Tickets für die besten Musicals sichern: Jetzt Tickets kaufen

Andreas Gergen Interview – Musical1 Podcast 27

Andreas Gergen studierte an der Hochschule der Künste (heute Universität der Künste) in Berlin, er spielte in DER GLÖCKNER VON NOTRE DAME und wechselte anschließend ins Regiefach. Heute ist er unter anderem Operndirektor in Salzburg und inszenierte 2014 SHREK, DER BESUCH DER ALTEN DAME und DIE ADDAMS FAMILY. Im Interview mit Musical1 spricht er über seine Arbeit und gibt Einblicke in die Aufgaben eines Regisseurs.

Teile diesen Beitrag

Andreas Gergen
Andreas Gergen © Ralf Rühmeier

Vom Musical-Darsteller zum Regisseur

Heute begrüßen wir im Musical1 Podcast einen der erfolgreichsten Regisseure für Musical, Oper und Operette in Deutschland: Andreas Gergen. In Saarlouis im Saarland geboren, begann er 1995 eine Ausbildung an der Hochschule der Künste – heute Universität der Künste – in Berlin und schloss diese 1999 ab. Gleich danach ging es für ihn weiter nach New York: Dort erarbeitete er mit seinen Kollegen das Disney-Musical DER GLÖCKNER VON NOTRE DAME für die deutsche Erstaufführung. Eine Zeit, an die Gergen auch heute noch gerne zurückdenkt: „Das war eine wichtige Schule für mich, war ein künstlerisches Schlaraffenland für mich.“ Das Musical gab ihm die Möglichkeit, mit vielen internationalen Künstlern zusammenzuarbeiten. Darüber hinaus war es für den jungen Darsteller eine spannende Erfahrung, direkt nach der Ausbildung nach New York zu kommen.

Vom Beruf des Darstellers ging es für Gergen schnell weiter zum Regiefach. An der Regie schätzt er vor allem die Vielseitigkeit der Aufgaben – wie am Musiktheater generell: Mit seiner Ausbildung in Gesang, Tanz und Schauspiel kann er ein breites Spektrum an künstlerischem Schaffen absolvieren, erklärt Gergen. Er empfiehlt auch jedem Darsteller, diese gesamte Bandbreite zu nutzen. Mit der Regie begann Gergen gleich nach DER GLÖCKNER VON NOTRE DAME. Nachdem er acht Mal in der Woche für die Aufführung auf der Bühne stand, suchte er mit seinen Kollegen Gerald Michel und Christian S. nach neuen Aufgaben. Sie suchten sich das Musical DU BIST IN ORDNUNG, CHARLIE BROWN als erste Regiearbeit aus und inszenierten das Stück an einem kleinen Theater. Anschließend fragte gleich das Metropol Theater Wien für die Inszenierung von DER KLEINE HORROLADEN an. Und von da an ging es weiter, wie Gergen erzählt. Mittlerweile hat er mehr als 50 Opern, Operetten und Musicals inszeniert.

Der gemeinsame Nenner: die Geschichte

Bei allen Formen des Musiktheaters sucht er immer nach dem gemeinsamen Nenner: „Alle Sparten transportieren eine Geschichte – und das ist mir ganz wichtig: Diese Geschichte zu erzählen,“ erklärt Gergen. Beim Musical könne er sich dabei aber weniger interpretatorische Freiheiten nehmen als in der Oper und der Operette. Während er beim Musical daher dichter an der Geschichte bleibt, versucht er bei Oper und Operette auch Ausflüge ins Regietheater, möchte auch ungewöhnliche Sichtweisen aufzeigen und den Zuschauern sowohl die Bedeutung der Stücke zu ihrer Entstehungszeit nahebringen, als auch die Relevanz für das heutige Publikum verdeutlichen.

Gergen inszeniert aber nicht nur, er ist auch Operndirektor am Salzburger Landestheater. Hier gehört es zu seinen Aufgaben, zusammen mit dem Intendanten den Spielplan zusammenzustellen und sich um die Organisation der Inszenierungen zu kümmern. Von den sechs Produktionen pro Spielzeit inszeniert er dann zwei selbst. Im Laufe seiner Karriere war Andreas Gergen auch Artistic Project Manager in der Entwicklungsabteilung von Stage Entertainment. Die Verbindung entstand über Maik Klokow, mit dem Gergen schon für DER GLÖCKNER VON NOTRE DAME zusammengearbeitet hatte. Klokow holte Gergen und Christian S. nach Hamburg, S. sollte ICH WAR NOCH NIEMALS IN NEW YORK inszenieren, Gergen DER SCHUH DES MANITU. In Hamburg etablierten sie das amerikanische Prinzip der Musical-Entstehung, das sie in New York bei der Arbeit für DER GLÖCKNER VON NOTRE DAME kennen gelernt hatten: die Erarbeitung des Stoffs über Workshops und Readings. Noch bevor die Stücke auf die Bühne kamen, kam es allerdings zum Bruch mit Stage Entertainment. Klokow gründete in Düsseldorf Mehr! Entertainment, für das Gergen in 2014 dann SHREK inszenierte.

