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HAUPTMANN VON KÖPENICK – Opening Night in Berlin

Ein Stück Berliner - Ganoven - Geschichte hatte am Mittwoch seine Premiere im Berliner Admiralspalast. Der HAUPTMANN VON KÖPENICK ist zurück auf der Bühne. Dieses Mal in neuer Spielstätte, aber mit gewohnter Berliner Schnauze. Wir haben es uns angeschaut und konnten ein kurzes Gespräch mit Maximilian Nowka, Julie Wolff und Martin Markert führen.

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Der Hauptmann Köpenick
Der Hauptmann von Köpenick © Heiko Stang

HAUPTMANN VON KÖPENICK – Lang erwartete Opening Night

Am Mittwoch war es nun endlich soweit. Die lange angekündigte und erwartete Opening Night vom HAUPTMANN VON KÖPENICK hat im Berliner Admiralspalast stattgefunden. Vorweg: Hingehen, anschauen, begeistert sein, weitersagen!

Neuigkeiten beim Berlin Musical

Man denkt ja ab und an, Musicals, Shows, die jährlich wiederkehren, über die gäbe es nichts Neues zu berichten. Weit gefehlt! Denn das ist beim HAUPTMANN VON KÖPENICK, aus der Feder von Heiko Stang, ganz und gar nicht der Fall. Es gibt Neues zu berichten: Zunächst einmal ist dieses wunderschöne Musical umgezogen. Es wird nicht wie gewohnt im Rathaushof vom Köpenicker Rathaus gespielt, sondern direkt in Berlins Mitte. Zum ersten mal spielt der HAUPTMANN VON KÖPENICK in einem Theaterhaus. Der geschichtsträchtige Admiralspalast, direkt am Bahnhof Friedrichstraße ist die neue Spielstätte in diesem Jahr. Es ist ein anderes Ambiente und viele der Wiederholungstäter unter den Besuchern sind vielleicht skeptisch angesichts der neuen Location. Ihnen sei gesagt: Es passt alles und es ist genauso schön wie in den letzten Jahren.

Bekannte Gesichter und frisches Blut

Musical1 begleitet das Berlin Musical Der HAUPTMANN VON KÖPENICK nunmehr im dritten Jahr und unsere Begeisterung ist ungebrochen. Mittlerweile hat das Gaunerstück aus Berlins Geschichte fast Weltruhm erlangt.

Auch in diesem Jahr konnten wir einen Großteil der letztjährigen Cast wieder bewundern, was uns ganz besonders gefreut hat. Ist es doch mittlerweile auch ein Stück Geschichte für die Besucher des Musicals, altbekannte Gesichter und Stimmen wieder zu hören.Vor und nach der Premiere hatten wir Gelegenheit Maximilian Nowka (Wilhelm Voigt – Hauptmann von Köpenick), Juliane Maria Wolf (Liesken, Plörösenmieze, Ensemble) und Martin Markert (Willy, Zeitungsjunge, Ensemble) in einem wie immer netten Gespräch ein paar Fragen zu stellen. Dazu später aber mehr.

Die Besucher der diesjährigen Spielzeit können sich aber auch auf weitere Bekannte freuen. Es gibt ein Wiedersehen mit den großartigen Darstellern Jesse Garon, Andreas Göbel, Martin Kiuntke und Ina Wagler-Fendrich. Michael Seeboth, Tobias Berroth, Susanne von Lonski, Michael Chadim und Bianca Benjamin ergänzen als Neuzugänge die bestehende Cast ideal und geben den einzelnen Rollen ihren eigenen spezifischen Pep. Besonders aufgefallen ist uns Susanne von Lonski in der Rolle der Wirtin und der Mathilde Obermeier. Überzeugend, rassig und mit wunderbarer Berliner Kodderschnauze peppt sie die Figuren im Stück nochmals um eine Nuance auf. Hier und da ein paar klitzekleine Änderungen geben dem Stück nochmal ein bißchen mehr Schwung.

