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Michaela Schober – Viel mehr als ein Sidekick

Es ist mehr als ein Klischee, dass bei Musicalkonzerten die weiblichen Zuhörerinnen deutlich in der Überzahl sind. Und es sind meist die männlichen Stars, die im Vordergrund stehen und für volle Reihen sorgen. Wer regelmäßig bei den Veranstaltungen von Sound of Music Concerts zu Gast ist, kommt aber an einer Sängerin auf keinen Fall vorbei: Michaela Schober hat seit mehreren Jahren einen festen Platz in diversen Konzertformaten und steht so zum Beispiel regelmäßig mit Jan Ammann auf der Bühne. Ein Job, um den sie von vielen Fans sicher glühend beneidet wird.

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Michaela Schober Porträt 1
Michaela Schober Porträt 1 © Conny Wenk

„Ein Tag, an dem ich nicht singe, ist für mich ein verlorener Tag“

Aber in unserem heutigen Interview soll es ganz allein um sie gehen, die Bühne ausschließlich ihr gehören. Denn das hat sie mehr als verdient. So wie bei ihrem aktuellen Solo-Konzertformat „Auf der Straße der Erinnerung“. Beim zweiten Konzert-Termin in den Tresohr-Studios in Oberhausen wurde ein CD-Mitschnitt aufgenommen, der genau am Tag unseres Interviews veröffentlicht wurde. Michaela Schober ist ganz begeistert: „Es war eine wirklich besondere Atmosphäre. Das war wie ein Wohnzimmer-Konzert. Die Tresohr-Studios sind klein, man ist sehr, sehr nah am Publikum“. Der Live-Mitschnitt sei eine sehr spannende Erfahrung für sie gewesen. „Wir mussten das ein oder andere Lied zweimal singen“, schmunzelt sie. Außerdem wurden auch zwei Videos gedreht, eins davon, das weihnachtliche „Ne Prise Zimt“, wurde bereits veröffentlicht und ist z.B. auf der Facebook-Seite von Sound of Music Concerts zu finden. „Es war wirklich aufregend für mich“, erzählt die in Oberhausen wohnende Sängerin. „Es war ein Heimspiel und es waren viele Menschen im Publikum, die ich kenne. Freunde, Familie, alle waren da. Das war schlimmer für mich als mein Auftritt mit dem Pop-Oratorium LUTHER vor 15.000 Menschen.“

Auf der Straße der Erinnerung

„Auf der Straße der Erinnerung“ sei kein klassisches Musical-Konzert bzw. -Album, erklärt sie. „Wir haben eine große Bandbreite verschiedenster Songs ausgewählt. Schlager, Chansons, ganz unterschiedliche Richtungen, aber natürlich sind auch Musical-Titel darunter.“ Es sei sozusagen „ganz viel ich, sehr persönlich und mit sehr viel Gefühl“ beschreibt sie das Format. „Die Zuschauer können Michaela pur erleben. Durch die räumlich kleinen Locations gibt es die Möglichkeit für ein sehr direktes Feedback, man spürt die Reaktionen der Zuschauer ganz unmittelbar und hat danach auch die Möglichkeit, mit ihnen ins Gespräch zu kommen“. Sie freue sich schon sehr auf das nächste Konzert im Februar. Unterstützt wird sie dabei wie auch bereits in Haltern am See und in Oberhausen von Darsteller-Kollege Jan Rekeszus sowie von Mario Stork am Klavier.

Michaela Schober Porträt 4

© Ben Ott

Musical Mum

Das Jahr 2017 war für Michaela Schober in vielerlei Hinsicht ein besonderes Jahr. Es war nicht nur das Jahr ihres ersten eigenen Solo-Konzerts und ihrer zweiten Solo-CD, sondern vor allen Dingen das Jahr in dem sie Mutter wurde. Im Frühjahr kam ihre Tochter Isabella zur Welt. Wie wirkt sich das auf ihren Beruf aus, der nicht gerade für die Vereinbarkeit mit einem konventionellen Familienleben bekannt ist? „Noch ist Isabella ja sehr klein und ich könnte daher keine Ensuite-Produktionen spielen, die weiter weg sind. Wenn ich Konzerte singe, kommt sie einfach mit.“ So wie bei GENTLEMEN OF MUSICAL in Filderstadt, wo die Kleine Mamas Konzert in der hintersten Reihe seelenruhig verschlief. Natürlich brauche man einen Partner, der entsprechend mitspiele und ein solches Leben voll mittrage. „Und wir haben zudem das Glück, dass meine Frau einen sehr netten Arbeitgeber hat. Mit entsprechender Voranmeldung kann sie mich in der Regel zu meinen Konzerten begleiten und sich dort um Isabella kümmern.“ Wenn ihre Tochter älter sei, werde das wieder etwas einfacher. „Meine Eltern sind kürzlich von München nach Oberhausen gezogen, so dass auch sie uns zukünftig hin und wieder etwas unterstützen können.“

