Tickets für die besten Musicals sichern: Jetzt Tickets kaufen

Marc Früh – Jekyll & Hyde bei BODYGUARD – DAS MUSICAL

Furchteinflößend sei er, wirklich bedrohlich und ganz schön gruselig. In diesem speziellen Fall ist dies durchaus als Kompliment zu sehen, denn es entstammt den Kritiken über Marc Früh als Stalker. In dieser Rolle macht er zurzeit der gefeierten Diva Rachel Marron in BODYGUARD – DAS MUSICAL das Leben schwer. Wir haben uns mit ihm getroffen und erfreulicherweise festgestellt, dass er auch anders kann.

Teile diesen Beitrag

Marc Früh Porträt 1
Marc Früh Porträt 1 © Marc Früh (mit freundlicher Genehmigung von James Cook)

„Die Leidenschaft für die Bühne hat mich gepackt“

Der Weg zur Bühne ist nicht bei jedem vorgezeichnet und nicht jeder Künstler stand schon im Kindergartenalter mit dem Mikro vor dem Spiegel. Aber auch wenn es über Umwege ist, wer für die Bühne bestimmt ist, landet früher oder später auch dort. So wie Marc Früh. Der hat erst einmal eine Ausbildung zum Elektromonteur gemacht. Aaah, und erst danach kam er zum Musical? Nein, danach hat er sich für eine Weiterbildung zum Servicetechniker entschieden. Achso, aber dann hat er sein Hobby doch noch zum Beruf gemacht? Nein, dann hat er bei einem großen Elektrogerätehersteller gearbeitet.

Dem Genre Musical langsam angenähert

„Ich bin dann durch Zufall da so reingerutscht“, erzählt der Schweizer über seine Anfänge in der Musicalwelt. Männer seien ja oft Mangelware wenn es ans Singen geht. Er sei angesprochen worden, ob er nicht an einer Audition teilnehmen wolle. „Meine erste Rolle war dann der Tybalt in ROMEO UND JULIA“. Auf der Bühne waren alles semi-professionelle Darsteller, aber alles außen rum, wie Bühnentechnik und solche Sachen, waren Profis.“, berichtet er über seine ersten Schritte. Auch in den Folgejahren war er in den Produktionen der Schweizer Musicalschule Voicesteps zu sehen. GREASE, FOOTLOOSE, HOPE, GARRY’S NINE, AIDA und die Titelrolle in JEKYLL & HYDE gehören in sein Repertoire.

Marc Früh im Gras

© Marc Früh (Dank an James Cook)

Private Ausbildung zuerst neben dem Beruf

Nachdem er in der Schweiz bereits mehrere Jahre privaten Gesangs- und Schauspielunterricht genommen hatte, ging er für ein Jahr nach Wien, um sich dort am Vienna Konservatorium noch den letzten Schliff zu holen. „Wien ist für mich die Kulturstadt“, erklärt der 32-jährige seine Wahl.

Aber wie kommt man nach einer technischen Ausbildung und einem handwerklichen Beruf doch noch dazu, sich für ein Bühnenleben zu entscheiden? „In meinem Arbeitsalltag hat mir einfach etwas gefehlt“. Vermutlich sei der Grundstein dazu schon in seiner Kindheit gelegt worden. „Ich denke, meine Oma ist schuld daran. Sie ist immer mit mir ins Theater gegangen“.

Darstellerleben birgt immer Unsicherheiten

Irgendwie sei er da dann so reingerutscht. „Ich habe Impro-Theater gemacht, das hat mich wirklich fasziniert“. Auch an entsprechenden Kursen habe er teilgenommen. „Aber es ist einfach ein Beruf, in dem man sehr schwer Fuß fassen kann, deswegen habe ich mir lange Zeit gelassen“. Letztlich siegte aber doch Herz über Verstand. „Es wurde einfach zur Leidenschaft“. Irgendwann sei man dann an dem Punkt, an dem man sich entschließt, dieser Leidenschaft nachzugeben – auch wenn man dafür manchmal leiden muss. „Natürlich gibt es in diesem Beruf immer wieder Unsicherheiten, wie es weitergeht. Nach jedem Engagement muss man ja schauen, was als Nächstes kommt“. Kurz habe er vor der finalen Entscheidung noch damit geliebäugelt, eine Pilotenausbildung zu machen, aber das habe er dann doch wieder zugunsten der Musik verworfen.

