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THRILL ME – Die Thrill Killers in Hamburg

Vom 27.-30. April gastierte die erste OFFstage Germany Produktion THRILL ME im First Stage Theater in Hamburg. Vier Tage voller Emotionen, Straftaten und Nervenkitzel. Auch in Hamburg waren wir dabei, als das Off-Broadway-Musical das Publikum in seinen Bann gezogen hat.

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Thrill Me Plakat ©OFFStage germany

OFFstage Germany mit THRILL ME zu Gast im First Stage Theater Hamburg

Im kleinen, aber feinen First Stage Theater feierte die OFFstage Germany ihre Hamburger Premiere mit der Produktion von THRILL ME. Wie auch eine Woche zuvor in Berlin machte diese Produktion das Publikum sprachlos und berührte es zugleich. Eine magische Stille voller Spannung brachten nicht nur die hervorragenden Darsteller Gerrit Hericks und Kevin Köhler sowie die grandiose Pianistin Lidia Kalendareva ins Publikum, auch das First Stage Theater schuf eine Intimität, welches die ausgesendeten Reize von der Bühne auf das Publikum schlagen ließ. Allerdings ließ sich das Publikum davon nicht abhalten, die Premiere am Ende mit Standing Ovations, lautem Geklatsche und Jubel zu feiern.

Von Show zu Show mehr Energie

Man kann kaum glauben, dass es möglich ist, noch mehr Energie und Spannung in diese schwere Kost legen zu können. Jedoch überzeugten Gerrit Hericks als Richard Loeb und Kevin Köhler als Nathan Leopold uns vom Gegenteil. Trifft und spricht man auf diese beiden lieben, freundlichen und vor allem talentierten Herren, kann man sich nicht vorstellen, dass sie sich auf der Bühne in zwei Straftäter der psychisch kranken Art verwandeln können. Gerrit als Richard ist von Anfang an ein überheblicher und verachtender Teenager, der sich laut Nietzsches Theorie als Übermensch sieht. Dies lässt er seinen Freund Nathan auch spüren. Er spielt mit ihm, um das zu bekommen, was er will. Kevin als Nathan leidet sehr darunter, ist jedoch abhängig von Richards Nähe und lässt sich darauf ein. Man weiß nicht, wie man für diese hochintelligenten Teenager fühlen soll. Von Richard ist man zunächst abgeneigt und Nathan bemitleidet man erst, doch beide ändern sich während des Stückes drastisch, sodass man sich nie darauf einstellen kann. Das ist auch für die Darsteller harte Arbeit, die sie in den 1,5 Stunden Schauspiel leisten müssen. Nach der Dernière sagte Kevin: „Es ist schon schade, dass es zu Ende ist. Ich würde den Charakter schon gerne noch einmal verkörpern. Irgendwie, bald mal schnell, aber ich bin auch froh, dass ich nicht jeden Abend einen Kindsmörder spiele. Ich freue mich, wenn ich es wieder machen kann/machen darf, aber ich brauche mal wieder die Abwechslung. Ich könnte nicht die ganze Zeit nur dieses Stück spielen.“

Brille aus Thrill Me

© Sanja Ahrens

Tanzende Finger

Für die magische musikalische Untermalung sorgte die Filmkomponistin und Konzertpianistin Lidia Kalendareva. Ihre tanzenden Finger schwebten nicht nur über die Klaviatur, sondern auch über die Klaviersaiten. Wie in einem Traum verzauberte sie das Publikum mit ihren fantasievollen Ideen. Auch das Team war begeistert von ihr, so Gerrit: „Von Tag eins an kam Lidia in den Raum rein, strahlte sofort über beide Ohren und in jeder Stunde kamen irgendwie zehn neue Ideen, eine großartiger als die andere, und wir waren echt froh, dass sie dabei ist.“, „Vor allem, wenn dann so eine Frau reinkommt, die Klavier spielen soll und dann sagt ‘Wir brauchen einen Hammer!'“, warf Kevin lachend ein. „Was hast du mit dem Klavier vor? Ist der Flügel versichert?“, kommentierte Gerrit Kevins Einwurf scherzhaft. „Es war ein Gummihammer!“, verteidigte Lidia sich „Aber lieben Dank an meine Jungs, die mir erlaubt haben, das alles zu machen, und  mir vertraut haben. Sie haben gesagt ‘Mach, mach alle deine Vorschläge. Wir nehmen alles was du uns zeigst'. Da ist meine Seele aufgeblüht und ich liebe diese drei Jungs (Gerrit, Kevin und Michael Heller) dafür.“

Gerrit, Kevin und Lidia Backstage bei Thrill me

© Sanja Ahrens

Sie ist eine Meisterin ihres Faches. Nicht nur technisch auch emotional und leidenschaftlich perfekt lebt sie das Musizieren aus. Man könnte sie schon als „Wunderkind“ à la Mozart bezeichnen. Die in Berlin lebende Russin schrieb im Alter von sechs Jahren ihre erste Komposition und gründete mit 16 Jahren ihre Band „The White Night“, in der sie als Songwriterin, Pianistin und Sängerin agierte. Das Klavierstudium beendete sie mit Auszeichnung an der Hochschule für Musik und Theater Rostock und das Musiktheoriestudium mit dem Schwerpunkt Stilgebundene Komposition an der Universität der Künste Berlin. In ihrer Studienzeit gewann sie viele Klavier- und Kompositionswettbewerbe unter anderem in Sankt Petersburg, Berlin, Wien, Zürich und Los Angeles.

