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Die Gewinner des Wettbewerbs CREATORS

Der CREATORS Wettbewerb hat in diesem Jahr zum zweiten Mal im Schmidt Theater in Hamburg stattgefunden. Nachdem die Finalisten im Frühjahr 2017 ausgewählt wurden, erhielten diese je 10.000 Euro. Mit diesem Geld konnten sie die Entwicklung ihres Stückes voranbringen, sodass sie im Finale eine knapp einstündige Fassung vor der Jury und dem Publikum vorstellen konnten. Außerdem wurden sie von dem Theaterverlag TOLLKÜHNMEDIA betreut. Welches Musicals vorgetragen wurden und wer den Wettbewerb gewonnen hat, erfahren Sie in dem nachfolgenden Beitrag.

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Show-Contest CREATORS am 16.10.2017 in Hamburg.
Siegerehrung CREATORS © Daniel Reinhardt

Neue Musicals hat das Land!

2014 gewann das neue Musical “ZZAUN!” die erste Runde des Wettbewerbs CREATORS. Am 28. Oktober wird das Musical Uraufführung an der Staatsoperette Dresden feiern. Dies ist ein gutes Beispiel dafür, dass der Wettbewerb für neue Musicals wirklich das Sprungbrett auf die Theaterbühne sein kann. Und so ging der Wettbewerb in die nächste Runde. Rund 70 Einsendung erhielt die CREATORS-Jury und wählte die besten zehn Ideen aus, die in den Vorrunden im April und Mai im Schmidt Theater gezeigt wurden. Fünf haben sich für das Finale qualifiziert, welches nun am 16. Oktober stattfand. Die Finalisten erhielten je 10.000 Euro, die sie nutzen konnten, um aus ihren Ideen eine circa einstündige Bühnenfassung zu kreieren. Dass alle Finalisten diese Aufgabe gut gemeistert haben, zeigt vor allem die Entscheidung der Jury, dass es nicht nur einen, sondern gleich zwei Gewinner des Wettbewerbs gibt.

Show-Contest CREATORS am 16.10.2017 in Hamburg.

B A STAR Cast© Daniel Reinhardt

Die Castingshow

Um 16 Uhr startete der Musicalmarathon. Die Vorführungen fanden abwechselnd entweder im Schmidt Theater oder im benachbarten Schmidtchen statt. Den Anfang machte das Musical B A STAR von Karl Lindner. Auf der Bühne standen Ursula Baumgartner, Regina Mallinger, Daniela Lehner, Harald Baumgartner, Mario Klein und Stefan Bischoff.
Die alleinerziehende Mutter möchte unbedingt, dass ihre talentierte Tochter Marie in ihrer Lieblingsshow “B A STAR” auftritt. Doch der störrische Teenager ist mit dem einfachen Leben zufrieden und möchte nicht berühmt werden. Als die Mutter preisgibt, dass es finanziell schlecht um die kleine Familie steht, willigt Marie schließlich ein und meldet sich an. Die schillernde Fernsehwelt ist jedoch nicht so glamourös, wie gedacht. Verträge und Quoten bestimmen dort den Alltag und auch die Entscheidungen. Wie diese Welt das Leben des Teenagers und ihre Beziehung zu ihrer Mutter verändern kann, zeigt dieses Musical auf wunderbarer Weise. Gerade in den Mutter-Tochter-Szenen zeigten die Darsteller viel Gefühl und stellten die berüchtigten Streitigkeiten zwischen Mutter und Tochter sehr überzeugend und mit viel Herzschmerz dar. Dem Musical mangelte es aber auch nicht an Spannung und Unterhaltung. In voller Länge wäre dieses Stück mit Sicherheit einen Besuch wert.

Show-Contest CREATORS am 16.10.2017 in Hamburg.

Kerstin Ibald als Hexe © Daniel Reinhardt

Das magische Netz im Märchenwald

Dass sich während der Arbeit an einem Musical nicht nur inhaltlich, sondern auch äußerlich etwas ändern kann, beweist das folgende Stück. In der Vorrunde schmückte noch folgender Name den Titel des Musicals: THE WICKED WITCH OF THE WEB. Florian Miro taufte sein Stück nun jedoch um in: WWW – #verwunschen & vernetzt. Des Weiteren begrüßte er Werner Bauer als Autor in seinem Team. Mit der Unterstützung von Julia Bardosch am Cello und Jonathan Wolters an der Klarinette und einer hervorragenden Wahl an Darstellern trat das Autorenduo das Finale an. Die Darsteller waren: Bianca Arndt, Patric Dull, Oliver Heim, Kerstin Ibald, Christian Alexander Müller, Marko Formanek, Simone Pohl, Patrick Stamme und Celine Vogt.

