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Andrew Lloyd Webber – LIEBE STIRBT NIE

Er ist ein Synonym für Musical – seit Ende der 60er Jahre revolutionierte Andrew Lloyd Webber das Genre. Mit dem PHANTOM DER OPER hat der englische Komponist das erfolgreichste Musical der Welt geschaffen und wurde selbst zu einem der reichsten Männer Großbritanniens. Musical1 erklärt anhand eines LIEBE STIRBT NIE - Besuches im Hamburger Operettenhaus, welcher rote Faden sich durch die Werke des Ritters der britischen Krone zieht und was den Charme seiner Musik ausmacht.

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Liebe stirbt nie Phantom und Christine
Liebe stirbt nie Phantom und Christine © Stage Entertainment

Faszinierende Einfachheit der Musik

Andrew Lloyd Webber

© Tracey Nolan – wikipedia.de

Andrew Lloyd Webber legt seinen Schwerpunkt auf die Musik. Bei EVITA wurde zuerst die Musik vermarktet. Erst als die Radiostationen die Songs permanent spielten, folgte am 21. Juni 1978 im Londoner Prince Edward Theatre auch die Weltpremiere. Eindeutige Melodien kennzeichnen die Lieder seiner Musicals. Egal ob die auf der Orgel pompös instrumentalisierte Melodie aus PHANTOM DER OPER, „Don´t cry for me Argentina“ aus EVITA,  „Any Dream will do“ aus JOSEPH AND THE AMAZING TECHNICOLOR DREAMCOAT oder „Memories“ aus CATS – Der Komponist setzt ganz im Stil von klassischen Komponisten wie Beethoven auf einfachste, aber leicht zu merkende Tonfolgen, die unkompliziert nachzusingen sind und auch mit nur einem Instrument nachzuspielen sind. Die Lieder funktionieren dadurch auch ohne eine Inszenierung. So feierten die Vereinigten Bühnen Wien mit den konzertanten Aufführungen von PHANTOM DER OPER und LOVE NEVER DIES und  JESUS CHRIST SUPERSTAR große Erfolge.

Musikalische Vielfalt

Liebe stirbt nie Tänzerinnen

© Stage Entertainment

Obwohl den Liedern einfache Motive zugrunde liegen, scheut Andrew Lloyd Webber nicht davor zurück, die Musik auszuschmücken und damit die gesamte Bandbreite an Emotionen zu bedienen. Dazu greift er auf die Fülle eines symphonischen Orchesters zurück. Verschiedene Gefühle, mal leicht, mal hart, bringt Webber spielerisch in seiner Musik unter. Ihm gelingt eine Swingszene wie „Badenixen“ in LIEBE STIRBT NIE genauso wie eine romantisch-lateinamerikanisch angehauchte Szene wie „Dieses Treffen war nicht eingeplant“ in EVITA oder eine flotte Rollschuhnummer in STARLIGHT EXPRESS. Rigoros nutzt Webber dabei jede sich bietende Gelegenheit in der Handlung um sie musikalisch aufzugreifen und durch seine Musik zu verstärken: kein Blick, kein Wimpernschlag bleibt von der Musik unkommentiert – Küsse, Tode und Feste: Hier kann der Meister gekonnt aus dem Vollen schöpfen.

 Motive setzen sich fort

Liebe stirbt nie Kindercasting

© Stage Entertainment

Hat Andrew Lloyd Webber erstmal ein Leitmotiv gefunden, wird es konsequent eingesetzt. Die Melodie der Arie von Christine “Liebe stirbt nie” ist im gleichnamigen Musical schon mehrfach zu hören, bevor Christine sie im zweiten Akt endlich singt. Ihr Sohn findet die Noten bereits im Hotelzimmer und spielt die Melodie am Klavier. Geschickt verknüpft Webber scheinbar unwichtige Handlungsmomente mit der Musik und erzeugt damit eine Verbindung zwischen den einzelnen Situationen. Immer wieder blitzen die einzelnen Motive in seinen Stücken auf und machen den Zuhörer mit den Melodien vertraut. Da die Musicals – genau wie Opern – durchkomponiert sind, also selbst Dialoge gesungen werden, findet sich genug Platz einzelne Motive in verschiedene Variationen einzusetzen. Ebenso gelingt es Webber auch Melodien und kurze Zitate aus DAS PHANTOM DER OPER in die Fortsetzung einzuflechten. Immer wieder sind kleine Passagen aus dem erfolgreichsten Musical aller Zeiten rauszuhören. So spricht Raoul Christine beispielsweise bei seinem Abschiedsbrief mit dem Kosenamen an. Und noch etwas übernimmt der Komponist aus dem Ursprungswerk: Er erschafft eine zweite musikalische Ebene. Waren es im ersten Teil noch die Opern die in Paris geprobt und aufgeführt wurden, so sind es auf Coney Island Probenszenen des Revuetheaters.

