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Barbara Raunegger Interview – Musical1 Podcast 4

Den harten Proben zum trotz: Barbara Raunegger, die Rosie aus MAMMA MIA!, hat sich zum Telefoninterview mit Musical1.de eingefunden. Sie verrät, wie ähnlich sich Rosie und die private Barbara sind, was sie nach MAMMA MIA! in Stuttgart vorhat – und hat am Ende eine Überraschung für alle Zuhörer und Leser mitgebracht.

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Barbara Raunegger
Barbara Raunegger © Barbara Raunegger

55 Millionen Besucher, 15 Jahre ohne Unterbrechung in London zu sehen, in 325 Städten weltweit aufgeführt, Weltpremiere im April 1999 in London. Seit der Deutschlandpremiere 2002 in Hamburg wurde das Stück von mehr als fünf Millionen Zuschauern allein in Deutschland gesehen. Die Rede ist natürlich von MAMMA MIA!, dem Musical-Spaß mit den Hits der schwedischen Kult-Popgruppe ABBA. Es geht um den Mut, seine Träume zu verwirklichen, um Familie, Liebe, Freundschaft und die Bedeutung der Vergangenheit für das Glück der Zukunft. Bis zum 5. Oktober läuft die Show noch im Stage Palladium Theater in Stuttgart. Ab dem 28. Oktober geht es für das Stück weiter nach Berlin, ins Theater des Westens.

Als Überraschung hat Barbara Raunegger ein Gewinnspiel mit dabei. Zu gewinnen gibt es eine CD von MAMMA MIA! Wer teilnehmen möchte, postet hier auf Facebook einfach eine Begründung, warum er die CD gewinnen sollte. Barbara Raunegger wählt den interessantesten Beitrag und damit den Gewinner aus. Einsendeschluss ist der 22.09.2014.

Das Interview als Abschrift

Eine der Hauptrollen hat Barbara Raunegger inne. Sie ist die Hauptbesetzung der Rosie. Trotz intensiver Proben erhält Musical1 die Gelegenheit, ein Interview mit ihr zu führen. Hallo, Barbara.

Hallo, lieber Christian, hallo, liebe Hörer.

Liebe Barbara, stelle dich doch zu Beginn für unsere Hörer einmal vor.

Also hallo, ich bin die Barbara Raunegger, ich spiele gerade in Stuttgart in MAMMA MIA! die Rolle der Rosie, bin gebürtige Österreicherin aus dem schönen Klagenfurt am Wörtersee, lebe aber schon seit 17 Jahren in Deutschland, also, das ist meine zweite Heimat. Und bis zum 5. Oktober spiele ich noch hier in Stuttgart MAMMA MIA!

Du bist schon seit vielen Jahren im Musical-Geschehen. Wie und wann bist du dazu gekommen, gab es dafür einen bestimmten Anlass oder ein bestimmtes Erlebnis dafür?

Ich kann mich gar nicht erinnern, wann ich mich dazu entschieden habe, diesen Beruf zu wählen. Singen, tanzen und schauspielern wollte ich schon immer. Mein Großvater mütterlicherseits hat schon immer gesagt, ich bin eine kleine Rebecca, die immer laut ist und immer spielen muss und vor dem Spiegel steht. Das liegt vielleicht in den Gegen. Seit ich ein sehr kleines Kind war, war ich schon immer gerne im Mittelpunkt. Ob das jetzt im Kindergarten war oder in der Schule: Wenn es Auftritte gegeben hat, war ich immer live dabei, in der Mitte erste Reihe. Ich hab früh mit Ballett angefangen, da war ich drei Jahre alt, habe mit dem Klavierspielen angefangen, da war ich sieben, war dann noch in einem Musikgymnasium und dann zum Studium – es gibt also keinen bestimmten Anlass oder ein Erlebnis. Ich habe es einfach schon immer geliebt, ins Theater zu gehen, Von klein auf schon hat mich meine Mama ins Theater geschickt.

Und dann hast du dich dann entschieden, die Ausbildung zur Musical-Darstellerin zu machen.

