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Der CREATORS Wettbewerb – die Entscheidung

Im November 2014 startete der CREATORS Wettbewerb in Hamburg. Das Ziel war, neue Musicals für Deutschland zu entdecken. Über 150 Autoren und Komponisten versuchten ihr Glück. 15 Vorschläge wurden vor Publikum präsentiert. Aus diesen 15 wählte die Jury fünf Finalisten. Diese wurden mit je 10.000 Euro ausgestattet um aus ihrer Idee eine Bühnenfassung zu gestalten. Musical1 hat sich das Finale nicht entgehen lassen und für euch berichtet.

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Siegerehrung beim Creators Wettbewerb 2015
Siegerehrung “Creators” @ Markus Scholz

CREATORS – neue Musicals braucht das Land

Der Gewinner des ersten CREATORS-Wettbewerbs steht fest. “Zzaun – das Nachbarschaftsmusical” schaffte es, die Jury zu überzeugen.
Nachdem im Mai die letzte Vorrunde stattfand, hatten die fünf Finalisten Zeit an ihrem Musical zu arbeiten und es bühnenreif zu machen. Am 12. und 13. Oktober mussten sie einen einstündigen Ausschnitt aus ihrem selbst entwickelten Musical vorstellen. Die Musicals, die es ins Finale geschafft haben sind: “Immer der Nase nach”, “Älter”, “Zzaun”, “Made in Germany” und “Tresenkönigin”

Immer der Nase nach – das Musical

Den Anfang machte am 12. Oktober das Musical “Immer der Nase nach”. Harald Buresch und Jörg Hilger sind für Text und Musik verantwortlich.
Die Cast: Märchentante – Iris Schumacher, Zauberer Bubu – Frank Winkels, Prinzessin – Martina Lechner, Jeanette – Leoni Oeffinger, Babette – Janice Rudelsberger, König Ignaz – Christian Senger, Prinz Heribert – Marlon Wehmeier, Riese Pampe – Dominik Müller, Zwerg Tabbs – Nico Stank, Wilde Hilde – Raphaela Groß-Fengels

Immer der Nase nach - das Musical

@ Oliver Fantitsch

Dieses Musical entführte das Publikum in die Welt der Märchen. Die Märchentante möchte ihr Lieblingsmärchen erzählen, doch da taucht Bubu der Zauberer auf und überzeugt sie davon, dass die altbekannten Märchen schon längst veraltet sind. Zusammen erfinden die Beiden ein ganz neues Märchen. Das Märchen der Prinzessin mit der langen Nase. Besagte Prinzessin leidet unter ihrer großen Nase und wird nicht nur von ihren Schwestern gehänselt. Um der Tochter ihr fehlendes Selbstbewusstsein zurück zu geben, veranstaltet der König einen Schönheitswettbewerb. Welche seiner drei Töchter hat den schönsten Makel? Die Jury, die selbst Makel zu haben scheint, macht sich auf den Weg zu dem Wettbewerb. Wer am Ende den größten Makel hat und somit Thronfolgerin wird, bleibt offen.

Dieses Musical beweist sehr viel Kreativität, Humor und Magie. Jeder Charakter ist gut durchdacht und bringt das gewisse Etwas mit in das Stück. Der Zauberer Bubu besitzt nicht viel echte Zauberkraft, schafft es dennoch sich mit seinem Charme in das Herz des Publikums zu zaubern. Das Musical lehrt einem, dass es nicht nur auf das Äußere ankommt. Ein äußerlicher Makel macht eine Person nicht zu einem schlechten Menschen, genauso wenig wie augenscheinliche Schönheit einen netten Charakter inne haben muss. Die Moral dieses Musicals ist sehr gute gewählt, da es ein Thema behandelt, welches heutzutage viel zu oft im Alltag zu finden ist. Harald Buresch und Jörg Hilder haben eine gute Text- & Musikwahl getroffen und somit ein schönes neues Musical (und Märchen) geschaffen.

