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TARZAN Kritik – In Stuttgart sind die Affen los

Seit der Deutschlandpremiere von TARZAN im Oktober 2008 in Hamburg sind nun über 6 Jahre in den Dschungel gezogen. Seitdem verzeichnet das Disney-Musical Wahnsinnserfolge. Über 2 Millionen Menschen schauten sich das Stück bereits an. Seit Oktober 2013 schwingt sich TARZAN nun in Stuttgart durch den Dschungel des Stage Apollo-Theaters im SI-Zentrum. Ein Jahr nach der Premiere füllt sich der Saal weiterhin Abend für Abend. Am 24. Oktober war unser Podcast-Moderator und Redakteur Christian bei Tarzan zu Gast und berichtet.

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Gian Marco Schiaretti
Tarzan © Stage Entertainment

Auf der Suche nach seiner Herkunft findet er so viel mehr: seine große Liebe

Die Geschichte von TARZAN hat mittlerweile Weltruhm erlangt. Schon viele Generationen wurden in den Bann gezogen. Vor vielen Hunderten von Jahren ereignete sich ein Schiffsbruch in der Nähe der afrikanischen Küste. Der kleine TARZAN wird gemeinsam mit seinen Eltern an einen von Menschen unbekannten Strand gespült. Nach einem für Vater und Mutter tödlich endenden Leopardenangriff bleibt der Junge als Waise zurück. Kala, das Gorilla-Weibchen, findet den kleinen Kerl und zieht ihn in der Gemeinschaft der Affen-Sippe groß. Doch TARZAN ist nicht bei allen willkommen. Sippen-Häuptling Kerchak sieht ihn als Eindringling, der eine Gefahr für den Stamm darstellt. Auch TARZAN merkt, dass seine Wurzeln wo anders liegen.

Als TARZAN bereits zu einem jungen Mann herangewachsen ist, trifft eine Expedition im Dschungel ein und TARZAN steht das erste Mal seinen Artgenossen gegenüber. Mit von der Partie: die junge und noch dazu bildhübsche Jane. Diese Begegnung ist der Anfang von etwas ganz Großem: einer Liebe, zwischen zwei Herzen aus zwei Welten, die sie schon bald vor die wichtigste Entscheidung ihres Lebens stellt.

“Als wär’s ein Traum” – Darsteller verschmelzen in ihren Rollen

Tarzan und Jane

© Stage Entertainment

Schon das Lesen der Besetzungsliste der Vorstellung des 24. Oktobers 2014 lies mein Herz höher schlagen. Es wurden echte Hochkaräter für diesen Abend versprochen. Als Tarzan standen an diesem Abend Lars Kerch als junger Tarzan und last-but-least, der sympathische in den Niederlanden geborene John Vooijs auf der Bühne. Als Jane durften wir die bezaubernde Merle Hoch sehen. Die gebürtige Hannoveranerin zeigt in 8 Shows an 6 Tagen die Woche was in ihr steckt. Musikalisch und schauspielerisch haut die junge Frau fast jeden von seinem Sitz. In den Kostümen von Kala und Kerchak steckten an diesem Abend die Eheleute Melanie Ortner-Stassen und Peter Stassen. Der “intelligente Typ” Terk, welcher den Charakter des Kerchak als sehr “wartungsintensiv” definiert, wurde von Emanuele Caserta, einem waschechten Italiener, verkörpert. In weiteren Rollen standen Japheth Myers (Porter) und Léon Roeven (Clayton) auf der Bühne. Insgesamt zeigen jeden Abend 24 Darsteller, was in Ihnen steckt und das ist nicht gerade wenig.

Die Darsteller müssen in den Flugszenen Höhenunterschiede von bis zu 14 Metern überwinden. Dafür wurde in Argentinien ein spezielles Fluggeschirr, das sogenannte “Harness”, entwickelt. Damit können sich die Darsteller in der Luft um ihre eigene Achse drehen. Legt man sein Augenmerk auf die Interaktion der Darsteller, merkt man schnell, dass jeder Einzelne für seine Rolle lebt. Musikalisch, schauspielerisch & tänzerisch verschmelzen die Darsteller in Ihren jeweiligen Rollen. Man könnte glatt meinen, auf der Bühne stehen nicht John, Merle oder Emanuele, sondern eben Tarzan, Jane und Terk. Für jeden der Darsteller/innen sei an dieser Stelle ein Riesenrespekt ausgesprochen.

