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Crowdfunding: Fans ermöglichen Musicalprojekte

Ein neues Musical auf die Bühne zu bringen kostet Geld - meistens sogar ziemlich viel Geld. Um Technik, Kostüme, Maske, Musiker, Darsteller und mehr finanzieren zu können, brauchen Autoren und Produzenten im Normalfall finanzielle Unterstützung von großen Produktionsfirmen oder Theaterhäusern. Doch es gibt eine Alternative: Immer öfter sammeln Musicalmacher per Crowdfunding Geld, um neue Projekte realisieren zu können. Musical1-Redakteurin Lisa Höfer erklärt, wie Crowdfunding genau funktioniert und stellt einige Musical-Crowdfunding-Projekte genauer vor.

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Einfaches Prinzip mit großem Effekt

Das Crowdfunding-Prinzip ist denkbar einfach. Über Online-Plattformen wie “Startnext” oder “Kickstarter” kann jeder mit einer Projektidee nach potenziellen Unterstützern suchen und für sein Projekt werben. Wer an die Idee glaubt und helfen will, spendet über die Plattform Geld. Je nach Höhe der Spende gibt es vorab festgelegte “Dankeschöns” für die Geldgeber, zum Beispiel signierte Poster, Eintrittskarten oder andere Specials wie Meet and Greets mit Darstellern. Für beide Seiten also eine echte Win-Win-Situation, wenn das Spendenziel erreicht wird und das Projekt tatsächlich starten kann. Erst dann wird auch das eigentlich bereits gespendete Geld an die Initiatoren der Crowdfundingaktion ausgezahlt. Bekommt ein Projekt die benötigte Summe nicht zusammen und kann die eigenen Pläne nicht umsetzen, ist das gespendete Geld nicht verloren und bleibt bei den Unterstützern des Projekts.

Viele erfolgreiche Crowdfunding-Aktionen

In den vergangenen Jahren konnte sich die Idee des Crowdfundings weltweit etablieren, auch in der Musical- und Theaterwelt gab es einige schöne Projekte, die so finanziert und umgesetzt werden konnten. Im deutschsprachigen Raum feierte vor wenigen Tagen beispielsweise BURNOUT – DAS MUSICAL in Berlin Premiere, nachdem rund drei Monate lang Fans und Förderer über eine Crowdfunding-Plattform Geld gespendet hatten. Die Macher benötigten 10 000 Euro, zusammen kamen letztendlich sogar mehr als 11 000 Euro. Bereits die öffentliche Probe der Show sorgte im September für viele positive Reaktionen, nach der gelungenen Premiere ist das Musical jetzt bis Ende des Monats auch noch in Emmendingen, Mannheim und Wien zu sehen.

© Big Dimension GmbH / Benjamin Sahler

© Big Dimension GmbH / Benjamin Sahler

LUDWIG² zurück auf die Bühne?

Einen ähnlichen Erfolg erhoffen sich auch Regisseur Benjamin Sahler und sein Team – sie möchten LUDWIG² – DAS MUSICAL für eine Sommerspielzeit im nächsten Jahr wieder nach Füssen bringen. Dort wurde die Produktion vor rund zehn Jahren bereits uraufgeführt, nach knapp zwei Jahren Spielbetrieb dann aber aus finanziellen Gründen eingestellt. Sahler ist jedoch davon überzeugt, dass LUDWIG² in Füssen wieder ein Erfolg werden kann. Auf der Crowdfunding-Website für das Musical erklärt er, dass bereits Investoren gefunden seien, die das Projekt unterstützen, jedoch auch der Zuspruch der Fans unerlässlich sei, um die konkrete Planung zu beginnen. Rund 1 500 Tickets will er deshalb vorab über die Crowdfunding-Plattform verkaufen – ein Stimmungstest, der zeigen soll, ob das Musical noch einmal an vergangene Erfolge anknüpfen kann.

© Play on Films

© Play on Films

Finanzielle Unterstützung für Musical-Webserie

Ein ganz neuer Erfolg könnte Deutschlands erste Musical-Webserie mit dem Titel DAS TOTE PFERD VON PLÖN werden, die ebenfalls durch Sponsoren und Musicalfans finanziert werden soll. Seit vergangener Woche können Fans die Serie über ihre Crowdfunding-Website finanziell unterstützen. Das Web-Projekt klingt durchaus spannend: Anika (gespielt von Kerstin Dietrich) ist Musicalfan und am Ziel ihrer Träume, als sie bei einer lokalen Musical-Produktion mit bekannten Stars auf der Bühne stehen soll. Doch bald wird der Traum zum Alptraum: Nichts ist so, wie Anika sich es vorgestellt hat und sie beginnt, einen Musicalstar nach dem anderen umzubringen. Ist Anika – oder auch nur einer der Musicalstars – noch zu retten? Die Autoren und Produzenten, Rainer Niermann und Florian Caspar Richter, versprechen in jeder Folge einen Song, einen “abstrus-humorvollen” Mord und viele bekannte Gastdarsteller aus der deutschsprachigen Musicalszene. Neben Uwe Kröger, der bereits im Konzepttrailer eine Rolle verkörpert, haben beispielsweise schon Pia Douwes, Roberta Valentini, Jan Ammann, Drew Sarich, Kevin Tarte und Sabrina Weckerlin zugesagt, in der Musical-Webserie aufzutreten. Ist die Crowdfunding-Aktion erfolgreich und die benötigten 25 000 Euro kommen zusammen, könnte die Webserie bereits Anfang nächsten Jahres gedreht werden. Über 5 000 Euro sagten die Fans den Machern der Serie bereits in weniger als vier Tagen zu. Die Chancen, das Finanzierungsziel zu erreichen, stehen also nicht schlecht.

Gute Finanzierungsalternative

Sicher laufen nicht alle Crowdfunding-Projekte so furios an wie das zur Musical-Webserie DAS TOTE PFERD VON PLÖN. Es ist zum Beispiel durchaus fraglich, ob es nur durch die Hilfe von Fans möglich ist, Summen im hohen fünf- oder sechsstelligen Bereich zusammenzubekommen. Fehlt nur noch ein überschaubarer Betrag oder soll das Crowdfunding als “Stimmungstest” dienen, dann eignet sich das Geldsammeln über eine Online-Plattform aber durchaus. Genau deswegen sind die aktuellen Crowdfunding-Projekte aus der Musicalszene auch bestimmt nicht die letzten, die unterstützt werden wollen und die Unterstützung verdienen.

Kategorie: Allgemein,Theater Eigenproduktionen

Autor: L. Höfer (19.10.2015)

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