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FALCO – DAS MUSICAL in Berlin: Wenn Legenden zum Leben erweckt werden

Nicht zum ersten Mal widmet sich ein Bühnenstück dem Leben und Wirken, ganz besonders aber der Musik des österreichischen Ausnahmekünstlers Falco. FALCO - DAS MUSICAL setzt seine Tour 2018 fort und begeistert wieder zahlreiche Städte in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Wir haben uns FALCO - DAS MUSICAL in Berlin angesehen - und hier ist unser Fazit!

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Alexander Kerbst als Falco
Falco – Das Musical 4 © Marcel Klette

Out of the dark, into the light: Unser Besuch bei FALCO – DAS MUSICAL

„Mich werdens erst wieder ganz lieb haben, wenn ich ganz tot bin.“

Der österreichische Ausnahmekünstler Falco, mit bürgerlichem Namen Johann Hölzel, landete in den Achtzigern mit “Rock me, Amadeus” den bis heute einzigen deutschsprachigen Nummer-Eins-Hit in den USA. “Rock me, Amadeus” machte ihn damit zur Legende, die auch nach seinem Tod immer weiter lebt und in die Popgeschichte eingegangen ist. Doch eine Legende zu sein, heißt in vielen Fällen auch, nicht nur die Sonnenseiten des Showbiz mitzunehmen. Und genau darum geht es auch in FALCO – DAS MUSICAL, welches die Achterbahnfahrt des Popstars musikalisch nacherzählt.

Das Phänomen um Hans Hölzel ist nicht erst seit diesem Jahr Musicalmaterial, schon 2013 feierte das Stück “Falco – the Spirit Never Dies” Premiere. FALCO – DAS MUSICAL war ebenfalls bereits 2017 auf Tour und begeisterte schon dort tausende von Zuschauern.

Wir haben uns FALCO am 11. April im Berliner Stage Theater am Potsdamer Platz angesehen und stimmen auch jetzt noch in den begeisterten Beifall des Publikums ein, welches auch nach drei Zugaben noch nicht genug vom gut gelaunten Bühnenensemble hatte. 1800 Besucher finden im Stage Theater Platz, allerdings waren bei unserer Vorstellung die beiden oberen Ränge nicht besetzt. Das tat jedoch der Stimmung keinen Abbruch, denn spätestens bei Falcos flotten Durchbruchsong “Der Kommissar” wippten auch die nicht so hart gesottenen Falcofans mit den Füßen.

Alexander Kerbst lässt Falco wieder auferstehen

„Die Realität ist eine Halluzination, welche durch die Abwesenheit von Alkohol entsteht.“

Die Show beginnt mit der Einspielung von Ausschnitten echter Falco-Interviews. Diese rufen dem Publikum noch einmal einerseits seine unverkennbar exzentrische Persönlichkeit in Erinnerung, andererseits stimmen sie uns mit Falcos berühmtesten Zitaten in das Kommende ein – nämlich die Geschichte eines Popstars, der die wohl extremsten Höhen und Tiefen des Ruhms erlebt hat. Dargestellt wird Falco beinah kongenial von Alexander Kerbst, welcher ganz klar das Highlight und Herz des ganzen Stücks ist. Trotz des Altersunterschied zum echten Falco (Hans Hölzel starb kurz vor seinem 41. Geburtstag) wirkt die Rolle dem 53-jährigen wie auf den Leib geschneidert. Als hätte er nie etwas anderes gemacht, haucht Kerbst dem Exzentriker Falco routiniert und mit einer fantastischen Lässigkeit neues Leben ein. Von Mimik und Gestik, dem gedehnten Wiener Akzent bis hin zum Grübchen im Kinn steht er der 80er-Ikone optisch und gesanglich in nichts nach.

