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Die Schöne und das Biest – Familienmusical in Tecklenburg

Warum ist das Biest ein Biest? Wer hat das Biest zum Biest gemacht und warum? Diese und mehr Fragen werden im aktuellen Familienmusical „Die Schöne und das Biest“ bei den Tecklenburgern Festspielen beantwortet. Kurzweilig, mit viel Musik untermalt und allemal unterhaltsam – unsere Redakteurin hat sich das Stück angeschaut.

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© Freilichtspiele Tecklenburg
Die Schöne und das Biest © Freilichtspiele Tecklenburg

Bezauberndes Familienmusical

Seit dem 17.05.2015 stehen knapp 50 Kindern zusammen mit 10 erwachsenen Darstellern für das Familienmusical „Die Schöne und das Biest“ auf der Tecklenburger Freilichtbühne. Egal wo, die große Herausforderung eines Famlienstückes ist es stets, die Aufmerksamkeit der zuschauenden Kinder zu fesseln und die Handlung in maximal 2x 45 Minuten zu erzählen. Dem Kreativteam rund um Radulf Beuleke und Hakan T. Aslan ist dies voll und ganz gelungen!

Bekanntes Märchen in kurzweiliger Präsentation

Die grundsätzliche Geschichte ist bekannt: Eine Zauberin hat einst einen egoistischen, hartherzigen Prinzen in ein Biest verwandelt und seine Angestellten in entsprechende Haushaltsgegenstände. In einem nahen Dorf lebt ein schönes Mädchen, das über Umwege erst in die Fänge des Biestes gelangt und dann ihre Liebe zu ihm erkennt. Letztlich wird so der Fluch gebrochen.

Um auch die kleinsten Zuschauern zu begeistern und ihnen keine Angst einzuflößen, wurde das Stück kindgerecht adaptiert. So hat die schöne Protagonistin Annabelle (Franziska Schulze) noch 12 Geschwister, die von den Kindern und Jugendlichen des Jungen Ensembles Tecklenburg verkörpert werden. Der in sie verliebte Dörfler ist kein Muskelprotz, sondern ein Bäckergeselle, der zwar einen großen Mund aber genauso eine große Furcht vor dem Biest hat. Statt einem letzten Kampf, wird Jaques (Fin Holzwart ) nur Zeuge der Liebesbekundung zwischen Annabelle und dem Biest (Mathias Meffert) und erkennt seine Niederlage an. Die Zauberin (Nuria Mundry) hat zwar den Prinzen in ein Biest verwandelt, hilft aber genauso dessen Angestellte ihn mit Annabelle zusammenzubringen. Bewusst wird sich auf das Wesentliche beschränkt. Natürlich wendet sich am Ende alles zum Guten und die Botschaft des Stücks, man solle sich nicht von Äußerlichkeiten blenden lassen, sondern stets freundlich und hilfsbereit sein, wird auch im Schlusssong nochmals wiederholt.

Begeisterte Kinder

© Freilichtspiele Tecklenburg

Annabelle lehnt Jacqes Antrag ab © Freilichtspiele Tecklenburg 2015

Die Texte von Beuleke und die Musik von Hillebrecht sind stimmig. Fetzigen Rhythmen laden kleine und große Zuschauer zum Mitklatschen ein. Hakan T. Aslans Choreografien unterstützen die kurzweilige Unterhaltung: Wenn Annabelle von ihren Geschwistern angehalten wird, den Bäckergesellen doch zu heiraten („Sei nicht zickig, Annabelle“), und sie quasi zum Altar drängen, diese aber angewidert den Kuss mit einem Buch energisch abwehrt, wird lauthals gelacht, teils kommentiert. Wenn lauter kleine, bunte Pakete im Rhythmus des Walzers mitwiegen, den die Schöne mit dem Biest tanzt, sind zahlreiche „oohs“ zu vernehmen. Die Hauptbühne stellt den Bereich des Schlosses dar. Im Hintergrund ist die Fassade darstellt. Neben einigen Rosenbüschen, die sich drehen lassen und hierdurch das Fortschreiten des Fluches symbolisieren, gibt es noch einen Tisch und Stühle, die bei Bedarf hereingetragen werden. Einmal mehr zeigt sich, dass auch ein wenig oppulentes Bühnenbild bestechen kann.