Willkommen im Stuttgarter Dschungel

Sobald die dramatische Szene des Schiffbruchs zu Beginn des 1. Akts erloschen und verdaut ist, wird der Zuschauer sofort in den Dschungel katapultiert. Von überall kommen Sie her: die Affen. Sei es über die Eingangstüren des Zuschauerraums, über die Nebeneingänge, über die speziell für die Produktion angefertigten Gestelle an den Wänden im Zuschauerraum und natürlich von der Decke. Ja, man kann es so sagen: In Stuttgart sind die Affen los. Und nicht nur das. Auch andere Schönheiten kommen von oben auf die Zuschauer herab, so z.B. überdimensional große exotische Pflanzen. Es ist erstaunlich, wie täuschend echt die Darsteller sich in ihren Affenkostümen  bewegen. Und nicht nur das. Auch die Geräusche, die sie von sich geben, klingen verdammt ähnlich wie die ihrer Artgenossen in der Stuttgarter Wilhelma.

Tarzans Dschungelwelt

© Stage Entertainment

Die Vielfalt der Kostüme und das Ausmaß des Bühnenbildes

Es ist schon allein erwähnenswert, dass in der Show über 80 unterschiedliche Kostümdesigns zum Einsatz kommen. Die Textilfarben der meisten Kostüme sind fluoreszierend, sprich sie reagieren in der Dunkelheit auf Schwarzlicht und ultraviolette Strahlung und erhalten somit eine extreme Leuchtkraft. Ein Hingucker schlechthin. Für die Produktion wurden über 160 Perücken per Hand angefertigt. Das Knüpfen der Perücke des Affenvaters Kerchak dauerte sage und schreibe 80 Stunden.

Auf der Bühne des Apollo-Theaters geht es rasant zu. Affen rasen in Windeseile über den Bühnenboden, welcher komplett mit Schaumstoff gepolstert ist sowie mit handbemaltem Teppich belegt wurde, da die meisten Darsteller barfuß auftreten. Die Macher setzen bei TARZAN auf ein eher dezentes Bühnenbild, in den Farben des Dschungels. Grün und gelb dominieren hier. Wer ein nahezu minütlich wechselndes Bühnenbild erwartet, ist hier fehl am Platz. Doch gerade das dezente Einsetzen der Bühnenteile verleiht der Produktion etwas besonderes. Als besonders beeindruckend empfand ich den Einsatz des Spinnennetzes, welches sich aus dem 20kg-schwerem Rock erstreckte, den Jane zu Beginn ihres Auftrittes trug.

Ein Gaumenschmaus für die Ohren

Die atemberaubende Musik zu Disneys TARZAN stammt aus der Feder von Phil Collins, welcher auch von Anfang an Teil des Kreativteams war und TARZAN eine ganz eigene musikalische Note gegeben hat. Die Songs gehen unter die Haut. Ohne hierbei zu übertreiben, muss ich gestehen, dass ich nahezu bei jedem Song eine Gänsehaut verspürte. Jeder Song versprüht auf seine Art und Weise Emotionen auf höchstem Niveau. Die Melodien zaubern dem Zuschauer ein Lächeln ins Gesicht. Am liebsten würde man aufstehen und sich am Geschehen beteiligen. Gefühlvolle Balladen mischen sich hier mit angenehmen Popsongs. Ein großes Lob gilt auch dem Orchester des Stage Apollo-Theaters, welches am Abend des 24. Oktober von Jochen Neuffer dirigiert wurde. Ohne das Orchester wäre ein solch musikalisches Meisterwerk gar nicht möglich.

Wie kein anderes Musical auf dieser Welt

Abschließend lässt sich sagen, dass wohl kein anderes Musical den Zuschauer so in seinen Bann zieht wie TARZAN. Zum Einen ist dies natürlich auch der Tatsache geschuldet, dass sich ein Großteil der Szenen über den Köpfen der Zuschauer abspielt. Zum Anderen ist es aber auch die Geschichte an sich, die dank der Songs emotional aufgewertet wird. Am Ende der Show in strahlende Kinderaugen blicken zu können, spricht Bände.

Du willst es so, willst was neues? Willst sie kennen lernen, die so fremd sind wie du? Dann solltest du dich unbedingt auf den Weg in den Stuttgarter Dschungel machen, denn nur dort sind zur Zeit die Affen los.

 

 

Kategorie: Kritiken,Tarzan

Tags:

Autor: C. Demme (28.10.2014)

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