Moral und Pflicht können sogar die Bewohner des Märchenwalds in die Enge treiben. Um ihrem vorbestimmten Leben zu entfliehen, retten siesich freiwillig in das magische Netz von Hexe Grimmemiene. Sie erhoffen sich dort die Freiheit, selbst über ihr Leben bestimmen zu können. Grimmemiene verfolgt jedoch einen ganz anderen Plan. Sie hofft, dass das Böse endlich die Chance erhält, zu gewinnen und ihr Plan scheint tatsächlich zu funktionieren, bis ein Fehler geschieht und drei Fabelwesen im magischen Wald landen. Dieser scheint so ziemlich ausgestorben zu sein und der Prinz, der Zwerg und die Meerjungfrau können sich nicht mehr an ihr altes Leben erinnern. Auf der Suche nach einem Weg zurück in das magische Netz treffen sie auf hinterbliebene Fabelwesen, die ihnen helfen, sich zu erinnern. Wer am Ende siegt und welche Welt bevorzugt wird, bleibt an dieser Stelle offen. Doch eins wird verraten: Das Musical begeisterte das Publikum restlos. Ob kleiner Kampfzwerg, der das Faulenzen lernt, Dornröschen, die ihrem Prinzen hinterher rennt oder ein sexuell frustrierter fliegender Holländer; jeder einzelne Charakter hat seine eigene persönliche Note, sodass man selbst der bösen Hexe verzeihen und über sie lachen kann. Das Musical ist eher in der Sparte der Komödie einzuordnen und schafft es mit mehr oder weniger überdrehten Figuren und Handlungen, vor allem aber mit viel Charm zu überzeugen. Die Verknüpfung der Cyberwelt mit der unschuldigen Märchenwelt gelingt Florian Miro hervorragend.

Show-Contest CREATORS am 16.10.2017 in Hamburg.

BITTE NICHT IM STEHEN © Daniel Reinhardt

Ein turbulenter Flug

Mit viel Humor ging es auch beim nächsten Stück weiter. Unter dem liebevollen Titel BITTE NICHT IM STEHEN KACKEN – THE FABULOUS LIFE OF A SAFTSCHUBSE hat Mirko Klos seine Zeit als Flugbegleiter in einem Musical verarbeitet. Dass es dort viel lustiger zugeht, als es sich oft auf dem ersten Blick vermuten lässt, zeigten die Darsteller Murat Demir, Charlotte Doerken, Simon Burghard, Daniel Johnson, Alexandra Farkic, Anne Hoth und Sarah Matberg.

Die Präsentation des knapp einstündigen Ausschnitts war sehr gut und bis ins Detail durchdacht. So begrüßten die Darsteller das Publikum bereits beim Betreten des Saals wie beim Einsteigen im Flugzeug. Auf den Plätzen lag neben einem kleinen Programmheft außerdem ein Flyer mit Sicherheitsanweisungen, wie sie im echten Flugzeug nie zu finden sein würden. Des Weiteren wurden Zeitschriften und Schokolade verteilt. Das Publikum ist auch während des Musicals mehrfach einbezogen worden, so habe ein Herr in der ersten Reihe ständig die Klingel betätigt und einem anderen Zuschauer sollte die neue Kollegin Bibi versuchen beizubringen, dass er für seinen Sitzplatz zu dick sei und diesen daher räumen müsse. Auch auf der Bühne ging es mit viel Humor weiter. Die Neue eckt bei der alteingesessenen Stewardess Uschi an, wodurch es zu Beaf im Team kommt. Dass beide Damen auch noch ausgebildete Musicaldarsteller sind und rein zufällig Maxwell Shaffield, der Broadway-Produzent an Bord ist, macht die Sache nicht leichter.
Neben der nervösen Bibi und der charakterstarken Uschi, verstärken Gabi die Chefin, Maurice der charmante Homosexuelle, Amar der indische Kollege, Ronny aus Ostdeutschland und Saskia, die immer ein bisschen mehr Bedenkzeit braucht, das ungleiche Team. Nach einem unangenehmen Zwischenfall auf, beziehungsweise neben dem Klo, einem Terroralarm und jeder Menge Unstimmigkeiten an Board müssten ja auch eigentlich noch die Passagiere bedient werden. Alle Rollen erhielten zwar klischeehafte, dennoch einzigartige Charaktereigenschaften und wurden durch die Darsteller hervorragend amüsant dargestellt. Bei dem Musical handelt es sich um eine turbulente Komödie, die doch sehr vielversprechend scheint und Lust auf mehr gemacht hat.

Show-Contest CREATORS am 16.10.2017 in Hamburg.

