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Ganz großer Zirkus in Tecklenburg – CATS begeistert

Andrew Lloyd Webber’s Klassiker von 1981 wird in den meisten Produktionen sehr ähnlich präsentiert. Die Freilichtspiele Tecklenburg hatten bereits im Vorfeld angekündigt, dass es die altbekannte Inszenierung nicht übernehmen, sondern eine freie Produktion auf die Bühne bringen wird. Statt auf einer Müllhalde findet sich der Zuschauer in einem großen Zirkus wieder. Wie die Vorstellung unserer Redakteurin gefallen hat, lesen sie weiter unten!

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© Freilichtspiele Tecklenburg
Szenenfoto CATS 2015 © Freilichtspiele Tecklenburg

Alte Geschichte neu inszeniert

Einmal jährlich treffen sich die Jellicle Katzen zu einem großen Ball, auf dem eine Katze bestimmt wird, die ein weiteres Katzenleben führen darf. Munkustrap führt durch den Abend, stellt einzelne Jellicles genauer vor, leitet ein Theaterspiel und hält die revueartigen Einzelnummern der Katzen zusammen. Katzenpatriarch Old Deuteronomy fällt am Ende die endgültige Entscheidung, welche Katze ausgewählt wird, ein neues Leben zu beginnen…

Neues Konzept

Das aus der Feder von Andrew Lloyd Webber stammende Musical wurde 1981 uraufgeführt und kam 1983 zunächst nach Wien, 1986 dann nach Hamburg. Seit 2001 gab es immer wieder Tourneeproduktionen, die sich rechtebedingt an die Fassung der Originalversion halten mussten. Nun sind die Rechte freigegeben worden, Kopien der Originalversion waren untersagt. Dies nutze Regisseur Andreas Gergen: Statt wie bisher auf einem Schrottplatz, findet der Tecklenburger Jellicle Ball in einem Zirkus statt. Die Breite der Freilichtbühne wird voll ausgenutzt und meist komplett bespielt. Die Statisterie und der Chor der Festspiele Tecklenburg wurden mit eingebunden; wenn man sich auch manches Mal mehr Katzen auf der Bühne gewünscht hätte. Die revueartigen Nummern der einzelnen Katzencharaktere werden durch das Zirkusthema grandios aufgegriffen. Das Bühnenbild (Susanna Buller) zeigt rote, teils zerrissene Vorhänge, die Bühne und Seitenbühne einrahmen. Dazu ist die Bühne durch zwei Schrägen ergänzt worden, an denen die Katzen mithilfe eines Seil hochklettern und herunterrutschen können. Zwei Vertikaltücher auf der Seitenbühne bzw. eine Vertikalstange am rechten Bühnenrand ermöglichen weitere akrobatische Einlagen. Eine Mattenbahn erstreckst sich parallel zu den Zuschauerrängen und bietet die Grundlage für vielfache Saltos, Flick Flacks und Ratschläge. Eine überdimensionale Tasse, Gitarre und zwei Podeste ergänzen das Bühnenbild und werden bei Bedarf an die richtige Position geschoben. Darüber hinaus hat der Theaterkater Gus einen Einkaufswagen für seine Habseligkeiten, der im weiteren Verlauf zu Skimbles Eisenbahnwagon wird. Das Bühnenbild überzeugt durch Schlichtheit und Funktionalität.

Herrausragende Ensembleleistung

Noch vor der eigentlichen Ouvertüre erklingen Drehorgelklänge. Der Zuschauer findet sich nun auch klangmäßig im Zirkus. Mit der einsetzenden Ouvertüre schleicht dann Macvity (Zoltán Fekete), der Bösewicht unter den Katzen, auf die Bühne. Mit blitzenden Augen suggeriert er den Zuschauern, den Zirkus in Flammen zu setzen. Ganz unbekümmert schwenkt er hierzu seine Fackeln, spuckt noch kurz etwas Feuer und nebelt den Zirkus ein.