MAMMA MIA statt ROCKY

„Die Musicalszene in der Schweiz ist recht klein, obwohl ich denke, es wäre mehr Potenzial da.“, bedauert der Schweizer. „Deutschland hat da deutlich mehr zu bieten“. Deswegen sei er 2013 zu einem Casting für ROCKY – DAS MUSICAL gegangen. Auf dem Heimweg habe man ihn angerufen und gefragt, ob er nicht auch für MAMMA MIA vorsingen will. Man sei dringend auf der Suche nach einem Sky. Er wollte – und statt nach Hamburg ging es dann nach Oberhausen. 2015 hat es dann aber mit ROCKY doch noch geklappt und er kam als Swing nach Stuttgart. Im Anschluss hatte er die Möglichkeit, in dem Schweizer Musical EWIGI LIEBI mitzuwirken. „Zwischendrin konnte ich auch Operetten-Erfahrung sammeln, ich habe in der FLEDERMAUS gesungen“, erzählt er von seinem Ausflug in ein anderes Genre.

Marc Früh im Caféhaus

© Musical1

Der Reiz des Bösen

Inzwischen zog es ihn aber doch wieder zum Musical. Allerdings hat er bei seinem aktuellen Engagement nicht wirklich die Möglichkeit, seine stimmlichen Fähigkeiten zu zeigen. Als Stalker in BODYGUARD – DAS MUSICAL gibt es nicht nur nichts zu singen, er spricht auch kaum. „Es hat mich gereizt, auch mal eine andere Seite von mir zu zeigen. Ich kann nicht nur charmant sein.“ Er mag düstere Rollen, sagt Marc Früh. „Auch der Ferdinand bei EWIGI LIEBI war ja eigentlich ein Böser“.

„Ich bin ähnlich direkt wie Frank Farmer“

Besonders spannend mache es aber natürlich auch die Kombination mit Frank Farmer. „Die Cover-Besetzung für Frank Farmer zu spielen ist eine tolle Chance“. Und die will er auch nutzen. „Die Rolle ist eine große Herausforderung. Ich habe sehr viel daran gearbeitet, den ganz besonderen trockenen Humor, den Frank hat, auch rüberzubringen. Das ist wirklich nicht einfach, denn es ist ein sehr schmaler Grat, auf dem man sich da bewegen muss.“ Es sei nicht immer ganz einfach, diesen Humor zu verstehen. „Aber ich kenne jemanden, der genau die gleiche Art Humor hat. Ich habe versucht, mir da etwas abzuschauen. Auch mit dem Phonetiker habe ich viel diskutiert und überlegt, wie ich die Pointen am besten setze.“

Stimme klingt auch bei schrägen Tönen gut

Charme kann und muss er als Frank Farmer – auf seine ganz eigene Weise – aber dann doch wieder zeigen, schließlich soll sich Rachel Marron ja in ihn verlieben. Nur singen, das darf er auch in dieser Rolle nicht. Zumindest nicht schön. So ganz verheimlichen kann er seine volle, warme Stimme allerdings nicht mal in der Karaoke-Szene. Selbst die schrägen Töne aus Farmers Interpretation von „I will always love you“ machen neugierig, ihn „richtig“ zu hören. Allerdings muss man sich hierfür wohl noch etwas gedulden. Momentan könne er nicht sagen, wo er mal wieder zu hören sei, es sei aktuell nichts geplant und er konzentriere sich ganz auf sein aktuelles Engagement.

