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CHICAGO – ein voller Erfolg

Am Sonntag, den 11.10.2015 feierte CHICAGO glanzvolle Premiere. Das fast ausverkaufte Haus spendete tosenden Beifall und es gab Standing Ovations. Vor allem die kräftigen Stimmen und die passende Choreographie begeisterten die Zuschauer. Das Bühnenbild war eher schlicht gehalten.

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Chicago Keyvisual
Chicago Keyvisual © Stage Entertainment

CHICAGO – Glanzvolle Premiere in Berlin

Am 11.10.2015 hob sich im Theater des Westens zum ersten Mal seit 16 Jahren der Vorhang für CHICAGO, das noch bis zum 17. Januar dort spielen wird. Die Premiere war ein voller Erfolg – tosender Applaus, Standing Ovations und viel Prominenz im nahezu ausverkauftem Haus.

Mord, Liebe und viel Jazz

Die junge Frau Roxie erschießt ihren Liebhaber, nachdem dieser Schluss macht. Sie wird verhaftet und kommt in ein Frauengefängnis, doch zeigt sie so wenig Reue, wie ihre anderen Mithäftlinge. Dort erfährt sie von der Gefängniswärterin „Mama“ Morton von dem Anwalt Billy Flynn, der noch jede Frau vor dem Galgen bewahrte – jedoch für 5000 $. Schnell wendet Sie sich an ihren naiven und hoffnungslos verliebten Mann Amos, damit dieser ihr die 5000 $ auftreibt. Flynn übernimmt ihren Fall und macht Roxie mit sehr fantastischen Stories zu einem Star. Die Mitgefangene Velma Kelly sieht das natürlich nicht gern, immerhin war sie noch kurz zuvor der Star und versucht alles, um ihren Ruhm zurück zu erlangen.
Die Verhandlung rückt immer näher und plötzlich lässt Roxies Beliebtheit nach und sie spielt einen letzten Trumpf aus, um wieder ins Rampenlicht zu kommen: Sie erwartet ein Kind!

Schlichtes Bühnenbild und viel Schwarz

Das Bühnenbild war recht schlicht gehalten. Es gab eine große Treppe, die von einem Goldrahmen umgeben war, und die fast die ganze Bühne ausfüllte. Auf dieser war das großartige Orchester des Theater des Westens unter der Führung des Dirigenten Jochen Kilian platziert und wurde öfter in das Stück einbezogen. Zudem gab es noch einige Stühle und an den Bühnenseiten Leitern, sowie Scheinwerfer und am Ende einen Glitzervorhang – mehr nicht. War diese Schlichtheit anfangs etwas irritierend, so zeigte sich am Ende, dass sich das Publikum so besser auf das Stück konzentrieren konnte und das Bühnenbild sich gut in die Show einfügte.
Trotz anfänglicher Schwierigkeiten funktionierte auch die Tontechnik zunehmend sicherer und besser. Die Lichttechnik bereitete keine Probleme.
Die Kostüme waren nahezu alle in schwarz und sehr knapp gehalten. Kurze Kleidchen, Netzhandschuhe und Spitze machten die Gefangenen aus und sorgten für die richtige Stimmung. Alles wirkte etwas verrucht und keck – genau das, was CHICAGO ausmacht.

