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Gudrun Schade Interview – Musical1 Podcast 31

Der Countdown läuft: In wenigen Tagen verlässt SISTER ACT das Stage Metronom Theater in Oberhausen. Dann muss auch Gudrun Schade Abschied nehmen vom Oberhausener Publikum und ihrer Rolle als Mutter Oberin. Im Musical1 Podcast spricht die Musical-Darstellerin über die Stationen ihrer Karriere und verrät, was sie an SISTER ACT so fasziniert.

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Gudrun Schade
Gudrun Schade © Andreas Fasold

Seit fast 31 Jahren auf der Musical-Bühne

Gudrun Schade spielt schon seit fast 31 Jahren Musical. Angefangen hat sie am Theater des Westens – zunächst allerdings als Intendant-Sekretärin. Auf diesem Wege hat sie sich das Studium an einer privaten Ballettakademie finanziert. Nach etwa einem halben Jahr fragte der damalige Intendant sie, ob sie nicht als Tänzerin mit auf Tournee gehen wollte. „Ich hab schon als Fünfjährige auf der Bühne gestanden, die Bühne war immer das Ziel, insofern war das ein sehr willkommenes Angebot,“ erzählt Gudrun. Neben den Proben für ihren Auftritt musste sie allerdings auch noch weiterhin das Intendanz-Büro machen und abends an der Kasse sitzen. Nach diesem ersten Engagement ging es weiter: Gudrun war bei AUFSTIEG UND FALL DER STADT MAHAOGI erst Souffleuse, dann im Chor und als Cover auf der Bühne, danach ging es nach Hamburg ans Operettenhaus für GROSSE FREIHEIT NR 7 mit Freddy Quinn. Nachdem das Stück leider pleite ging, war Gudrun erst einmal arbeitslos.

Tänzerin für die WEST SIDE STORY

Zum ersten Mal in ihrem Leben hat sie nun Auditions machen müssen. Erfolgreich war sie beim Vorsingen für WEST SIDE STORY am Staatstheater Kassel. Das war ihr richtiger Einstieg ins Musical-Business, wie Gudrun beschreibt. Nun nahm sie auch Gesangsunterricht. Im Anschluss an die Produktion verbrachte sie zwei Jahre auf Gran Canaria, zunächst als Animateurin, anschließend in einer Tanzrevue „mit Eisbahnen und Wasserfall und 30 Tänzern und einem Elefanten auf der Bühne,“ erinnert sie sich. Sie spielte 12 Shows die Woche, ein Pensum, das natürlich schlaucht. Nach 1,5 Jahren hatte sie die Nase voll. In Dortmund wurden derweil Tänzer für WEST SIDE STORY gesucht – da dort das alte Team aus Kassel inszenierte, erhielt Gudrun das Engagement ohne weitere Audition. Anschließend hat sie sich für ihre erste Gesangsrolle beworben: Als Magenta in der ROCKY HORROR SHOW sang sie zum ersten Mal auf der Bühne und erinnert sich heute noch gut daran: „Ich hab wahnsinnig gezittert, war wahnsinnig aufgeregt davor.“

Gudruns persönliche Musical Top 5

Ende der 1990er folgte dann die erste Long Run Produktion: In FALCO MEETS AMADEUS spielte Gudrun fünf Jahre lang, erst am Theater des Westens, später auch auf Tour. Zwischendurch war sie für MIAMI NIGHTS engagiert, für JEKYLL & HYDE, und dann schließlich für WE WILL ROCK YOU – als Cover Killer Queen blieb sie sieben Jahre lang bei der Show und verbindet damit schöne Erinnerungen: „Es war ein großartiges, luxuriöses Erlebnis, dass ich zum Teil zuhause sitzen durfte und dafür bezahlt wurde, dass ich zuhause sitze.“

Zu ihren Top 5 Musicals zählt Gudrun dann auch WE WILL ROCK YOU und FALCO MEETS AMADEUS, genauso auch SISTER ACT, WEST SIDE STORY und DER MANN VON LA MANCHA. Ebenfalls gerne erinnert sie sich an ihre Zeit als Dolly in HELLO, DOLLY in Dessau. „Der Regisseur hat das ganze Stück von Jonkers nach Dessau und von New York nach Berlin verlegt. Das hat einfach unglaublich toll funktioniert.“

Die Faszination von SISTER ACT

SISTER ACT hat Gudrun in ihr Herz geschlossen. Die Musik sei so mitreißend, erzählt sie, dass sie schon vor ihren Auftritten hinter der Bühne singt und tanzt. Sie findet es wunderschön, das Publikum mitzureißen und jeden Abend Freude zu vermitteln. Ebenfalls freut sie sich über das starke Zusammengehörigkeitsgefühl im Ensemble, das notwendig sei, um diese Show spielen zu können.