Älter – das Musical

Älter - das Musical

@ Oliver Fantitsch

Anschließend wurde das Publikum in eine Familiengeschichte eingeführt. Das Musical “Älter” befasst sich, schlicht gesagt, mit dem Älterwerden. Jeder ist davon betroffen, doch was bedeutet das für eine Generation und für jeden einzelnen von uns? Das Musical stellt sechs Charaktere vor:
Chris, der Sohn – Jonas Hein, Annika, die Tochter – Franziska Kuropka, Hannelore, die Mutter – Iris Schumacher, Arno, der Vater (+Regie) – Ulrich Wiggers, Elke, die Tante – Franziska Becker, Sven, der Freund – Philipp Hägeli

Der Sohn versucht sein Leben selbst in die Hand zu nehmen, beschäftigt sich mit Studium und Umzug. Die Tochter ist schon einen Schritt weiter und kämpft mit Ängsten und Zweifeln, ob sie wirklich mit ihrem Partner den Rest ihres Lebens verbringen möchte. Dieser scheint sie nicht zu verstehen und wirkt oft sehr abwesend. Mutter und Vater müssen lernen ihr jüngstes Kind los zu lassen und ihrem Leben erneut einen Sinn und Beschäftigung geben. Die Tante scheint auf dem ersten Blick die Starke zu sein. Sie gibt jedem gute Ratschläge, doch für ihr eigenes Leben scheint sie nicht zu wissen, was sie möchte.
Durch die unterschiedlichen Altersstufen werden Ängste, Träume und das alltägliche Leben aus fast jeder Generation dargestellt. Die sechs Darsteller schafften es eine intime, emotionale Atmosphäre in dem Saal auf zu bauen. Gefühlvolle Musik und aussagekräftige Texte verstärkten die Dramatik aber auch die Komik der einzelnen Szenen. Das Bühnenbild bestand schlicht aus ein paar Umzugskartons, welche mit in die Geschichte eingebaut wurden und durch umbauen der Darsteller, andere Räume und Gegenstände darstellten.
Dadurch, dass das Musical das alltägliche Leben darstellt, kann sich jeder in einer der Figuren oder Lebensabschnitte wiedererkennen. Somit wird das Musical auf eine persönliche, emotionale Ebene gehoben. Das Musical wäre das Richtige für eine kleine Bühne, um das persönliche Gefühl aufrecht erhalten zu können.

Zzaun - das Musical

@ Oliver Fantitsch

Zzaun – das Musical

Den Schluss an diesem Tag bildete das Gewinner-Musical “Zzaun” von Tilmann von Blomberg und Alexander Kuchinka. Sie selbst nennen es das Nachbarschaftsmusical.
Die Cast: Horst – Heiko Fischer, Roland – Tilmann von Blomberg, Leonie – Yvonne Disqué, Felix – Nico Gaik, Michelle/Irene Sonnenschein – Amaya Sarina Keller, Walburga/Grundlos – Ben Kropp, Zaun Müller/Kühn – Alexander Kuchinka
Folgende Sprichwörter beschreiben dieses Musical sehr gut. “Aus etwas eine Staatsaffäre machen” und “Aus einer Mücke einen Elefanten machen.” Anfangs wird eine friedliche Nachbarschaft gezeigt. Jeder mag jeden und hat keine Probleme mit seinem Nachbarn. Zumindest ist dies augenscheinlich der Fall. Denn schon eine abgebrochene Zaunspitze kann die friedliche Idylle zerstören und aus einem netten Nachbarn einen Diktator machen. Das Musical zeigt auf humorvolle Art und Weise wie ein Streit eskalieren kann, wenn jeder auf seiner Meinung beharrt. Je weiter sich die Protagonisten in den Streit vertiefen, desto mehr verlieren sie den Hang zur Realität. Auf einmal kämpfen die Beiden in der Politik gegeneinander und versuchen die Wahl zu gewinnen. Schon bald entartet es weiter und der Streit hebt sich auf die nächste Ebene. Als verfeindete Oberhäupter zweier Staaten versuchen sie schon längst nicht mehr den Vorfall zu klären, denn beide versuchen den Anderen nur noch schlecht dastehen zu lassen.
Wenn sich zwei Streithähne wie Diktatoren benehmen, werden sie früher oder später auch zu welchen.
Auch wenn die Verantwortlichen für dieses Musical bei der Präsentation nur ein paar wenige Gegenstände und kaum eine Kulisse benutzt haben, haben sie dennoch viel Talent bewiesen und somit den ersten Platz belegt.