© Freilichtspiele Tecklenburg

Macavity (Zoltán Fekete) © Freilichtspiele Tecklenburg

Im zweiten Akt, während des „Kampf mit Macavity“ wird Fekete nochmals mit einer Feuerstange auf die Bühne kommen und sich den Katzenkampf liefern. Während beider Szenen erntet er verdienten Szenenapplaus für seine Leistung. Die einzelnen, revueähnlichen Nummern aller Katzen passen hervorragend in das Zirkusthema:

Munkustrap (Armin Kahl), führt als eine Art Erzähler durch den Abend. Stimmlich überzeugend, zeigt Kahl einen äußerst selbstsicheren Kater, der von den anderen geachtet, wenn auch teilweise imitiert, wird. Victoria (Taryn Nelson) eröffnet den Jellicle Ball mit einer Akrobatik-/Tanzeinlage. Die Gumbie-Katze, eine alte, dickliche Hauskatze wurde in Tecklenburg überraschend mit Benjamin Eberling besetzt. Dieser interpretiert eine eher gemächliche Hauskatze, die die Jungspunde der Runde versucht zu unterrichten. Im Anschluss erscheint mit Rum Tum Tugger (Shane Dickson) ein selbstverliebter Kater mit enormen Hüftschwung, den er nur mit einem roten, glitzernden Slip bekleidet ausführt und auf den die jungen Katzen fliegen. Mehrfach erntet auch er Szenenapplaus für extraordinäre Hebefiguren, bei denen er Victoria und auch Mistoffelees am Ende auf nur einem Arm stützt. Der Zauberkater Mister Mistoffelees (David Peireira) zeigt sich virtuos an den Vertikaltüchern. Elegant und geschmeidig präsentiert er diverse Figuren, darunter auch einen tiefen Spagat, dem Publikum und zeigt Akrobatik auf Höchstniveau. Nach erstem Erstaunen wird er mit euphorischem Beifall belohnt. Grizabella (Maya Hakvoort) ist der alte, ehemalige Katzenstar, der von den anderen Katzen ausgeschlossen wird. Hakvoort interpretiert ihren Charakter rollengemäß und präsentiert „Erinnerung“ mit tiefer, gefühlvoller Stimme. Ein wunderbarer Regiegedanke war hier im ersten Teil des Liedes ein junges Ego passend zu ihrem Solo tanzen und somit ihre Gedanken verbildlichen zu lassen.

© Freilichtspiele Tecklenburg

Gus (Yngwe Gasoy-Romdal) und Jellylorum (Leah Delos Santos) © Freilichtspiele Tecklenburg

Bustopher Jones / Gus/ Growltiger (Yngve Gasoy-Romdal) und Jellylorum /Griddlebone (Leah Delos Santos) zeigen ein rührendes Zusammenspiel und sind auch im Gesang äußerst harmonisch. Vor allem „Growltigers letzte Schlacht“ bleibt dem Zuschauer in Erinnerung. Hierbei mimt Delos Santos eine Geisha, der Growltiger ein Herz angelt. Nils Haberstroh und Anna Carina Buchegger fegen mit einem überdimensionalen Ghettoblaster über die Bühne. Beide zeigen während des Singens noch akrobatische Höchstleistungen und verkörpern die äußerst frechen und gewitzten Katzen Mungojerry und Rumpleteazer. Skimbleshanks (Stephan Luethy), der Eisenbahnkater, sorgt wiederum für Schmunzlern beim Publikum und wirbelt agil über die Bühne.

© Freilichtspiele Tecklenburg

Old Deutoronomy (Reinhard Brussmann) © Freilichtspiele Tecklenburg

Der Katzenpatriach Old Deuteronomy (Reinhard Brussmann) erinnert alle Katzen stets würdevoll an den Wert der Katzen.

Trotz der hochkarätigen Besetzung gibt es in Cats nicht den einen Hauptdarsteller. Vielmehr lebt das Stück von der herausragenden Ensembleleistung. Bei all diesen losen Liedstücken, zeichnen sich die Tecklenburger Katzen durch eine einzige Homogenität und Professionalität in allen Bereichen aus. Auch wenn der Handlungsstrang bekannt schwach ist, so ist die Interpretation äußerst stimmig und der Handlungsort des Zirkus grandios gewählt.

