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THE BOOK OF MORMON – Deutschlandpremiere im Musical Dome Köln

Am Broadway und im West End ist das Satire-Musical bereits ein riesiger Erfolg. Nun gastiert die britische Tourproduktion von THE BOOK OF MORMON für wenige Tage in Köln. Wir berichten von der Preview am 7. November im Musical Dome Köln.

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THE BOOK OF MORMON Ensemble
THE BOOK OF MORMON Ensemble © Paul Coltas

Das erfolgreiche Satire-Musical erstmals in Deutschland

„Hallo! Ich würde gerne mit Ihnen über ein Musical sprechen, das Ihr Leben verändern wird.“ So oder so ähnlich könnte es klingen, wenn ich in Zukunft anderen von THE BOOK OF MORMON erzähle.
Spaß beiseite, eine göttliche Offenbarung ist das Comedy-Musical natürlich nicht. Doch mit seinem humorvollen, religionssatirischen Ansatz bietet es frischen Wind für die Musical-Szene. Vom 7. bis 17. November ist das Stück nun erstmalig in Deutschland zu sehen. Die englischsprachige Tourproduktion gastiert in dieser Zeit im Musical Dome Köln.

THE BOOK OF MORMON Elder Price (Kevin Clay)

© Paul Coltas

Missionieren mit Hindernissen

THE BOOK OF MORMON erzählt von zwei jungen Mormonen-Missionaren (genannt Elders), Kevin Price und Arnold Cunningham, die auf ihre erste große Mission geschickt werden. Der ehrgeizige Price ist frustriert darüber, mit dem zerstreuten Cunningham in einem kleinen Dorf in Uganda festzusitzen. Die harte Lebensrealität der Menschen dort und Konflikte mit einem lokalen Warlord erschweren den Auftrag der Missionare erheblich.

Preisgekrönte Autoren: Trey Parker, Matt Stone und Robert Lopez

THE BOOK OF MORMON entstand aus einer Zusammenarbeit von Trey Parker, Matt Stone und Robert Lopez. Parker und Stone sind die kreativen Köpfe hinter der Emmy-prämierten Serie „South Park“, die bereits mehr als 20 Staffeln umfasst und sich durch ihren schwarzen Humor und gesellschaftskritische Elemente auszeichnet.  Lopez ist Co-Autor und Komponist des Broadway-Musicals AVENUE Q und schrieb gemeinsam mit seiner Frau Kristen Anderson-Lopez unter anderem den Hit „Let It Go“ für den Disneyfilm DIE EISKÖNIGIN. Für seine Arbeit wurde er bereits mehrmals mit allen vier großen Preisen der amerikanischen Unterhaltungsindustrie — Academy, Emmy, Grammy und Tony Award — ausgezeichnet. Zur Recherche sprachen die drei unter anderem in Salt Lake City, wo die Kirche der Mormonen ihren Hauptsitz hat, mit ehemaligen Missionaren, deren Erfahrungen in das Stück mit einflossen.

Ein weltweiter Erfolg

THE BOOK OF MORMON Elders

© Paul Coltas

Seine Weltpremiere feierte THE BOOK OF MORMON im März 2011 in New York am Broadway, wo es noch immer gespielt wird. Das Stück gewann neun Tony Awards, unter anderem in der Kategorie „Bestes Musical“.  Im Londoner West End läuft es seit 2013 ebenfalls mit großem Erfolg und war auf Tour in den USA, Kanada und Australien zu sehen. Seit Juni tourt eine englischsprachige Produktion nun auch durch Europa, unter anderem durch die Niederlande, Deutschland, die Schweiz, Dänemark und Großbritannien.

