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Burghofbühne Dinslaken von Schließung bedroht

Die Burghofbühne Dinslaken sieht sich derzeit von der Schließung bedroht. Der Kreis Wesel plant, die Zuschüsse für die Burghofbühne komplett zu streichen. Mit einer öffentlichen Petition sammelt die Burghofbühne Unterstützung.

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Aufruf Rettet die Burghofbühne
Aufruf Rettet die Burghofbühne © Burghofbühne Dinslaken

Kreis Wesel plant Einstellung der Mitgliedsbeträge

Die Burghofbühne Dinslaken ist das kleinste Landestheater in Nordrhein-Westfalen und existiert bereits seit mehr als 60 Jahren. Rund 20 festangestellte Mitarbeiter arbeiten dort. Jetzt möchte der Kreis Wesel aus der Finanzierung des Theaters aussteigen und seine Mitgliedschaft kündigen.

Laut eigenen Angaben finanziert sich die Burghofbühne Dinslaken zu 30 Prozent aus Eigenerlösen und sei damit eine der profitabelsten Bühnen in Deutschland. Weitere finanzielle Mittel kommen aus Zuschüssen. Größer Zuschussgeber ist das Land NRW, an zweiter Stelle folgt der Kreis Wesel. Wie die Burghofbühne in einer Pressemitteilung bekannt gab, zahlt der Kreis Wesel derzeit jährlich Mitgliedsbeiträge in Höhe von 290.000 Euro, was 20 Prozent des Haushalts des Theaters ausmacht. Der Kreis plant nun, seine Mitgliedsbeiträge ab 2017 stufenweise um 20 Prozent pro Jahr zu reduzieren und innerhalb von fünf Jahren komplett aus der Finanzierung des Theaters auszusteigen. Die Beschlussvorlage des sogenannten Jamaika-Bündnisses aus CDU, Bündnis 90/Die Grünen und FDP/VWG wird am 3. Dezember 2015 im Kreisausschuss behandelt und soll am 10. Dezember 2015 verabschiedet werden. Der Kreis möchte mit den Einsparungen seinen eigenen Haushalt konsolidieren.

Wegfall der Mitgliedsbeiträge wäre das Aus für das Theater

„Wenn der Kreis 20 Prozent seiner Finanzierung einstellt, wird das Theater nicht überlebensfähig sein,“ meint Intendant Mirko Schombert. Den Spielbetrieb mit etwa 250 Vorstellungen im Jahr könne das Theater nach der Kürzung nicht mehr aufrechterhalten . Die Burghofbühne engagiert sich zudem mit sozialpolitischen Projekten wie der Bürgerbühne, dem Modell „Jedem Kind einen Theaterbesuch“ mit kostenlosen Theatervorstellungen für Kindergartenkinder, einem theaterpädagogischen Angebot und weiteren Aktionen. Diese Projekte könnten ohne die Mitgliedsbeiträge des Kreises ebenfalls nicht mehr weitergeführt werden.

In einer Online-Petition mit dem Titel „Rettet die Burghofbühne Dinslaken“ ruft das Theater Unterstützer und Unterstützerinnen auf, für den Erhalt der Burghofbühne einzutreten. Christoph Bahr, ein Schauspieler am Theater, hat für die Rettung der Burghofbühne außerdem einen Song komponiert, mit dem Titel „Sturm über Dinslaken“:

Am 27. November lud die Burghofbühne Dinslaken zudem zu einer Podiumsdiskussion. Geladen waren die Fraktionsvorsitzenden aller Parteien, doch gerade die Vertreter des Jamaika-Büdnisses fehlten. Gekommen waren Bürgermeister Dr. Michael Heidinger, Sacha Wagner aus der Kreistagsfraktion der LINKEN und Peter Kiehlmann aus der Kreistagfraktion der SPD. Als Vertreter des Theaters saßen der vertretungsberechtigte Vorstandsvorsitzende der Burghofbühne Dr. Christoph Müllmann und Intendant Schombert auf dem Podium. Das Fehlen der Koalitions-Vertreter führte dazu, dass die Diskussion nicht so kontrovers war, wie sie hätte sein können. Zwei Dinge habe die Diskussion jedoch deutlich gemacht, meint Schombert: Zum einen sei der große Rückhalt der Zuschauerinnen und Zuschauer für die Burghofbühne deutlich geworden. Zum anderen sei zu erkennen gewesen, dass die Ortsverbände der Grünen nicht in die Entscheidung eingebunden waren. Viele Vertreter der Ortsverbände waren anwesend und „stinksauer“, wie Schombert beschreibt.

Schombert wünscht sich öffentliche Diskussion

Mirko Schombert sucht nun weiterhin das Gespräch mit der Politik und mit Bürgerinnen und Bürgern. Vor allem möchte er eine öffentliche Diskussion in Gang bringen, sie sonst nicht stattgefunden hätte; nur wenige Wochen liegen zwischen dem ersten Beschluss und der Entscheidung am 10. Dezember. „Es geht darum, was wir uns als Gesellschaft leisten wollen, gönnen möchten, für unabdingbar halten. Dazu gehört neben sozialer auch kulturelle Versorgung. Theater war nie darauf konzipiert, Gewinn abzuwerfen,“ erklärt Schomberg. „Vor allem wünsche ich mir eine Aussage von den Verantwortlichen, warum ein Theater verzichtbar ist. Diese Argumentation habe ich bislang noch nicht gehört.“

Am 10. Dezember 2015 findet um 16:00 Uhr die Kreistagssitzung mit Einwohnerfragestunde statt. Die Burghofbühne ruft alle Bürgerinnen und Bürger in Dinslaken auf, sich an der Fragestunde zu beteiligen und sich für die Burghofbühne einzusetzen.

Die bei Musical-Fans beliebte „Sommernacht des Musicals“ findet derweil am Burgtheater Dinslaken statt. Weder das ebenfalls dort stattfindende “Fantastical” noch die Sommernacht des Musicals sind in Gefahr, wie die Veranstalter versichern – für das Konzert am 27. Juli 2016 gibt es auch nur noch wenige Karten.

Kategorie: Allgemein

Autor: S. Gerdesmeier (02.12.2015)

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