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UWE KRÖGER – Interview

Wie freuen uns, dass es uns trotz des vollen Terminkalenders von Uwe Kröger gelungen ist, einen Interviewtermin zu finden. Ab 17. Mai 2017 wird er für kurze Zeit als Gomez Addams im Tourmusical DIE ADDAMS FAMILY auf der Bühne im Berliner Admiralspalst stehen. Bei einem Zwischenstopp in Berlin haben wir Uwe Kröger getroffen und konnten ihm einige spannende Fragen stellen.

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Uwe kröger
Uwe-Kroeger Copyright Clemens Bednar

Hallo Uwe, wie schön das wir einen Termin für ein Gespräch finden konnten. Du bist ja ständig unterwegs, fast jeden Tag in einer anderen Stadt. Mit der ADDAMS FAMILY seid ihr auf Tour und ab Mai mit diesem tollen Stück in Berlin.

Gomez Addams ist der heißblütige Ehemann und sorgenvolle Vater in einer doch sehr durchgeknallten Familie. Wieder einmal eine recht spleenige Figur in einem Stück. Du hast ab und an schon solche Figuren dargestellt, z.B auch in La Cage. Sie sind ja doch eher speziell. Gibt es eine Rolle, die Du besonders magst oder die für dich eine besondere Herausforderung ist?

Ich würde die Rollen oder Charaktere nicht als spleenig bezeichnen. Spleenig ist ja etwas, was nicht als normal angesehen wird. Aber was ist normal und was nicht? Weil sich jemand anders kleidet oder bewegt? Die Addams z.B. sind eine Familie, wo der Vater in einen Gewissenkonflikt zwischen Tochter und seiner Ehefrau gerät. Er hat seiner Frau mal versprochen, immer ehrlich und aufrichtig zu sein. Nun hat er aber seiner pubertierenden Tochter versprochen, das Geheimnis um deren Verlobten zu wahren. Knifflige Sache. Schon befindet er sich mitten drin im Familienchaos. Ich glaube, solch eine Situation gab es schon einmal in jeder Familie in ähnlicher Art. Und warum werden die Addams von den Nachbarn als etwas seltsam angesehen? Weil sie sich anders kleiden, anders auftreten! Und schon werden sie von allen als nicht normal und spleenig bezeichnet. Nein, nicht das Äußere zählt, sondern der Inhalt. Der Inhalt ist gut. Gomez Addams steht in einem Zwiespalt wie jeder andere Familienvater in der Situation auch. Er will sich an gegebene Versprechen halten und kann es doch keinem Recht machen. Das Verhältnis Vater- Tochter und Tochter – Mutter sowie Ehemann und Ehefrau ist doch ganz normal. So ist es mit allen „spleenigen“ Charakteren.
Also, was ist normal und was nicht?

Ja und jede dieser Rollen ist eine Herausforderung für sich, sowie jede andere Rolle auch.

Geht Uwe Kröger noch auf Auditions?

Ja klar gehe ich auch zum Vorsingen. Das ist ganz normal. Es kommt auch immer darauf an. Kennt derjenige mich und wie gut? Es hängt natürlich auch vom Stück ab. Manchmal sieht jemand da mehr als ein anderer oder auch man selber. Bei einer Audition geht es ja nicht nur um das Vorsingen, sondern auch darum, ob andere und man sich selbst in der Rolle sieht und einbringen kann. Manchmal kommen auch Menschen auf einen zu und bieten einem eine Rolle an, weil sie bereits überzeugt sind, das es funktioniert. Ja, das passiert auch ab und an, vor allem wenn man schon eng zusammen gearbeitet hat. So war es z.B. mit dem nächsten Projekt von Andreas Gergen. Er hat mich angesprochen, ob ich nicht demnächst die Rolle des Doktor Dolittle spielen möchte. Er hat mich in dieser Rolle gesehen und ich mich auch. Ich freue mich sehr darauf.

