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MESSIAH ROCKS rockt Wien

Eine außergewöhnliche Premiere von MESSIAH ROCKS fand am 24. MĂ€rz 2016 im Wiener Raimund Theater statt. Die Vereinigten BĂŒhnen Wien zeigten in diesem Jahr in ihrer Osterkonzert-Reihe die Rock-Version von Georg Friedrich HĂ€ndels berĂŒhmtem Oratorium „Der Messias“. Die Auferstehungsgeschichte wurde mit zeitgemĂ€ĂŸem und provokantem Sound aufbereitet und erinnerte an ein Rockkonzert

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Rob Fowler, Ana Milva Gomes und Drew Sarich
Solisten Messiah Rocks © Ansgar Gersmann

275 Jahre und kein bisschen verstaubt

Die musikalische Erfolgsgeschichte des HĂ€ndel-Oratoriums „Der Messias“ ist einzigartig. Seit 275 Jahren zĂ€hlt es zu den beliebtesten Oratorien der Welt und wurde immer wieder adaptiert und angepasst. Der Erste, der die musikalische Auferstehung zu seiner Zeit aufbereitete, war keine geringerer als Wolfgang Amadeus Mozart. Die aktuelle Version MESSIAH ROCKS vom amerikanischen Autorenpaar Jason Howland (Musik) und Dani Davis (Leidtexte) verbindet die Elemente der klassischen Musik mit Rock und zeigt das berĂŒhmte Werk in einem neuen, unkonventionellen Gewand.

Weltklasse Sound

© Rolf Bock/VBW

© Rolf Bock/VBW

Das VBW-Orchester zauberte auch an diesem Premierenabend wieder einen bombastischen Sound ins Raimund Theater. Unter der Leitung von Musikdirektor Koen Schoots lieferten die 40 Musiker eine Glanzleistung ab und bewiesen, dass sie neben Musical und Klassik auch RockÂŽn Roll im Blut haben. Das Orchester war bei dieser konzertanten AuffĂŒhrung auf der BĂŒhne prĂ€sent und das Publikum hatte somit auch die Möglichkeit dem Dirigenten bei seiner Arbeit zuzuschauen, wie er beispielswiese dynamische Akzente setzte. Das Niveau war gewohnt erstklassig, der Mix aus klassischen Instrumenten und E-Gitarren war akustisch beeindruckend und machte den Abend zu einem außergewöhnlichen Klangerlebnis. Erstmalig wurde das VBW-Orchester vom MDW-Chamber Orchestra der UniversitĂ€t fĂŒr Musik und Darstellende Kunst Wien unterstĂŒtzt. Besonders der Bass, die Gitarren sowie Drums und Percussion sorgten fĂŒr den authentischen Rock-Konzert Sound.

Rockröhren des Musicals

© Rolf Bock/VBW

© Rolf Bock/VBW

Die Hauptrollen waren stimmlich perfekt besetzt, wobei keine der Rollen einem bestimmten Charakter aus der Bibel zugeordnet war. Drei Rockröhren konnten gesanglich richtig Vollgas geben. Ana Milva Gomes, Rob Fowler und Drew Sarich brachten den Theatersaal im Raimund Theater so richtig zum Kochen. Anhand kurzer Bibelzitate in englischer Sprache wird die Geschichte rund um die Prophezeiung Jesu, seine Geburt bis hin zu seinem Tod am Kreuz erzĂ€hlt. Allerdings rĂŒckt die eigentliche Geschichte des Oratoriums an diesem Abend mehr in den Hintergrund. Vielmehr sehen wir drei Menschen mit unterschiedlichen Meinungen denen es nach viel Missgunst Neid und Hass im Laufe des Abends doch noch gelingt sich einander zuzuhören und zu respektieren. Regisseur Alex Balga gelingt es mit wenigen gezielten EinfĂ€llen große Momente auf der BĂŒhne zu schaffen. Er zeigt auf der einen Seite die Sehnsucht der Menschen nach Frieden aber auch Gewalt und kriegsĂ€hnliche Momente. Das Tanzensemble und das Gesangsensemble lĂ€sst er dabei immer wieder aufeinanderprallen. In einer Szene wird der Chor beispielsweise von den TĂ€nzern unter einem roten Segeltuch gefangen. Als dieses nach oben gezogen wird, haben alle SĂ€nger eine rote Augenbinde um. Auch die Choreografien von Natalie Holtom erinnern stellenweise an ein Rockkonzert bei dem der Star von seinen TĂ€nzern umtanzt wird. Dabei wirken die TĂ€nzer mit ihren schwarzen Kapuzenpullovern und den harten Bewegungen teilweise wie Gangster der Straße oder wie KĂ€mpfer einer Gang.