Die hohe Kunst der Satire

THE BOOK OF MORMON ist Satire vom Feinsten. Es trifft die Dinge auf den Punkt — oft auch dort, wo es wehtut — und ist dennoch respektvoll und im Kern positiv.
Songs wie „I Believe“ belächeln den religiösen Fundamentalismus der Figuren — ihren scheinbar unerschütterlichen Glauben an alte Schriften, deren Inhalte zum Teil weder Sinn ergeben noch zeitgemäß sind. Auch mit dem weltfremden Egozentrismus der amerikanischen Missionare, deren einzige Assoziation mit Afrika zunächst DER KÖNIG DER LÖWEN ist, wird auf humorvolle Art abgerechnet. Das Schöne daran: Die Mormonen dienen hier nur als Aufhänger für implizite Kritik, die sich durchaus auch auf andere Religionen und Menschen aus westlichen Ländern allgemein beziehen kann.

THE BOOK OF MORMON "Turn It Off"

© Paul Coltas

Robert Lopez‘ Vision für THE BOOK OF MORMON war ein Musical, das einen durchgehend zum Lachen bringt, und das ist mehr als gelungen. Ob durch exzentrische Figuren, herrliche Übertreibungen, Zweideutigkeiten oder eine ganze Reihe an Running Gags — In diesem Stück amüsiert man sich zweieinhalb Stunden lang königlich.

Mehr als nur Comedy

Doch dann gibt es auch immer wieder Szenen, in denen einem ob der versteckten Ernsthaftigkeit das Lachen im Hals stecken bleibt. Zu fröhlichen Trommelrhythmen singen die Dorfbewohner, beispielsweise in „Hasa Diga Eebowai“, über die alltäglichen Schrecken, mit denen sie konfrontiert werden: Hungersnöte, Aids, weibliche Genitalverstümmelung und Angriffe durch Warlords sind für diese Menschen keine Seltenheit. Zwar werden diese Schicksale mit einer Menge (schwarzem) Humor erzählt, doch als Zuschauer ist man sich bewusst, dass THE BOOK OF MORMON in dieser Hinsicht leider auch sehr realistisch ist. Der Kontrast zwischen der naiven, egozentrischen Weltsicht der Missionare und der harten Realität in Uganda lädt zum Lachen ein (z.B. in „Sal Tlay Ka Siti“), wirkt jedoch keinesfalls verharmlosend. Im Kern beweist das Stück hier, dass es mehr als nur ein Comedy-Musical ist.

The Book of Mormon Elder Cunningham in Uganda

© Paul Coltas

Auch ist die Show keinesfalls reine anti-religiöse Satire, sondern zeigt Matt Stone zufolge, dass man über einige absurde Aspekte von Religion lachen und die Gläubigen selbst dennoch respektieren kann. Religion wirkt oft absurd, doch die Show zeigt auch auf, wie sie Menschen zusammenbringen und Kraft geben kann. Trotz aller Lacher kann man aus THE BOOK OF MORMON also auch die ein oder andere Botschaft für sich mitnehmen.

Ein Ensemble, das seinesgleichen sucht

Ein Stück wie THE BOOK OF MORMON lebt von den Menschen, die es Tag für Tag auf die Bühne bringen, und die Darsteller der Tourproduktion überzeugen hier auf ganzer Linie. Von der ersten Minute an begeisterte das Ensemble mit einer Energie, Charme und Witz, die ihresgleichen suchen. Ob junge Missionare mit strahlendem Zahnpastalächeln enthusiastisch Steppnummern aufs Parkett legen oder die Dorfbewohner voller Begeisterung ihre energiegeladene Version der Gründungsgeschichte der Mormonen zu afrikanischen Trommelrhythmen vortragen — Die Energie der Darsteller ist einfach ansteckend. THE BOOK OF MORMON ist ein Stück, das von klassischen Popballaden über afrikanisch-angehauchte Chorstücke bis hin zu 20er-Jahre-ähnlichen Steppnummern eine Reihe musikalischer Genres vereint. In Kombination mit einem so wandelbaren Ensemble geht dieses Erfolgsrezept wunderbar auf.

