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VOM GEIST DER WEIHNACHT: Zurück in Duisburg

Es wird weihnachtlich in NRW. Nachdem die ersten Weihnachtsmärkte geöffnet haben, feierte das Weihnachtsmusical VOM GEIST DER WEIHNACHT am 24. November seine Premiere im Duisburger Theater am Marientor. Musical1 war für Sie vor Ort und hat sich die erste Vorstellung angeschaut.

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Vom Geist der Weihnacht in Duisburg ©Jens Ochmann

Rückkehr ins TaM

Seit seiner Uraufführung im Jahr 2001 in Oberhausen, war das Musical aus der Feder von Dirk Michael Steffan bereits in vielen Städten zu sehen. Nach 2007 kehrte das Musical dieses Jahr zurück nach Duisburg. Bis zum 11. Dezember gastiert das Stück im Theater am Marientor (TaM), bevor es dann vom 13. bis 29.12. nach Köln weiterzieht – hier wird es im Sartory Theater zu sehen sein. Mit dieser Produktion holt sich das TaM nach MOZART! (wir berichteten) die nächste Musical-Produktion ins Haus. Dadurch erfüllte sich Sabine Kühn einen großen Wunsch. Die Direktorin des Theaters betritt vor Beginn der Vorstellung die Bühne, begrüßt die Premierengäste und sogleich ist zu spüren, wie sehr ihr dieses Musical am Herzen zu liegen scheint.

Die Geschichte

Die Kraft der Liebe rückt in den Mittelpunkt. VOM GEIST DER WEIHNACHT erzählt – auf der Basis von Charles Dickens Roman A Christmas Carol – die Geschichte des alten, verbitterten Ebenezer Scrooge. Weihnachtsabend, der Marktplatz ist erfüllt von regem Treiben. Die Menschen tragen ihre kleinen oder auch großen Geschenke nach Hause und wünschen einander Frohe Weihnachten. Nur einer lässt sich von dieser Stimmung nicht verzaubern – der Geldverleiher Ebenezer Scrooge. Weihnachten ist für ihn nichts anderes als Rattendreck (Song: Weihnachten ist Rattendreck) und die perfekte Gelegenheit, die Zinsen zu erhöhen.

Doch in diesem Jahr soll auch für den Geizhals alles anders werden. In dieser Nacht bekommt er Besuch von seinem ehemaligen Partner Jacob Marley. Marley, der vor mehr als 20 Jahren starb, wird in einer Art Zwischenwelt gefangen gehalten, denn er stand Scrooge zu Lebzeiten in nichts nach. Damit er endlich in den Himmel darf, muss er seine Ketten loswerden. Dies kann er nur, wenn er den Auftrag erfüllt, aus seinem alten Freund einen besseren Menschen zu machen. So wird diese Nacht nicht nur Scrooges Leben grundlegend ändern…

©MIRCO WALLAT, musicalsessen.de

©MIRCO WALLAT, musicalsessen.de

Bühnenbild und Kostüm

A Christmas Carol und auch VOM GEIST DER WEIHNACHT spielen im England des 19. Jahrhunderts. Dies sieht man in dieser Produktion vor allem an den Kostümen. Ob Ensemblemitglied oder Hauptrolle, die Kostüme sind bis ins letzte Detail der Zeit angepasst. Egal, ob nun die Kostüme der Geister, die der Stadtbewohner oder auch das in dunklen Farben gehaltene Kostüm von Ebenezer Scrooge, sie ergeben immer ein stimmiges Gesamtbild.

Der Bühnenhintergrund wird durch wechselnde Projektionen lebendig gehalten. Vervollständigt wird das Ganze durch einzelne Bühnenelemente, wie den großen Tresor, in dem der Geizhals sein Geld bunkert, oder auch das überdimensionale Bett aus Scrooges Schlafzimmer. Für weihnachtliche Stimmung sorgt aber vor allem der Marktplatz mit seiner festlichen Dekoration. Zusammen mit den tollen Lichteffekten und massenhaft Kunstschnee ist die Weihnachtsidylle perfekt und sorgt für einige Gänsehautmomente. So kreiert Matthias Läßig mit seiner Bühnengestaltung den perfekten Rahmen für diesen Musicalabend, ohne die Bühne dabei zu überladen. So wird genug für die tollen Choreografien von Natalie Holtom geschaffen.