Ich wurde auch für den GLÖCKNER VON NOTRE DAME hier in Berlin für die Figur des Frollo angefragt, das hat aber leider zeitlich nicht gepasst, wegen bereits anderen Engagements. Auch das kann passieren. Aber generell müssen ab und an alle immer wieder mal zu Auditions, wenn vielleicht auch nicht mit 100 anderen Mitbewerbern in einem Saal.

Wenn du Rollen Angebote bekommst, entscheidest du das alleine oder diskutierst du das mit jemanden?

Das entscheide ich komplett für mich alleine. Ich spiele die Rolle und ich muss mich darin sehen. Auch wenn mir jemand sagt: “Meinst du wirklich das du das spielen solltest?” – wenn die Entscheidung getroffen ist durch mich, dann stehe ich auch dazu und nehme die Herausforderung an. Einzig und allein mit meinem Management stimme ich das ab, aber entscheiden tue ich es alleine.

Gibt es Rituale vor den Shows? Bist du abergläubisch, dass, wenn irgendwas nicht so ist wie es sein soll, es Pech bringt im Stück?

Nicht mehr! Ich habe solche Sachen im Laufe der Zeit abgeschafft. Früher meinte ich, ohne vorher einen Red Bull getrunken zu haben, könne ich nicht auf die Bühne. Alles Quatsch! Klar geht das auch ohne. Ich habe das für mich abgelegt und es funktioniert.

Hast du noch Lampenfieber?

Ja! Unbedingt. Immer noch und auch immer wieder. Mal mehr mal weniger. Gerade habe ich das wieder erlebt bei dem Sound of Music Konzert. Ich merkte vor der Show, dass ich gesundheitlich nicht ganz topfit war. Die Stimme war etwas angeknackst, aber ich wollte das Publikum nicht enttäuschen. Wir haben die Technik etwas auf das Stimmproblem angepasst. Da war natürlich die Aufregung, ob es funktioniert und ich durchhalte, größer, als wenn gesundheitlich alles perfekt ist.
Die Stimme ist natürlich immer das größte Risiko, da reicht manchmal schon ein Kratzen im Hals von der Klimaanlage im Flugzeug.

Hat Uwe eine Eigenschaft ,die ihm manchmal im Beruf im Weg steht?

Nein, eigentlich nicht. Ich bin ein Perfektionist, das macht es mir manchmal schwerer, aber es behindert oder stört nicht wirklich.

Du gehst oft ins Fitness-Studio. Gerne und aus Überzeugung, oder notwendiges Übel?

Definitiv sehr gerne. Ich liebe es, mich im Studio auszupowern, das Adrenalin und manchmal auch die Grenzen zu spüren. Hinterher fühle ich mich wunderbar und zufrieden. Ich gehe nicht für andere ins Fitness-Studio, sondern nur für mich. Ich muss niemandem etwas beweisen hinsichtlich Fitness oder Power.

Du bist schon so lange dabei, gibt/gab es Rolle die du gerne mal gespielt hättest, wo es aber nie dazu gekommen ist?

Ich habe wirklich viele wundervolle Rollen gespielt im Laufe der Jahre. Ja aber es gibt da was. Ich hatte das Angebot JEKYL & HYDE zu spielen. Hatte aber für den Zeitraum bereits eine andere Verpflichtung. Das hätte mich schon sehr gereizt in diesem Stück zu spielen. Ja und eine meiner Traumrollen wäre, wenn wundert es, Graf von Krolock im TANZ DER VAMPIRE. Ein Charakter der fasziniert. Für diese Rolle war ich zu der Zeit, als es für mich aktuell gewesen wäre, einfach für die Producer zu klein, an Körpergröße. Steve Barton war allerdings auch nicht sehr groß. Die Vorstellungen und Anforderungen lagen aber bei über 1,80 m. Was will man da machen. Faszinierend wäre es aber gewesen, diese düstere, geheimnisvolle und doch attraktive Rolle einmal zu spielen.

Du hast so viele Rollen gespielt, welche war es, die dir am attraktivsten erschien?