Brillante Hauptdarsteller

THE BOOK OF MORMON Conner Peirson als Elder Cunningham

© Paul Coltas

Kevin Clay und Conner Peirson brillieren als Elders Price und Cunningham. Beide bringen nicht nur starke Stimmen sondern auch die nötige Energie und Selbstironie mit, um ihre exzentrischen Rollen auszufüllen. Während man Clays selbstverliebten Sunnyboy Elder Price gerne mal schütteln und ihm die Meinung geigen würde, wächst Peirsons stets aufgeregter, unsicherer Cunningham dem Publikum schnell ans Herz. Doch Nicole-Lily Baisden stiehlt den beiden beinahe die Show. Sie verkörpert Nabalungis Hoffnung und positive Art nicht nur mehr als überzeugend, sondern beeindruckt auch durch eine wandelbare Stimme. Ob in gefühlvollen Balladen wie „Sal Tlay Ka Siti“ oder kraftvollen Songs wie „Baptize Me“ — Sie überzeugt auf ganzer Linie und ist wie geschaffen für die Rolle.

Diese Tourproduktion muss sich nicht verstecken

Vor ihren „Kolleginnen“ am Broadway und im West End muss sich die Tourproduktion in Köln keineswegs verstecken. Die farbenfrohen Kostüme von Ann Roth und Scott Plasks detailreiches Bühnenbild scheinen denen vom Broadway zu entsprechen und machen keinesfalls den Eindruck einer abgespeckten Tourversion. Das Orchester ist zwar recht klein, doch ich kann Trey Parker nur zustimmen: Durch die Arrangements von Larry Hochman und Stephen Ormeus klingen neun Leute tatsächlich wie 30.
Perfektioniert wird die großartige Ausstattung durch Casey Nicholaws energiegeladene Choreografien. Auch seine ausladenden Tanzeinlagen zu aufwändigen Nummern wie „Spooky Mormon Hell Dream“ tragen erheblich zum Humor des Stückes bei.

Lassen Sie sich die Chance nicht entgehen!

THE BOOK OF MORMON Nabalungi (Nicole-Lily Baisden) und Elder Cunningham (Conner Peirson)

© Paul Coltas

Es gebe noch so viel mehr zu sagen, doch THE BOOK OF MORMON ist ein Stück, von dem man sich am besten selbst ein Bild macht. Gerade humorvolle Stücke machen am meisten Spaß, wenn man sie selbst erlebt, und wie Matt Stone betont: Bei diesem Musical muss jeder für sich selbst entscheiden, was er daraus mitnimmt.
Lassen Sie sich daher die Chance nicht entgehen und statten Sie noch bis zum 17. November dem Musical Dome Köln und „God‘s favourite musical“ einen Besuch ab:

Tickets für THE BOOK OF MORMON in Köln
Tickets für THE BOOK OF MORMON in Köln

Anschließend ist das Stück vom 10. Dezember 2019 bis 5. Januar 2020 im Theater 11 in Zürich zu sehen:

Tickets für THE BOOK OF MORMON in Zürich
Tickets für THE BOOK OF MORMON in Zürich

Kategorie: Kritiken, Tour Musicals

Tags: Köln

Autor: C. Hain (09.11.2019)

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  • Stefan 9. November 2019 at 23:05 / Antworten

    Ein neun Personen Orchester, aber Ticketpreise wir in London. So lieben wir Stage.

    • C. Hain 10. November 2019 at 11:34 / Antworten

      Ich kann Ihnen nicht ganz folgen. Beziehen Sie sich auf diese Produktion oder Stücke von Stage Entertainment? THE BOOK OF MORMON steht in keinerlei Verbindung zu Stage Entertainment und die Größe des Orchesters entspricht der der Originalproduktion vom Broadway. Das war vermutlich im Artikel ein wenig missverständlich ausgedrückt. Ich wollte mit dem Vergleich ausdrücken, dass die Musik bei THE BOOK OF MORMON so gut arrangiert ist (für diese neun Personen), dass es im Gegensatz zu anderen kleinen Orchestern keinen abgespeckten Eindruck macht.

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