Junge Darsteller ganz groß

Das Junge Ensemble der Freilichtspiele Tecklenburg füllt die Bühne immer dann aus, wenn der Erzählstrang von den Protagonisten abrückt. Ob als kleine Pakete des Schlosses oder als Dorfkinder – die Kinder und Jugendlichen tanzen und singen, was das Zeug hält. Die altersgemäßen Choreografien setzten sie zumeist tadellos um. Es ist eine Freude, zuzusehen. Die Protagonisten in diesem Fall sind Mathias Meffert (Biest) und Franziska Schulze (Annabelle). Er spielt ein Biest, das sich mit seiner Situation abgefunden und schon aufgegeben hat. Ein wenig fehlt jedoch teilweise die Hartherzigkeit, die ihn in seine Situation gebracht hat. Sie ist im ersten Teil noch das junge, wilde Mädchen, welches sich um ihre Familie sorgt. Im zweiten Teil dann die junge Frau, die hinter die Fassade des Biestes schaut und anfängt es zu lieben. Sehr ausdrucksstark ist hierbei gerade der Moment, in dem Annabelle dem Biest ihre Liebe gestehen will, dieses jedoch stirbt.

Die Beiden werden am Ende nicht nur durch die Zauberin (Nuria Mundry), sondern auch durch drei der Angestellten miteinander zusammengebracht: Felix (Daniel Meßmann), ein Kater, der zum Besorgen von Lebensmittel immer wieder ins Dorf geht. Er möchte nach einem zufälligen Zusammentreffen mit Annabelle, diese sofort dem Biest vorstellen. Die Schokoladenkanne „La Chocolat“ (Marie-Louise van Kisfeld), der Spiegel (Conny Sander) und Georges (Johannes Priefert), ein Leuchter , unterstützen Kater Felix bei diesem Vorhaben. Vor allem Sander und Meßmann fallen durch ihr akzentuiertes Schauspiel und ihr genaues Timing auf. Alle Darsteller, Studenten und Absolventen der GMA bzw. Hochschule Osnabrück, liefern eine schauspielerisch wie auch gesanglich hochkarätige Leistung ab.

© Freilichtspiele Tecklenburg

Die Angestellten © Freilichtspiele Tecklenburg 2015

Gelungene Umsetzung

Einmal mehr zeigt sich, dass die Freilichtspiele Tecklenburg zur festen Adresse für qualitativ überzeugende Musicals geworden sind. Bei dem diesjährigen Familienstück waren zahlreiche leuchtende Kinderaugen zu beobachten. Unruhe entstand kaum, was allein schon ein Indiz für die wunderbare Arbeit ist, die das Kreativteam geleistet hat. Für die größeren und großen Zuschauer und vor allem Zuhörer im Publikum zeigte sich zudem noch eine kleine politische Botschaft:

So erwidert der Vater gegenüber Annabelle, dass es nicht auf das Aussehen ankomme, sondern darauf, dass es (das Biest; Anm.d.Verf.) eine Seele hat. Genau diese Einstellung wird im Schlusssong des Musicals wiederholt, der quasi eine Anleitung zum friedvollen Zusammenleben darstellen kann: Jeder Mensch in unserer Nähe ist ein Wunder, durch ein freundliches Wort oder eine nette Geste können Freundschaften entstehen.

 

Kleine Vorschau

Nur noch 4 Vorstellungen

Die bekannte und berührende Geschichte von der Schönen und dem Biest ist nur noch 4 Mal in Tecklenburg zu sehen.

  • Sonntag, 16.08.2015 – 15:00 Uhr
  • Mittwoch, 19.08.2015 – 16:00 Uhr
  • Sonntag, 23.08.2015 – 15:00 Uhr
  • Mittwoch, 26.08.2015 – 16:00 Uhr
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Besetzung

  • Das Biest – Mathias Meffert
  • Annabelle – Franziska Schulze
  • Zauberin – Nuria Mundry
  • George – Johannes Priefert
  • La Chocolat – Marie-Louise van Kisfeld
  • Le Miroir – Conny Sander
  • Felix – Daniel Meßmann
  • Jacques – Fin Holzwart
  • Amelie – Jennifer Kohl
  • Vater – Philip Hager
  • Das Junge Ensemble der Freilichtspiele Tecklenburg

Kreativteam

  • Regie & Choreografie: Hakan T. Aslan
  • Co – Regie & Co – Choreografie: Andrew Hill
  • Kostüme: Karin Alberti
  • Bühnenbild: Susanna Buller
  • Maske: Stefan Becks
  • Musik: Klaus Hillebrecht
  • Text: Radulf Beuleke

Kategorie: Kritiken,Open Air

Tags:

Autor: R. Imping (15.08.2015)

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