Tickets für die besten Musicals sichern: Jetzt Tickets kaufen

Erfolgreiche COMEBACK-Premiere in Berlin

Am 5. Februar hat das Gastspiel COMEBACK - DAS KARL-MARX-MUSICAL im Berliner Kabarett "Die Stachelschweine" Premiere gefeiert. Die bizarre Verwechslungskomödie begeisterte die Zuschauer. Die Umsetzung ist relativ schlicht, aber dafür sehr einfallsreich. Noch bis zum 13. Februar ist das Musical in Berlin zu sehen.

Teile diesen Beitrag

Die Beschwörung von Karl Marx
COMEBACK © Clementine Künzel

Karl Marx ist Schuld

London steckt in einer Finanzkrise und das muss auch der Banker Dr. Manfred Acreman einsehen, als seine „First Pickpocket Bank“ kurz vor dem Aus steht. Seine Tochter Jenny interessiert die Finanzkrise nur wenig. Alles, was sie will, ist Zeit mit ihrem Vater zu verbringen. Der macht ihr zwar die teuersten Geschenke, hat aber keine fünf Minuten für sie Zeit. Lediglich die Putzfrau Mrs. Abroomowitsch scheint sie zu verstehen, doch das genügt Jenny nicht – sie geht zum Friedhof, um sich zu erhängen. Dort lernt sie den Obdachlosen Marc kennen, der kurzerhand den Strick als Gürtel benutzt. Sie reden miteinander und verlieben sich. In der Zwischenzeit hat Acreman den Finanzberater Rasputin Mammonson zu Hilfe gerufen, doch dieser interessiert sich nur für Jenny. Deshalb macht er mit Acreman einen Deal aus: Er hilft ihm aus der Finanzkrise und bekommt dafür Jenny zur Frau. Daraufhin offenbart Rasputin den Grund für die Finanzkrise: Karl Marx ist Schuld! Sie wollen daher dessen Geist beschwören, damit er seine Theorien und Schriften öffentlich widerruft. Diese Beschwörung findet vor Karl Marx' Grabmal statt, hinter dem Marc schläft und, als er auftaucht, für Karl Marx gehalten wird. Damit nimmt das Chaos voller Witz seinen Lauf.

Schlicht und einfallsreich gemacht

Das Bühnenbild besteht aus schwarz-weißer Kulisse und Requisiten. Ist das Bühnenbild – der Eingang der First Pickpocket Bank – gleich, so sorgen die Details und eine Nebelmaschine für die richtige Stimmung. Sei es nun der Grabstein, Marcs Gitarre oder Mrs. Abroomowitsch Besen – alles ist zweidimensional mit einem Stil, der an Comics erinnert, aber jedoch für eine ganz eigene Art von Charme sorgt. Es wurde auch mit schauspielerischen Elementen, wie zum Beispiel das Bewegen in Zeitlupe, gearbeitet, was vor allem bei einem Pistolenschuss sehr für Erheiterung sorgt. Alle bewegten sich in Zeitlupe und eine überdimensionale Pistolenkugel – im selben Comicstil – wurde nach hinten gereicht, bis zum Opfer des Schusses. Kleiner Wermutstropfen: Akustik und Tontechnik waren nicht ideal, sodass die Lautstärke der Lautsprecher manchmal unangenehm laut war.

Tolle Besetzung gefunden

Die Besetzung ist passend ausgesucht. Die Stimmen und Schauspieler passten toll zu den einzelnen Rollen. Es stachen vor allem Mathias Güthoff als Marc und Yannik Gräf als Rasputin Mammonson hervor. Mathias Güthoff (u.a. DER ZAUBERER VON OZ in Lahnstein) überzeugte vom ersten Ton an mit einer angenehmen, aber auch wandlungsfähigen Stimme. Auch schauspielerisch überzeugt er als der obdachlose Sänger, der durch Zufall für Karl Marx gehalten wird und diese Rolle nun auch spielt. Yannik Gräf (u.a. GRAND HOTEL VEGAS in Berlin), der überzeugend den fiesen Finanzberater spielt, passte zu seiner Rolle.  In seiner Stimme ließ er durchweg einen schmierig-hinterhältigen Unterton in der Stimme mitschwingen. Jenny Acreman wurde von Larissa Heimbach (u.a. MONDAY NIGHTS in Hamburg) authentisch auf die Bühne gebracht. Sie spielte von Anfang an brillant die Tochter, die sich nach der Liebe ihres Vaters sehnt und beweist große Wandlungsfähigkeit. Ihre Stimme ist klar und offenbart viele verschiedene Nuancen der Emotionen. Dominique Aref (u.a. AIDA in Darmstadt) spielte die Haushälterin Mrs. Abroomowitsch. Sie sprach passend mit Akzent, spielte manchmal etwas überzogen, was jedoch auch der Rolle geschuldet und so beabsichtigt sein könnte. Dennoch überzeugte sie als die Haushälterin, die Acreman immer wieder zur Vernunft und seiner Tochter näherbringen will. Ulrich Allroggen (u.a. MOZART! In Hamburg und Wien) verkörperte Dr. Manfred Acreman. Vom ersten Moment glaubte man ihm die Rolle des geldgierigen Bankers, der mit dem Vaterdasein so einige Probleme hat. Stimmlich meisterte er die Lieder und überzeugte. Außerdem stand Heiko Fischer (u.a. HEISSE ECKE in Hamburg) als Mortimer Pickledigger auf der Bühne. Er spielte den schüchternen Sekretär, der nie zu Wort kommt. Die vielen kleinen Nebenrollen wurden schön  von Max Solo gespielt.

Nur noch für kurze Zeit in Berlin

Wer COMEBACK – DAS KARL-MARX-MUSICALE noch sehen will, muss sich beeilen. Nur noch bis Samstag, 13. Februar, gastiert das unterhaltsam-verrückte Musical in Berlin.

Kategorie: Kritiken

Autor: A. Polifka (10.02.2016)

Teile diesen Beitrag

Monatlicher Musical-Newsletter

Erhalten Sie einmal im Monat kostenlos die wichtigsten Musical-News im Überblick: Welche neuen Musicals laufen wo? Welche tollen Musical-Angebote gibt es? Verpassen Sie keine Hinweise mehr!

Die Abmeldung von dem Newsletter ist jederzeit möglich.

Kommentar hinterlassen

Newsletter abonnieren (Jederzeit wieder abbestellbar)
Musical1 Newsletter
Zusammengefasste Musical-News
Hinweise auf gute Musical-Angebote
Regelmäßige Ticketverlosungen
Musical-Neuerscheinungen