Ein Geizhals, ein Geist und ein Engel

©MIRCO WALLAT, musicalsessen.de

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Der gebürtige Brite Nigel Casey, der zuletzt u. a. in Stuttgart, Berlin und München als Billy Flynn im Musical CHICAGO zu sehen war, schlüpfte am Abend der Premiere in die Rolle von Ebenezer Scrooge. In den kommenden Wochen wird er sich die Rolle mit Kristian Vetter teilen. Sowohl schauspielerisch als auch gesanglich versteht es der Brite, die verschiedenen Gesichter seiner Rolle herauszuarbeiten: Vom alten verbitterten Mann, der für niemanden ein nettes Wort übrig hat, über den einsichtigen Menschen, der aber offensichtlich nicht aus seiner Haut kann, bis hin zu dem geläuterten Scrooge, den letztendlich die Liebe geheilt hat. Besonders stark arbeitet Casey die Zerrissenheit heraus, die der einstige Weihnachtshasser empfinden muss, als er sein Fehlverhalten erkennt. Der leicht britische Akzent, der zu Beginn der Vorstellung noch stärker auffällt, stört jedoch nicht wirklich, sondern wirkt stimmig.

Die Rolle von Jacob Marley wird von Andreas Wolfram verkörpert, der zuletzt im Sommer als Karim im Musical DER MEDICUS auf der Bühne stand (wir berichteten) und das Publikum begeisterte. Stärker noch als im MEDICUS, kann er in der Rolle des zumeist fröhlichen Geistes sein tänzerisches Talent zeigen. Doch nicht nur die fröhlichen Momente spielt Wolfram heraus, sondern schafft es auch, dass man hinter die Fassade schauen kann. Er scheint in der Rolle völlig aufzugehen: Hat man zu Beginn noch das Gefühl, er hilft Scrooge primär, um sich selbst zu helfen und sich von seinen Fesseln zu befreien, wird im Verlauf aber immer deutlicher, wie wichtig ihm Scrooge eigentlich ist.

©Jens Ochmann

©Jens Ochmann

Auch wenn Marley seinen Auftrag erfüllt hat, sieht man dem Ende doch mit einem weinenden und einem lachenden Auge entgegen. Die beiden Darsteller erfüllen ihre Rollen mit so viel Liebe zum Detail, dass man sich wünschen würde, dass die beiden nicht getrennt werden. Dass es auch Marley und Scrooge so geht, drücken sie in dem Lied Diese Nacht soll niemals enden gefühlvoll aus. Dieser Song geht direkt unter die Haut und sorgt für einen Gänsehautmoment.

Teil dieses Songs ist auch Annemarie Eilfeld, die auch in diesem Jahr wieder als Engel der Weihnacht und als Belle zu sehen ist. Die Sängerin, die auch im vergangenen Jahr diese Rolle in Oberhausen spielte, machte sich u. a. durch die RTL-Castingshow „Deutschland sucht den Superstar“ einen Namen. Sie nimmt Scrooge und Marley mit auf eine Reise durch die Zeit. Hier unterscheidet sich das Musical von Dickens Klassiker. Wo im Original noch drei Geister – der Geist der vergangenen, der Geist der gegenwärtigen und der Geist der zukünftigen Weihnacht – zu finden sind, stellt Eilfeld alle drei in einem dar. Ihre glockenklaren Stimme passt zu der Rolle des Engels, jedoch wirkt sie sehr auf die Technik konzentriert. So verliert sie leider schauspielerisch und emotional an Stärke und man vermisst die Herzlichkeit.

©MIRCO WALLAT, musicalsessen.de

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Das Ensemble

Neben den drei vermeintlichen Hauptrollen füllen noch über 20 weitere Darsteller VOM GEIST DER WEIHNACHT mit Leben. Als Mrs. Fezziwig erntet Heike Schmitz für ihren Rap Nur eine Kleinigkeit viel Applaus. Auch das Geistergespann, zudem neben Schmitz auch noch Dirk Hinzberg (Mr. Beavis), Suzanne Dowaliby (Mrs. Pillbox) und Christian Funke (Mr. Butthead) gehören, sorgt für einige Lacher. Viele bekleiden an diesem Abend gleich mehrere Rollen – und doch unterscheiden sich die einzelnen Charaktere voneinander. Insgesamt ist der Ensembleklang an diesem Abend homogen, auch wenn der Gesang stellenweise Probleme hat, gegen die Musik anzukommen. Zusätzlich schien die Tontechnik Schwierigkeiten zu haben, denn gerade zu Beginn der einzelnen Lieder schienen die Mikrofone nicht offen zu sein, daher waren die ersten Worte oft nicht zu verstehen.