Back into the Closet © Daniel Reinhardt

Zurück in den Schrank

Um 20:30 Uhr ging es dann im Schmidtchen mit dem Musical BACK INTO THE CLOSET von Peter AufderHaar und Matthias vom Schemm weiter. David ist homosexuell und eigentlich glücklich. Doch als ihn sein Freund verlässt und ein merkwürdiges Paar einer mysteriösen christlichen Gruppierung ihn bedrängt, fangen die Zweifel an. Vielleicht kann er doch nur mit einer Frau an seiner Seite glücklich werden. Er beschließt doch zu dem angepriesenen Workshop zu gehen, auf dem er lernen soll nicht mehr homosexuell zu sein. Im schönen Oberbayern finden sich noch ein paar weitere Leidensgenossen ein. Sie sind ebenfalls vom gleichen Geschlecht angetan und möchten diese Neigung aufgrund von den unterschiedlichsten Gründen loswerden. Dass dies nicht so klappt, wie es sich das christliche Paar vorgestellt hat, ist natürlich selbstverständlich. Doch als dem Leiter dies klar wird und ihn noch weitere Schicksalsschläge treffen, scheint er etwas verrückt zu werden und macht den Teilnehmern das Leben schwer. Die Moral des Musicals ist natürlich, dass jeder Mensch den lieben soll, den er möchte. Der Anfang und das Ende des Ausschnitts waren sehr schön dargestellt, im Mittelteil spitzten sich die Dinge jedoch so sehr zu und schossen über das Ziel hinaus, dass es doch etwas skurril wurde. Dennoch haben die Darsteller eine gute Arbeit geleistet. Auf der Bühne standen Lukas Witzel, Johannes Lotz, Wolfgang Baumann, Daniela Stünkel, David Lee Krohn, Matthias vom Schemm, Peter AufderHaar und Yvonne Disqué.

Show-Contest CREATORS am 16.10.2017 in Hamburg.

Pendelton und seine Assistentin © Daniel Reinhardt

Der naive Detektiv

Zum Schluss wurde es noch einmal richtig spannend. Die Krimikomödie PENDELTON UND DIE THEATERLEICHEN von Konstantin Georgiou und Chris Brewer begeisterte das Publikum. Detektiv Pendelton ist nicht sehr erfolgreich und wer ihn einmal kennengelernt hat, weiß auch wieso. Für seinen Beruf scheint er viel zu naiv und beeinflussbar zu sein. Doch zum Glück hat er seine charmante Assistentin, die ihm mit Rat und Tat zur Seite steht. Im Theater ist eine Leiche gefunden worden und Pendelton sieht seine Chance, um endlich wieder einen Fall aufklären zu können. Dort angekommen trifft er auf die unterschiedlichsten Charaktere, die versuchen, ihn von ihrer Unschuld zu überzeugen. Der Detektiv versucht einen Überblick zu behalten, doch scheinen die Dinge nicht so einfach zu sein, wie er sich das vorgestellt hat.
Die Handlungsstränge und die Charaktere sind wirklich sehr gut durchdacht und zusammen mit dem jazzigen Sound ist ein wirklich gelungenes und erstklassiges Stück entstanden. Für das Tüpfelchen auf dem I sorgten die Darsteller mit einer rundum passenden Darbietung ihrer Rollen. Benjamin Sommerfeld, Charlotte Heinke, Robin Brosch, Dörthe Thiel, Franziska Kuropka, Marck Stevens, Saskia Allers und Mario Saccoccioverliehen ihren Rollen viel Witz und Charm, sodass sie sehr authentisch wirkten.

Die Entscheidung

Die Finalisten begeisterten das Publikum mit ihrem Individualismus und Ideenreichtum, vor allem aber mit Humor. Nach der letzten Aufführung zog sich die Jury kurz zurück und entschied über den Gewinner. Die Jury bestand aus Borris Brandt, Jane Comerford, Michaela Flint, Tom van Hasselt, Norbert Hunecke, Christian Kühn, Detlef Leistenschneider, Martin Lingnau, Simone Linhof, Corny Littmann, Johannes Mock O'Hara, Florian Vogel und Heiko Wohlgemuth.
Doch als Corny Littmann anschließend auf der Bühne bekannt gab, dass sich die Jury zwischen zwei Musicals nicht entscheiden konnte und es nun zwei Gewinner geben sollte, war die Überraschung groß. Die Gewinner des zweiten CREATORS Wettbewerbs sind WWW – #VERWUNSCHEN & VERNETZT und PENDELTON UND DIE THEATERLEICHEN. Den Gewinnern und auch den anderen Finalisten sei gewünscht, dass es ihre Kreationen bald auf die Bühne schaffen.
Schmidt-Theaterchef und CREATORS-Initiator Corny Littmann gab ebenfalls bekannt, dass der Wettbewerb in zwei Jahren in die dritte Runde gehen würde.

Kategorie: Allgemein,Kritiken,Theater Eigenproduktionen

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Autor: S. Müller (19.10.2017)

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