Als Mutter Oberin gibt Gudrun Schade ein sehr strenges Kloster-Oberhaupt. „Ich spiele ja nur noch solche Rollen – sehr strenge und eher böse Charaktere“ sagt sie dazu. „Das ist etwas, wo ich überhaupt kein Problem mit habe, im Gegenteil, was mit großen Spaß macht.“ Als Mutter Oberin könne sie zudem auch eine Entwicklung und am Ende auch Wärme zeigen. Zu ihren Lieblingsszenen des Musicals gehört so etwa der Moment, in dem die Mutter Oberin ganz allein auf dem Bett von Deloris sitzt und ihre Bibel findet. Das sei ein leiser und zarter Moment der Mutter Oberin. Außerdem mag sie die Schlusszene mit „Lass die Liebe rein“ – was als Duett von Mutter Oberin und Deloris beginnt und in einem Riesen-Finale endet.

Peinliche Momente auf der Bühne

Gudrun gibt zu, früher eher Probleme mit En Suite Produktionen gehabt zu haben. Doch jetzt, wo sie eine große Rolle spielt, sei es jeden Abend eine Herausforderung: „Die Rolle so zu interpretieren, dass ich die Rolle nicht verrate, den katholischen Glauben nicht verrate, mich nicht verrate.“ Vor ihren Auftritten habe sie ein Ritual, verrät sie: Wenn die Show beginnt, fängt sie mit Gesansübungen an und schminkt sich ein wenig. Nach der Show würden ihr manchmal Fehler noch nachhängen, das sei aber eher nach den jeweiligen Szenen der Fall.

Auch peinliche Momente hat Gudrun bei SISTER ACT schon erlebt: Im Boden versinken wollte sie, als sie sich gegen Ende des Stücks bei einem Satz verhaspelte: „Schwester Mary Clarence ist ebenso eine Schwester wie alle anderen hier in diesem Klo. —Kloster!“ Für das Publikum war es ein Riesenlacher, auch die Kollegen haben gekichert, Gudrun war es sehr peinlich. Einen weiteren peinlichen Moment habe es gegeben, als sie ohne ihre Haube, nur mit der weißen Unterhaube auf der Bühne stand. Ihre Kolleginnen habe getuschelt und gekichert, sie selbst hat nichts gemerkt -“glücklicherweise, sonst hätte ich auch noch angefangen zu lachen.“

Zukunftspläne

Gudrun schätzt das Oberhausener Publikum und nimmt sich auch gerne Zeit für ihre Fans. Sie ist schon traurig, dass die Show nun zu Ende geht und wird das Musical mit einem sehr weinenden Auge verlassen – will aber auch versuchen, positiv zu denken und zu gucken, was das Leben noch so bereit hält. Einige Zukunftspläne stehen schon fest: Für drei Vorstellungen wird Gudrun im März am KatiElli Theater in Datteln im Musical HEISSE ZEITEN die Vornehme spielen. Danach geht sie erst einmal nach Holland zu ihren Freund, außerdem wird sie auf Mallorca zum zweiten Mal einen Musical-Workshop geben.

In Oberhausen fühlt sich Gudrun Schade als waschechtes Ruhrpottkind aus Dortmund natürlich heimisch. An der Region gefällt ihr außerdem die Nähe zu Köln, zu Düsseldorf und zu Holland. Gerne geht sie an den Ruhrwiesen spazieren oder besucht den Kaisergarten, einen angelegten Park. Zum Ausgleich geht sie außerdem ins Fitness-Studio und verbringt gerne Zeit mit ihrer Familie und ihrem Freund. In den letzten Monaten habe sie aber vor allem für Auditions gelernt. Sie hat sich intensiv für MAMMA MIA! in Oberhausen vorbereitet, da das Metronom Theater ihr dies nahegelegt habe. Leider war schon in der ersten Runde der Auditions Schluss. Nachdem die Enttäuschung verdaut ist, will sie jetzt neue Projekte angehen.

Kategorie: Podcast

Autor: C. Demme (10.02.2015)

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