Altbewährte Lieblinge wieder dabei

Maximilian Nowka brillierte wie gewohnt als HAUPTMANN VON KÖPENICK. Er hat in den letzten drei Jahren diese Rolle immer weiterentwickelt und perfektioniert. Er liebt diesen Wilhelm Voigt und dafür liebt ihn das Publikum und seinen HAUPTMANN VON KÖPENICK.

Durch die Akustik des Berliner Admiralspalastes kommt Maximilians wundervolle Stimme noch besser zur Geltung und verleiht der Figur noch mehr Ausdruck. Wohl keiner der Premierenbesucher hat nicht mit Maximilian Nowkas Wilhelm Voigt mitgefühlt und war in Versuchung, ihm helfen zu wollen.

Auch Julie Maria Wolff präsentierte uns wieder eine Liesken, die überzeugender nicht sein kann. Besonders beeindruckt die Szene im Lied „Frei wie der Blick“ im Duett mit Maximilian Nowka. Es gab sicher wenige, die nicht feuchte Augen dabei bekamen.

Zu guter Letzt sei uns noch ein Wort zu Martin Markert, alias Willy Wormser, dem Schneiderlehrling/ und Zeitungsjunge gestattet. Wie auch im letzten Jahr präsentiert uns Martin Markert mit viel Herzblut, herzerfrischend, frech und mit unübersehbarer Mimik diese beiden Charaktere des Stückes. Man kann sich den einen oder anderen Lacher nicht verkneifen. An dieser Stelle sei noch anjemerkt, dass dit Extrablatt, Der Köpenicker Dampfbote, drastisch den Preis jesenkt hat!! Nur noch 5 Pfennich statt letztet Jahr 7 Pfennich… aber nun jut, is ja heut eh für lau 😉

Live-Orchester ist Programm – aber wo ist es?

Wie aus dem Berliner Rathaushof gewohnt, wird das Stück vom Symphonic Pop Orchestra komplett live begleitet. Heutzutage leider nicht mehr selbstverständlich. Zuerst sind wir irritiert, da es beim HAUPTMANN VON KÖPENICK im Berliner Admiralspalast keinen ersichtlichen Orchestergraben gibt. Man hört sie, aber wo sind die Musiker? Treten Sie ein in das Café „NATIONAL“ und sie werden es erfahren.

Alt-Berliner Modestil aufgepeppt

Erwähnen möchten wir auch, dass in diesem Jahr alle Kostüme neu geschneidert wurden. Die Kostüme sind mit liebevollen Details versehen worden und originalgetreu an die Mode der Zeit im „alten“ Berlin angepasst. Auch das verleiht dem Ganzen Authentizität und eine gewisse Frische. Der HAUPTMANN VON KÖPENICK ist noch bis zum 6. August täglich jeden Abend, außer montags, und an den Wochenenden auch am Nachmittag im Berliner Admiralspalast im Herzen Berlins anzuschauen. Berliner und ihre Gäste sollten sich dieses wunderbare Berlin Musical keinesfalls entgehen lassen.

Tickets an den Kassen direkt vor Ort und hier:

Tickets für DER HAUPTMANN VON KÖPENICK
Tickets für DER HAUPTMANN VON KÖPENICK

Wir wünschen Heiko Stang und seinem wunderbaren Team, das hier mit so viel Herzblut bei der Sache ist, viel Erfolg und eine wunderbare Spielzeit. Wer noch einen kleinen Vorgeschmack gewinnen möchte, kann sich hier den Trailer ansehen:

Wir haben Julie Wolff und Maximilian kurz vor der Premiere getroffen und noch ein paar kurze Eindrücke eingefangen.

Hallo ihr Zwei, als erstes vielen Dank, dass Ihr Euch so kurz vor der Premiere noch Zeit für ein kurzes Gespräch nehmt: Ihr seid ja nun schon seit im dritten Jahr dabei. Aufgeregt?

