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Marc Clear Interview – Musical1 Podcast 47

Die Absage der Tournee der 3 MUSKETIERE ist zwar schon fünf Monate her. Dennoch beschäftigt sie die Musical-Szene immer noch. Nachdem wir mit Michael Heuel und Christian Bindert bereits zwei Darsteller im Interview hatten, ist heute der Regisseur der Produktion, Marc Clear, im Musical1 Podcast zu hören. Er spricht aber nicht nur über die Vergangenheit, sondern auch über zukünftige Produktionen.

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Marc Clear
Marc Clear © Marc Clear

Von der Oper zum Musical

Marc Clear ist ausgebildeter Opernsänger, Musical-Darsteller und Regisseur. Seine Ausbildung zum Opernsänger hat er in Maastricht in den Niederlanden absolviert. Zwar hat Clear immer gesungen und sich für Musik interessiert, professioneller Sänger wollte er aber zunächst gar nicht werden. Eigentlich wollte er als Musiklehrer arbeiten, wie er verrät. „Während dieser Ausbildung habe ich gemerkt, dass ich doch ein bisschen singen kann und wurde teilweise von meinen Lehrern gedrängt, auch eine Gesangsausbildung zu machen.“ Diese Gesangsausbildung absolvierte Clear dann nebenbei. Außerdem arbeitete er bereits während des Studiums als Opernchorsänger am Theater. Daraus hat sich dann seine Opernkarriere entwickelt. Sein Weg führte ihn schließlich ans Opernstudio nach München, von dort ergab sich ein Engagement in Heidelberg – und bald arbeitete Clear als Opern-Solist in ganz Deutschland.

Eher aus Zufall kam er dann zum Musical. Neben seiner Opernkarriere hat er immer schon in Pop- und Rockbands gesungen und auch Abstecher ins Musical-Genre gemacht. So spielte er beispielsweise bei JESUS CHRIST SUPERSTAR und in der WEST SIDE STORY am Münchner Staatstheater am Gärtnerplatz. Ab 2001 arbeitete er freiberuflich und lebte für einige Jahre in Dänemark. Dort erhielt er die Anfrage, ob er nicht im PHANTOM DER OPER mitspielen wolle. Das tat Clear dann auch und sang in der Produktion auf Dänisch. Es folgte ein Engagement für THE SOUND OF MUSIC. 2004 nahm Clear an einer Audition der Stage Holding teil und spielte in LES MISERABLES in Berlin. Dort blieb er dann auch für die Folgeproduktion, das Musical 3 MUSKETIERE. Musical-Produktionen haben für Clear gegenüber Opern einige Vorteile: Im Musical kann er spielerischer tätig sein. „Das Musical ist für mich die größere Herausforderung, da man hier viel mehr mit der Stimme machen und sich auch schauspielerisch mit der Stimme ausdrücken kann,“ erklärt er.

Seinen Part als Athos in 3 MUSKETIERE bezeichnet Clear auch als seine prägendste Rolle. Er hatte die Möglichkeit, die Rolle für die deutsche Erstaufführung selbst zu entwickeln und konnte sich dadurch sehr einbringen. Daher hat ihm diese Rolle auch für weitere Produktionen viel gegeben.

Führt Regie und gibt Unterricht für angehende Sänger

Einige Jahre später gab es dann einen neuen Wechsel auf dem Karriereweg des Marc Clear und er wurde zum Regisseur. Auch das kam durch die 3 MUSKETIERE: Clear hatte schon ein paar Jahre für die Freilichtspiele Tecklenburg gearbeitet, als der Intendant ihm vom Plan erzählte, eben dieses Musical aufführen zu wollen. Clear sollte wieder die Rolle des Athos übernehmen. Clear hatte mit dem Musical aber noch mehr vor; es lag ihm am Herzen, noch mehr aus dem Stück herauszuholen. Daher hat er sich als Regisseur beworben und das Musical schließlich auch inszeniert. In den Folgejahren führte er in Tecklenburg noch bei JESUS CHRIST SUPERSTAR, MARIE ANTOINETTE und DER GRAF VON MONTE CHRISTO Regie.

