport von „Calesthenics“, „Freeletics“ bis zum Laufen und Radfahren ist alles dabei.

Dein Lieblings-Musical-Song ist:

Derzeit Lily’s Eyes aus dem Musical „The Secret Garden“.

Welches Musical möchtest du dir dieses Jahr noch ansehen?

ALADDIN mit Stefan Tolnai 😉

Was sind deine Ziele für die Zukunft?

Eigentlich ziemlich einfach: Singen und Unterrichten und mich am Erfolg meiner Schüler freuen.

Hast du noch eine Botschaft an unsere Musical1-Leser?

Verfolgt eure Ziele, seid offen für Neues und erfreut euch ebenfalls kleiner Etappensiege in eurem Leben.

Kategorie: Interviews

Autor: N. Hofmann (29.05.2015)

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