Ja, wir spielen bereits seit 2015 im Stück in unseren Rollen, und „Ja“, wir sind schon mächtig aufgeregt. Es ist doch einiges anders jetzt hier in einem Theaterhaus zu spielen, aber wir freuen uns und empfinden es als etwas besonderes, dieses Stück, was wir beide so lieben, hier gemeinsam im Admiralspalast spielen zu dürfen. Es ist uns eine Ehre.

Drei Wochen, acht Shows die Woche! Das ist anstrengend. In diesem Jahr gibt es ja erstmalig für eure Rollen Cover-Besetzungen. Beruhigt Euch das und ist das für Euch entspannter?

Maximilian: Ja und nein. Als Schauspieler will man ja singen und spielen, auf der Bühne stehen. Aber natürlich ist es gut zu wissen, dass im Ernstfall die Show sicher ist. Die Cover werden in dieser Spielzeit auf jeden Fall die Gelegenheit haben, auf der Bühne zu stehen und ihr Können beweisen.

Julie: Doch, ich finde das gut! Ich kann sagen, ich bin entspannter. Keiner wünscht sich dramatische Ausfälle, aber klar, so etwas kann schon mal vorkommen. Da ist es schon super ein Cover zu haben.

Hat der Hauptmann inzwischen schon rituelle Züge bekommen? Nach dem Motto…oh nein… Juli… es ist wieder Hauptmannspielzeit?

Nein, keinesfalls, und Ritual? – eigentlich nicht. Es ist allein schon die Freude, wieder zusammen zu spielen. Bekannte Kollegen zu treffen und mit ihnen gemeinsam zu arbeiten. Das stimmt uns einfach positiv und gibt viel Sicherheit und innere Ruhe.

Was ist Eure Meinung dazu, dass es in diesem Jahr „drinnen“ gespielt wird? Wie sind Eure Erwartungen, was der Umzug bewirkt?

Positiv. Absolut positiv. Wir sind sehr gespannt und zuversichtlich. Der Admiralspalast steht direkt in Berlins Mitte, das ist super! Es ist ein tolles Theater, eine wunderschöne Location. Und ja klar, wir brauchen nicht die Wetterkapriolen zu berücksichtigen (beide lachen. Und Maximilian gesteht uns, dass in Köpenick die Sonne einmal so heiß auf seine Füsse brannte, dass sie schmerzten.)

Natürlich werden wir einmalige Ambiente des Rathaushofes ein wenig vermissen und das natürliche Dimmen des Lichtes im Freien durch die niedergehende Sonne. Mit dem Verlöschen des letzten Tageslichtes, erlischt im Stück auch Lieskens Leben – so etwas ist dramaturgisch einzigartig. Aber es ist wie immer, man kann nicht alles haben.

Maximilian: Der direkte Kontakt zum Publikum ist hier nicht in dem Umfang gegeben. Das hat Vor- und Nachteile. Hier sehe ich maximal bis Reihe 1 das Geschehen im Zuschauerraum, es lenkt also nichts ab, allerdings sind Reaktionen auf Geschehnisse im Publikum so wie in Köpenick nicht mehr machbar.

Julie: Draußen gab es immer erhebliche Nebengeräusche, sowohl aus dem Publikum, als auch naturgegeben – Vögel, Insekten oder manchmal Straßengeräusche. Man musste extrem konzentriert sein, sich davon nicht ablenken zu lassen.

Dieses Jahr gab es ja eine sehr flächendeckende Werbung. Wie fühlt man sich, wenn man sich ständig selbst begegnet? Werdet Ihr jetzt öfter erkannt?

Maximilian: Ich finde die Werbung super. Und ich finde es auch super, mir selber zu begegnen.

Julie: Das Plakat ist sehr schön. Ja, wir haben sehr viel positive Reaktion bisher erfahren. Tatsächlich ging ich einmal an einer Litfaßsäule vorbei, wo unser Plakat klebte. Ich blieb kurz stehen, um es anzuschauen. Eine Dame blieb auch stehen. Sie schaute immer wieder zwischen mir und dem Plakat hin und her, und fragte schließlich, ob ich das sei.

