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THRILL ME – Premiere nur für starke Nerven

Am Freitag, den 20. April 2018, haben wir für unsere Leser die Premiere von THRILL ME im Berliner Admiralspalast besucht. Eine OFFStage Germany Produktion mit atemstockendem Inhalt, unter der Regie von Michael Heller. Ob und wie uns Kevin Köhler und Gerrit Herricks überzeugen konnten, ist hier zu erfahren.

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Thrill Me Plakat ©OFFStage germany

OFFStage Germany präsentiert: THRILL ME – erste Premiere des neu gegründeten Vereins

Schon seit einiger Zeit haben wir von Musical1 den Werdegang des in Deutschland neu gegründeten Vereins OFFStage Germany beobachtet. Wir berichteten vergangenen März darüber.

Am 21.04.2018 war es soweit: Das erste „Baby“ wurde aus der Wiege gehoben und feierte eine fulminante Premiere im Berliner Admiralspalast. Und es ward ein gar garstiges unheimliches Baby, das den zur Premiere anwesenden Zuschauern vorgestellt wurde!

Die Leopold & Loeb Story THRILL ME ist absolut nichts für schwache Nerven!

THRILL ME basiert auf einer wahren Begebenheit und hat sich so oder so ähnlich im Chicago der zwanziger Jahre zugetragen. Ein psychopatischer Kriminalfall, der, als er sich zugetragen hatte, die Menschen schockierte. Die Umsetzung von Stephen Dolginoff, der diese wahre Begebenheit 2003 zu diesem Musical-Thriller verarbeitete, lässt auch heute noch den Atem stocken.

Die Bezeichnung Thriller und der Titel Thrill me treffen den Inhalt mehr als nur auf den Punkt. Wer sich der kompletten Bandbreite der Definition „Thrill“ bzw. Thrill me“ nicht 100% sicher ist, sollte sich nicht scheuen, nochmal einen guten Translator zu bemühen, vor Besuch der Vorstellung… Und DANN den Schauer über sich ergehen zu lassen, den die perfiden Pläne der beiden 18 und 19 Jahre alten Chicagoer Jurastudenten Nathan Leopold und Richard Loeb auslösen.

Zwei gefährliche junge Männer

©Julla Bornkessel

Der überdurchschnittlich intelligente Nathan Leopold, College-Abschluss mit 15, praktizierender Ornithologe und angehender Jurist, trifft während der Studienzeit auf Richard Loeb. Richard, ebenfalls Jurastudent, zieht Nathan in seinen Bann. Richard verehrt Nitzsche und hält sich selbst für einen Übermenschen. Nathan gerät in eine obsessive Abhängigkeit zu Richard. Sie lässt Nathan in eine Hörigkeit driften, die von Richard schamlos ausgenutzt und für seine Interessen und Pläne missbraucht wird. Um die Nähe seines Freundes, Kumpels und Geliebten Richard für sich allein zu beanspruchen, beteiligte sich Nathan an Richards kriminellen Delikten. Nathans innere Zerrissenheit konnte ihn schließlich nicht davon abhalten, Richards „Thrill“ nach einer Sensationstat zu unterstützen. Ein Mord sollte es werden! Richard, der Übermensch, plante den perfekten Mord – an einem unschuldigen Jungen, einem Kind!

Kaum ist diese perfide Tat geschehen, merkten die beiden, dass sie keinesfalls perfekt gehandelt hatten. Und allerspätestens jetzt ist jedem Zuschauer klar, dass Nathan Richard um Einiges überlegen war. Auch Nathan verfolgte einen Plan. Welchen, sei hier allerdings der Spannung wegen, nicht verraten.

Inszenierung mit Tiefgang und Beklemmungen

Unter der Regie von Michael Heller feierte das 2-Personen-Stück THRILL ME am letzten Freitag seine Premiere in Berlin. Es vermittelte den Anwesenden Zuschauern in beklemmender Authentizität, was damals geschehen war.

