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“Die Päpstin” regiert nun aus dem Harz

Am 20.03.2015 feierte „Die Päpstin“ im Theater Nordhausen ihre Premiere. Ein großes Ensemble, namenhafte Solisten und ein Live-Orchester verhießen viel Gutes. Unsere Redakteurin war vor Ort, und hat die Premiere miterlebt.

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© Roland Obst/ Theater Nordhausen 2015
Die Päpstin © Roland Obst/ Theater Nordhausen 2015

Begeisterungsstürme bei der Premiere

Nach dem Weltbestseller von Donna W. Cross, ist das Musical „Die Päpstin“ bereits in den letzten Jahren erfolgreich in Fulda und Hameln gespielt worden. In neuer Inszenierung und mit Live-Orchester, feierte das Musical am 20.03.2015 seine Premiere am Theater Nordhausen.

Eine Reise ins Mittelalter

Es ist dunkel. Gregorianische Klänge ertönen. Mönche schreiten gemäßigten Schrittes von beiden Seiten auf die Bühne, in der Mitte steht das Kirchenoberhaupt. Johanna soll zum Papst geweiht werden und reflektiert ihr Leben…
Zunächst das schäbige Haus in Franken, wo sie mit ihrem Bruder aufwuchs, dann ihre Flucht an die Domschule nach Dorstadt. Die junge Johanna (Zoé von Soden) begeistert das Publikum vor allem in der Szene, in der die junge, kecke Johanna ihr Können beweisen muss, um an der Domschule aufgenommen zu werden.
Im weiteren Verlauf reflektiert Päpstin Johanna (Femke Soetenga), wie sie sich als junge Frau verliebt, einen Hunnenangriff überlebt, dann als Mönch verkleidet ins Kloster nach Fulda flieht, und von dort letztlich auch fliehen muss, als sie Gefahr läuft als Frau erkannt zu werden. Soetenga zeigt ein souveränes Schauspiel. Die Zerrissenheit zwischen ihrem Können und der Sehnsucht nach ihrer großen Liebe (dem Markgrafen Gerold; hervorragend dargestellt von Patrick Stanke) wird von Szene zu Szene deutlicher. Besonders brillieren konnte Soetenga mit ihrem Solo „Das bin ich“, bei dem sie die Stärke der Johanna besonders überzeugend darzustellen vermochte.
Auch die weiteren Hauptrollen sind gut besetz. So überzeugt David Roßteutscher als machtgeifernder Anastasius genauso wie Marian Kalus als innbrünstiger Rabanus.

spartanisches Bühnenbild

Innerhalb von drei Stunden wird der Werdegang der Päpstin beleuchtet. Das Bühnenbild von Udo Herbster ist äußerst karg, dennoch kann es überzeugen. Die Hütte, in der Johanna aufwächst wird einzig durch eine Bretterwand mit Vorhang dargestellt. In sämtlichen Szenen, die im Vatikan spielen bzw. die Kirche repräsentieren, werden magenta-angeleuchtete, rechteckige Wandelemente auf die Bühne herabgelassen. Eine Treppe und andere Bühnenelemente werden zeitweise per Hand, von als Mönchen gekleideten Arbeitern, auf die Bühne geschoben.
Die einzelnen Umbauten sind mittels Musik gut überbrückt. Das Sondershausener Loh-Orchester unter Leitung von Michael Ellis Ingram spielte gekonnt auf. Allerdings bleibt zu hoffen, dass die Abstimmung noch verfeinert wird. So waren einzelne Darsteller streckenweise nicht mehr zu hören, weil das Orchester sie übertönte. Dennoch ist das Live Orchester lobenswert zu erwähnen!

Insgesamt erfolgreiche Inszenierung

Iris Lambarth zeigt sich verantwortlich für Inszenierung und Chorografien. Wunderbar harmonieren Ballett, Kammerchor, Statisterie und Hauptdarsteller. Teilweise fragt sich der Zuschauer, wer da eigentlich Tänzer und wer Sänger ist. Einige kleine Ungereimtheiten bleiben jedoch bis zum Ende offen. So ist es schwer zu verstehen, warum in der wunderbaren Ensemblenummer „Ewiges Rom“ und auch in allen weiteren Ensembleszenen die Tänzerinnen im leichten Kostüm aus Mariozas Etablissement tanzen müssen, während die übrigen Darsteller entsprechende altrömische Tuniken tragen. Auch warum die anmutigen Raben Hugin und Munin, die Johanna stets tanzend beschützten, bei ihrem Tod von Videoeinblendungen reeller Raben abgelöst werden ist nur schwer nachzuvollziehen. Zumal diese Raben bis zum Ende weiterfliegen, während Johanna bereits gestorben ist.
Dem Premierenpublikum zumindest gefiel die Inszenierung: lang anhaltender, stürmischer Applaus und stehende Ovationen galten allen Beteiligten gleichermaßen!

Besetzung am 20.03.2015

• Die Päpstin – Femke Soetenga
• Gerold – Patrick Stanke
• Anastasius – David Roßteutscher
• Arsenius – Christian Venzke
• Gudrun/ Marioza – Anja Daniela Wagner
• Fulgentius/ Rabanus – Marian Kalus
• Aeskulapius – Thomas Kohl
• Vater/ Papst Sergius – Florian Kontschak
• Richild – Katharina Blum
• Lothar/ Theodorus – Michael Beck
• Junge Johanna – Zoé von Soden
• Junger Johannes – Hugo Zeplichal
• Opernchor, Ballettkompanie, Kinderchor und Statisterie des Theaters Nordhausen
• Loh-Orchester Sondershausen
• Musikalische Leitung – Michael Ellis Ingram
• Inszenierung/ Choreographie – Iris Lambarth
• Bühne – Udo Herbster
• Kostüme – Elisabeth Stolze-Bley
• Choreinstudierung – Markus Popp

Kategorie: Allgemein,Kritiken,Stadttheater

Autor: R. Imping (23.03.2015)

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