© Rolf Bock/VBW

© Rolf Bock/VBW

Ana Milva Gomes war bis vor kurzem noch in MOZART! als Baronin von WaldstĂ€tten zu sehen. „Ich war sehr nervös vor der Premiere“ berichtet die sympathische NiederlĂ€nderin, die selbst keine KirchgĂ€ngerin ist, nach der Show. „Wir konnten teilwiese spontan entscheiden, was wir auf der BĂŒhne machen. Der Regisseur hat uns nur ein GrobgerĂŒst vorgegeben. Das hat mir gut gefallen, denn so entsteht auch Interaktion mit dem Publikum.“ Wie die Faust aufs Auge passte Drew Sarich, der Rockstar der Musicalszene, zu MESSIAH ROCKS. „Ich wurde religiös erzogen und habe schon in meiner Jugend zu Weihnachten HĂ€ndels Oratorium in der Kirche gesungen“ verrĂ€t der Vater von Zwillingen im Interview. Derzeit steht er allabendlich als CHE im Andrew Lloyd Webber Musical EVITA auf der BĂŒhne des Wiener Ronacher. Seine Tochter Amelie sang bei MESIAH ROCKS einen kleinen Solopart im Wiener Kinder und Jugendchor Superar, der erneut unterstĂŒtzend mit auf der BĂŒhne stand. Amelie Sarich, die ein Musikgymnasium besucht, ist momentan gut ausgelastet. Gemeinsam mit ihrem Vater spielt sie an ausgewĂ€hlten Abenden bei EVITA mit. Im Theater in Dortmund kĂ€mpft Rob Fowler derzeit als Dan Goodman im Erfolgsmusical NEXT TO NORMAL um seine Frau und seine Familie. Über die Osterfeiertage kann der britische Tenor mit seiner klaren, hohen Stimme seine ganze Leidenschaft fĂŒr Rockmusik auf der BĂŒhne zeigen.

Rockshow par excellence

© Rolf Bock/VBW

© Rolf Bock/VBW

In dieser fulminanten Rockshow zeigten sich die VBW und das ganze Team von einer anderen Seite. Abgerundet wurde das Osterspektakel mit einer beeindruckenden Lichtshow die sich so manches Popsternchen bei seinen Konzerten wĂŒnschen wĂŒrde. Lichtdesigner Andrew Voller hat verschiedenste Scheinwerfer gekonnt in Szene gesetzt. Wer klassischen HĂ€ndel erwartete, musste schon ganz genau hinhören, aber die Show als Gesamterlebnis ĂŒberzeugte auch diejenigen die keine ausgewiesenen Rockfans sind. Somit endete der Abend mit langen Standing Ovations und einem großen Hallelujah.

Kreativteam:

  • Musik: Jason Howland
  • Liedtexte: Dani Davis
  • Musikalische Leitung: Koen Schoots
  • Regie: Alex Balga
  • Choreografie: Natalie Holtom
  • Lichtdesign: Andrew Voller
  • Sounddesign: Christian Venghaus
  • BĂŒhnen-Outfits: Nicole Panagl

Solisten:

  • The Tenor: Rob Fowler
  • The Woman: Ana Milva Gomes
  • The Baritone: Drew Sarich

Gesangs-Ensemble:

Sebastian Brandmeir, Tim David HĂŒning, Jessica Kessler, Maximilian Klakow, Floor Krijnen, Raphaela Pekovsek, Franziska Schuster, Jakob Semotan, Jennifer Siemann, Rory Six, Anne-Marijn Smulders, Benjamin Sommerfeld, Rebecca SoumagnĂ©, Daniel Tejeda, Linda Veenhuizen

Tanz-Ensemble:

Paul Csitkovics, Dino Kecanovic, Maria Moncheva, Anderson Pinheiro da Silva, Thomas Karl Poms, Livia Wrede

 

Tickets zu Messiah Rocks
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Kategorie: Kritiken

Tags:

Autor: M. Sommerfeld (25.03.2016)

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