Gewandhaus Leipzig

Gewandhaus Leipzig Außenansicht
leipzig-gewandhaus-aussen2-jensgerber © Jens Gerber, 2015

Das Gewandhaus Leipzig ist vor allem als Heimat des renommierten Gewandhausorchesters bekannt. Jährlich finden fast 700 Veranstaltungen mit einer halben Million Besucher in dem Konzertgebäude am Augustusplatz statt. Zum größten Teil handelt es sich dabei um Konzerte, das Gewandhaus dient aber auch als Veranstaltungszentrum für allerlei andere Arten von Events. Tagungen, Kongresse, Empfänge und Gastspiele, darunter unter anderem Musical-Tourproduktionen, sorgen für ein abwechslungsreiches Programm. Der Große Saal mit 1.900 Plätze zeichnet sich durch seine exzellente Akustik aus. Im Mendelssohn-Saal, bis 1997 als Kleiner Saal bekannt, wird vor allem Kammermusik gespielt. Er bietet Platz für 498 Besucher. Seit 2001 ist das Gewandhaus zudem über eine Brücke direkt mit dem benachbarten MDR-Kubus verbunden.

Gewandhaus Leipzig: Bereits das dritte seiner Art

Das heutige Gewandhaus am Augustusplatz ist bereits das dritte seiner Art in Leipzig. Das erste Gebäude dieses Namens machte schon im 18. Jahrhundert mit großen Konzerten auf sich aufmerksam. Heimstätte des ersten Gewandhauses war ein 1498 errichtetes Haus im Kupfergässchen der Leipziger Altstadt. Zunächst diente es als Zeughaus, anschließend wurde das erste Stockwerk als Warenhaus für Tuch- und Wollhändler genutzt, woraufhin es den Namen Gewandhaus erhielt. Im Jahr 1743 beschloss eine Gruppe von 16 Leipziger Kaufleuten, den Konzertverein Großes Concert zu gründen. Noch im selben Jahr fand das erste Konzert statt. Von 1744 bis 1781 traten die Musiker im Gasthaus „Drey Schwanen“ auf. 1781 erfolgte dann der Umzug ins Gewandhaus und die Musiker gaben sich den Namen „Gewandhausorchester“.

Im ursprünglichen Gewandhaus erlebte das Publikum Uraufführungen zahlreicher bedeutender Werke, die heute weltweit zum Standardrepertoire des Konzertbetriebs gehören. Einer der bedeutendsten Kapellmeister dieser Zeit war Felix Mendelssohn Bartholdy.

Das zweite Gewandhaus ab 1884

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts kamen Pläne auf, einen neuen Konzertsaal mitten im Stadtzentrum zu errichten. Die Stadtverwaltung verfolgte jedoch das Ziel, am Innenstadtrand ein neues Musikerviertel entstehen zu lassen. In diesem Viertel südwestlich der Altstadt eröffnete 1884 schließlich das Neue Concerthaus, in Anlehnung an das erste Gewandhaus häufig als Neues Gewandhaus bezeichnet. Das ursprüngliche Gebäude, nun Altes Gewandhaus genannt, diente noch bis 1886 als Aufführungsstätte für Konzerte. In den 1890er Jahren erfolgte der teilweise Abbruch und Umbau, bei dem das Haus in den Gebäudekomplex Städtisches Kaufhaus einbezogen wurde.

Das Neue Gewandhaus erhielt einen großen Saal mit 1.700 Plätzen sowie einen Kammermusiksaal mit Platz für bis zu 650 Gäste. Das nach Plänen von Martin Gropius errichtete und Mit bauplastischem Schmuck von Otto Lessing verzierte Gebäude diente als architektonisches Vorbild der 1900 erbauten Symphony Hall in Boston, an der das Boston Symphony Orchester beheimatet ist. Vor dem Neuen Gewandhaus erinnerte eine große Statue an den ehemaligen Kapellmeister Mendelssohn, das allerdings im November 1936 von den Nationalsozialisten zerstört wurde. Seit 2008 steht eine originalgetreue Nachbildung des Denkmals vor der Leipziger Thomaskirche. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Neue Gewandhaus schwer beschädigt. Nach ersten Versuchen des Wiederaufbaus beschloss die Stadt den Abriss und einen Neubau an anderer Stelle.

Bilder von Gewandhaus Leipzig

© Jörn Daberkow, 2020

Saalplan

Gastspiele wie Musicals finden meist im Großen Saal des Gewandhauses statt. Er bietet 1.900 Sitzplätze und beeindruckt durch eine exzellente Akustik.

Lage des Gewandhaus Leipzig

Gewandhaus Leipzig
Augustusplatz 8
04109 Leipzig
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Das dritte Gewandhaus eröffnet am Augustusplatz

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs zog das Gewandhausorchester für kurze Zeit ins Kino Capitol und fand anschließend in der Kongreßhalle am Zoo eine neue Übergangsheimat. Bis das neue und dritte Gewandhaus eröffnen konnte, sollte es mehrere Jahrzehnte dauern. Die Grundsteinlegung fand am 8. November 1977 am damaligen Karl-Marx-Platz statt, dem heutigen Augustusplatz. Direkt gegenüber dem Opernhaus gelegen, am ehemaligen Standort des Museums der bildenden Künste, entstand der erste und einzige Neubau der DDR, der allein als Konzerthalle vorgesehen war. Um die Akustik des Großen Saals zu testen, gab es mehrere Probekonzerte mit Soldaten der NVA im Zuschauerraum.

Mit dem feierlichen Eröffnungskonzert am 8. Oktober 1981 präsentierte sich das Gewandhaus der Öffentlichkeit. Im Herbst 1989 sollte dem Konzerthaus historische Bedeutung zukommen. Kapellmeister Kurt Masur öffnete das Haus für die sogenannten „Gewandhausgespräche“, öffentliche Diskussionsrunden über die Zukunft der DDR.

Musicals und mehr im Gewandhaus Leipzig

Heute produziert das Gewandhaus als Eigenveranstalter rund 250 klassische Konzerte pro Saison, darunter sogenannte „Große Concerte“ mit dem Gewandhausorchester, Kammermusik-, Chor- und Orgelkonzerte, ebenso wie Musikfestivals, die sich zum Beispiel Mendelssohn oder bestimmten Komponisten widmen. Hinzu kommt ein Angebot an musikpädagogischen Projekten.

Neben klassischen Konzerten haben aber auch andere musikalische Veranstaltungen am Gewandhaus Einzug gehalten. Dazu gehören unter anderem Musicals. Hin und wieder widmet sich das Gewandhausorchester selbst den schönsten Musicalmelodien und verleiht diesen einen neuen Klang. Darüber hinaus können die Zuschauer verschiedene Gastspiele renommierter Musical-Produktionen erleben. Publikumslieblinge wie Disneys DIE SCHÖNE UND DAS BIEST, TARZAN – DAS MUSICAL, ELVIS – DAS MUSICAL und kommen im geschichtsträchtigen Konzerthaus zur Aufführung.

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