Für jeden was dabei – Aber immer

Liebe stirbt nie - Andrew Lloyd Webber und Ensemble

© Stage Entertainment/ Morris Mac Matzen

Die Musik unterstützt – wie bei keinem anderen Komponisten – die Handlung. Während sich in anderen Musicals – zum Beispiel MAMMA MIA – nur wenig griechische Klänge finden, obwohl die Handlung in dem südeuropäischen Land spielt, ist die Grundthematik bei Andrew Lloyd Webber so gehalten, dass sie den Zuhörer an Ort und Zeit der Handlung versetzt. Spielt die Handlung in einem Opernhaus des 19. Jahrhunderts, finden sich Anlehnungen an die Pariser Opernwelt, in EVITA finden wir die argentinischen Rhythmen. Dazu mixt der Komponist wild andere Stile in die Grundthematik ein. Er lässt die Melodien nicht in einem Stil verharren, sondern kombiniert Rock, Pop und klassische Elemente. Andrew Lloyd Webber nutzt so die verschiedenen Genres und bedient die ganze Bandbreite zwischen „ernster Musik“ und „unterhaltender Musik“.

Kostenintensiv

Liebe stirbt nie Gaukler

© Stage Entertainment

Bis in die späten 90er Jahre zog sich der Musical-Hype für den der Komponist verantwortlich war und bei dem die Besucher Scharenweise per Bus zu den großen Musicalhäusern reisten. Die deutsche Stella spielte zeitweise fast ausschließlich Webber-Musicals. Im Hamburger Stage Operettenhaus ist LIEBE STIRBT NIE nur noch bis 25. September zu erleben. Bei seinen Inszenierungen überlässt Andrew Lloyd Webber nichts dem Zufall. In PHANTOM DER OPER und LIEBE STIRBT NIE können opulente Kostüme (Gabriela Tylesova) bestaunt werden. Auch im zweiten Teil der Phantom-Saga ist das Bühnenbild, für das in Hamburg ebenfalls Tylesova verantwortlich ist, sehr eindrucksvoll. Die Phantasiewelt auf Coney Island bietet viele Möglichkeiten. Die Umsetzung der Welt von Revue, Zirkus und Freakshow gelingt hier außerordentlich gut. Die Zuschauer tauchen förmlich in die Welt von Phantasma ein. Der berühmte herunterstürzende Kronleuchter in DAS PHANTOM DER OPER sorgte damals in den 90-ern schon für Gesprächsstoff und einen Wow-Effekt. Das neue Webber-Prinzip stellte dabei mit seinem großen Orchester, der opulenten Ausstattung und dem großen Ensemble aber auch hohe Herausforderungen an Theatermacher. Nicht viele Städte haben die passende Infrastruktur die opulenten Inszenierungen zu zeigen und trotz erbärmlich hoher Ticketpreise sind einige Veranstalter daran gescheitert. Wild spekuliert wird auch wieso die Fortsetzung des Phantoms nicht an die Erfolge des Originals anknüpfen konnte. Zwar wurde das Stück bereits in London, Sydney, Melbourne, Kopenhagen und Wien (konzertant) gespielt, allerdings war die Spielzeit nur in der Londoner Originalbesetzung länger als ein Jahr zu sehen. Alle anderen liefen kürzer. Auch in Hamburg wird das Musical bereits nach einer Laufzeit von unter einem Jahr wieder abgesetzt. Ob es an der etwas platten Story der Fortsetzung liegt oder ob sich der Geschmack des Musicalpublikums verändert hat ist schwer zu sagen. Die Show ist jedenfalls sehenswert – lesen Sie hier die Premierenstimmen –   reicht aber auch musikalisch nicht ganz an DAS PHANTOM DER OPER ran.

 

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Besetzung der besuchten Vorstellung:

  • Das Phantom: Mathias Edenborn
  • Christine Daaé: Rachel Anne Moore
  • Raoul Vicomte de Chagny: Robert David Marx
  • Mme Giry: Masha Karell
  • Meg Giry: Dörte Niedermeier
  • Fleck: Lauren Barrand
  • Squelch: Martin Rönnebeck
  • Gangle: Georg Prohazka
  • Gustave: Juri

Ensemble:

Marie-Therese Anselm, Alex Avenell, Bianca Benjamin, Pieter Casteleyn, Kaatje Dierks, Tyler Donahue, Chiara Ludemann, Andrea Marchetti, Sean McFadden, Robert Meyer, Leisha Mollyneaux, Lucina Sacropolini, Thomas Schreier, Charlotte Tooth, Pieter Tredoux

Kategorie: Liebe stirbt nie

Tags:

Autor: M. Sommerfeld (14.09.2016)

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