Genau, das war dann nach dem Abitur. Wobei dann natürlich meine Eltern, vor allem meine Mama gesagt haben: „Willst du nicht doch zuerst was anständiges studieren?“ Ich hab gesagt: „Nee, lass mich mal probieren.“ Dann haben Sie gesagt, ok, geh nach Wien, probier das. Damals hat es ja auch nur eine Musical-Schule in Österreich gegeben, das war eben das Konservatorium der Stadt Wien. Dann habe ich das gemacht und bin da aufgenommen worden und seitdem bin ich dann dabei.

In deiner Karriere als Musical-Darstellerin hast du schon in sehr vielen namhaften Produktionen gespielt und hast auch Hauptrollen besetzt. Welche Produktionen waren das und welche Rollen hast du jeweils dort gespielt?

Also, wenn ich jetzt von Deutschland spreche, die letzten 17 Jahre, da habe ich angefangen mit LES MISERABLES in Duisburg, da war ich ein sogenannter Swing, der alle Ensemble-Rollen covert. Dann bin ich weiter zu der Welturaufführung von DER GLÖCKNER VON NOTRE DAME nach Berlin. Dort war ich im Ensemble und habe unter anderem die Rolle der Loni, des Wasserspeiers, gespielt. Dann kam schon das erste Mal MAMMA MIA! in Hamburg, die deutsche Premiere, wo ich auch im Ensemble war und Rosie und Cover Donna. Danach ging es nach Oberhausen, zu DIE SCHÖNE UND DAS BIEST, wo ich dann eine Teekanne wurde. Mit dem Stück sind wir auch nach Berlin gezogen. Dann kam ROBIN HOOD; wo ich die Amme gespielt habe, in Berlin. Danach kam WICKED hier in Stuttgart, wo ich die Madame Akaber, die Schuldirektorin, gespielt habe. Das war in Stuttgart und in Oberhausen. Danach ging es zu TANZ DER VAMPIRE kurz nach Stuttgart und anschließend nach Berlin mit der Rolle der Rebecca, der Wirtin. Und dann hatte ich wieder das Glück, noch einmal MAMMA MIA! zu machen, hier in Stuttgart, mit der Rolle der Rosie. Und davor in Österreich gab es GODSPELL, LITTLE SHOP OF HORRORS, NON(N)SENSE und ganz, ganz viele Stücke.

Jetzt einfach aus dem Gefühl heraus, ohne lange zu überlegen: Was ist deine Lieblingsrolle der bereits gespielten und warum?

Das ist die Rosie aus MAMMA MIA! Das muss ich sagen, weil sie einfach mir sehr ähnlich ist. Und es macht einfach Spaß, die Musik ist toll, es ist einfach eine lustige Rolle. Wobei ich sagen muss, die Madame Akaber von WICKED ist schon auch eine meiner Lieblingsrollen gewesen.

Im Leben einer Musical-Darstellerin geht es mit Sicherheit turbulent zu. Schilder uns doch bitte, wie ein ganz normaler Tag von dir aussieht.

Der schaut ganz unspektakulär aus. Ich stehe in der Früh – für normale Menschen ist das Mittag – zwischen 10 und 11 Uhr auf, mache mir dann einen grünen Smoothie, um munter zu werden, gehe walken, mache ein bisschen Sport, und versuche eigentlich relativ wenig am Tag zu machen, damit am Abend in den drei Stunden, die man auf der Bühne steht, 100prozentig oder 200prozentig die Kraft und Energie da ist. Wenn man sieben oder acht Shows die Woche spielt, und das wirklich durchhalten will, jahrelang, auch mit Stimme und Kondition, macht man eigentlich – oder ich zumindest, je älter ich werde – immer weniger. Ich passe mehr auf meinen Körper und auf meine Stimme auf als wie ich jung war. Da reißt man natürlich alle Bäume aus. Aber jetzt muss ich sagen, ich genieße meine ruhige Zeit, gehe in die Natur, lese sehr viel und bündele meine Energie, damit die am Abend dann 100prozentig da ist. Also nicht so spektakulär, wie man glaubt. Ab und zu gibt es natürlich Gesangsunterricht und Tanzunterricht, aber eigentlich versuche ich, wirklich meine Energie zu bündeln.