Wenn Hans Hölzel die Bühne in Gesellschaft von Legenden wie David Bowie, Elvis und den Beatles betritt, wird uns noch einmal ganz klar, in welcher Liga der Österreicher in der Musikgeschichte eigentlich spielte. Erzählt wird Falcos Geschichte von seinem Manager (gespielt von Schauspieler Sebastian Achilles), der uns durch die Höhen und Tiefen seines Erfolges führt und dokumentarisch aus verschiedenen Szenen seines Lebens berichtet. Die beiden Frauenfiguren Jeanny und Ana Conda stellen Falcos ständigen zentralen Konflikt zwischen “Gut und Böse” dar, auch wenn dieses Konzept mit der Handlung nicht immer ganz aufzugehen scheint und an manchen Stellen etwas sperrig wirkt. Für die typisch wuchtigen Rockpopklänge von Falcos Songs sorgt eine 5-köpfige Band, die leicht erhöht im hinteren Teil der Bühne ihr Können unter Beweis stellt, leider jedoch für die meiste Zeit der Show von Schiebewänden der Kulissen verdeckt bleibt. Die Kulissen selbst sind minimal gehalten und beschränken sich zumeist auf Szenen- oder Bewegtbilder im Hintergrund.

Die Lieder spiegeln den jeweiligen Punkt in Falcos Karriere wieder und führen wie ein roter Faden chronologisch durch seine Erfolgsgeschichte. Natürlich bekommen die Zuschauer Falcos zeitlose Klassiker wie “Rock me Amadeus”, “Out of the Dark” und “Egoist” auf die Ohren, doch es werden auch weniger bekannte Songs geschmettert, bei denen Alice Wittmer und Julia Fechter (Ana Conda und Jeanny) zeigen dürfen, was sie können. Emotionales Highlight der Show ist ganz klar das zu seiner Zeit überaus kontroverse “Jeanny”. Hier fährt das erste mal eine echte Gänsehaut durch die Sitzreihen, während es ansonsten eher humorvoll und beschwingt zugeht. Zum supercoolen Hans in schwarzem Anzug und Sonnenbrille gesellen sich immer wieder quietschbunt gekleidete Tänzer, welche die Bühne mit Leben füllen und deren Tanznummern einen interessanten Kontrast zur Hauptfigur bieten.

Musical erinnert an den 20. Todestag von Falco

„Wenn ich schon mal zu früh sterben sollte, dann wie James Dean – auf einer Kreuzung, im Porsche. Zack. Aus.“

Nicht nur der Drogen- und Alkoholkonsum gehörte zu Falcos Problemen. Als er erfährt, dass er nicht der leibliche Vater seiner Tochter ist, zieht er sich in die Dominikanische Republik zurück. Am 6. Februar 1998 kommt er dort bei einem Autounfall ums Leben – und mit diesem folgenschweren Ereignis endet auch das Musical. Indizien deuten offenbar auf Suizid hin, doch das wird in der Show selbst nicht thematisiert und das Urteil dem Publikum selbst überlassen. Nach einer stolzen Länge von fast drei Stunden (inklusive Pause) fällt das Urteil der Berliner gegenüber FALCO – DAS MUSICAL eindeutig positiv aus. Mit Standing Ovations ist auch nach der dritten Zugabe noch nicht Schluss und der Applaus ebbt nur langsam ab, bevor die Gäste mit glücklichen Gesichtern den Saal verlassen.

Fazit

FALCO – DAS MUSICAL ist vor allem dank des Hauptdarstellers eine kultige, bunte und kurzweilige Hommage an einen der berühmtesten Popstars aller Zeiten. Bei der abwechslungsreichen und mit viel Talent gespickten Bühnenshow kommen besonders die Fans von Falcos Musik absolut auf ihre Kosten. Wer allerdings eine vielschichtige Biografie einer komplizierten Persönlichkeit (wie etwa in ELISABETH oder MOZART!) erwartet, wird aufgrund der relativ einseitigen Darstellung der Konflikte nicht ganz zufrieden gestellt. Hier herrscht statt großer Theatralik ein eher dokumentarischer Stil – und das hat im Rahmen von FALCO – DAS MUSICAL auch absolut seine Berechtigung. Hans Hölzel ist tot, aber Falco bleibt mit dieser Show garantiert unsterblich.

Noch bis Sonntag, den 15.4.2018 läuft FALCO in Berlin, danach geht es im Rahmen der großen Tour weiter nach Dresden und Hamburg.

Hier gibt's Tickets für FALCO - DAS MUSICAL
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Kategorie: Tour Musicals

Autor: J. Reimann(13.04.2018)

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