Es gibt ja nun endlich auch eine CD vom HAUPTMANN VON KÖPENICK. Wie gefällt sie Euch?

Wir sind begeistert. Es sind alles Live-Mitschnitte. Wir finden das Ergebnis sehr gelungen.

Vielen Dank für Eure Zeit und nun TOI, TOI, TOI für die Premiere.

Nach der gelungenen Premiere konnten wir auch noch kurz mit Martin Markert sprechen.

Hallo Martin, erst einmal Glückwunsch zur gelungenen Premiere. Du bist jetzt das 2. Jahr dabei – u. a. spielst du diverse Charaktere mit wenig oder ohne Text. Emotionen müssen dem Zuschauer mit Mimik und Gestik deutlich gemacht werden. Wie gehst du das an?

Jeder Charakter ist ja definiert, die Figuren klar umrissen, und mit dem Kostüm bin ich dann auch derjenige. Ich fühle wie diese Figur… genervt als Kellner, gelangweilt als Willy, bisschen überdreht als aufgeregter Zeitungsjunge. Dabei ist neben den „Vorgaben“ aber auch eine gute Portion Spontanität notwendig

Was empfindest du, wenn Du das Plakat siehst? Yeahh!! Ich bin dabei, oder eher: Mist, ich bin nicht auf dem Plakat?

(lacht) Das sehe ich völlig wertfrei. Es ist, wie es ist. Über so etwas darf man sich als Künstler nicht groß den Kopf zerbrechen. Weder ich noch sonst ein Kollege ist auf Plakatwerbung immer vertreten. Ich finde das Plakat super gut. Durch das Pink ist es total auffällig. Wahnsinn! Das ist wichtig. In einer Stadt wie Berlin geht schnell, viel unter – bleibt unbeachtet!

Du spielst u.a. Willy, den Schneider-Gesellen, der ist ja ein kleiner Revoluzzer, er gibt den Genervten bei der Arbeit, liest lieber Zeitung, hält gar nichts vom preußischem Drill! Wie viel Martin steckt in Willy?

(lacht) Ohh..das ist ja mal eine besondere Frage. Ja, der Willy ist ja nicht dumm, er sieht sehr wohl die Enge der preußischen Gesellschaft, die er nicht wirklich akzeptieren will. Er will sich nicht von der Maschinerie vereinnahmen lassen. Irgendwie erinnert er mich schon ein wenig an den jungen Martin, der sich auch nicht gerne etwas hat sagen lassen, und der lieber das tat, was er wollte. Andererseits ist Willy schon beeindruckt vom Erfolg einiger Menschen. So z.B. Hauptmann von Schlettow. Er versucht es ihm optisch gleich zu tun, was dann eher zu einem komischen Ergebnis und dann wiederum zu einem ad absurdum führt. Vielleicht ist der Willy seiner Zeit tatsächlich geistig-demokratisch etwas voraus.

Wie findest du Eure CD?

Ja super! Ich finde die CD toll! Sie ist ein Stück „typisch Berlin“. Die CD hat meiner Meinung nach ein hohes Alleinstellungsmerkmal. Vergleichbares gibt es nicht, vereint sie in sich doch verschiedene Musikstile – wirklich einmalig!

CD? Du hast da kürzlich etwas gepostet, was können wir da erwarten? Kannst du was verraten?

Ja das stimmt. Ich kann leider noch nicht allzu Konkretes dazu sagen, nur soviel, ich bin in einem Projekt involviert, wo es zunächst um eine Auswahl von Songs geht. Es ist aber keine Solo-CD von mir. Die Planung läuft. Es wird schon schwerpunktmäßig in Richtung Musical gehen, aber es sind auch poppige Stücke geplant.

Lieber Martin, Danke für das Gespräch. Es war ein anstrengender aufregender Premierentag. Viel Spaß in den nächsten drei Wochen hier auf der Bühne des Berliner Admiralspalastes.

Kategorie: Interviews,Kritiken,Theater Eigenproduktionen

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Autor: I. Marquardt (21.07.2017)

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