made in Germany - das Musical

@ Markus Scholz

Made in Germany – das Musical

Am nächsten Tag ging es, zu einer eher untypischen Zeit für einen Theaterbesuch, weiter. Um 12 Uhr stellten Kevin Schroeder (Buch und Liedtexte), Marc Seitz (Musik), Alex Balga (Regie und Mitentwicklung) und Hans Christian Petzold (Musikalische Leitung und Orchestrierung) das Musical “Made in Germany” vor.
Die Cast:
Elvis Schmidt – Benjamin Sommerfeld, Shisha Ibn Fanni – Filipina Henoch, Lachmar Ibn Fanni – Christopher Brose, Karin Heckler-Koch – Kerstin Marie Mäkelburg, Jessica Mears, Elena Zvirbulis, Anja Backus, Frank Bahrenberg, Evangelos Dargantzo, Benjamin Merkel

Elvis ist ein junger Mann mit dem naiven Vorhaben, die Welt zu verbessern. Er macht bei “Deutschland sucht den Supersoldaten” mit und wird tatsächlich in die Bundeswehr aufgenommen. Die Freude darüber ist groß, doch läuft im fernen Nirvanistan nichts, wie er es sich vorgestellt hat. Er wird von seiner Gruppe getrennt und ist zur falschen Zeit am falschen Ort. Seine verträumte und romantische Ansicht des anderen Landes, wird von einem Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt. Elvis trifft Shisha, eine Bürgerin von Nirvanistan und macht es sich zur Aufgabe ihr und ihrem Volk zu helfen. Als er merkt, dass Waffen in dieser Welt viel Wert sind, versucht er alles, um an mehr Gewehre aus der westlichen Welt zu kommen. Aus dem Erlös will er zum Beispiel einen Brunnen in der Gegend bauen. Sein Vorhaben ist lobenswert, jedoch scheinen Unüberlegtheit und Unwissenheit nicht nur Probleme mit fanatischen Bürgern von Nirvanistan zu schaffen, sondern auch mit seinen Vorgesetzten. Das Musical beschäftigt sich auf satirischer Art und Weise mit der Frage, ob es wirklich sinnvoll ist, Waffen in ein Land zu bringen und ob diese wirklich dabei helfen können, ein Land zu verbessern. Das Musical sorgte für viel Lachen beim Publikum und hat mit Sicherheit potential in voller Länge auf einer Bühne Erfolg zu haben.

Tresenkönigin - das Musical

@ Markus Scholz

Tresenkönigin – das Musical

Als letztes wurde das Publikum in das frühe St. Pauli geführt und erlebte dort die Geschichte der “Tresenkönigin”. Konrad Lorenz und Hafennacht entwickelten dieses Musical. Die Mitglieder der Besetzung waren:
Kloogschieter / Buch – Konrad Lorenz, Tante Hermine – Ingrit Dohse, Isolde / Choreografie – Stefanie Schwendy, Kalle – Tim Koller, Fiete – Marco Knorz, Hein / Doowie – Holger Nowak, Der Ochse / Murksi – Stefan Rüh, Pit – Mike Schlünzen, Anna – Kristina Willmaser, Martha / Sängerin Hafennacht – Uschi Wittich, Schifferklavier Hafennacht – Heiko Quistorf, Gitarre Hafennacht – Erk Braren

