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Falsett

Farinelli, Falsett-Sänger des Barock, Gemälde von Corrado Giaquinto
Farinelli, Falsett-Sänger des Barock - Corrado Giaquinto

Als Falsett wird die männliche Kopfstimme bezeichnet. Sie ist in etwa mit der weiblichen Sopran- oder Altstimme zu vergleichen. Falsett kommt vom Italienischen „falso“, was so viel wie „falsch, künstlich, imitiert“ bedeutet.

Merkmale des Falsetts

Die Falsettstimme ist um eine Oktave höher als die männliche Tenorstimme. Die Stimmbänder schwingen nicht vollständig, sondern nur an ihren Rändern. Das Ergebnis ist ein weicher, grundtöniger Klang. Im engeren musikalischen Sinne schließt der Begriff auch die Verstärkung dieser Randschwingung durch eine Beimischung der Brust- und Kopfstimme ein. Mit dieser Technik können zum Beispiel Countertenöre dynamisch zwischen sehr hohen und tieferen Stimmlagen wechseln.

Geschichte der Falsettstimme

Die Gesangstechnik des Falsett gelangte im 9. Jahrhundert von Persien nach Europa. Zunächst hielt sie Einzug in die andalusische Musik in Cordoba, von dort aus verbreitete sie sich durch Trobadore über den Kontinent. Spanische Falsettisten traten sogar im Vatikan auf.

Die Falsettstimme erlangte vor allem im Barock Berühmtheit. Im Vatikan sowie in einigen Kirchen übernahmen Männer die weiblichen Gesangsparts, da es Frauen geboten war, in Gotteshäusern zu schweigen. Mit der Falsetttechnik erreichten die männlichen Sänger die hohen weiblichen Stimmlagen. Im späteren Barock war es üblich, diese Parts Knaben oder Kastraten zu überlassen.

In der nachbarocken Oper wurde die Falsettstimme eher vernachlässigt und überwiegend nur noch eingesetzt, um einen komischen Effekt zu erzielen. Als im 20. Jahrhundert die Barockoper wiederentdeckt wurde, begannen auch wieder vermehrt Komponisten, Rollen in Falsettstimmlage einzubauen. Diese Parts werden heute von Countertenören gesungen.

Das Falsett in der modernen Pop-Musik

Das Falsett ist auch eine beliebte Stimmlage in der modernen Pop-Musik. Die Songs der Beach Boys liefern einige der bekanntesten Beispiele für den modernen Falsett-Gesang. Während der Disco-Ära erlangten die Bee Gees durch ihren hohen Falsett-Gesang an Berühmtheit. Auch einige Heavy Metal-Bands setzen die Falsettstimme ein, so zum Beispiel Judas Priest mit dem Sänger Rob Halford. Andere Sänger setzen die Falsettstimme nur gelegentlich ein, um Songs mit extremen Höhen und Tiefen intonieren zu können. Dazu gehörte zum Beispiel auch Freddy Mercury, eigentlich Bariton, der aber auch mehrere Lieder im Falsett sang.

Falsett als Sprechstimme

Von männlichen Schauspielern wird das Falsett auch als Sprechstimme verwendet, wenn sie beispielsweise weibliche Rollen darstellen. Meist soll dadurch ein komischer Effekt erzielt werden. Bekannte Beispiele sind Filme wie “Manche mögen's heiß” und die Musical-Adaption SUGAR, “Mrs. Doubtfire – Das stachelige Kindermädchen” oder “Big Mama's House”.

Falsett bei Blechblasinstrumenten

Als Falsett wird weiterhin das Hervorbringen der höchsten und tiefsten Töne bei Blechblasinstrumenten bezeichnet. Diese sogenannten “falschen Töne” lassen sich nur mit großer Anstrengung erzwingen.

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