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Kritik: HOLIDAY ON ICE – PLATINUM zu Gast in der Erfurter Messehalle

"Glamourös, dramatisch und am Puls der Zeit." So möchte sich Holiday on Ice Platinum dem Publikum präsentieren. Vom 10. bis 14. Dezember gastierte die Tourproduktion in Erfurt und lockte einige tausend Besucher in die Messehalle. Aber wie viel Glamour, Drama und und vor allem Impressionen von der versprochenen Modeshow mit ausgewählten Kreationen des Stardesigners Harald Glööckler kann die knapp zweistündige Show wirklich bieten? Die Musical1-Redakteure Christian und Benedikt waren vor Ort.

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Holiday on Ice
Holiday on Ice © Stage Entertainment

HOLIDAY ON ICE – eine Show der Superlative!?

Seit bald nunmehr 71 Jahren begeistert HOLIDAY ON ICE Jung und Alt. Bereits über 327 Millionen Zuschauer verfolgten die Darsteller auf Kufen und staunten über die ihnen dargebotenen Figuren. Seit der Uraufführung am 25. Dezember 1943 in Toledo, USA, bereiste die Tour über 620 Städte in mehr als 80 Ländern auf allen fünf Kontinenten der Welt.

Insgesamt knapp 6.000 Eiskunstläufer (davon 12 Gewinner von olympischen Medaillen) verhalfen der Show bisher zum Erfolg. Und so war auch das Publikum in der Nachmittagsvorstellung des 13.12.2014 gespannt und verharrte der Dinge, die da kommen sollten.

Der stille Beginn der Show

Die Handlung der Show ist recht schnell zusammengefasst. Zu Beginn spielt ein junger Mann einsam ein klassisches Musikstück auf dem schneeweißen Flügel in der Mitte der Eisfläche. Eine Live-Darbietung, die eines der Highlights der Show darstellt, darf man dem Applaus der Zuschauermenge glauben. Nun folgt der fulminante Auftritt des Conférenciers, Norbert Schramm, seines Zeichens früherer Eiskunstläufer, doppelter Vize-Weltmeister, zweifacher Europameister und dreifacher Deutscher Meister im Eiskunstlauf. Er vermittelt dem Publikum einen kleinen Einblick in die Geschichte der Show und versucht, dem Zuschauer den roten Faden der Show nahezubringen. Leider gelingt ihm dies erst im zweiten und letzten Akt.
Erste Pirouetten, Hebefiguren und Sprünge darf der Zuschauer direkt in der ersten Szene bewundern. Zu der Musik der 40er Jahre betritt eine große Gruppe an Akteure die Bühne. Teilweise geordnet, meist aber ohne erkennbare Choreografie flitzen sie im Takt der Musik über die Eisfläche. Wirklich Stimmung mag bei den Zuschauern aber noch nicht aufkommen und so haben auch die Künstler sichtlich Mühe, das Publikum zum Klatschen im Takt der Musik zu animieren.

Star-Ehrungen und Leidenschaft

Finale von Holiday on Ice

© Christian Demme

Weiter geht es mit einer Hommage an die weiblichen Stars des Eiskunstlaufes. Die vorher angekündigte Bielmann-Pirouette geht in dieser Darbietung leider etwas unter, sodass wieder nur vereinzelt Applaus zu hören ist.

Nun wird es leidenschaftlich. Zu den Klängen spanischer Musik lebt die Eisfläche wieder auf und die Akteure können nun auch das Publikum erwärmen, sodass der ein oder andere auf seinem Sitz mitwippt. Erneut erfolgt die Ehrung weiterer Eiskunstlauf-Stars, dieses Mal aber die der männliche Fraktion. Natürlich darf hierbei auch nicht die Ehrung unseres Moderators fehlen, der sich nicht bitten lässt und selbst einige Kunststücke auf dem Eis vollführt. Offensichtlich ist nun auch beim Publikum das Eis geschmolzen und so darf sich Schramm am tosenden Applaus der Menge erfreuen. Leider zerstört er direkt in der nächsten Szene die Stimmung wieder selbst. Passend zur Gospel-Musik treten die Akteure nun in gelben Gewändern auf. Schramm selbst mimt den Pfarrer und fordert das Publikum auf, sich dem Halleluja der Akteure anzuschließen.Wirklich Beachtung erfährt er aber leider nicht, sodass das finale Halleluja wieder mehr oder weniger von den Darstellern selbst kommt.