Tante Hermine war der Name der ersten Kult-Kneipe auf St. Pauli. Es war die Anlaufstelle für Seeleute, aber auch die halbstarken Jungs verbrachten dort etwas Zeit. Dieser Ort dient dem Musical Tresenkönigin als Kulisse.
Das Publikum erlebt, wie heranwachsende Jungs von der ersten großen Liebe und der Herbertstraße erzählen. Sie sehen eine Frau, die verzweifelt auf ihren Mann wartet, der vor Jahren mit einem Schiff aufs weite Meer hinaus gefahren ist. Und einen Seemann, der alles beobachtet und von seinen Erlebnissen berichtet. Um diese Kundschaft kümmert sich die Tresenkönigin Tante Hermine liebevoll. Währenddessen versucht sie die Prostituierten und deren gewalttätige Zuhälter von ihrer Kneipe fern zu halten.
Das Musical sorgte mit lebhafter Musik der 60er, humorvollen Handlungen und Texten auf plattdeutsch für gute Laune. An manchen Stellen wirkte das Musical etwas langatmig. Dies könnte jedoch auch an der Zusammensetzung der Ausschnitte liegen und mit der ungekürzten Version verschwinden. Das Musical würde aufgrund der Thematik am besten nach Hamburg passen. Vielleicht sogar direkt in das Schmidt Theater auf der Reeperbahn?

Siegerehrung beim Creators Wettbewerb

@ Markus Scholz

Es war keine leichte Entscheidung

All diese Musicals hätten unterschiedlicher nicht sein können. Und auch die Jury war der Meinung, dass es schwierig sei Äpfel mit Birnen zu vergleichen. Ein bunter Strauß an Blumen sei dem Publikum präsentiert worden.
Innerhalb von nur ein paar Minuten traf die Jury dann die endgültige Entscheidung. Das Musical “Zzaun” wurde zum Gewinner des CREATORS Wettbewerbs. Die Jury habe festgestellt, dass jeder der Juroren andere Prioritäten für ein gutes Musical habe. Dieses Musical habe jedoch die meisten Übereinstimmungen mit den unterschiedlichen Vorstellungen der Jury.
Insgesamt wurde jedoch immer wieder betont, dass alle fünf Finalisten Gewinner sein. Denn Geld erhielt bereits jede der fünf Gruppen nach den Vorrunden. Somit hatten sie die Mittel, um ihr Musical weiter entwickeln zu können. Bilder und Aufnahmen aus ihren Musicals erhält ebenfalls jeder Teilnehmer. Der Gewinner wurde daher mit einer Urkunde und einem großen Strauß Blumen gefeiert.

Fortsetzung folgt…

Prof. Norbert Aust verkündete am Ende, dass man sich schon auf den zweiten CREATORS-Wettbewerb in zwei Jahren freuen dürfe. Einen erfolgreichen Wettbewerb, der neuen deutschen Musicals die Chance gebe, sich bekannt zu machen, dürfe nicht nur ein einmaliges Event bleiben.
Abschließend ist nur noch zu sagen, dass alle Finalisten eine großartige Arbeit geleistet haben. Musical1 wünscht allen Glück und Erfolg mit den neuen Musicals. Auf, dass sie ein zuhause auf einer Bühne finden mögen.

Kategorie: Kritiken

Tags:

Autor: S. Müller (21.10.2015)

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  • Saskia Stachowiak 21. Oktober 2015 at 21:24 / Antworten

    Korrekturlesen? Jonas Heim heißt Jonas Hein und Philipp Hägli heißt Philipp Hägeli!

    • S. Müller 22. Oktober 2015 at 12:28 / Antworten

      Hallo Saskia,

      vielen Dank für deinen Hinweis. Selbst beim Korrekturlesen übersieht man manchmal leider doch noch etwas. Ich habe es nun entsprechend geändert.
      Nochmals vielen Dank und liebe Grüße.

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