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TANZ DER VAMPIRE – Worin liegt der Mythos

TANZ DER VAMPIRE: Dieses Musical begeistert, fasziniert und polarisiert. Worin liegt der Mythos dieses "ewigen" Erfolges. Nach unserem letzten Besuch in der Oberhausener Gruft haben wir uns einige Fragen gestellt und versucht, dem Geheimnis der Dunkelheit auf die Spur zu kommen.

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Tanz der Vampire Logo
Tanz der Vampire Logo © Stage Entertainment

TANZ DER VAMPIRE macht süchtig, wenn man infiziert ist

Mit dem Start in das neue Jahr sind für die Vampire in Oberhausen die letzten Spielzeit Wochen angebrochen. Wir haben uns auf den Weg gemacht und der Oberhausener Gruft einen Besuch abgestattet, bevor sich das Musical TANZ DER VAMPIRE am 22. März 2020 verabschieden wird, um das neue Quartier in Stuttgart aufzusuchen.

Das Metronom Theater Oberhausen schafft schon beim Betreten des Theatersaales eine Atmosphäre, die dem Stück TANZ DER VAMPIRE zur Ehre gereicht. Der Saal ist in dunkles, rotes Licht getaucht, an den Wänden sind die Schatten von Fledermäusen zu erahnen. Tauchen wir also in die Dunkelheit ein und geben uns der Faszination der Vampire hin.

Was macht den Mythos Vampire aus?

Worin begründet sich der Mythos und die Faszination der Vampire? Warum ist dieses Musical so anziehend, dass es im wahrsten Sinne des Wortes die Menschen beim ersten Besuch infiziert und die weiteren Besuche zu einer Sucht werden lässt? Ist es die unendliche Gier der Menschen, von dem was einem gefällt, nicht genug bekommen zu können?

Fragen über Fragen

Im Laufe der Jahrhunderte hat sich das Image der Vampire stark verändert. War es im Mittelalter der Aberglaube und die Erklärung für Ereignisse, die man nicht verstehen konnte, wurde der Vampir in der näheren Vergangenheit zur Hauptperson von Film- und Theaterereignissen.

Christopher Lee als Graf DRACULA

©Universal Pictures

1922 feierte Nosferatu sein Leinwanddebüt als Vampir. Furchterregend und grässlich anzuschauen, trieb er sein Unwesen und das faszinierte die Zuschauer. Das Horror-Grusel Film Image war geschaffen. Allerdings dauerte diese Vampirinterpretation im Geschichtsablauf gesehen, nicht all zu lange. Bereits mit den Dracula Filmen und Christopher Lee wurde der Vampir gesellschaftsfähig. Im Anzug, adliger Herkunft und auch in gewisser Hinsicht erotisch anziehend, zog er vor allem die weiblichen Zuschauer in seinen Bann.

Düster, geheimnisvoll und gefährlich

1967 begründete Roman Polanski mit seinem Spielfilm “The Fearless Vampire Killers” eine weitere neue Vampirära, nichts ahnend, was daraus entstehen sollte. Der Film balanciert zwischen dem Klischee Horror Vampir und Parodie. Polanski hat in gekonnter Art und Weise die bisherigen Handlungsmuster des Vampir-Genres und bestehende Klischees zu einer amüsanten Persiflage zusammengefügt und das in einem Produktionszeitraum von nur knapp 5 Monaten. Der Film vereinte zum ersten Mal mitternächtlichen Grusel mit ausgeklügelter Situationskomik.

Das daraus eines der erfolgreichsten Musicals mit Suchtfaktor werden sollte, hat damals niemand geahnt, am wenigsten wohl Roman Polanski selbst.

TANZ DER VAMPIRE – Ein Musical zieht in die Welt

Als am 04. Oktober 1997 im Wiener Raimund Theater TANZ DER VAMPIRE seine Premiere feierte, war man nicht sicher ob und wie das funktionieren wird. Heute, 23 Jahre danach, weiß man dass es funktioniert!

TANZ DER VAMPIRE – Das Musical eroberte in den letzten 23 Jahren viele Länder. Von Wien trat es seinen Siegesszug in die ganze Welt an: Estland, Polen, Japan, Ungarn, Belgien, Slowakei, Russland, Finnland, Frankreich, Tschechien, Dänemark und die Schweiz. All diese Länder wurden vom  Musical-Vampirvirus infiziert. Die Fanbase ist enorm und wächst stetig weiter. Man kann  an dieser Stelle sicher sehr gut eine Textzeile aus dem Musical zitieren: “Jedes Opfer nährt auch unsere Brut.”