„Wenn ich eine Produktion mache, beschäftige ich mich meistens mit der Materie und gehe sehr früh in ein Konzept, bei dem ich weiß, welche Sachen von mir ich mit reinbringen könnte, aber auch Sachen, von denen ich denke, die kann man aus dem Stück noch rausholen,“ erklärt Clear seine Arbeitsweise. Das Konzept entsteht so schon sechs, sieben Monate vor der Probenzeit. Natürlich dürfe dieses Konzept aber auch nicht zu starr sein, es müsse sich während der Wochen der Zusammenarbeit mit den Schauspielern und während der Vorstellungszeit laufend weiterentwickeln.

Seit einigen Jahren gibt Clear auch Workshops für angehende Musical-Darsteller. „Am meisten Spaß macht mir daran, mit jungen Leuten zusammenzuarbeiten,“ verrät er. „Ich bin seit 28 Jahren in dem Geschäft und man sieht über die Jahre hinaus, was in dieser Ausbildung fehlt.“ Seiner Meinung nach hapert es beim Unterricht an vielen Schulen oft am Schauspiel und an der Interpretation. Mit seinem Unterricht möchte er zudem zeigen, dass zu dem Beruf des Sängers mehr gehört, als zum Beispiel eine Casting-Show zu gewinnen. Musical-Darsteller und Sänger ist ein fundierter Beruf und der braucht eine fundierte Ausbildung.

Marc Clear über die 3 MUSKETIERE Tour

Marc Clear

© Marc Clear

Sein letztes Regie-Engagement hatte Clear nun bei der abgesagten Tournee der 3 MUSKETIERE 2014. Schon 2013 kam er auf den letzten Drücker zur damaligen Tourproduktion hinzu. Damals gab es Probleme mit dem Regisseur, ein neuer Regisseur übernahm und holte Clear als Athos und für die Fechtszenen zum Musical. Gemeinsam versuchten sie, die Produktion noch zu retten. Das sei schließlich an den Finanzen gescheitert. Als Produzent Michael Thinnes im nächsten Jahr auf Clear zukam und ihn eingeladen hat, abermals an einer Tournee der 3 MUSKETIERE mitzuarbeiten, war Clear zunächst skeptisch. Thinnes erklärte aber eine Werbeagentur und Sponsoren an der Hand zu haben und Clear ließ sich überzeugen. Mit einer sehr guten Cast und einer sehr guten Technikcrew habe er dann alles daran gesetzt, eine gute Show auf die Beine zu stellen – obwohl an vielen Ecken gespart worden sei. „Die Fehler, die ich 2013 gesehen habe, wollte ich nicht wiederholt sehen,“ meint Clear. Daher achtete er von Anfang an auf die Finanzen.

In der zweiten Probenwoche habe er dann zum ersten Mal gehört, dass die Werbeagentur abgesprungen sei. Außerdem gab es Probleme mit dem Verkauf. Clear musste nun die Cast davon unterrichten, dass eventuell einige Shows abgesagt werden müssten. Trotzdem versuchten alle Beteiligten weiterhin das Stück auf die Bühne zu bringen. Allerdings habe Clear bald gemerkt, dass ein Marketing da war, dass es keine Werbestrategie gab. Im Nachhinein habe er dann auch gehört, dass Hallen gebucht wurden, die weit über die Produktionsfähigkeit hinausgingen. Da merkte er so langsam, dass die Luft rausging. „Für mich war es klar, dass hier jemand am Werk ist, der im kleinen Rahmen einfach nicht das nötige Handwerk hat, um in einer professionellen Liga mitzumachen.“ So wurde zum Beispiel zur Premiere keine Presse eingeladen – gerade nach der missglückten ersten Tournee ein Versäumnis.

Pläne für 2015 und 2016

Im Jahr 2015 und 2016 geht es für Clear nun mit anderen Musicals weiter. In Wien hat er gerade JESUS CHRIST SUPERSTAR zu Ostern auf die Bühne gebracht. Nun wird er sich wahrscheinlich zunächst wieder mehr dem Unterricht widmen. In Leipzig steht im Herbst zudem die Wiederaufnahme von DER GRAF VON MONTE CHRISTO an, im nächsten Jahr gibt es vielleicht neue Produktionen in Wien – das ist aber noch nicht in trockenen Tüchern.

Kategorie: Podcast

Autor: C. Demme (03.05.2015)

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