Die Stimmung tobt

Nach einer 20-minütigen Pause startet der zweite Akt. Und hier endlich gelingt es der Cast das Publikum aufzutauen. Unter anderem zum Stück “We are young” von Fun und einem atemberaubenden Lichtspektakel aus Lasern und Scheinwerfern werden wahrhaft grandiose Choreografien dargeboten. Und die Begeisterung merkt man dem Publikum auch an. Es wird mitgewippt, im Takt der Musik geklatscht und zum Ende der Szene erneut enthusiastisch applaudiert, nicht zuletzt ob der grandiosen Luftakrobatik zweier muskelbepackter Männer, die vor der Kulisse eines ausbrechenden Vulkans ihr Können unter Beweis stellen.

C’est la vie de Paris et la mode de Harald Glööckler

Modenschau

© Morris Mac Matzen

Nun entführt uns die Show in die Stadt der Liebe und zeigt uns das Leben in Paris. Es wird ein junger Mann bei der Partnersuche begleitet. Ganz ohne Klischee funktioniert diese Szene aber nicht: So lernt der Mann eine Frau kennen, verliebt sich in diese, kann aber der Versuchung von Pigalle nicht widerstehen und verliert so nicht nur seine Traumfrau, sondern muss auch weiterhin alleine dem weiteren Leben entgegenlaufen.
Passend zu Paris folgt nun der große Auftritt der Kreationen von Harald Glööckler. Das ganze dauert leider nur fünf Minuten, die Darbietung selbst aber ist hübsch gemacht, man fühlt sich wirklich kurz wie auf der Pariser Modenschau. Mehr erhofft hat sich aber sicherlich jeder Zuschauer.

Schluss. Aus. Vorbei.

Bei den letzten beiden Szenen ist leider kein glatter Übergang zu erkennen. Zunächst hören wir brasilianische Rhythmen, die Eisfläche verwandelt sich optisch in einen kleinen See im Dschungel, die Leinwand im Hintergrund in einen Wasserfall. Die Akteure betreten die Bühne, die meisten mit einem Hauch von Nichts bekleidet. Es wird getanzt, Figuren werden vollführt und nach einigen Minuten betritt unser Moderator die Bühne und verkündet, dass wir bereits mitten im großen Finale der Show stehen.

Nacheinander betreten nun alle Akteure letztmalig die Eisfläche und zeigen dem Zuschauer, was alles mit Schlittschuhen machbar ist. Auch das Publikum selbst wird nun wieder zum aktiven Mitmachen animiert und aufgefordert, mitzuklatschen. Dieses Mal klappt’s. Norbert Schramm kündigt ein imposantes Abschiedsarrangement an, die Akteure versammeln sich, bleiben für 15 Sekunden still stehen und verabschieden sich dann. Schluss. Aus. Vorbei.

 Glamour, Drama und rasender Puls?

120 Minuten dauerte das Stück, dazu kamen 20 Minuten Pause. Wie bereits erwähnt ließ sich der rote Faden erst im zweiten Akt erkennen und auch die Stimmung besserte sich erst dann deutlich. Am meisten störte jedoch der Moderator. Er drängte sich zu sehr in den Vordergrund, stellte sich zu oft in Szene. Die Akrobatik und die Darbietungen auf Eis – vor allem die Todesspirale – hingegen zeigten Weltklasse-Eiskunstlauf und man konnte am Ende des Abends entspannt die Halle verlassen und wusste, wieso diese Show-Sensation laut Guiness World Records™ “Die beliebteste Live-Entertainment-Produktion der Welt” ist. Eben komplett glamourös, dramatisch und am Puls der Zeit. Mit einigen Ausnahmen.

Kategorie: Tour Musicals

Autor: B. Hake (15.12.2014)

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