Der eine oder andere Kenner wird sich nun wundern, warum in unserer Aufzählung die USA fehlt! Dort wurde das Stück von Ende 2002 bis Anfang 2003 gespielt und nach wenigen Vorstellungen abgesetzt. Ein Desaster einer Showinszenierung, die jedem echten Vampirfan, das Blut in den Adern gefrieren lässt.

Das Phänomen des Polarisierens

In keinem anderen Land polarisiert dieses Musical so stark wie in Deutschland und Österreich. Ein Grund dürfte sein, dass in keinem der anderen Länder inzwischen so viele Darsteller den Grafen von Krolock in der Erstbesetzung oder Cover-Rollen gespielt haben, und somit jeder “seinen” Grafen für sich entdecken konnte. Die bekannten Grafendiskussionen werden hierzulande mit enthusiastischem Fandasein zelebriert.

Aber auch die anderen Rollen im Stück haben inzwischen einen Status des Polarisierens eingenommen. Es werden Teams gebildet, welche für ihre entsprechenden Rollencharaktere und den dahinter agierenden Darsteller durchs Feuer gehen würden.

Graf von Krolock – Filippo Strocchi

©Stage Entertainment

Graf von Krolock allerdings, nimmt immer noch eine Vormachtstellung dabei ein. Die Grafendarsteller wurden im Laufe von 23 Jahre TANZ DER VAMPIRE immer attraktiver und jünger. Graf von Krolock verkörpert im Stück das Böse, versprüht eine unheimliche nicht greifbare Mystik, zeigt aber auch die Zerbrechlichkeit einer menschlichen Seele.

Der Graf erweckt bei den Fans – vor allem bei den weiblichen – das Bedürfnis ihn zu befreien, ihn zu trösten, ihn retten zu müssen. Herr Graf verkörpert aber auch den Reiz, sich etwas unbekannt Starkem, etwas Gefährlichem hinzugeben.

Er sieht gut aus, ist sexy, humorvoll, gefährlich, stark, geheimnisvoll und unergründlich. Er kann beschützen und zerstören. Ein Traum von einem Mann. Wenn dann noch der eigene Geschmack des Fans dazu kommt, ist der eine oder andere Graf das Nonplusultra einer perfekten Besetzung, ungeachtet der gesanglichen und künstlerischen Leistung des jeweiligen Darstellers. Da kann man schon gut über einiges hinweg sehen, so wie im wahren Leben eben. Menschen, zu denen man aufschaut, welche man bewundert oder deren Lebensart man liebt, sind meist vor bösen Anfechtungen sicher.

Somit muss man also in der Grafendiskussion eindeutig sagen: “Über Geschmack lässt sich nicht streiten”, er ist individuell und bei jedem anders.

Die Genialität der Musik

Sie ist ein weiterer ausschlaggebender Punkt für den Erfolg von TANZ DER VAMPIRE. Die Musikstücke sind bekannt, man hat sie schon irgendwann und irgendwo einmal gehört. Es sind Ohrwürmer, welche in einem perfekten Zusammenspiel das gesamte Stück tragen und den Zuschauer in seinen Bann zieht.

Die Musikstücke stammen in großen Teilen oder ganzen Sequenzen von Jim Steinmann. Auch Meat Loaf und David Bowie finden sich in der Musik wieder. Nicht nur die Bekanntheit der Musik ist ein Garant für die unvergessliche Musik in TANZ DER VAMPIRE, sondern auch deren Genialität. Meisterwerke der Musikgeschichte, welche sich durch Generationen ziehen und somit auch immer wieder neue Besucher faszinieren und kurze Zeit später infizieren.

Eine Cast die neugierig macht

Der Erfolg des Musicals liegt in großen Teilen allerdings in der Auswahl der Cast. Immer wieder ist es in den vergangenen Jahren gelungen, eine gut harmonierende Vampirfamilie auf die Bühne zu bringen. Es ist interessant zu beobachten, wie die Reaktionen der Fans ausfallen, wenn es um die Castbekanntgabe bei TANZ DER VAMPIRE geht. Zuerst wird geschaut, wer von den geliebten Darstellern mit dabei ist. Da genügt es, ein oder zwei prädestinierte Namen auf der Liste zu haben. Es ist erst einmal uninteressant, welche Rolle derjenige bekleiden wird.

