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Umjubelte Uraufführung von DER MANN MIT DEM LACHEN in Dresden

Am 27. April 2019 feierte das Musical DER MANN MIT DEM LACHEN seine Uraufführung in der Staatsoperette Dresden und erntete dafür Standing Ovations. Dieses Stück war ein Auftragswerk der Staatsoperette Dresden. Die Musik stammt von Frank Nimsgern, das Buch von Tilmann von Blomberg und die Gesangstexte von Alexander Kuchinka.

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DER MANN MIT DEM LACHEN © Stephan Floß

Ein Stück Theatergeschichte in DresdenMusical1 Empfehlung

Am 27. April 2019 zeigte in der Staatsoperette Dresden das Musical DER MANN MIT DEM LACHEN erfolgreich seine Uraufführung. Viel Applaus und Standing Ovations ehrten die Leistung der Leute vor und hinter der Bühne.

Intrigenspiel im Adel

Die Story basiert auf dem Roman „L'homme qui rit“ von Victor Hugo, aus dessen Feder auch die berühmten Geschichten des Glöckners von Notre Dame und Les Misérables stammen. Wie auch die anderen Werke ist diese Geschichte von ernster und etwas düsterer Art, was sich auch in dem Musical stimmig widerspiegelt.

Der zehnjährige Waisenjunge Gwynplaine steht eines Tages mit einem Säugling vor dem Wohnwagen von Ursus, der als Schausteller umherzieht, jedoch auch Arzt, Philosoph und Gelehrter ist. Er nimmt die beiden Kinder auf, obwohl Gwynplaines Gesicht durch Schnitte ein ewiges Grinsen zeigt und der Säugling, ein Mädchen, das sie Dea nennen, blind ist. Die Jahre vergehen und Gwynplaine wird zum bekannten Schausteller unter dem Namen „Der Mann mit dem Lachen“.

Eines Tages im Jahr 1705 wird er von Beamten und dem Gerichtsdiener ohne Begründung festgenommen, doch statt ins Gefängnis wird er in ein prächtiges Schloss gebracht. Ein älterer Herr namens Barkilphedro offenbart Gwynplaine, dass dieser der Sohn des verstorbenen Lords Clancharlie ist und er als Fünfjähriger bei einem Ausritt mit seinem Vater verschwand. Man hielt ihn für tot, doch tatsächlich wurde er entführt und sein Gesicht entstellt, um ihn als Attraktion verkaufen zu können.

Plötzlich findet sich der Gaukler dort wieder, wo er sich die ganze Zeit hinträumte: nach oben, in die Gesellschaft des englischen Hochadels. Er ist mit seiner neuen Rolle anfangs überfordert, doch steht ihm Barkilphedro mit Rat und Tat zur Seite. Gwynplaines Wunsch, Ursus und Dea ins Schloss zu holen, wird abgelehnt, da dieser Umgang sich nicht für einen Lord ziemt und Gwynplaine sich nicht nur als Lord, sondern als Peer erst noch beweisen muss. Stattdessen schlägt Barkilphedro vor, die beiden mit viel Geld auszustatten und sie so aus der Armut zu holen. Gwynplaine stimmt zögernd zu.

Inzwischen werden Ursus und Dea wegen der Anschuldigung der Hexerei des Landes verwiesen und ihnen wird erzählt, Gwynplaine sei tot. Da dieser noch kurz zuvor eine Dame des Adels anstarrte, glaubte Ursus, dies sei der Grund für den Tod seines Ziehsohnes. Gwynplaine findet inzwischen mehr und mehr über seine Familie heraus und ist entschlossen, ein würdiger Nachfolger seines Vaters zu werden.

Auf dem Weg durch das Schloss trifft er die attraktive Herzogin Josiane, Schwester der Königin und Treuhänderin seines Vermögens. Die beiden kommen sich trotz Gwynplaines entstelltem Gesichtes näher. Königin Anne erfährt davon und ist überaus zufrieden und sie schlägt vor, dass die beiden heiraten sollen. Barkilphedro wird dann für seine Dienste in den Adelsstand erhoben.

Eine anonyme Nachricht mit dem Hinweis „Es ist nicht alles so, wie es scheint“ und einem Treffpunkt sind der Beginn einer Enthüllung von Intrigen, die Gwynplaines vermeintliches Glück immer mehr ins Schwanken bringt.