„Ich muss den Charakter fühlen“

Als Stalker steht er fast täglich auf der Bühne, aber auch seine Premiere als Frank Farmer hat er inzwischen hinter sich. „Ich spiele als Cover in der Regel mindestens zweimal im Monat“. Gerade wenn man eine Rolle nicht so häufig spielt, ist es wichtig, optimal vorbereitet zu sein. „Wenn ich merke, dass ich nicht mehr über das nachdenke, was ich tue, dann fühle ich mich sicher. Ich muss den Charakter denken und fühlen“. Oft sei das erst nach dem Put-in der Fall, da man vorher noch viel zu viel nachdenken muss, wann man wo zu stehen hat, wie die Umzüge klappen, und so weiter. „Ich versuche immer 1000% zu geben und meine jeweilige Rolle frisch zu halten, egal wie oft ich etwas schon gespielt habe“. Dazu gehöre es für ihn auch, immer mal wieder kleine Nuancen zu verändern. „Ich bin wirklich froh, diesen Job machen zu dürfen. Schon alleine deswegen möchte ich immer mein Bestes geben“.

Marc Früh Porträt 2

© Marc Früh (Dank an James Cook)

Selbst im Stalker findet man etwas von sich

Gefragt, wieviel Marc in seinen aktuellen Rollen stecke, erklärt der Darsteller: „Es gibt immer gewisse Parallelen zu einem selbst. Man muss immer etwas von seiner eigenen Persönlichkeit mit einfließen lassen oder auf eigene Erlebnisse mit zurückgreifen, um sich in eine Rolle reinzudenken. Selbst bei dem Stalker. Dennoch sei es bei Frank etwas einfacher, Gemeinsamkeiten zu finden. „Ich glaube, ich bin ähnlich direkt wie Frank“. Außerdem könne er gut nachvollziehen, dass der Bodyguard zum Beispiel ganz automatisch jeden Raum abscannt nach Ausgängen, etc. „Das ist bei mir genauso. Bei mir ist es halt die Elektrik, die mir in jedem Raum aufgrund meines vorherigen Berufs immer ins Auge springt. Das nimmt man ganz automatisch wahr“.

Vom Luxus am gleichen Ort zu sein

Privat schwelgt Marc Früh gerade im Luxus, denn ihm wird etwas zuteil, das Musical-Darstellern oft verwehrt ist. „Zum ersten Mal kann ich mit meiner Frau zusammenwohnen, da wir für die gleiche Produktion arbeiten“. Dies sei ein seltenes Glück, meist sei man ja doch an zwei verschiedenen Orten engagiert. Kennengelernt haben sie sich bei MAMMA MIA in Oberhausen. Marina Maniglio, unseren Lesern bestens als Ensemble-Mitglied und Cover Sarah aus TANZ DER VAMPIRE bekannt, gehört ebenfalls zur Stuttgarter Cast von BODYGUARD – DAS MUSICAL.

„Wir mögen das Essen hier, es ist ähnlich deftig wie in der Schweiz. Aus meiner Sicht gibt es da nicht so viele Unterschiede zu Zürich. Nur die Seen, die vermisse ich“.

Gut gelaunter Teamplayer

Zum Schluss möchten wir auch von Marc Früh wissen, wie seine Kollegen – nicht seine Frau! – ihn wohl beschreiben würden. „Gut gelaunt, direkt, aber auch ein guter Teamplayer“, kommt es ohne allzu großes Zögern.

Wer wissen will, wann Marc Früh als Cover Frank Farmer zu sehen ist, kann dies – soweit bekannt – auf seiner Facebook-Seite nachlesen. Zu allen anderen Terminen ist er als Stalker zu sehen.  Kurzfristige Änderungen sind jedoch wie immer möglich.

Kategorie: Bodyguard,Darsteller Geschichten,Interviews

Tags:

Autor: M. Kanz (12.11.2017)

Teile diesen Beitrag

Monatlicher Musical-Newsletter

Erhalten Sie einmal im Monat kostenlos die wichtigsten Musical-News im Überblick: Welche neuen Musicals laufen wo? Welche tollen Musical-Angebote gibt es? Verpassen Sie keine Hinweise mehr!

Die Abmeldung von dem Newsletter ist jederzeit möglich.

Kommentar hinterlassen

Newsletter abonnieren (Jederzeit wieder abbestellbar)
Musical1 Newsletter
Zusammengefasste Musical-News
Hinweise auf gute Musical-Angebote
Regelmäßige Ticketverlosungen
Musical-Neuerscheinungen