Dann wird geschaut, wer welche Rolle besetzen wird. Obwohl man den oder diejenige vielleicht gar nicht kennt, wird als Erstes darüber der Unmut geäußert, dass nicht X oder Y dafür gecastet wurde. Es wird spekuliert, warum das so nicht ist, wie man es selber gerne hätte. Man besucht das Stück dann doch, weil man seinen Darsteller in der einen oder anderen Rolle sehen möchte und lernt so auch die anderen, welche in diesem Stück neu sind, kennen. Es dauert meist nicht lange und deren Popularität steigt mit dem Musical unglaublich. Ob es positive oder negative Popularität ist, sei dahingestellt.

Die gute Mischung aus alt bekanntem und frischem neuen Blut in der Vampirfamilie Krolock lässt spätestens nach jeder Derniere eine Reaktion zurück: Was war das für eine wunderbare Cast!

“The best Cast ever”.

So blieb und bleibt die Ewigkeit, der mit den Vampiren verbrachten Jahre weiter spannend.

In den letzten 23 Jahren sind es nun schon 3 Generationen, die sich haben faszinieren und infizieren lassen. Die Großeltern, welche 1997 schon dabei waren und später ihre Kinder mitgenommen haben, bis zu den heutigen Enkelkindern. Dies wird sich auch weiterhin so fortsetzen. Die unendliche Gier nach dem Mythos Vampir und die Sucht nach der Genialität von Handlung, Musik und Tanz wird noch eine EWIGKEIT andauern.

Gruftbesuch in Oberhausen

Vergangenen Freitag haben auch wir uns wieder einmal in die Gruft begeben. Wie bereits am Anfang erwähnt, schafft man es, dort eine tolle Stimmung schon beim Betreten des Saales zu schaffen. Man ist gefangen in der Dunkelheit und erwartet, wenn man seinen Platz eingenommen hat, schon sehnsüchtig, dass es endlich losgeht. Die ersten Töne der Ouvertüre und schon ist ringherum alles vergessen, man folgt der Ansage und taucht in die Dunkelheit ein.Graf von Krolock – Filippo Strocchi, Sarah – Diana Schnierer

Wir begleiten Alfred (Raphael Groß) auf der Suche nach dem Professor (Luc Steegers), die Ankunft der beiden im Wirtshaus von Chagal (Nicolas Tenerani) und seiner Frau Rebecca ( Marja Hennicke). Dann endlich der erste Auftritt des Grafen (Filippo Strocchi). Es ist wieder schön, in der Gruft zu verweilen und zu verfolgen, wie die Wirtstochter Sarah (Diana Schnierer) in ihrer jugendlichen Unbekümmertheit die Einladung des Grafen annimmt und eine nachhaltige Erfahrung machen muss. Alfred, der sich den Avancen von Herbert (Charles Kreische) erwehren muss und Magda (Manon van Berg) die sich in der Ewigkeit einen Sarg mit Chagal teilt, machen den Gesamtablauf rund und punkten mit Situationskomik.

Man merkt, dass die Cast schon einige Zeit miteinander auf der Bühne steht. Es ist ein eingespieltes Team und jeder für sich ist einzigartig und hat der Rolle inzwischen eigene Charakterzüge gegeben. Dies ist wohl auch eines der Erfolgsgeheimnisse von TANZ DER VAMPIRE. Entgegen anderen Aussagen war der Ton im Saal wirklich gut, die Lautstärke wunderbar auf die Stimmen abgemischt, so dass man die Darsteller allesamt gut verstehen konnte.

Fazit: Es war sicherlich nicht der letzte Besuch bei den Vampiren. “Diese Liebe endet nie” und so werden wir sicher auch in Stuttgart in der Gruft vorbeischauen.
Wir sind gespannt wo es die Vampire in den nächsten Jahren hin verschlägt und wer von den vielen Musicaldarstellern noch in die Vampirfamilie eintreten wird.

Wir wünschen den Vampiren noch eine tolle letzte Spielzeit in Oberhausen und freuen uns auf ein Wiedersehen in Stuttgart.

Ein Gruftbesuch, der zum Nachdenken anregte

Wie unschwer zu erkennen ist, war unser Besuch in der Gruft wieder sehr nachhaltig und beeindruckend. Es hat uns dazu angeregt, diesen Artikel so zu schreiben, wie man ihn bis hier lesen konnte. Wir haben uns in und nach der Show gefragt, warum wir dieses Musical so lieben, warum wir für TANZ DER VAMPIRE quer durch Deutschland reisen und manchmal sogar in fernere Länder.

Es wäre interessant zu erfahren, ob es unseren Lesern und Musical begeisterten Fans ähnlich geht?

Wer ähnlich empfindet wie wir oder sich gar infizieren lassen möchte hier geht es zu den Tickets:

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Kategorie: Tanz der Vampire

Tags: Oberhausen

Autor: I. Marquardt (30.01.2020)

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