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Standing Ovations beim EVERYMAN

Am 6. April 2019 feierte EVERYMAN im Theater Pforzheim seine Premiere. Die Rockoper entstammt der Feder der Band Vanden Plas, die bei der Inszenierung aktiv mitwirkt. Das aufwendige Bühnenbild und die Kostüme stechen hervor. Zum Abschluss gab es von allen begeisterte Standing Ovations.

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EVERYMAN
EVERYMAN © Sabine Haymann

Mit paradiesischem Style und rockigem Sound zu Standing Ovations

Am 6. April 2019 hob sich für die Rockoper EVERYMAN in Pforzheim zum ersten Mal der Vorhang. Bunt, exzentrisch uMusical1 Empfehlungnd mit eingängiger Musik – diese Show ist ein voller Erfolg gewesen, den das Publikum mit Standing Ovations würdigte.

Die Geschichte vom Everyman

Das Stück EVERYMAN basiert auf dem Schauspiel „Jedermann. Das Spiel vom Sterben des reichen Mannes“ von Hugo von Hofmannsthal, das 1911 in Berlin uraufgeführt wurde.

Gott sieht, dass die Menschheit ihn nicht mehr schätzt und schickt den Tod zur Erde, um Jedermann (Everyman) zum göttlichen Gericht zu bringen. Jedermann lebt sehr ausschweifend und stellt seine materiellen Güter vor das soziale Wirken. Er ist gerade auf dem Weg zu seiner Festgesellschaft, als seine Mutter ihn trifft und versucht, ihn davon zu überzeugen, dass sein Reichtum nichts wert sei. Er schlägt die Ratschläge in den Wind und geht zum Fest, wo er dem Tod begegnet. Jedermann kann noch eine Frist bis zum nächsten Tag aushandeln, um jemanden zu finden, der ihn vor das göttliche Gericht begleitet. Doch alle, die ihm wichtig waren, wenden sich nach und nach ab und er erkennt, dass er alle Freundschaften und Beziehungen nur seinem Reichtum verdankt, der aber keine Bedeutung vor Gott hat.

Eingängige Songs aus der Feder von Vanden Plas

Vanden Plas

© Jannik S. Wagner

Die Musik von EVERYMAN stammt von der deutschen Band Vanden Plas, die den progressiven Rock als ihr Genre betrachtet. Es ist daher nicht verwunderlich, dass EVERYMAN eine Rockoper statt ein Musical ist. Jedoch findet sich hier nicht nur Rockmusik wieder. In dem Stück wurde mit verschiedenen Stilen gearbeitet. Jazz, Swing und auch Musicalelemente wurden eingearbeitet. Vor allem ab dem zweiten Akt nahm das Stück Fahrt auf, was sich auch in der Reaktion des Publikums nach den Songs zeigte. Von stimmungsvollen Balladen zu powervollen Ensemblesongs ist für jeden Geschmack etwas dabei. Dass die Lieder auf Englisch sind, wird durch deutsche Übertitel wieder wett gemacht, die es allen ermöglichen, der Handlung zu folgen.

Passende Stimmen und authentisches Spiel

Doch die besten Melodien bringen wenig ohne gute Sänger und die wurden gefunden. Ganz gleich, ob es die Solisten oder das Ensemble waren, alle lieferten eine großartige Show ab.
In die titelgebende Hauptrolle des Everyman ist Chris Murray geschlüpft, der nicht das erste Mal eine tragende Rolle in einer Rockoper von Vanden Plas spielt. Bereits 2008 spielte er Inspektor X in ChristO. Auch in EVERYMAN beweist er seine Wandlungsfähigkeit und holt das Publikum vom ersten Ton ab. Überzeugend mimt er den Everyman, der vom Lebemann zum umdenkenden Sterbenden wird. Zusammen mit Andy Kuntze ist eine gute stimmliche Kombination für die Hauptrollen gefunden worden.
Andy Kuntze verkörpert den Tod, im Stück mit Death betitelt. Dass die Songs unter anderem von ihm stammen, spürt man. Sowohl emotional als auch stimmlich füllt er die Rolle vollends aus. Er verleiht dem Tod eine ganz eigene Art von Faszination.

Auch Lisa Wedekind in der Rolle der Mutter und später als gute Taten (Good deeds) sticht hervor, stimmlich wie schauspielerisch. Die Rolle des Teufels verkörpert Werner Philipp, der die meiste Zeit eine eher passive Rolle hat, doch im Song des Teufels zeigt, was gesanglich in ihm steckt. Lilian Huynen hat mit der Geliebten und Mammon eine Doppelrolle, die sie stimmlich wie auch darstellerisch authentisch präsentiert. Als Cousin und Confession war Ingo Wagner auf der Bühne und vor allem als Cousin überzeugend, gemeinsam mit Steffen Fichtner als Fellowship. Als Steward überzeugt Brian Garner vor allem schauspielerisch. In der Rolle von Gott trat Amelie Kunzmann als eine der Solisten des Kinderchors auf und spielte die Rolle stimmig – ebenso die anderen Kinder, welche die Gefolgschaft von Gott mimten.

Besonderes Bühnenbild

Mammon

© Sabine Haymann

In diesem Stück muss zwingend Matthias Engelmann hervorgehoben werden, der mit seinem Team für das faszinierende Bühnenbild und die, teilweise exzentrischen, Kostüme verantwortlich ist. Auf der Bühne ist ein großer, paradiesischer Garten, der von einem Regenbogen mit LEDs überspannt wird. Einen wirklichen Bühnenbildwechsel gibt es nicht, doch der ist auch nicht nötig.
Die stimmige Choreographie stammt von Sven Niemayer, während Philipp Haag die musikalische Leitung inne hatte. Für die gesamte Inszenierung ist Philipp Moschitz zuständig.

Fazit

Es ist eine wirklich großartige und sehenswerte Show, die sich schon optisch und musikalisch von anderen aktuell bespielten Stücken des Musiktheaters abhebt. Es war ein lohnender Abend, der in Erinnerung bleibt. Zu sehen ist EVERYMAN noch bis zum 11. Juli 2019 im Theater Pforzheim.

Kategorie: Kritiken, Stadttheater

Autor: A. Polifka(14.04.2019)

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