Grandiose Stimmen

Dieser Abend bestach vor allem mit dem kräftigen und auch frechem Gesang.
Carien Keizer spielte die Roxie und das wirklich überzeugend. Von Anfang an zeigte sie dem Publikum eine eher kaltherzige und sehr egoistische Frau, die für Ruhm sogar über Leichen gehen würde und Ihren Mann betrügt und benutzt. Bereits in Stuttgart spielte sie die Rolle der Roxie Hart und zog gemeinsam mit der Produktion um. Bekannt ist sie unter anderem auch als Amneris (AIDA Tour) und als Bombalurina (CATS Tournee).
Ihre Rivalin Velma Kelly wurde von Caroline Frank authentisch verkörpert. Ihre selbstbewusste Ausstrahlung passte zu dieser Rolle, ihre Stimme war kräftig und sicher. Auch die Choreographie beherrschte sie perfekt. Vor allem beim „Zellenblocktango“ und bei „Leider geht’s nicht allein“ überzeugte sie. Zuvor war Caroline Frank u.a. als Evita (EVITA Tournee), Lisa Wartberg (ICH WAR NOCH NIEMALS IN NEW YORK) und Tanja bzw. Donna (MAMMA MIA Wien) auf der Bühne zu erleben.
Volker Metzger verlieh Amos Hart – Roxies Mann – zur Premiere ein Gesicht. Er spielte den naiven und hoffnungslos verliebten Ehemann realistisch. Vor allem mit dem Song „Mister Zellophan“ eroberte er die Herzen des Publikums. Diese unsichere und schnell zu verunsichernde Rolle schien für ihn wie gemacht zu sein, auch wenn er ganz anders kann, wie jeder weiß, der ihn z.B. in der Rolle des Aramis (3 MUSKETIERE Bamberg) erleben durfte. Schon am Stage Palladium Stuttgart spielte er die Rolle des Amos.
„Mama“ Morton wurde von Isabel Dörfler in Szene gesetzt. Schon bei ihrem ersten Auftritt mit dem Lied „Bist du gut zu Mama“ riss sie die Zuschauer mit ihrer kräftigen Stimme mit. Auch im Schauspiel überzeugte die Schauspielerin und lieferte eine Frau ab, die genau weiß, wie der Hase läuft. Sie dürfte Besuchern der BEST OF MUSICAL GALA ebenso bekannt sein, wie den Zuschauern von der Uraufführung der PÄPSTIN, wo sie die Mutter und Marioza spielte.
Als Billy Flynn begeisterte Nigel Casey das Publikum. Überzeugend mimte er den Anwalt, der alle Moral für 5000 $ über Bord wirft. Besonders mit „Ich bin nur für Liebe da“ punktete er bei den Besuchern, doch auch bei den anderen Songs konnte er überzeugen. Der gebürtige Londoner spielte schon u.a. den Greaseball (STARLIGHT EXPRESS London/Bochum), Judas (JESUS CHRIST SUPERSTAR Bad Hersfeld) und Riff (WEST SIDE STORY Dortmund).

Auch die restliche Cast lieferte eine sensationelle Show ab. Zum Beispiel das Damenensemble konnte beim Zellenblocktango besonders überzeugen. Dabei waren als Kitty Fleur Jagt (z.B. THE PRODUCERS Belgien), als June Michele Fichtner (u.a. ROCKY HORROR SHOW Magdeburg), als Mona Marcella Adema (z.B. CHICAGO Stuttgart), als Liz Janina Hinrichs (u.a. MUSICAL GOES ROCK Tournee), als Hunyak Danielle Delys (z.B. WEST SIDE STORY Schottland) und als Annie Rachel Colley (DER BESUCH DER ALTEN DAME Wien). Doch auch tänzerisch begleitete sie immer wieder durch die Show und das höchst professionell.
Als Mary Sunshine beeindruckte Martin Schäffner (z.B. LA CAGE AUX FOLLES Salzburg). Bis zur überraschenden Auflösung vermutete man eine Frau in dieser Rolle, vor allem stimmlich, was von einer großen Leistung zeugt.
Doch auch das Herrenensemble war nicht zu unterschätzen. Vor allem tänzerisch stachen sie hervor. Dazu gehörten Alan Byland (z.B. WICKED Stuttgart), der neben einem Tänzer beim „Stepptanz“ auch Fred Casely spielte. Außerdem Matt Huet (u.a. TANZ DER VAMPIRE Wien), der Aaron spielte, Matthieu Vinetot (z.B. BONHEUR Paris) als Sergant Fogarty und Richter, René Becker (u.a. WE WILL ROCK YOU Zürich) als Gerichtsdiener und Tänzer beim „Stepptanz“ und „Ich und mein Baby“, Joshua Donovan (u.a. CHICAGO Stuttgart) als Geschworener und Harry, Shane Landers (CINDERELLA Horsham) als Tänzer beim „Stepptanz“ und „Ich und mein Baby“ und letztlich noch Luke Jarvis (z.B. PETER PAN Camberley) als Martin Harrison und Doktor.

Atemberaubend und empfehlenswert

Alles in allem war dieser Abend mehr als gelungen. Die jazzigen Lieder, die noch tagelang im Gedächtnis bleiben, die sehr passende Choreographie und die kräftigen Stimmen, die für Gänsehaut sorgten, entführten die Zuschauer ins Chicago der 1920er Jahre. Die Show war trotz – oder gerade wegen – der Schlichtheit des Bühnenbildes beeindruckend.
Dieses Erlebnis ist eine Reise wert und absolut zu empfehlen.

Fotos ©Stage Entertainment

Kategorie: Kritiken

Autor: A. Polifka (14.10.2015)

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