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STARLIGHT EXPRESS wird 30 und startet durch

Zum 30. Geburtstag des Erfolgsmusicals auf Rollschuhen sollte sich viel verändern. Die angekündigten Änderungen wurden von den Fans des Stückes mit gemischten Gefühlen aufgenommen. Am 12. Juni fand die Premiere der neuen Show statt. Musical1 hat sich angeschaut, was sich bei der schnellsten Bühnenshow der Welt alles getan hat.

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Starlight Express Finale Cast 2018/2019
Starlight Express Finale © Mehr! Entertainment GmbH

Der neue STARLIGHT EXPRESS geht ins Rennen

STARLIGHT EXPRESS hat im Laufe seiner Spielzeit schon einige Rekorde gebrochen und sucht in Deutschland vergeblich Konkurrenzproduktionen, die schon so lange an einem festen Ort spielen, noch dazu in einem eigens erbauten Theater. Der STARLIGHT EXPRESS gehört mittlerweile ebenso fest zu Bochum, wie der am Stadionring benachbarte VfL Bochum. Zum 30. Geburtstag des Rollschuhmusicals verpasst der frisch gekürte Tony Award Gewinner und Komponist Andrew Llyod Webber dem Stück über die Weltmeisterschaft der Züge eine komplette musikalische und inhaltliche Überarbeitung. Im Vorfeld führten angekündigte Änderungen, wie der Geschlechterwechsel der alten Dampflok ‘Papa' zu ‘Mama' zu den unterschiedlichsten Reaktionen in der Fangemeinde. Schaut man sich die neue Show dann an, wird schnell klar, dass diese Änderung eher zu denen gehört, die die Show keinesfalls verändern, denn an der Rolle hat sich außer der Geschlechtsänderung nichts Nennenswertes getan. Viele andere Änderungen sind umfangreicher und lassen sich nicht mit den bislang durchgeführten ständigen Modernisierungen vergleichen. Aber wahrscheinlich ist STARLIGHT EXPRESS einfach nicht mit anderen Musicals vergleichbar und warum sollte nach 30 Jahren nicht die Möglichkeit genutzt werden eine Produktion während der aktiven Spielzeit neu zu inszenieren und sie nicht, wie beispielsweise den GLÖCKNER VON NOTRE DAME erst viele Jahre lang verschwinden lassen und dann, wenn all die Erinnerungen schon fast verblassen, neu auf die Bühne zu bringen.

Die große Emanzipation der Züge

Gepäckwagen Carrie, Speisewagen Dinah, Erste-Klasse-Waggon Pearl und Barwagen Belle aus Starlight Express

© Mehr! Entertainment GmbH

Neben all den technischen Neuerungen, wie einer neuen Soundanlange oder kreativen 360-Grad Projektionen auf dem bislang eher spärlichen Bühnenbild, die das Gesamterlebnis aufwerten, hat die Aufweichung der traditionellen Geschlechterrollen Einzug auf die fiktiven Gleise des Musicals gehalten. Bislang beschränkten sich die weiblichen Rollen auf die der Anhänger der starken männlichen Triebwagen. Nun geht mit ‘Coco' (Clare Maynard), dem französischen Eurostar auch ein weiblicher Antrieb an den Start und Lucy Glover boxt sich als weiblicher ‘Rocky 3', denn die Rockies feiern ein Comeback, durch das Stück. Die stärkere Durchmischung der Geschlechter stellt auf der Bühne auf jeden Fall ein bisschen mehr Ausgeglichenheit her und ist einfach nett anzuschauen und auch anzuhören, denn Reva Rice, die erste ‘Pearl' von STARLIGHT EXPRESS am Broadway, singt ihre Lieder vielleicht noch nicht so ganz kraftvoll wie ‘Papa' aber mindestens genauso gefühlvoll. Ob die Ersetzung des Rauch- und des Buffetwagens durch den Gepäckwagen ‘Carrie' (Veronika Hammer) und den Barwagen ‘Belle' (Rochelle Sherona) wirklich nötig war, darüber kann man natürlich streiten, sind diese beiden Wagenarten doch auf deutschen Schienen auch nicht wirklich häufig anzutreffen.

Neben den neuen Rollen blieben auch alte Charaktere nicht von Kostümänderungen verschont, die John Napier für das Jubiläum durchführte. Dass Pearls rosafarbene Haarpracht mit dem Krönchen gegen einen blonden Pferdeschwanz im sleek-Style getauscht wurde, wird bestimmt einige Mädchenherzen zum Weinen bringen. Elektra (Sjoerd van der Meer) verkörpert die „Lok der Zukunft“ und ein galaktisch cooles, farbwechselndes Kostüm hilft ihr dabei. ‘Caboose' (Daniel Ellison) trägt jetzt Hut – das mag auf den ersten Blick gewöhnungsbedürftig sein, passt jedoch zur Neuauslegung seiner Rolle. Überhaupt hat sich vor allem in der ersten Hälfte des ersten Akts viel am Ablauf der Show geändert und die Charaktere werden ausführlich vorgestellt und deren Beziehungen zueinander klar gemacht. Hier findet sich nun auch der neue Song “Ich bin ich” der weiblichen Zugwaggons, der die neuzeitliche Stärke dieser zum Ausdruck bringen soll.

Etwas Altes und etwas Neues auf den Gleisen

Das “neue” STARLIGHT EXPRESS fährt allerlei Überraschungen, zum Beispiel einem spektakulären Effekt bei der “Starlight Sequenz” im zweiten Akt, auf. Im 360-Grad Zuschauerraum lassen diese sich schwer alle auf einmal erfassen. Die Geschichte vom Jungen, der in seinem Zimmer das Spiel mit den Zügen beginnt und sich einmischt, wenn  der Ablauf nicht seinem Wunsch entspricht, ist gleich geblieben. Ebenso das Happy End der liebenswerten Dampflok ‘Rusty' (Blake Patrick Anderson) mit dem Erste-Klasse-Waggon ‘Pearl' (Georgina Hagen), beide mit einem lobenswerten nahezu akzentfreien Deutsch und ausdrucksstarkem Schauspiel. Zwischen Anfang und Ende hat sich beim rasanten Musical auf Rollschuhen wirklich einiges getan und sicherlich wird auch diese Version in der nächsten Zeit noch musikalisch und choreographisch angepasst, denn Andrew Lloyd Webber persönlich und der Rest des Kreativteams waren zur Premiere anwesend. Allen, die STARLIGHT EXPRESS in den letzten 30 Jahren schon einmal besucht haben, sei auf jeden Fall ein erneuter Besuch empfohlen und allen Übrigen sowieso, denn es gibt in der schillernden Welt der Lokomotiven so viel (Neues) zu entdecken.

Kategorie: Starlight Express

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Autor: N. Kroj (14.06.2018)

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