Kreativität

Das Live-Orchester unter der Leitung von Tjaard Kirsch spielt Webbers Partituren flott auf und regt somit das Publikum mehrfach zum rhythmischen Mitklatschen an. Die Choreografien von Kim Duddy erinnern teilweise an bereits bekannte Cats-Choreografien. Allerdings scheinen sie weniger „balletlastig“ zu sein. Modernität zeigt sich, wo Katzen auf einmal Seil hüpfen oder Streetdance – Elemente gezeigt werden. Mehr Gewicht wird zudem den Akrobatikelementen zugemessen, die genauso wie etliche Hebefiguren immer wieder zu Recht Szenenapplaus bekommen. Karin Alberti zeigt sich für die farbenprächtigen, modernen Kostüme verantwortlich. Diese sind zwar weniger katzenähnlich, passen jedoch gestalterisch hervorragend in den Zirkus-Schauplatz.

Beinahe Ausverkauft

Dass der Tecklenburger Zirkus der Katzen äußerst sehenswert ist, hat sich bereits bei den Festspielbesuchern herumgesprochen. Die bisher gezeigten Vorstellungen waren zumeist ausverkauft. Für die wenigen, weiteren Termine bis zum 12.09. sind vielfach nur noch Restplätze verfügbar. Wer CATS open air noch sehen möchte, muss sich also beeilen!

  • Donnerstag, 13.08. – 20:00 Uhr
  • Freitag, 14.08. – 20:00 Uhr
  • Samstag, 22.08. – 20:00 Uhr
  • Sonntag, 23.08. – 19:00 Uhr
  • Donnerstag, 27.08. – 20:00 Uhr
  • Freitag, 28.08. – 20:00 Uhr
  • Samstag, 29.08. – 15:00 & 20:00 Uhr
  • Sonntag, 30.08. – 19:00 Uhr
  • Freitag, 04.09. – 20:00 Uhr
  • Samstag, 05.09. – 20:00 Uhr
  • Sonntag, 06.09. – 19:00 Uhr
  • Freitag, 11.09. – 20:00 Uhr
  • Samstag, 12.09. – 20:00 Uhr
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 Besetzung

  • Old Deuteronomy: Reinhard Brussmann
  • Munkustrap: Armin Kahl
  • Plato/ Macavity: Zoltán Fekete
  • Grizabella: Maya Hakvoort
  • Demeter: Carolin Frank
  • Bombalurina: Rachel Marshall
  • Rum Tum Tugger: Shane Dickson
  • Etcetera: Marthe Römer
  • Jemima/ Sillabub: Céline Vogt
  • Tumblebrutus/ Bill Bailey: David Pellerin
  • Victoria: Taryn Nelson
  • Mr. Mistoffelees/ Quaxo: David Pereira
  • Skimbleshanks: Stephan Luethy
  • Mungojerry: Nils Haberstroh
  • Rumpleteazer: Anna Carina Buchegger
  • Coricopat: Tobias Joch
  • Tantomile: Eleonora Talamini
  • Cassandra: Lucy Costelloe
  • Pouncival: Hakan T. Aslan
  • Gumbie Katze/ Jennyanydots: Benjamin Eberling
  • Bustopher Jones/ Growltiger: Yngve Gasoy-Romdal
  • Jellylorum/ Griddlebone: Leah Delos Santos
  • Alonzo: Andrew Hill
  • Ensemble: Marco Herse Foti, Bredd Hibberd, Fin Holzwart, Marta Di Giulio, Theano Makariou, Luisa Mancarella, Silja Schenk
  • Orchester, Chor und Statisterie der Freilichtspiele Tecklenburg

 Kreativteam

  • Regie: Andereas Gergen
  • Musikalische Leitung: Tjaard Kirsch
  • Co – Regie & Choreografie: Kim Duddy
  • Kostüme: Karin Alberti
  • Bühnenbild: Susanna Buller
  • Maske: Elke Quirmbach, Stefan Becks
  • Dance Captain: Eleonora Talamini

Kategorie: Cats,Kritiken,Open Air

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Autor: R. Imping (12.08.2015)

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  • Luisa 14. August 2015 at 16:29 / Antworten

    Die Bühnenbildnerin heißt nicht Susanne Buller, sondern Susanna Buller. Bekommt ihr es nicht mal hin, einen Namen richtig abzuschreiben?

    • R. Imping 15. August 2015 at 08:51 / Antworten

      Hallo Luisa! Vielen Dank für den Hinweis – Tippfehler passieren leider immer mal wieder und sind nicht beabsichtigt. Der Fehler wurde bereits korrigiert.

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