Was war das bis jetzt schönste Erlebnis in deinem Leben? Auch mal fernab der Musical-Bühne?

Das ist ganz schwer zu sagen. Für mich sind meine schönsten Erlebnisse immer, wenn ich Zeit mit meiner Familie verbringen kann, die in Österreich wohnt, und mit meinen Freunden Zeit verbringen kann. Das sind so schöne Momente, wo man loslassen kann, vor allem mit der Familie, wo man wirklich nur man selbst sein kann.

Gibt es vom Musical-Business her ein Erlebnis, von dem du sagst: Das ist das Beste, was ich bisher erlebt habe?

Das Beste, was ich bisher erlebt habe, ist immer wieder, wenn man einen Job angeboten bekommt; eine Rolle, die man gerne spielen möchte. Wenn der Anruf kommt und sagt: Wir würden dir gerne die Rolle anbieten – das sind immer wunderschöne Erlebnisse.

Du verkörperst die Rolle der Rosie mit unwahrscheinlich viel Herzblut und bringst das Publikum Abend für Abend zum Lachen. Was macht die Rolle der Rosie für dich aus? Beschreib sie uns und wie es sich anfühlt, Abend für Abend diese Rolle zu spielen.

Was die Rosie ausmacht ist, dass sie ein sehr, sehr großes Herz hat, das aber nicht immer wirklich zeigt oder so vor sich hinträgt. Sie ist die, die immer alles in der Hand haben will oder auch in der Hand hat, die alles organisiert – und wenn es irgendwo ein Problem gibt, kommt jeder zu Rosie. Das jeden Abend zu machen, das ist einfach jeden Tag eine Herausforderung. Ich denke da gar nicht so viel drüber nach. Denn sobald die Musik anfängt und der Vorhang aufgeht, dann bin ich das einfach. Ich habe auch einiges von Rosie, ich bin in meinem Privatleben auch jemand, der viel organisiert, der, wenn es Probleme gibt, versucht, die zu lösen. Meine Tür ist immer offen, man kann immer zu mir kommen. Ich bin, glaube ich, auch ein sehr lustiger Mensch, bin sehr harmoniebedürftig, was die Rosie auch ist. Aber in erster Linie ist sie für alle anderen da, um allen anderen zu helfen und alles in Ordnung zu halten. Und wenn es ein Problem gibt, dann ist sie da. In ihrem eigenen Leben aber steht sie manchmal ein bisschen daneben und braucht dann einen Schubs von Tanja und Donna.

Du hast ja gerade selber gesagt, dass du im Privatleben auch etwas von der Rosie hast. Du erwischt dich dann ja auch, dass du diese Rolle in deinem Privatleben auch bist.

So ist es. Das ist manchmal sehr lustig, wenn dann so Aussagen in meinem Privatleben kommen, die ich tatsächlich jeden Abend so auf der Bühne sage. Was natürlich total unbewusst ist. Aber ich glaube, der Regisseur hat schon gewusst, warum er mich besetzt. Wahrscheinlich, weil ich das von Haus aus schon ein bisschen ausstrahle, ein bisschen Rosie.

Abend für Abend stehst du ja auf der Musical-Bühne, und das schon seit mehreren Jahren. Ist es für dich zur Routine geworden oder kommt es auch hin und wieder vor, dass du Lampenfieber hast?

Routine wird es nie, da es jeden Tag anders ist. Man fühlt sich anders, mal ist man müder, mal ist man total aufgekratzt, weil irgendetwas am Tag passiert ist, mal ist man krank oder hat Kopfschmerzen. Man ist also nicht jeden Tag in derselben Verfassung. Das heißt dann nicht unweigerlich, dass nicht jeden Abend die Show gleich ist. Lampenfieber: Ja und nein. Bei den Premieren natürlich, wenn da alle drinsitzen, die was zu sagen haben. Manchmal auch, wenn Familie drinsitzt, weil man doch das Beste geben will. Das kommt aber nicht sehr oft vor. Routine ist es aber auf keinen Fall. Ich habe zum Beispiel bei WICKED über 1.000 Mal diese Rolle gespielt – wenn man das so hört, denkt man: Um Gottes Willen, das muss ja so langweilig sein! Was es absolut nicht ist. Es ist eine Herausforderung, jeden Tag immer das Beste zu geben. Das Publikum spart das Geld und die Karten sind nicht gerade die billigsten – man will einfach dem Publikum das Beste von sich geben, was man jeden Abend geben kann.