Das kann man so nicht sagen. Jede Rolle hat Ihre Faszination und Attraktivität, in Ihrer Darstellung oder Aussage im Stück.

Du warst auch bei STARLIGT EXPRESS (Rusty) – läufst du manchmal heute noch Rollschuh?

Nein, nicht mehr. Ich kann es noch, aber nein, das ist nicht mehr in meinem Programm. Dafür braucht man ordentliche und gute Rollschuh und die Zeit. Nur für einmal vielleicht ist der Aufwand zu groß.

Wie regierst du, wenn du merkst, dass junge Kollegen neben dir etwas falsch oder nicht gut machen?

Gar nicht, niemand macht wirklich etwas falsch. Es macht vielleicht jemand etwas anders und dafür gibt es Regie und andere Leute. Das steht mir nicht zu. Wenn es allerdings etwas ist, was vielleicht meine Rolle beeinflusst, kann es schon mal sein, das ich den Kollegen dazu unter vier Augen anspreche. Aber generell mache ich das nicht. Nein!

Mittlerweile gibt es eine fast unübersehbare Zahl von Musical-Produktionen. Ist es dadurch auch leichter oder schneller, an eine Rolle zu kommen? War das früher anders?

Eigentlich nicht. Es ist heute alles etwas schnelllebiger und öffentlicher. Früher war es anders, aber auch nicht schwerer oder leichter.

Was bedeuten Fans und Fangebärden für dich? Autogramme, Stage Door, Fotos? Belastend oder freudige Nebensache?

Fans sind ein wunderbares Geschenk für einen Künstler. Es ist wunderbar zu wissen und zu sehen, dass Menschen immer wieder kommen um einen zu sehen und zu hören.
Allerdings ist das natürlich auch manchmal schwierig. Nach einer Show ist nicht immer die Zeit und man ist auch nicht immer in der gleichen Stimmung und Verfassung. Da kommt es schon mal vor, dass man um Abstand und Verständnis bittet, und dann als unnahbar bezeichnet wird. Aber die meisten verstehen es und ich versuche auch so oft wie möglich noch Autogrammwünsche zu erfüllen. Manchmal ist es aber doch arg viel und man benötigt auch die Zeit nach der Show, um runter zu kommen.
Ich freue mich über jeden meiner Anhänger und sehe es als eine sehr liebe Geste, wenn sie nach der Show noch auf mich am Bühneneingang warten, solange auch der Abstand und das Verständnis für die aktuelle Situation vorhanden ist.

Du machst ja eine Menge im Social Media Bereich, z.B. Instagram und so. Wie steht der Mensch Uwe dazu, anders als der Künstler? Gab es da schon mal schlechte Erfahrungen?

Wirklich schlechte Erfahrungen habe ich da nicht gemacht. Es ist nur manchmal wirklich lustig was so aus den Themen gemacht wird, durch irgendwelche Kommentare. Ich poste auf Facebook und Instagramm alles was andere Leute ggf. auch posten würden. Spassige Selfies, aktuelle Themen, die mich bewegen. Manchmal aber können oder wollen die Leute das nicht unterscheiden. Da bekomme ich dann Styling-Empfehlungen auf ein witziges Selfie oder aber auch Hinweise, dass ein Thema jetzt nicht so gesehen werden sollte. Ich poste und beantworte meine Beiträge alle selber, so wie jeder andere private Nutzer auch. Aber ehrlich gesagt ich bin auch in einem Alter, wo man über verschiedene Sachen nur lächeln oder drüber stehen kann.

Vielen lieben Dank für die Zeit, die Du uns heute geschenkt hast, und die Geduld, doch recht viele Fragen zu beantworten. Für die Tour mit der ADDAMS FAMILY wünschen wir ganz viel erfolg und Spaß. Wir freuen uns auf Gomez Addams.

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Kategorie: Interviews,Tour Musicals

Tags: ,,

Autor: I. Marquardt (26.04.2017)

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