Die Köpfe hinter DER MANN MIT DEM LACHEN

Drei Jahre lang komponierte Frank Nimsgern, der unter anderem auch das berühmte Musical DER RING (ab Oktober 2019 erneut in Füssen) schuf, die Musik. Er änderte und verwarf immer wieder die Arrangements, bis dieses klangvolle Auftragswerk der Staatsoperette in Dresden komplett live, also frei von jeglicher Einspielung, auf der Bühne zum Leben erweckt wurde. Unterstützt wurde er bei der Orchestration von Matthias Suschke, Dirigent Peter Christian Feigel stand beratend zur Seite.
Alexander Kuchinka steuerte die Gesangstexte bei, die die Stimmung der Musik perfekt einfangen. Die Dialoge und das Buch steuerte Tilmann von Blomberg bei, die das ganze Stück abrundeten. Die gelungene Inszenierung wurde von Andreas Gergen eindrucksvoll in Szene gesetzt.

Große Stimmen und voller Einsatz

Die besten Texte und schönsten Melodien bringen nichts, wenn die Besetzung nicht stimmt, doch da hat die Staatsoperette sowohl solistisch als auch im Ensemble große Leistungen abgeliefert.
Die Rolle von Gwynplaine übernimmt Jannik Harneit (unter anderem CATCH ME IF YOU CAN), der authentisch den Gaukler spielt, der von einem Leben in Reichtum träumt und schon bald das böse Erwachen hat. Stimmlich füllt er die Rolle voll aus und meistert sowohl ruhige Balladen als auch kraftvolle Songs mit Bravur.

Olivia Delauré (unter anderem ZZAUN!) mimt in diesem Stück Dea, die blinde Freundin von Gwynplaine, und kann in der Rolle der gutmütigen Dea überzeugen, die jedoch auch die Trauer erfüllt. Mit einer eher zurückhaltenden und doch überzeugenden Art präsentiert sie die Rolle. Vor allem das Lied „Oben (Reprise)“ zeichnet ihr Können aus.
Die Rolle von Ursus, des Ziehvaters der beiden, präsentiert Elmar Andree (unter anderem ZZAUN!). Den alten Schausteller, der gutmütig ist und doch auch versucht, seine Ziehkinder durchs Leben zu leiten, spielt er realistisch. Vor allem mit dem Song „Nur kein Ehrgeiz“ überzeugt er.

Mit Christian Grygas als Barkilphedro wurde eine sehr stimmige Besetzung gefunden. Er spielt den zwielichtigen Beamten, der nach Macht strebt und bereit ist, dafür über Leichen zu gehen, perfekt. Auch seine Stimme als Bariton deckt alle Facetten der Lieder ab.
Herzogin Josiane verkörperte Anke Fiedler (unter anderem DER RING). Intrigant gibt sie sich in der Rolle, kann aber auch den Hass in dem Lied „Ein Freak, ein jämmerlicher Wicht“ zur Geltung bringen und wurde nach diesem Lied mit begeistertem Applaus bedacht.

Es spielten noch unzählige andere Solisten, die alle eine großartige Leistung zeigten. Doch sollten der Chor, das Ballett und die Statisterie der Staatstoperette Dresden hervorgehoben werden, die die Show unter anderem mit Jongliereinlagen, einer stimmigen Choreographie von Simon Eichenberger und gesanglichen Höchstleistung vervollständigen.

Ein großer Teil zum Einfinden in die Zeit und die Stimmung trugen sowohl die Kostüme von Uta Loher und Conny Lüders als auch das Bühnenbild von Sam Madwar bei. Abgerundet wurde es von der Lichttechnik, die exakt und treffend für das passende Licht sorgte. Einziger Wermutstropfen war, dass das Orchester manchmal die Sänger übertönte, was jedoch die Show nicht signifikant störte. Das Orchester selbst bestand aus über 50 Musikern, die eine gewaltige Leistung ablieferten.

Fazit

Die Show verspricht einen Abend, der in Erinnerung bleibt und bei der eine Wiederaufnahme in der nächsten Spielzeit zu wünschen ist. Wer die Möglichkeit hat, sollte die Chance ergreifen und sich selbst von der Leistung der Staatsoperette Dresden überzeugen, die hier etwas Großes schuf.

 

Kategorie: Kritiken, Stadttheater

Autor: A. Polifka (01.05.2019)

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