Eine äußerst minimale Bühnenausstattung gab Raum für Fantasie und lenkte nicht ab, von dem Blick auf den Kernpunkt des Stückes. Die ausgeklügelten und perfekt eingesetzten minimalen Lichteffekte sorgten für den dramatischen Eindruck. Ein mehr als wahrer Glücksgriff gelang der Produktion mit der Diplom-Konzertpianistin Lidia Kalendareva! Ihre Klavierbegleitung: einzigartig, an akzentuierten Stellen äußerst raffiniert und an Dramatik nicht zu übertreffen! Wahre Schockmomente inbegriffen.

Schauspielerische Glanzleistung fesselte Publikum

Die zwei Darsteller? Wir können hier aus Überzeugung sagen: Sie haben sich selbst übertroffen! Nathan Leopold, gespielt von Kevin Köhler, und Richard Loeb, dargestellt von Gerrit Hericks, sind absolut perfekt besetzt. Richards Blasiertheit, die Zurschaustellung seines „etwas Besseres“  zu sein, die Ergötzung an den Kränkungen, die er anderen zufügt und die unbändige Freude über seine zerstörerischen kriminellen Handlungen sind beängstigend. Der Gegenpart dazu: Nathans Zerissenheit, die immer wieder sinnlosen Versuche Richard vom Äußersten abzuhalten, um dann doch seiner obsessiven Hörigkeit nachzugeben, nicht ohne in seinem Gesicht einen Wandel SEINER Prioritäten zu erkennen.

Dieses perfide Spiel und das Zusammenspiel der Beiden ließ einem schon so dann und wann den Atem stocken. Ein wahrer THRILLer!

Die Anspannung von Richard und Nathan hat sich im Laufe des Abends mehr als einmal direkt auf das anwesende Publikum übertragen. Stille und ein fast greifbares Entsetzen beherrschten teilweise den Saal.

Eine zu Recht gefeierte Premiere

Wir haben eine Premiere erleben dürfen, die wir in der Form selten erlebt haben. Mit dem letzten Wort des Stückes stand das Publikum in Saal und quittierte diese unglaubliche schauspielerische und dramaturgische Leistung mit Standing Ovations und jubelndem Applaus.

©imarquardt/musical1

Das noch junge Team von OFFStage Germany hat mit diesem, ihrem ersten Stück, eine wahre Glanzleistung präsentiert und verdient unseren äußersten Respekt. Es hat aber auch gezeigt, das OFFStage Musicals unbedingt mehr in den Fokus gehören.

Wir können nur empfehlen: hingehen, hingehen, hingehen! OFFStage Germany verdient es weiterhin, allemal unterstützt zu werden!

Wir konnten nach der Premiere vom Regisseur Michael Heller erfahren, dass bereits für den Herbst diesen Jahres ein neues Projekt ansteht, welches allerdings ganz anders sein wird. Mit ALTAR BOYZ wird OFFStage Germany nach THRILL ME dem Publikum ein weiteres OFF Stage Musical präsentieren. Wir sind schon mächtig gespannt, mit was wir dann konfrontiert und überrascht werden. Sobald es dazu erste Neuigkeiten gibt, werden wir darüber berichten.

CHAPEAU – an das gesamte OFFStage Germany Team

Wir gratulieren OFFStage Germany und der THRILL ME Produktion zu ihrer tollen Premiere und wünschen ganz viel Erfolg für dieses und die nächsten Projekte. Es ist zu hoffen, dass es nicht bei den bisher geplanten Aufführungen in Berlin und Hamburg bleibt, sondern dass es für THRILL ME weitere Termine geben wird, damit noch mehr Menschen die Gelegenheit haben, dass ihnen der Atem stockt.

Vorher informiert zu sein ist von Vorteil

Zu guter Letzt möchten wir hier vielleicht noch den Hinweis geben, dass ein Besuch bei „Wikipedia“ vorher nicht schaden kann. Nur wenige werden behaupten können, sich haarklein in den US amerikanischen Spektakulär-Kriminalfällen auszukennen.

Und das, was diesen Fall damals (1925) weltweit unvergleichlich Aufsehenerregend gemacht hatte, war, außer der grässlichen Tat als solches, eben auch die Diskussion um die Todesstrafe in den USA. Die beiden jungen Männer waren zum Tatzeitpunkt mit 18 und 19 Jahren noch nicht volljährig.

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Kategorie: Theater Eigenproduktionen

Tags: ,

Autor: I. Marquardt(22.04.2018)

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