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Interview mit Garðar Thór Cortes

Der isländische Star-Tenor Garðar Thór Cortes spielt noch bis zum Sommer die Rolle des Phantoms in LIEBE STIRBT NIE. Sina Heine hat sich mit dem Sänger und Schauspieler zum Interview getroffen. Was bedeutet ihm seine Rolle in diesem Musical? Wie geht er mit Druck um? Und welche weiteren Rollen würde er gerne noch übernehmen? Im Interview verrät er es.

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Gardar Thor Cortes
Gardar Thor Cortes © Stage Entertainment/Morris Mac Matzen

Gespräch mit dem Phantom

Garðar Thór Cortes ist ein international bekannter Tenor aus Island. Er stand bereits in Skandinavien, Europa, den USA und Asien auf der Bühne, veröffentlichte das Nummer 1-Album „Cortes“ und war 2008 für den „Classic Brit Award“ nominiert. Als Teenager stand er zunächst als Schauspieler vor der Kamera und wurde dem deutschen Publikum durch die ZDF-Serie „Nonni und Manni“ bekannt. Für die deutsche Erstaufführung des Musicals LIEBE STIRBT NIE in Hamburg übernahm Cortes die Rolle des Phantoms.

Was macht die Rolle des Phantoms so besonders für Dich?

Das ist die Musik! Und natürlich der Charakter, es ist ein großartiger Charakter zu spielen. Das Drama ist sehr emotional, es passiert so viel auf der Bühne und das Phantom muss viel mehr durchmachen als die anderen Charaktere. Das ist ein sehr starkes Stück und es ist wahnsinnig interessant, das zu spielen.

Du wurdest von Lord Andrew Lloyd Webber höchstpersönlich für diese Rolle ausgewählt. Wie bist Du mit dem Erwartungsdruck von ihm, Stage Entertainment und natürlich den Phantom-Fans umgegangen?

Ich denke, ich habe es so gemacht wie mit den meisten Dingen: Ich habe mich so viel und so gut es geht darauf vorbereitet. Es ist ganz wichtig, ruhig zu bleiben und sich nicht ständig Sorgen deswegen zu machen und einfach immer sein Bestes zu geben. Jeden Abend 100 % zu geben – und wenn Du das tust und auch während des Castings immer daran denkst und letztendlich dann auf der Bühne stehst, darfst Du niemals nachlassen. Und wenn man sich wirklich darauf fokussiert, dann entsteht auch gar nicht so ein großer Druck. Versuch, so gut es geht, gesund zu bleiben. Klar, manchmal bekommt man eine Erkältung, das ist ganz klar, aber wenn Du alles gibst, was Du geben kannst, dann gibt es keinen Grund, sich große Sorgen zu machen.

In Vorbereitung auf LIEBE STIRBT NIE, hast Du da das ein oder andere „Phantom-Buch“ gelesen? Zum Beispiel von Susan Kay oder Gaston Leroux?

Nein, Bücher habe ich nicht gelesen. Stattdessen habe ich viel im Internet recherchiert. Ich habe den ersten Teil PHANTOM DER OPER viele Male gesehen und ich war ja nun auch ein Teil davon, aber ich hatte leider nie die Chance , LIEBE STIRBT NIE in London zu sehen. Aber ich habe viel daran gearbeitet, wie jeder Schauspieler das vor einer Rolle macht.

Was hast Du denn mit dem Phantom gemeinsam?

Gardar Thor Cortes als Phantom

© Stage Entertainment

Ich denke, es sind die Emotionen. Seine Gefühle sind sehr groß, sehr intensiv und manchmal auch außer Kontrolle. Aber es ist immer wichtig, etwas zu finden, worauf man sich beziehen kann bei einer Rolle. Als Anthony Hopkins damals Hannibal Lecter gespielt hat, wurde er wahrscheinlich nicht gefragt, was er mit ihm gemeinsam hat, weil es da hoffentlich keine Gemeinsamkeiten gab. Aber ich finde, man muss immer eine Gemeinsamkeit finden, auf die man sich bei einer Rolle beziehen kann, um dann den Charakter und seine eigenen Gedanken auszuarbeiten und miteinander zu verbinden. Nur so kann es am Ende echt rüber kommen. Gib Deiner Rolle einen eigenen Charakter!