Vom Hobbysänger bis zum kleinen Tarzan

Zudem hat Michaela Schober ein zweites Standbein. Sie singt nicht nur selbst, sondern bringt es auch anderen bei. Nach ihrer Ausbildung zur Musical-Darstellerin an der German Musical Academy in Osnabrück hat sie dort auch Vokalpädagogik studiert. Sie hat viele Schüler, die alle mit ganz unterschiedlichen Vorkenntnissen und Zielen zu ihr kommen. „Ich habe einen der kleinen Tarzane bei mir, der an seine Rolle in Oberhausen herangeführt werden soll. Es sind aber auch junge Erwachsene, die sich auf eine Musicalausbildung vorbereiten wollen oder einfach Hobbysänger. Mein jüngster Schüler ist 8, der älteste 57 Jahre alt.“ Zusätzlich betreut sie noch zwei Chöre. „Gemeinsam mit Mario Stork leite ich den Sound of Music-Chor in Gelsenkirchen und außerdem noch einen Frauenchor“.

Die richtige Technik ist sehr wichtig

Beide Aufgaben haben aus ihrer Sicht viele Parallelen. „Als Sängerin versuche ich, den Menschen die Musik oder auch eine Figur nahe zu bringen. Ich liebe es, Geschichten zu erzählen.“ Ihr erklärtes Ziel sei es, „dem Publikum ein gutes Gefühl zu geben, sie dazu zu bringen einfach mal eine Weile abzuschalten und sich ganz auf das Geschehen auf der Bühne einzulassen.“ Das Unterrichten sei eigentlich eine logische Weiterführung dessen. „Dabei kann ich meinen Schülern die entsprechende Technik beibringen, sie für Musik begeistern und ihnen zeigen, wie sie selbst ebenfalls Geschichten erzählen können.“ Insbesondere die Technik liege ihr sehr am Herzen. Immer wieder beobachte sie Kollegen, die Schwierigkeiten mit ihrer Stimme hätten, weil sie nicht mit der richtigen Technik singen. „Das führt unweigerlich zur Überforderung der Stimmbänder, zu Knötchen oder sonstigen Problemen.“

Michaela Schober Porträt 3

© Conny Wenk

„In Tecklenburg habe ich sehr viel gelernt“

Die sympathische Darstellerin hat neben ihrem Können auch jede Menge Glück gehabt. Sie hat nicht nur eine unverwechselbare Stimmfarbe mitbekommen, schon während ihrer Ausbildung erhielt sie die Gelegenheit bei den Freilichtspielen in Tecklenburg mitzuwirken. Fünf Jahre war sie in verschiedensten Rollen dort engagiert. „Das war eine sehr gute Erfahrung für mich, ich habe sehr viel gelernt“. In den Sommermonaten habe sie jeden Tag gespielt. Zweitbesetzungen gab es nicht, da muss man auf den Punkt fit sein“. Parallel war sie in den Wintermonaten auf Konzerttourneen, für die das gleiche galt. „Das war hart, aber auch sehr prägend.“

Geheimnisvolles Casting erweist sich als Glücksgriff

Ab 2008 folgte dann die erste Ensuite-Produktion. Sie war bei TANZ DER VAMPIRE in Oberhausen und Stuttgart zu sehen. Später folgte ein weiteres Engagement bei der Stage Entertainment: 2012/2013 gehörte sie in Stuttgart zum Ensemble von REBECCA. Sie war Teil der Uraufführungen von Mario Storks EIN TRAUM VON FREIHEIT – ROCKOPER und SOPHIES TRAUM und wirkte bei Produktionen wie ASCHENPUTTEL – DAS MUSICAL oder LUTHER mit. 2016 spielte sie in Schwäbisch Gmünd die Mrs. Molloy in HELLO DOLLY. Zwischendrin entdeckte sie eine kleine Ausschreibung, die sich für sie als weiterer Glücksfall erweisen sollte. „2011 sah ich durch Zufall einen Hinweis auf eine Audition bei der ein Gast für die Solo-Tournee eines Musicalsängers gesucht wurde. Es irritierte mich zwar etwas, dass der Sänger nicht genannt wurde, aber da das Vorsingen praktischerweise in Oberhausen war, ging ich hin“. Das war der Auftakt für ihre enge Zusammenarbeit mit Sound of Music Concerts. Inzwischen wird sie auch von Art und Soul, dem Künstlermanagement von Andreas Luketa, betreut.

Damenüberschuss versus Männermangel

Aber auch wenn Michaela Schober das Privileg hat, von ihrem Beruf Leben zu können und inzwischen zu den bekanntesten und beliebtesten deutschen Musical-Sängerinnen zu gehören, weist sie darauf hin, dass dies alles andere als selbstverständlich ist. „Es gibt deutlich mehr Frauen als Männer in unserer Branche. Somit sind die Frauenrollen zwangsläufig viel umkämpfter. Das geht soweit, dass teilweise die Maße oder die Haarfarbe über ein Engagement entscheiden. Wenn die Produzenten die Wahl zwischen zehn gleich guten Darstellerinnen haben, können sie sich natürlich diejenige aussuchen, die zum Beispiel keine Perücke für die Rolle braucht oder ohne große Änderungen in die oft schon vorhandenen Kostüme passt. Insbesondere echte Typen wie sie haben es da etwas schwerer. Als eine Redakteurin kürzlich andeutete, Michaela sei die perfekte Kandidatin für Voice of Germany – würde man auf den ersten Blick doch nicht eine solche Stimme in ihr vermuten – löste das einen wahren Sturm der Empörung unter ihren Fans aus. Fakt ist aber dennoch, dass Äußerlichkeiten insbesondere in der Show-Welt nach wie vor eine große Rolle spielen und es nicht einfacher wird, wenn man nicht gewissen Vorstellungen oder Normen entspricht.

