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Interview mit Aris Sas – “Mein Lohn ist das Gefühl, das ich beim Spielen habe”

„IM WEISSEN RÖSSL – eine besonders schwungvolle Musical-Komödie“ – so kündigt das Capitol-Theater in Mannheim das 1930 uraufgeführte Singspiel in 3 Akten von Ralph Benatzky an. Premiere ist am 28. Juli dieses Jahres. Und neben lokalen Größen hat man sich in Mannheim ein in der Musical-Welt sehr bekanntes Gesicht an Bord geholt.

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Interview-Bild Aris Sas ernst
aris-sas_interview2 © Isabell Schatz

IM WEISSEN RÖSSL ist “eine Produktion fürs Herz”

Erst im Februar war Aris Sas zu Gast im Musical1-Podcast und hat sich viel Zeit für unsere Fragen genommen. Wer denkt, er wisse nun alles über ihn, hat sich getäuscht. Wir haben im Hinblick auf sein aktuelles Engagement nochmals mit ihm gesprochen und wieder neue Facetten entdeckt.

Die Rolle des Oberkellners Leopold sei eine derjenigen, die „auf seinem Zettel mit Rollen, die ich unbedingt noch spielen möchte“ standen. Per Zufall sieht er, der „nicht wirklich in den neuen Medien aktiv“ ist, einen Facebook-Post des Regisseurs mit einem Aufruf zu einem „allerletzten Casting“, da er bisher keinen in seinen Augen passenden Kandidat für die Hauptrolle gefunden hatte. Mit einem lakonischen „Schade, wenn ich zehn Jahre älter wäre und 15 Jahre älter wirken würde, könnte ich mich bewerben“ kommentiert Aris Sas den Post. Die Antwort kommt umgehend, denn Regisseur Joerg Steve Mohr hat ihn bei den Frankenfestspielen Röttingen als Joe Gillis in SUNSET BOULEVARD auf der Bühne gesehen und findet ihn überhaupt nicht zu jung. Entscheidungsrelevanter als die Gage, die an einem kleinen Theater zwangsläufig nicht so hoch sein kann wie an großen Bühnen, war es für Aris Sas, im Vorfeld Klarheit darüber zu haben, wie Mohr die Charaktere anlegen will. „Eine Komödie ist lustig, weil die handelnden Personen in lustige Situationen geraten, nicht weil sie selbst lustig sind. Da muss man nicht überzeichnen“. Das ist ihm wichtig.

Der in New York geborene Österreicher mit polnischen und griechischen Wurzeln ist ein Typ der Zwischentöne: zurückhaltend, überlegt – und gleichzeitig einer, der weiß, was er will. Schenkelklopfer-Humor passt nicht zu ihm. Deswegen gefalle es ihm sehr gut, dass in dieser Inszenierung die Rollen ernst genommen werden. „Die Zuschauer werden an der ein oder anderen Stelle überrascht sein.“ In Mannheim weiche man vom oft gewählten Operettenansatz und gängigen Operettenregeln ab. Dies sei eine „Produktion fürs Herz“, eine, die er unbedingt machen wollte. „Irgendwie schrill, aber auch berührend“.

“Ich bin der typische Selbstzweifler”

Das Stück an sich ist ihm bestens vertraut, schon als Kind spielte er den Piccolo und später den Dr. Siedler, die Musik hat man im Ohr, die Texte kennt man. Geht also alles ganz fix – oder? Wann fühlt sich Aris Sas gut vorbereitet? „Ich bin der typische Selbstzweifler, ein Perfektionist und eigentlich nie zufrieden, denke immer, es könnte noch besser sein“. Da helfe auch der Applaus der Zuschauer nicht. Schon früh habe er gemerkt, dass die Reaktionen des Publikums nicht sein persönlicher Gradmesser für Erfolg sein können. Den musste er in sich selbst finden. „Mein Lohn ist das Gefühl, das ich beim Spielen habe“, beschreibt er das. „Gut war es, wenn ich eine Verbindung mit dem Publikum spüren konnte, wenn der Funke übergesprungen ist. Selbst wenn es an dem Abend schauspielerisch oder musikalisch nicht ganz perfekt war“. Genau diese Verbindung sei an kleinen Theatern oft schon allein aufgrund der räumlichen Verhältnisse spürbarer.

Aris Sas weiß, wovon er spricht. Seit über 30 Jahren, schon von klein auf, stand er vor der Kamera und auf der Bühne. „Ich kenne nichts anderes“, sagt er und er habe sich eigentlich auch nie etwas anderes vorstellen können. Der damalige Freund der Mutter, ein Regisseur, habe ihn häufig „verwendet“. “Eigentlich bin ich aus Spieltrieb auf die Bühne gekommen, keiner hat mich dazu gezwungen. Ja, ich habe oft geprobt, wenn andere draußen gespielt haben, aber für mich war das meine Art des Spielens.“ Acht Monate im Jahr ist er heute im Schnitt unterwegs, in vier bis fünf Städten. Das gehört zum Beruf und hat gegenüber großen En-Suite-Produktionen, bei denen man zwar länger an einem Standort bleiben kann, den Vorteil, dass man mehrere verschiedene Dinge machen kann. Egal ob Musicals oder Sprechtheater. „Es gibt für mich keine Musicaldarsteller in Abgrenzung zum Theaterdarsteller, wir sind alle Schauspieler und erzählen Geschichten. Nur manche singen noch dabei“. Auf mehreren Hochzeiten zu tanzen habe darüber hinaus den Vorteil, dass sich die Stimme zwischendrin immer mal wieder erholen kann. Zuhause in Wien arbeitet er zudem als Sprecher für Film und Fernsehen, aber hauptsächlich steht er auf der Bühne.

“Bei mir hat jeder erst mal einen Bonus”

Erstaunlich für jemanden, der über sich selbst sagt, er werde von anderen oft sehr introvertiert, fast schon melancholisch, wahrgenommen. Dabei sei er aus seiner Sicht sehr offen im Umgang mit anderen und durchaus ein großer Menschenfreund. „Bei mir hat jeder erst mal einen Bonus“. Vielleicht ist genau das das Geheimnis seines jahrelangen Erfolgs:  Den anderen Menschen Raum zu geben, sie zu beobachten und all die Nuancen, die er dabei aufnimmt, in seinen Bühnen-Charakteren umzusetzen und sie somit vielschichtig und lebensecht zu machen.

Zum Abschluss gefragt nach seinem Lieblingslied im „WEISSEN RÖSSL“ muss Aris Sas nicht lange überlegen. „Ganz klar, das ist ‘Zuschaun kann i net'“. Wir können! Und sind nun noch gespannter auf die Premiere.

Termine und Tickets

Spieltermine:

  • 28. Juli 2017 (Premiere)
  • 30. September 2017
  • 27. Oktober 2017
  • 16. November 2017
  • 16. Dezember 2017
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Kategorie: Interviews,Theater Eigenproduktionen

Autor: M. Kanz (20.06.2017)

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