Wie hat sich denn der Charakter des Phantoms vom ersten Teil bis hin zu LIEBE STIRBT NIE verändert?

Er ist erwachsener geworden. Er ist älter und weiser geworden in einigen Aspekten und auch ruhiger. Er ist immer noch dieselbe Person, aber er ist zehn Jahre älter. Er ist noch immer das Genie, welches er einst war.

Du hast am Londoner West End bereits die Rolle des „Raoul“ in PHANTOM DER OPER gespielt. Wäre das auch für LIEBE STIRBT NIE eine Rolle für Dich gewesen?

Die Möglichkeit hat sich bisher nicht geboten, als ich gefragt wurde, ob ich „Liebe stirbt nie“ spielen möchte. Aber ich denke, dass Raoul sich genauso wie das Phantom geändert hat. Ich denke, Raoul hat sich mehr verändert, weil er nun Alkoholiker ist, er spielt Glücksspiele und so war er vorher nicht. Das Phantom hingegen ist nur älter und ruhiger geworden, er ist nicht mehr so stark wie er einmal war, er ist mental müde geworden. Aber trotz allem ist Raoul in LIEBE STIRBT NIE sehr interessant, anders als in PHANTOM DER OPER, und ich finde es sehr schön die beiden Seiten von ihm miteinander zu vergleichen, zum Beispiel diese starke Liebe und Leidenschaft die er einst in sich trug, als er jünger war.

Was, glaubst Du, macht LIEBE STIRBT NIE so besonders?

Die Musik! Andrews Musik ist eine Klasse für sich, wunderschöne Melodien und er weiß immer genau, was er damit tut und deshalb ,glaube ich, ist „Liebe stirbt nie“ auch so gut! Wegen der Musik, der Geschichte, der einzigartigen und so starken Charaktere und natürlich auch wegen des Dramas. Ich glaube, genau das ist es, was die Leute auch so genießen zu sehen.

Du stehst acht Mal die Woche auf der Bühne – geht die Magie des Stückes dabei für Dich nicht irgendwann verloren?

Phantom und Christine

© Stage Entertainment

Nein, das tut sie wirklich nicht, das ist die ehrliche Antwort! Ich denke, man muss aufpassen, dass sie nicht verloren geht. Das ist in jedem anderen Job genauso. Man kann abstumpfen und somit in eine negative Routine hinein rutschen. Ich denke, bis zu einem gewissen Punkt ist Routine gut. Jeden Abend auf die Bühne zu gehen ist natürlich auch Routine, aber man sollte sich immer daran erinnern, warum man hier ist, warum man diesen Job macht und was man an diesem Job so sehr liebt. Und es gibt immer wieder etwas Neues, worüber Du nachdenken kannst, die Musik, das Schauspiel, das Drama, es gibt immer etwas, was Du versuchen solltest, besser zu machen. Das ist immer spannend für mich, bevor ich auf die Bühne gehe. Ich versuche jeden Tag besser zu sein als zuvor. Und ich bin sehr froh, das jeden Abend aufs Neue tun zu dürfen.

Was machst Du nach einer Show zur Entspannung?

Ich gehe nach Hause und kann dann meistens nicht direkt ins Bett gehen. Klar bin ich nach einer Show müde, aber ich mache es mir dann gemütlich, mache den Fernseher an, um einfach den Kopf auszuschalten. Danach gehe ich ins Bett, lese manchmal noch ein bisschen und versuche dann zu schlafen.