In dieser Produktion spielen aber auch die Kinder eine große Rolle. Besonders Noah Henry Friedrich, der auf der Premiere als Timmy zusehen ist, übernimmt eine bedeutende Rolle. Er ist der Sohn von Scrooges Angestellten Mr. Cratchit (Hans-Dieter Heiter) und leidet an einer Krankheit, die ihm das Laufen erschwert. Während alle nur den grantigen alten Mann sehen, der für niemanden ein nettes Wort übrig hat, sieht der Junge in ihm einen kranken Mann, der, genau wie er, selbst nichts dafür kann. Obwohl der geizige Mann ihm mit all seinem Geld helfen könnte, hasst Timmy ihn nicht. Er bringt sogar noch Verständnis auf. Das spielt Friedrich schön heraus. Er, aber auch Noel Mlakar, bekommen für ihre Solos viel Applaus und sorgen für Gänsehaut. Generell verdienen aber alle Kinderdarsteller großen Respekt für ihre Leistung.

©MIRCO WALLAT, musicalsessen.de

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Fazit

©MIRCO WALLAT, musicalsessen.de

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Leider war auch auf dieser Premiere nicht jeder Platz besetzt. Einige Sitzplätze waren noch frei, aber das tat der Stimmung keinen Abbruch. VOM GEIST DER WEIHNACHT bezeichnet sich selbst als „Musical für die ganze Familie“ und das lässt sich auch deutlich am Premierenpublikum erkennen. Hier treffen Generationen aufeinander und feiern die Darsteller gebührend beim Schlussapplaus. Wirklich ein Musical für die ganze Familie, das Lust auf Weihnachten macht und uns alle daran erinnert, dass sich das Leben nicht nur um Geld dreht, oder wer die größten Geschenke bekommt. Mit einer guten Mischung aus Gänsehautmomenten, Witz, guter Laune und tollen Darstellern, kann das Stück in einem weihnachtlichen Rahmen überzeugen.

Tickets und Termine

Noch bis zum 11. Dezember gastiert dieses Musical im Theater am Marientor in Duisburg, bevor es nach Köln weiterzieht, wo es vom 13. Bis 29. Dezember im Sartory Theater zu sehen sein wird. Karten können direkt über die Homepage des Musicals erstanden werden.

Besetzung der Premiere

  • Nigel Casey: Scrooge
  • Andreas Wolfram: Marley
  • Annemarie Eilfeld: Engel/Belle
  • Hans-Dieter Heiter: Mr. Cratchit
  • Suzanne Dowaliby: Mrs. Cratchit / Mrs. Pillbox
  • Heike Wiltrud Schmitz: Mrs. Fezziwig/ Mrs. Shellcock
  • Dirk Hinzberg: Mr. Fezziwig /Mr. Beavis
  • Christian Funk: Junger Scrooge/ Mr. Butthead
  • Kevin Dickmann: Mr. Highprice
  • Simon Horvath: Mr. Lowprice
  • Daniel Printz: Junger Marley
  • Yael de Vries: Mrs. Pommeroy
  • Catrin Omlohr: Liz Pommeroy/ Debbie
  • Daniel-Erik Biel: Mr. Betsy
  • Martin Mulders: Mr. Kent
  • Laura Birte Sauer: Ensemble, Geigenspielerin
  • Fanny Hoffmann: Ensemble
  • Stefanie Wesser: Ensemble
  • Magdalene Orzol: Ensemble
  • Andreas de Majo: Ensemble

Die Kinder

  • Noah Henry Friedrich: Timmy
  • Noel Mlakar: Boy
  • Antonia Opp: Anne
  • Tom Bauditz: Bob
  • Lili Anouk Friedrich: Fan
©MIRCO WALLAT, musicalsessen.de

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Kategorie: Allgemein,Kritiken

Tags:

Autor: K. Heinen (29.11.2016)

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