Michaela Schober

© Michaela Schober

Sparzwänge lassen noch weniger Raum für echte Typen

Dies liegt nach ihrer Auffassung schon allein daran, dass immer mehr gespart werden müsse. MAMMA MIA sei dafür das perfekte Beispiel. „Früher waren Donna, Rosie und Tanya drei ganz unterschiedliche Frauentypen. Rosie war eher klein und rundlich, Tanya groß und schlaksig und Donna eher der Standardtyp. Heute sehen sie figürlich alle sehr ähnlich aus.“ Dies läge ganz einfach daran, dass es so sehr viel einfacher sei, sie zu covern. Sie sind quasi untereinander austauschbar. Bei Konzerten spiele das dagegen keine große Rolle und man könne dort generell ganz andere Dinge machen und ausprobieren als bei festen Rollen. Schon alleine deswegen sei sie sehr dankbar für die Zusammenarbeit mit Sound of Music Concerts.

Zuviel Geheimniskrämerei bewirkt das Gegenteil

Dennoch, es ist ein sensibles Thema und keines, das man gerne anspricht. Aber die Sängerin bleibt auch dabei völlig entspannt. „Man muss in diesem Business trotz allem Mensch bleiben“, findet sie. „Eine gewisse Nahbarkeit ist mir sehr wichtig.“ Natürlich müsse man nicht sein Innerstes nach außen kehren, aber wenn man sich zu sehr verschließe und aus seinem Leben ein großes Geheimnis mache, „ist das wie mit der Süßigkeiten-Schublade. Erst durch das Abschließen wird sie so interessant. Wenn man weiß, man darf sich jeden Tag eine Kleinigkeit herausnehmen, verliert sie ihren Reiz.“ Überhaupt habe sie persönlich mit Fans bisher nur positive Erfahrungen gemacht. Allerdings sehe sie durchaus, dass es einen Unterschied zwischen weiblichen und männlichen Fan-Objekten gibt. „Mir als Frau begegnen die Fans anders als sie es teilweise bei meinen männlichen Bühnenkollegen tun.“

Weihnachten wird ganz traditionell gefeiert

Deswegen ist es für sie auch überhaupt kein Problem, unseren Lesern zu verraten, wie sie selbst die Feiertage verbringt bzw. gerade verbracht hat. „Wir feiern ein sehr traditionelles Weihnachten. Heilig Abend kommen meine Eltern zu uns. Wir singen viele Weihnachtslieder, mein Papa spielt Akkordeon dazu und ich Keyboard. Am ersten Feiertag sind wir dann bei meinen Schwiegereltern.“ Natürlich sei es dieses Jahr etwas ganz Besonderes, da es das erste Weihnachten mit Isabella sei und sie sei schon sehr gespannt, wie diese auf den Baum und die Lichter reagiere. Wir hoffen sehr, dass die Feiertage genau so waren, wie sie es sich vorgestellt hat und bedanken uns herzlich bei der Power-Frau für das offene und unterhaltsame Interview. Nicht jedoch bevor wir nicht auch ihr die obligatorische Frage gestellt haben, wie ihre Kollegen sie wohl in drei Worten beschreiben würden.

Zuverlässig, positiv, kompatibel

„Ich glaube, sie würden sagen, ich sei sehr zuverlässig – im Sinne von immer gut vorbereitet. Außerdem ein sehr positiver Mensch. Und als drittes wird mir oft bescheinigt, dass ich sehr kompatibel bin. Ich komme eigentlich mit allen Kollegen gut klar und bin daher eher der ruhende Pol, wenn mal zwei Diven aufeinandertreffen. Und die gibt es in unserem Job schon mal – sowohl bei den weiblichen als auch bei den männlichen Kollegen“, lacht sie. Wir haben in unserem Gespräch eine Vollblut-Sängerin kennengelernt, die in sich selbst zu ruhen scheint und dennoch voller Energie steckt. Die – nicht zuletzt durch ihr zweites Standbein -genug Abstand zum Darsteller-Alltag hat, um mit dem Druck, ständig auf der Suche nach dem nächsten Engagement zu sein, gut umgehen zu können. Eine Frau, die heraussticht in der Glitzerwelt des Musicals und die zeigt, dass man auch etwas abseits der geltenden Norm ganz wunderbar seinen Platz finden kann, wenn man nur sich selbst treu bleibt.

Karten für Michaela Schobers nächstes Solo-Konzert am 14. Februar 2018 in der Rosenau Stuttgart gibt es

HIER
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Kategorie: Darsteller Geschichten,Interviews

Autor: M. Kanz (30.12.2017)

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