Hast Du denn bei LIEBE STIRBT NIE eine Lieblingsszene?

Nicht wirklich. Ich mag eigentlich alle Szenen, sie sind alle großartig. Da kann ich mich gar nicht für eine entscheiden.

Ist schon mal etwas Lustiges oder sogar Peinliches auf der Bühne passiert?

Lustige Dinge passieren immer wieder, obwohl natürlich jeder sehr professionell ist. Oft passieren nur kleine Dinge, die wir Darsteller bemerken, aber das Publikum glücklicherweise nicht. Es sind oft nur Kleinigkeiten, so hatte ich schon Apfelsaft auf meinem Kostüm verschüttet oder habe falsche Wörter gesungen, die zweite Strophe vor der ersten. Also wirklich nur kleine Sachen, nichts Großes – bis heute! Aber genau das ist der Kick an Live-Auftritten!

Als ich Dich das erste Mal singen hörte, war ich nicht nur von Deiner atemberaubenden Stimme beeindruckt, sondern auch von Deiner deutlichen und klaren Aussprache. Wie steht es um Dein Deutsch?

Ich gehe regelmäßig zum Deutschunterricht hier im Theater und ich versuche, auch im Alltag, zum Beispiel beim Einkaufen oder in Cafés, deutsch zu sprechen. Aber das ganze Ensemble ist sehr international, deshalb sprechen alle englisch miteinander. Das ist vielleicht nicht das Beste, aber für uns auch das Bequemste. Wir kommen aus Australien, Italien, Schweden, Island, Amerika, England, Norwegen, … Ich liebe aber die deutsche Sprache und ich hoffe, mich auf der Bühne diesbezüglich auch noch weiter zu verbessern.

Was war bisher Deine größte Herausforderung im Leben?

Das ist, glaube ich, ein Vater zu sein. Und nicht nur einfach das, sondern vor allem, ein guter Vater zu sein! Das ist für mich das Allerwichtigste.

Du hast einen kleinen Sohn. Wo hat er Dich schon auf der Bühne gesehen?

Ich glaube, mein erster Auftritt vor ihm auf der Bühne war in MOZART, da war er zwei oder drei Jahre alt und er liebte es. Er ist selber auch sehr musikalisch. Und ich wünsche mir auch, dass er mich in so vielen Rollen wie möglich erleben kann. Er hat mich schon in LIEBE STIRBT NIE gesehen. Beim ersten Mal hat jedoch jemand anderes das Phantom gespielt und ich habe im Publikum neben ihm gesessen. Er hatte manchmal ein bisschen Angst, weil die Show für ein kleines Kind hin und wieder ein bisschen unheimlich ist.

Was sind Deine Pläne für die Zukunft?

Es gibt schon Pläne und Ideen und Verhandlungen. Ich hoffe einfach, so viel wie möglich arbeiten zu können und das zu tun, was ich so sehr liebe – auf der Bühne zu stehen! Lassen wir uns überraschen!

Gibt es eine bestimmte Rolle, die Du unbedingt spielen möchtest?

Viele! Zu viele, um jede aufzuzählen. Es gibt da Rollen sowohl in Musicals als auch in Opern. Ich würde auch gerne mal das Phantom im ersten Teil spielen oder Hoffman oder auch Otello, aber ich denke, das ist etwas, was ich erst später in meiner Laufbahn spielen werde, wenn meine Stimme weiter gereift ist. Es gibt so viele gute Sachen und wenn Du die Möglichkeit hast, Teil von etwas zu sein, was so gut ist wie LIEBE STIRBT NIE, dann ist es eine Freude das machen zu können! Und man kommt von ganzem Herzen gerne zur Arbeit. Es ist nach wie vor nicht nur ein Job, sondern ohne jeden Zweifel pure Leidenschaft für diesen Beruf!

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Kategorie: Interviews,Liebe stirbt nie

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Autor: Gastautor (28.04.2016)

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