OFFstage Germany kann sich glücklich schätzen, diese junge überaus talentierte Frau als musikalische Leitung für ihren Verein gewonnen zu haben.

Viele Unterstützer

OFFstage Germany hatte schon im Vorfeld ein Crowdfunding gestartet, bei der man die erste Produktion unterstützen konnte. Quasi blind. Von diesen Unterstützern waren auch einige vor Ort zum Beispiel Caro R. (18 Jahre). „Seitdem ich klein war, bin ich großer Kevin Köhler Fan, und als ich gelesen hatte, dass er dabei war und um was es bei THRILL ME ging, konnte ich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Meine Schwester liebt nämlich Krimis. Da habe ich ihr die Karten zum Geburtstag geschenkt. Ja, und meine Jazztanztrainerin hat zusammen mit Gerrit studiert und meinte, der ist cool. Da dachte ich mir ‘Mach ich mal die Hafenrundfahrt mit ihm und unterstütze die Sache damit'. Zum Geburtstag habe ich dann noch von Freunden die Gesangstunde inkl. Videoaufnahme mit Michael Heller bekommen“, erklärte sie uns und sagte: „Es hat sich gelohnt! Ich bin jetzt noch ein zweites Mal da gewesen. Das Stück ist einfach geil! Man kann es nicht so richtig in Worte fassen. Man muss es einfach sehen!“

Fans mit dem Thrill Me Cast

© S. Ahrens

Zur Dernière trafen wir auch zwei junge Frauen, die diese Produktion damit unterstützten, dass sie sich für alle sieben Vorstellungen Karten gekauft hatten. Andere waren wiederum bei einem der „Best of(f) Musical“ Konzerte mit dabei, wie zum Beispiel Karin B. (43 Jahre) und Natascha W. (48 Jahre): „Wir waren in Hamburg auf dem Konzert. Das Medley von THRILL ME und die Stimmen der Jungs haben uns gefallen. Da dachten wir uns, dass wir uns das Stück auch ansehen können und es war großartig! Und die Musik erst! Was man alles aus einem Flügel rausholen kann, wussten wir nicht!“

Mattes und Kassar sind gethrillt

Nicht nur Fans der Darsteller waren da und haben sich die Shows nicht entgehen lassen. Zur Premiere trafen wir auf den überwältigten Timm Moritz Marquardt, bekannt aus DAS WUNDER VON BERN: „Es war geil! Auf jeden Fall! Es ist ein sehr spezielles Stück, aber ich denke, das macht es auch aus. Es war sehr interessant gemacht, wie die Geschichte der beiden erzählt wurde und es ging verdammt schnell vorbei. Alles war so rund und das ist nicht immer so. Einfach geil!“

Timm Moritz Marquardt bei Thrill Me

© Sanja Ahrens

Auf der Dernière entdeckten wir Philipp Tobias Hägeli (ALADDIN, TARZAN, TANZ DER VAMPIRE), der uns seine Eindrücke verriet:

Philipp Hägeli gefällt Thrill Me

© Sanja Ahrens

„Ich kannte das Stück vorher überhaupt gar nicht. Irgendwo hatte ich gelesen, dass es richtig gut sein sollte. Damit behielten sie auch recht. Ich fand es super cool und sehr spannend. Es ist wirklich unterstützenswert, dass sich jemand die Mühe macht, die Off-Broadway-Stücke/ Off-Musicals in Deutschland zu etablieren. Ein großes, großes Lob an den Verein OFFstage Germany. Sie haben sich ein wirklich tolles Stück für den Anfang ausgesucht und umgesetzt. Schön war es natürlich auch Kevin, mit dem ich vor längerer Zeit mal TANZ DER VAMPIRE gespielt hatte, in so einer Rolle zu sehen und er hat mich darin sehr beeindruckt! Es ist auf jeden Fall empfehlenswert und super begrüßenswert, wenn es damit weiter gehen würde, aber ich bin auch auf die nächste Produktion ALTAR BOYZ gespannt!“

Das erste Kind ist geboren

Die Fans sind glücklich. Ist es auch der Verein? Der Regisseur und künstlerische Leiter des Vereins Michael Heller, der am Dernièrentag schon in der Pause gehen musste, um nach Südkorea zu einem Auftritt zu fliegen, verriet uns, dass er erleichtert und froh ist, dass es so gut gelaufen ist: „Ich fühle mich gut, dass wir THRILL ME geschafft haben, aber es ist auch schade. Jetzt, wo es sich langsam herumgesprochen hat, hören wir auf. Dennoch bin ich definitiv zuversichtlich, dass es mit dem zweiten Stück genauso gut laufen wird.“

