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DER MEDICUS – Der Orient erneut in Fulda

Auch als zweites Stück im Fuldaer Musicalsommer 2018 bringt Spotlight Musicals einen Weltbestseller auf die Bühne. Seit dem 14. Juli wird DER MEDICUS für vier Wochen im Schlosstheater Fulda gespielt. Neben alten Bekannten sind auch ein paar neue Gesichter zu sehen. Musical1 war bei der Premiere der Wiederaufnahme dabei.

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Schlussapplaus DER MEDICUS 2018
Schlussapplaus DER MEDICUS 2018 © S. Ahrens

Eine weitere erfolgreiche Spotlight Produktion

Nach der erfolgreichen Wiederaufnahme von DIE PÄPSTIN am 16. Juni bringt Spotlight Musicals als zweites Stück im diesjährigen Fuldaer Musicalsommer einen weiteren Weltbestseller auf die Bühne. Am 14. Juli feierte DER MEDICUS zum dritten Mal eine umjubelte Premiere im Schlosstheater Fulda.

2016 wurde das Musical unter der Regie von Holger Hauer und mit Musik und Texten von Dennis Martin, der bereits als Komponist anderer Spotlight-Produktionen bekannt ist, erstmals vor begeistertem Publikum gezeigt. Seitdem konnten alle 200 Shows in Fulda ausverkauft werden. In den vergangenen zwei Jahren wurden wegen der großen Nachfrage sogar Zusatzvorstellungen angeboten.
Auch in diesem und im nächsten Jahr ist DER MEDICUS wieder Bestandteil des Musicalsommers Fulda und gastiert im kommenden Winter in München (mit Patrick Stanke in der Hauptrolle) und Hameln.

Vom Bestseller auf die Bühne

DER MEDICUS erzählt in gekürzter Form die Geschichte der gleichnamigen Buchvorlage von Noah Gordon aus dem Jahr 1986: Nach dem Tod seiner Eltern wird der junge Rob Cole Lehrling eines Baders. Bald stellt er fest, dass er im Umgang mit Kranken eine besondere Gabe besitzt: Er kann den nahenden Tod eines Menschen voraussehen. Er entwickelt den Wunsch, den Tod nicht nur erkennen, sondern auch verhindern zu können. Rob will an der berühmten Universität in Istfahan in Persien Medizin studieren, doch dort werden Christen nicht zugelassen. Er schmiedet einen riskanten Plan.

DER MEDICUS - Rob und der Bader

© Spotlight Musicals

Einen Roman für die Leinwand oder die Bühne zu adaptieren ist nie eine leichte Aufgabe – besonders, wenn es sich um eine so komplexe, vielseitige Geschichte wie DER MEDICUS handelt, der in Buchform immerhin gut 600 Seiten stark ist. Dennis Martin ist es jedoch durch gekonnte Straffungen des Stoffes gut gelungen, eine etwa dreistündige, unterhaltsame Version des Romans auf die Bühne zu bringen. Zwar fehlt dem Bühnenstück in einigen Aspekten die Komplexität des Romans und die Handlung wird auf weniger Orte und Figuren aufgeteilt, doch insgesamt ergibt sich eine in sich stimmige Geschichte, die alles beinhaltet, was ein gutes Musical braucht: Einen sympathischen Protagonisten mit ehrenwertem Ziel, eine dramatische Liebesgeschichte, Freundschaft, Verrat, Verlust und eine wichtige Botschaft.

Vielseitige Handlung

Das Stück beginnt mit einem älteren Rob, der seinem kleinen Sohn Samuel die Geschichte des Schachspiels, des Spiels des Schah, erzählt – und damit auch seine Lebensgeschichte. Diese Rahmenhandlung rundet die restliche Handlung ab und verrät – im Gegensatz zum Roman – so auch gleich zu Beginn des Stückes, dass es für Rob ein Happy End gibt.
Bis dahin stehen ihm jedoch noch viele Herausforderungen bevor, unter anderem die lange Reise nach Persien, die in der Inszenierung geschickt abgekürzt wird. So ist beispielsweise ein Großteil von Robs Reise während des Songs „Das ist mein Weg“ auf einer animierten Landkarte im Hintergrund zu sehen.