Kann es auch vorkommen, dass du kurz vor der Show gesagt bekommst, dass du eine andere Rolle besetzen musst? Wenn ja, was können mögliche Gründe dafür sein?

Wenn man so wie ich jetzt nur eine Rolle in der Erstbesetzung spielt, dann passiert das nicht. Aber wenn man im Ensemble oder Swing ist, kann das schon sein, dass sie sagen: Du musst jetzt diesen Part übernehmen. Oder, wenn man so wie ich in Hamburg, Rosie Erstbesetzung war und Cover Donna, kam das auch schon mal vor. Es kommt vor, wenn eine andere Rolle, die man zufällig auch besetzt, ganz kurzfristig sich verletzt oder krank wird oder irgendwelche äußeren Umstände passieren. Im Normalfall passiert das nicht, es kann aber wie gesagt schon passieren, weil jemand mit dem Bein umknickt oder er auf einmal Magenprobleme hat oder auf einmal eine Erkältung hat und die Stimme geht weg – dann kann das kurz vor der Show schon einmal passieren. Was immer aufregend ist.

Am 5. Oktober diesen Jahres öffnet sich der Vorhang für MAMMA MIA! im Stage Palladium Theater in Stuttgart zum letzten Mal. Danach zieht das Erfolgs-Musical nach Berlin in das Theater des Westens. Wie geht es dann für dich weiter? Wirst du in Berlin auch Teil der Hauptbesetzung sein oder hast du neue Pläne?

Ich weiß nicht, ob ich das schon sagen darf – aber ich erzähle es nur dir und einen Hörern: Ich gehe mit nach Berlin. Aber das bleibt unter uns! Darauf freue ich mich natürlich sehr. Mein deutscher Wohnsitz ist Berlin, ich habe im Theater des Westens auch schon einmal gearbeitet. Ein ganz tolles Haus, ein sehr altes Theater, 150 Jahre alt, und ich freue mich sehr, dorthin wieder zu gehen und dort zu arbeiten. Und natürlich die Rosie weiter zu spielen.

Bei euch Musical-Darstellern ist es ja immer so eine Sache mit den Wohnorten. Ihr wechselt ja immer. Habt Ihr dann eine Zweitwohnung, Drittwohnung, oder wie läuft das?

Bei manchen ja, bei manchen ja. Bei mir ist es so, dass ich eine Zweitwohnung habe. Mein Hauptwohnsitz ist Berlin. Mittlerweile, je älter ich werde, desto eher suche ich mir einen Zweitwohnsitz, der voll möbliert ist. Früher, wie ich das zuerst gemacht habe in Deutschland, bin ich noch immer von Stadt zu Stadt mit dem kompletten Möbiliar gezogen, was ich jetzt seit Jahren natürlich nicht mehr mache. Aber es ist natürlich jedes Mal schon wieder eine Herausforderung: Ich muss mir wieder eine Wohnung suchen, ich muss mir wieder einen neuen Arzt suchen – es ist ja ein komplettes soziales Umfeld, dass man sich wieder suchen muss, wenn man in eine andere Stadt zieht.

Ja, liebe Barbara, wir sind jetzt am Ende des Interviews angekommen. Ich bedanke mich recht herzlich bei dir dafür und verabschiede mich jetzt schon einmal von unseren Hörern und Lesern. Und du hast jetzt noch eine kleine Überraschung für uns.

Genau. Es gibt ein Gewinnspiel für die lieben Zuhörer: Und zwar ein Gewinnspiel, wo man eine CD von MAMMA MIA! gewinnen kann. Und zwar müsst Ihr einen Kommentar auf Facebook posten, warum Ihr unbedingt diese CD gewinnen wollt. Ich bin schon gespannt, was Ihr da alles schreibt, und wünsch viel Glück, toi toi toi, dass der beste Kommentar die CD gewinnt!

Kategorie: Podcast

Autor: C. Demme (08.09.2014)

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