Inszenierungen 2014 und 2015

Andreas Gergen im Theater

© Ralf Rühmeier

Neben SHREK brachte Gergen 2014 unter anderem auch DER BESUCH DER ALTEN DAME und DIE ADDAMS FAMILY auf die Bühne. „Alle haben Spaß gemacht, jedes dieser Stücke hat eine ganz eigene Herausforderung verlangt,“ erklärt Gergen. Bei DER BESUCH DER ALTEN DAME sei die Arbeit sehr psychologisch gewesen und die Produktion habe aus dem Erfahrungsschatz der Darsteller geschöpft. Bei SHREK standen dagegen Spaß und komödiantisches Timing im Vordergrund. Bei der ADDAMS FAMILY kam erschwerend hinzu, dass das Ensemble nur drei Wochen Probezeit hatte. Das sei aber auch ein Vorteil gewesen: „Da hat man gesehen, dass sich ein Ensemble ganz toll miteinander verbinden und verbünden kann. War eine ganz tolle Ensembleerfahrung.“ Auch SUNSET BOULEVARD in Tecklenburg sei eine ganz tolle Erfahrung gewesen, eine sehr intensive Arbeit. Gergen erklärt: „Für mich muss jedes Stück was Besonderes sein und ich hoffe, dass man das den Stücken auch anmerkt.“

Wie geht es 2015 nun für Andreas Gergen weiter? Zunächst einmal inszeniert er sehr viele Opern, sechs Produktionen stehen auf seinem Programm. In Tecklenburg bringt er außerdem CATS auf die Bühne – und möchte hier das „Unmögliche möglich machen“, wie er es beschreibt, und dem Musical nach der legendären Inszenierung noch etwas Neues abgewinnen. An der Staatsoperette Dresden führt er außerdem bei LA CAGE AUX FOLLES Regie, für das er wieder mit Uwe Kröger zusammenarbeitet.

Uwe Kröger hat Gergen als Darsteller sehr begeistert: „In Uwe Kröger habe ich jemanden gefunden, den ich gerne in unterschiedlichsten Rollen einsetze und versuche, mit ihm Grenzen auszuloten.“ Allerdings sei er bis jetzt noch an keine Grenzen gestoßen. Auch Thomas Borchert ist ein Darsteller, den Gergen sehr schätzt. Es gäbe aber viele Darsteller, die ihn mit ihrer Vielfältigkeit beeindruckt haben, beschreibt Gergen. „In jeder Produktion lerne ich Darsteller auch immer wieder neu und von anderen Seiten kennen, muss sie in ihren Rollen kennen und lieben lernen – und das gelingt mir auch meistens.“

Andreas Gergen privat

Privat sei es für jemanden in seinem Beruf schwierig, einen Partner zu finden, der Verständnis aufbringt für die viele Energie, die man in diese Arbeit aufbringen muss und auch will, erklärt Gergen. Er sieht seine Arbeit aber als Privileg und glaubt, nur diese Einstellung gibt ihm auch die Energie, sich teils Tag und Nacht Gedanken um neue Inszenierungen zu machen. Er ist daher froh, seit 15 Jahren mit einem Partner aus der Branche zusammen zu sein, da man sich natürlich verstehe und ergänze. In seiner Freizeit treibt Gergen, der in Berlin lebt, Sport und versucht, sich viele Stücke und Opern anzusehen, um die Tendenzen und Zeichen der Zeit zu erkennen. Er möchte aber nicht mit der Mode gehen, sondern Theater machen, das aus ihm heraus kommt. Letztlich müsse das Publikum entscheiden, ob es diese Ansichten teilt. Für das Theater hält es Gergen jedenfalls für wichtig, dass jeder Künstler aus seiner Persönlichkeit heraus schöpft.

Kategorie: Podcast

Autor: C. Demme (11.01.2015)

Teile diesen Beitrag

Monatlicher Musical-Newsletter

Erhalten Sie einmal im Monat kostenlos die wichtigsten Musical-News im Überblick: Welche neuen Musicals laufen wo? Welche tollen Musical-Angebote gibt es? Verpassen Sie keine Hinweise mehr!

Die Abmeldung von dem Newsletter ist jederzeit möglich.

Kommentar hinterlassen

Newsletter abonnieren (Jederzeit wieder abbestellbar)
Musical1 Newsletter
Zusammengefasste Musical-News
Hinweise auf gute Musical-Angebote
Regelmäßige Ticketverlosungen
Musical-Neuerscheinungen