Nach einer Station in der Mitte der Reise, an der Rob sowohl die Schottin Mary Cullen kennenlernt als auch seinen verhängnisvollen Plan schmiedet, um an der Madrassa in Istfahan abgenommen zu werden, spielt der Großteil des restlichen Stückes in der persischen Stadt Istfahan.
Vor allem dort zeigen sich die Komplexität und die vielen wichtigen Elemente der Handlung. Einerseits erzählt DER MEDICUS von der Entwicklung der Medizin als Wissenschaft, allen voran durch Rob, der lieber religiöse Grenzen brechen würde, um Menschen heilen zu können, als sich mit dem zu begnügen, was bisher bekannt ist. Andererseits spielen auch eine ungleiche Freundschaft, eine Liebe voller Herausforderungen und die Verständigung verschiedener Kulturen und Religionen eine große Rolle. Letzteres ist trotz des mittelalterlichen Settings des Stückes auch heute noch eine wichtige Botschaft.

DER MEDICUS - Rob (Friedrich Rau) und Mary (Judith Jandl)

© Spotlight Musicals

Obwohl noch immer stellenweise sehr dramatisch, nimmt die Musicalinszenierung der Geschichte des Romans einiges an Brutalität und Grausamkeit und fügt dafür, wie es sich für ein Musical gehört, auch unterhaltsame Dialoge, fröhliche Songs und – besonders am Ende – eine gute Portion Kitsch hinzu.

Bekannte und neue Gesichter

Auch in der dritten Fuldaer Spielzeit leiht Friedrich Rau der Figur des Rob Cole alias Jesse ben Benjamin wieder sein Gesicht und seine Stimme. Von seinen ersten Szenen an, in denen er jugenhaften Charme und Lebensfreude versprüht, bis hin zu Robs düstersten Momenten, in denen er an seinem Lebensziel zweifelt, überzeugt Rau schauspielerisch auf ganzer Linie.
Gesanglich beeindruckt er ebenfalls durch Vielseitigkeit. Ob zärtlich in romanischen Songs wie „Wenn die Sterne mit uns sind“, kraftvoll und entschlossen in „Ich muss es tun“ oder wütend und verzweifelt – Der Hauptdarsteller präsentiert seine tolle Stimmfarbe und sein Stimmvolumen wunderbar.

An Raus Seite singt nach Sabrina Weckerlin und Johanna Zett in dieser Spielzeit Judith Jandl. Obwohl ihre Rolle nicht so viel auf der Bühne steht wie Rob, überzeugt auch sie mit facettenreichem Schauspiel und einer klaren, kraftvollen und wunderschönen Singstimme. Mary, die in der Geschichte ebenfalls viel durchmachen muss, wächst dem Publikum durch Jandl schnell ans Herz.

In Istfahan begegnet Rob einer Reihe weiterer Figuren, die für die Handlung essentiell sind:
Reinhard Brussmann, ebenfalls ein bekanntes Gesicht in Fulda, verkörpert 2018 erneut Ibn Sina, den Arzt aller Ärzte und Robs Lehrer in Istfahan. Mit seiner tiefen Stimme mit beeindruckendem Volumen und der weisen, väterlichen Art seiner Rolle bringt er angenehme Ruhe und Ausgeglichenheit ins Stück. Ein wenig erinnert er in dieser Rolle auch an seine nicht weniger liebenswerte Darstellung des Aeskulapius in DIE PÄPSTIN.

DER MEDICUS - Christian Schöne als Karim

© Spotlight Musicals

Den Kontrast dazu bildet der muslimische Student Karim, mit dem sich Rob in Istfahan anfreundet. Christian Schöne, der die Figur bereits 2017 verkörperte, geht sichtlich auf in der Rolle des Partylöwen, der die schönen Seiten des Lebens genießt, im Laufe des Stückes jedoch auch eine interessante und dramatische Wandlung durchmacht. Er überzeuget in farbenfrohen und unterhaltsamen Stücken wie „Ala Schah“; den Höhepunkt seiner Darbietung bildet jedoch die stimmlich starke Konfrontation mit Rob/Friedrich Rau in „Alles nur ein Spiel“.