Auch Gerrit, der nicht nur einer der Darsteller von THRILL ME war, sondern gleichzeitig auch Vorstandsvorsitzender ist, ist ein wenig positiv bedrückt darüber, dass THRILL ME nun endete: „Es ist total schade, dass es jetzt schon zu Ende ist. Es könnte noch eine ganze Weile länger gehen, aber es wird nicht unsere letzte Vorstellung von THRILL ME gewesen sein. Jetzt wo wir es unsere erste Produktion gemeistert haben, bin ich sehr geschafft, sehr glücklich, aber auch sehr stolz darauf. Unser Verein besteht grade erst 12 Monate und seit neun Monaten arbeiteten wir intensivst an dieser Produktion. Dabei haben viele ihre Arbeit zum ersten Mal gemacht, so wie ich. Dabei habe ich mir ganz viel durch ‘learning by doing' angeeignet. Man ist sehr daran gewachsen und natürlich hat man ein paar Fehler gemacht, aber keine, die man nicht wieder zurechtbiegen konnte. Man hat daran gelernt und man weiß jetzt auf jeden Fall mehr für das nächste Projekt. Es kann so weiter gehen und hoffentlich geht es auch so weiter.“

Wir wollen eine Szene bilden

Janis Masino (GREASE, SUNSET BOULEVARD) ist im Beirat von OFFstage Germany. Wie kam er dazu? „Gerrit und ich haben an der gleichen Schule studiert. Als ich abging, kam er gerade rauf. Vor zwei Jahren haben wir dann in Saarbrücken WEST SIDE STORY gemacht, das wir jetzt auch wieder dort zusammen machen. Also ich mach es, ob er es macht, weiß ich gerade nicht. Jedenfalls sind wir immer zusammen acht Stunden von Hamburg nach Saarbrücken gefahren. In dieser Zeit kann man sich lange unterhalten. Zusammen mit Thomas Neuwerth und Michael Heller hatte er die Idee, diesen Verein zu gründen und fragte mich immer auf den Fahrten, ob ich nicht Lust hätte, auch ein Teil davon zu sein“, erzählte uns Janis. „Ich finde es einfach toll und mache auch alles ehrenamtlich in diesem gemeinnützigen Verein. Es ist wichtig, dass es so etwas gibt. Uns geht es ja nicht darum, zu den riesigen Großproduktionen in Konkurrenz zu treten, ganz im Gegenteil! Wir wollen einfach eine Szene für die Off-Broadway-Musicals hier in Deutschland bilden. Damit verdienen wir noch nicht viel Geld und ich glaube, unser Ziel ist es in erster Linie auch nicht, daraus einen großen Konzern aufzubauen. Wir wollen kleine unbekannte Stücke machen und haben für ALTAR BOYZ schon jetzt viel Zuspruch bekommen und konnten viele Leute aus dem THRLL ME-Publikum regenerieren, die dann auch für die nächste Produktion wiederkommen werden“, erklärte er voller Überzeugung.

Mit THRILL ME haben sie einen guten Grundstein gelegt und vielleicht auch den Nerv der Zeit getroffen.

Ein Ausblick auf die Zukunft

Am Dernièrentag war auch eine Schulklasse zu Besuch und hatte vorher eine Stückeinführung bekommen. „Die Lehrer haben gesagt, dass sie das auf jeden Fall noch einmal bei uns machen wollen, weil es allen so gefallen hat. Und das ist noch so eine schöne Sache: Junge Leute, die sonst nicht ins Theater gehen, für uns zu gewinnen, ist schon toll. Vielleicht sind es genau die, die später mit ihren Familien in kleinere unbekanntere Stücke gehen werden“ berichtete Janis und deutete zuverlässig an: „Da passiert glaube ich noch viel in der nächsten Zeit. Es ist ein super Gefühl und jeder ist stolz darauf und darf es auch sein. Zum Beispiel Michael mit seiner Regie war großartig oder auch Lidia am Flügel. Ich hab so etwas noch nie gesehen. MEGA!“.

Künstler von Thrill Me

© Sanja Ahrens

Gerrit deutete es schon an, dass am 30. April nicht die letzte Show von THRILL ME lief. Doch zunächst dürfen wir uns darauf freuen, dass im kommenden Winter, vielleicht schon im November, ALTAR BOYS, die zweite Produktion von OFFstage Germany, es auf die deutsche Bühne schafft.

Wir halten Sie auf dem Laufenden. Wenn Sie jedoch schon jetzte diesen Verein unterstützen wollen, können Sie Fördermitglied werden. Alle Infos dazu gibt es auf der Vereinshomepage.

Last but not least, möchten wir für diese grandiose Leistung der OFFstage Germany Produktion von THRILL ME unsere Musical1 Empfehlung aussprechen!

Kategorie: Interviews,Kritiken

Tags: ,

Autor: S. Ahrens (07.05.2018)

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