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HAIR begeistert Rathen

Am 6. Juli 2019 wurde das Kultmusical HAIR als Open-Air-Produktion auf der Felsenbühne Rathen aufgeführt. Die Leistungen der Darsteller, der Band und des Teams wurden mit begeistertem Applaus honoriert. Es ist eine empfehlenswerte Show, die vor allem im zweiten Akt zur Höchstform aufläuft.

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HAIR
HAIR © Sylvio Dittrich

Bejubelter Applaus für HAIR in Rathen

Am Samstag, den 6. Juli 2019, hob sich erneut der symbolische Vorhang für HAIR auf der Felsenbühne Rathen. Dass das Kultmusical ein Erfolg war, zeigte der anhaltende, begeisterte Schlussapplaus. Mit Songs wie „Let the sunshine in“, „Donna“ oder „Aquarius“ bleibt der Abend lange in Erinnerung.

Friedensproteste in Amerika

Das Stück spielt zur Zeit des Vietnamkriegs. Viele Menschen lehnen sich gegen den Krieg auf, stehen für Frieden ein und flüchten sich in Idealwelten.

die Hippiebewegung

© Sylvio Dittrich

Es ist die Zeit der Hippie-Bewegung und von einer solchen Gruppe handelt HAIR. Charakteristisch für diese sind die langen Haare, die namensgebend für das Musical sind. Es werden Einberufungsbefehle verschickt und auch die Anhänger dieser Gruppe um den Anführer Berger erhalten welche, doch verbrennen sie diese feierlich. Nur Claude bringt dies nicht fertig. Auf eine solche Tat steht eine jahrelange Haftstraße und eine soziale Ächtung. Obwohl Claude den pazifistischen Idealen anhängt, kann er auch nicht völlig seiner bürgerlichen Herkunft und deren Pflichten entfliehen. Ein Gewissenskonflikt entsteht, der sich durch das Stück zieht, bis Claude eine folgenschwere Entscheidung trifft.

Musik, die unter die Haut geht

Während die Dialoge auf Deutsch gehalten wurden, wechselten die Songtexte zwischen Englisch und Deutsch, doch das war nicht störend. Das Buch und die Liedtexte stammen von Gerome Ragni und James Rado, während Galt Macdermot für eingängige Musik sorgte. Viele Songs wirkten provokativ und unkonventionell und passen somit völlig zum Inhalt des Stückes, das speziell ist und auf das sich die Zuschauer einlassen müssen. Die Musik ist eine Mischung aus Pop und Choralen. Es überwiegen hier die Ensemblenummern, was daher rührt, dass eine Gruppe und keine einzelnen Personen im Vordergrund der Handlung stehen.

Schrille Kostüme und schlichtes Bühnenbild

Auffallend sind die farbenfrohen Kostüme. Alle tragen Schlaghosen in allen Farben und Mustern und ebenso bunt sind die Jacken, Westen und Shirts. Fast alle tragen ihre Haare lang und dazu auffällige Ketten. Hinzu kommen Requisiten, wie zwei große Köpfe zum Aufstecken oder eine Waffenattrappe, Tücher und Fahnen.
Das Bühnenbild bestand aus einem kleinem Haus, in dem die Liveband untergebracht war. Daneben stand ein Toilettenhäuschen. Beide waren mit Friedenssymbolen und entsprechenden Wörtern besprüht. Dazu gab es eine Feuertonne. Viel wurden die Treppen bei den Zuschauertribünen, die Aufgänge und die Brücke für die Tanzszenen und zum Spielen genutzt, die bei der Felsenbühne dazugehören.
Ergänzend zum Bühnenbild und den Kostümen sorgte das Licht für eine stimmige Atmosphäre, mit dem hier farbenfroh experimentiert wurde und das mit Erfolg. Ergänzend dazu sorgte die Tontechnik dafür, dass die Darsteller trotz Band gut zu hören waren.

Gelungene Besetzung

Sheila

© Sylvio Dittrich

Für die Rolle des Claude wurde Holger Uwe Thews engagiert. Dieser brachte sehr überzeugend den inneren Gewissenskonflikt herüber und vor allem zum Ende sorgte er darstellerisch für Gänsehaut. Der Anführer der Gruppe ist Berger, der von Benjamin Oeser gespielt wurde. Authentisch mimte er den exzentrischen Anführer. Hervor stach gegen Ende vor allem Grian Duesberg in der Rolle als Woof hervor, der ihn dort sehr emotional darstellte, doch auch den Rest des Stückes einfach auf passende Weise schräg präsentierte. Christin Rettig spielte Sheila überzeugend. Sheila hob sich von der Gruppe ab und war etwas feiner herausgearbeitet, war aber zeitgleich ein Teil davon. Vom Schauspiel und vor allem auch choreographisch hob sich zudem Anderson Pinheiro Da Silva als Hud hervor. Gesanglich und schauspielerisch stach Julia Rani als Chrissie positiv mit ihrer kräftigen Stimme hervor. Auch alle anderen haben darstellerisch, choreographisch und gesanglich hervorragende Leistungen gezeigt.

Fazit

Obwohl das Stück im ersten Akt etwas schwerfällig erschien, gewann es im zweiten Akt an Dynamik und das Ende ließ viele Zuschauer geflasht zurück. Das Stück ist definitiv einen Abend wert. Wer sich die Show ansehen will, der muss sich beeilen, denn sie ist nur noch am 12. und 13. Juli in Rathen zu sehen.

Kategorie: Kritiken, Open Air

Autor: A. Polifka (11.07.2019)

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