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Wiener Volksoper zeigt Märchenmusical KISMET in konzertanter Aufführung.

Am 24. Januar 2016 fand die Premiere des Musicals KISMET in der Volksoper Wien statt. In der konzertanten Fassung standen namhafte Operndarsteller wie beispielsweis Rod Gilfry, Ben Conner und Rebecca Nelsen auf der Bühne. Das Premierenpublikum feiert die Fassung des Märchenmusicals mit langanhaltendem Applaus und viel Bravo.

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Kismet Solisten samt Dirigent und Erzähler © Barbara Pálffy

Kulturmix in Wien

© Barbara Pálffy

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Es ist nicht einfach, dem Wiener Kulturpublikum etwas Neues zu bieten. Ein große Orchestrierung, berühmte Dirigenten und starke Stimmen sind in der Stadt des Neujahrkonzerts nicht immer ein Garant für einen erfolgreichen Abend. Das durchmischte Publikum in Wien will verzaubert werden. Das ist der Volksoper mit KISMET gelungen.

Im Wien des Jahres 2016 bringt die Volksoper einen ungewöhnlichen Kulturmix auf die Bühne: In dem Broadway-Musical KISMET aus dem Jahr 1953, dass 2016 in Wien zu sehen ist, trifft die Musik des russischen Komponisten Alexander Borodin aus dem 19. Jahrhundert auf eine Liebesgeschichte in Bagdad wie aus 1001 Nacht. Die Amerikaner Robert Wright und George Forrest adaptierten die Melodien von Borodin und komponierten auch einige neue Songs. Sämtliche Lieder behalten dabei auch in der österreichischen Hauptstadt ihren englischen Originaltext. Was nach Chaos klingt, verbindet sich erschreckend gut und wird vom Publikum bei der Premiere, auch nachdem das Saallicht schon wieder brennt, mit stehenden Ovationen und minutenlangem Applaus bedacht.

© Barbara Pálffy

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Der Geschichtenerzähler

Im Zentrum der Handlung von KISMET steht der Geschichtenerzähler Hajj, der sich mit kleinen Notlügen etwas Geld und etwas zum Essen für sich und seine Tochter Marsinah beschaffen will. Diese verliebt sich unsterblich in den jungen Kalifen. Der phantasievolle Poet, der sich als Bettler ausgibt, gerät immer wieder in brenzliche Situationen und erlebt aufregende Abenteuer. Um die Liebe seiner Tochter zum Kalifen zu ermöglichen, muss er auch den bösartigen Wesir aus dem Weg räumen. Neben Hajj der Figur des Geschichtenerzählers sitzt in der Volksoper auch ein richtiger Erzähler vor dem Orchester auf der Bühne, der mit deutschen Erzähltexten durch die Handlung führt: Christoph Wagner-Trenkwitz ist auch dem  Publikum außerhalb von Österreich durch die Kommentierung des Wiener Opernballs bei der Fernsehliveübertragung bekannt. An der Volksoper ist der studierte Musikwissenschaftler als Dramaturg tätig. Seine trockene Art und seine spitzbübischen Seitenblicke sorgen zusammen  mit pfiffigem Wortwitz für viele Schmunzler.

Entertainer am Pult

Konzertante Aufführungen bieten die Gelegenheit die Arbeit des Orchesters direkt auf der Bühne zu sehen – und nicht nur zu hören. Dirigent Joseph R. Olefirowicz ist dabei ein optisches Erlebnis. Der schwergewichtige Maestro ist ein Unikat. Selten kann das Publikum einen solchen Vollblutmusiker erleben, der die Musik liebt. Jeden einzelnen Ton scheint er einfangen zu wollen, scherzt mit Musiker und tanzt, dass selbst sein Auftritt schon ein Highlight ist. Der  als „The Dancing Conductor“ bekannte Dirigent bleibt noch lange nach Ende der Aufführung auf der Bühne und macht aus seiner Zugabe eine beeindruckende Showeinlage.

Starke Stimmen

© Barbara Pálffy

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Der Gesang steht an diesem Abend im Vordergrund und so verwundert es nicht, dass die Volksoper sämtliche Rollen mit starken Opernsängern besetzt. Die Rolle des Geschichtenerzählers Hajj wird vom US-Amerikaner Rod Gilfry gesungen. Der Bariton gibt damit sein Debüt an der Wiener Volksoper. Die Sopranistin Rebecca Nelson spielt dessen Tochter Marsinah. Sie wagt ihren ersten Ausflug ins Musicalgenre. Gemeinsam mit ihren Kollegen Ben Connor und Stefan Cerny steht die Amerikanerin auch in der Oper „La Traviata“ in der Volksoper auf der Bühne. Ben Connor singt den jungen Kalifen hervorragend und verzaubert das Publikum bei  „Stranger in Paradise“.  Cerny setzt seine kraftvolle Bassstimme bei „Was I Wazir“ gekonnt in Szene und unterstützt diese noch durch ausdruckskräftige Mimik, was ihm langanhaltenden Applaus beschert.  Die Amerikanische Musical-Diva Kim Criswell komplettierte die Runde der stimmgewaltigen Sänger. Als feurige Lalume findet sie Gefallen am einfallsreichen Hajj.

Verpasste Chancen

© Barbara Pálffy

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Die Volksoper bringt mit einer konzertanten Aufführung etwas Abwechslung in den Spielplan, das Orchester wird aus dem Graben geholt und das Publikum kann sich auf die Musik konzentrieren. Leider verpasst es das Team des Hauses mit kleinen Akzenten innerhalb der konzertanten Aufführung inszenatorische Höhepunkte zu setzen. Zu Beginn werden noch drei Sänger im Theaterraum verteilt, um wie Muezzins von Minaretten zu rufen. Diese Akzentuierung wird aber nicht konsequent zu Ende gedacht und diese schöne Idee bleibt eine der wenigen. Auch das Orchester ist schon beim Eintreffen der Zuschauer auf der bereits offen sichtbaren Bühne. Diesem Anfang wohnte kein Zauber inne. Dennoch war die Wiener Fassung vom Musical KISMET, welches 1954 den Tony Award für das beste Musical gewonnen hat, ein Fest für die Ohren und eine musikalische Einstimmung auf die Oper „Fürst Igor“, die bald an der Volksoper Premiere feiert.

Weitere Vorstellungen:

  • Donnerstag 28. Januar 2016 um 19 Uhr
  • Sonntag 31. Januar 2016 um 19 Uhr

 

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Besetzung:

  • Der Poet (Hajj): Rod Gilfry
  • Marsinah, seine Tochter: Rebecca Nelsen
  • Der Kalif: Ben Connor
  • Der Wesir: Stefan Cerny
  • Lalume: Kim Criswell
  • Imam/Bangle Man: Jeffrey Treganza
  • 1st Muezzin/2nd Silk Merchant: Rey Alan Lacuin
  • 2nd Muezzin/1st Silk Merchant: Joachim Moser
  • 3rd Muezzin/Pearl Merchant: Frederick Greene
  • Solo Girl: Tatiana Sokolova
  • Ayah: Shelley Jankowitsch
  • Erzähler: Christoph Wagner-Trenkwitz

Kategorie: Kritiken

Tags:

Autor: M. Sommerfeld (25.01.2016)

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