Daniele Nonnis gibt in dieser Spielzeit die sehr unterschiedlichen Rollen des lebensfrohen Baders und des streng religiösen Quandrasseh beide sehr überzeugend.
An seinen (leider) wenigen Gesangsstellen kann auch Kristian Lucas mit seiner starken, klaren Stimme als Mirdin, jüdischer Student und ebenfalls Freund von Rob, begeistern.

Farbenfrohe Ausstattung

Auch der Rest des großen Ensembles überzeugt stimmlich, vor allem aber in den beeindruckenden, orientalisch angehauchten Choreografien von Kim Duddy, insbesondere in „Ala Schah“. Auch „Alles nur ein Spiel“, aufgemacht wie ein Schachspiel, ist nicht nur gesanglich sondern auch tänzerisch beeindruckend inszeniert. Was die Hauptdarsteller an Stimmkraft in das Stück legen, ergänzen die Tänzer des Ensembles durch Leidenschaft und Energie, die mitzuerleben großen Spaß macht.

DER MEDICUS - "Alles nur ein Spiel"

© Spotlight Musicals

Die farbenfrohen Kostüme die Kulissen – eine Mischung aus Videotechnik und bemalten, beweglichen Bühnenteilen – tragen ebenfalls zu der fröhlichen, orientalischen Stimmung bei und entführen das Publikum mitten in das bunte Treiben Istfahans.
Ein wenig schade ist, dass der Fokus, der im Buch auf die traditionelle Kleidung der Juden gelegt wird, hier nicht beachtet wird. Die im Roman häufig erwähnten traditionellen Bärte, Locken und Kopfbedeckungen (auch bei Frauen) fehlen bei fast allen Juden im Stück.

Musikalische Vielfalt

Musikalisch ist DER MEDICUS so vielfältig wie seine Handlung und die Figuren. Dennis Martins Stil ist insbesondere in den Liedern des Protagonisten, beispielsweise „Das ist mein Weg“, gut wiederzuerkennen und auch das obligatorischen Liebesduett für die Romantiker im Publikum ist mit „Wenn die Sterne mit und sind“ vertreten. Doch mit „Das Herz dieser Stadt“ und „Ala Schah“ sind auch orientalische Melodien und Rhythmen zu finden und einer der Hauptkonflikte der Geschichte gipfelt in dem starken Song „Alles nur ein Spiel“, der die Wut der Figuren beeindruckend wiederspiegelt.

Im originalen MEDICUS spielen – vermutlich der Zeit geschuldet – Frauen keine allzu große Rolle, doch in der Musicalinszenierung hat man sich bemüht, auch die weiblichen Figuren zu Wort kommen zu lassen. Singen darf natürlich vor allem Mary, die mit „Kilmarnock“ ein rührendes Lied über die Liebe zu ihrer Heimat vorträgt und gemeinsam mit Fara (Sharon Rupa) das flottes Duett „Ein Arzt in der Familie“ singt.

Sicherlich auch weiterhin ein großer Erfolg

DER MEDICUS ist trotz einiger notwendiger Kürzungen eine gelungene Musicalfassung des komplexen Romans. Das Stück unterhält durch die vielschichtig Handlung, vielseitige Musik, beeindruckende Choreografien und eine bunte, farbenfrohe Ausstattung. Die Darsteller beeindrucken durch tolle Stimmen und ihre schauspielerische Wandelbarkeit und werden mit Sicherheit dafür sorgen, dass das Stück auch in diesem Jahr wieder ein voller Erfolg wird.

DER MEDICUS ist noch bis zum 11. August im Schlosstheater Fulda zu sehen. Auch die Spieltermine für die nächste Saison sind bereits bekannt: Vom 13.7. bis 04.08.2019 wird das Stück erneut im Rahmen des Musicalsommers zu sehen sein. In der Zwischenzeit gastiert es im Winter in München und Hameln.

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Kategorie: Der Medicus

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Autor: C. Hain (20.07.2018)

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