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SEBASTIAN BRANDMEIR – im Interview

In der letzten Woche haben wir in der Berliner Gruft Sebastian Brandmeir besucht und hatten ein wenig Zeit zu reden. Sebastian Brandmeir spielt zurzeit im Berliner Theater des Westens den Professor Abronsius und ist auf der ständigen Jagd nach Vampiren. Was Sebastian und den Professor verbindet und wie es nach dem 17.03.2019 weitergeht, hat uns Sebastian im Interview verraten.

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Sebastian Brandmeir © Juliane Bischoff

Hallo lieber Sebastian, schön Dich hier in Berlin zu treffen. Wenn man Deine Vita liest, kann man feststellen, dass Du schon so viel gemacht hast, dass man denken müsste, Du bist schon so alt wie Professor Abronsius. Vielleicht können wir im Laufe des Gespräches darüber etwas mehr erfahren.

Du warst bei TANZ DER VAMPIRE in Wien, – Sankt Gallen dabei, und jetzt spielst Du hier in Berlin. Der Professor verfolgt Dich nun schon eine ganze Weile. Wie schwer ist es, einen Charakter zu spielen, der ja doch erheblich älter ist, als man selbst?

Das ist schon eine Herausforderung. So etwas lernt man auch nicht im Detail in der Ausbildung.

Ich hatte aber ein wenig Glück. Der Charakter des Professors in Sankt Gallen war nicht ganz so alt und senil angelegt. Er war so ca. 45 Jahre alt und da konnte ich mich ganz gut hineinversetzen. In Wien ist Abronsius dann gleich um weitere 25 Jahre gealtert und da war es dann wirklich eine Herausforderung. Ich liebe es, diesem Charakter und dessen Alter Inhalt zu geben. Ich habe zur Vorbereitung der Rolle einfach ältere Menschen beobachtet, wie sie laufen, sich bewegen. Da gibt es ja doch schon recht markante Merkmale, wenn sich z.B. ein alter Mensch umdrehen will, dann geht zuerst der Kopf in die Richtung wo er hin will, und dann erst folgt die Körperdrehung. Beim Professor kommt dann noch dazu, dass er sich zwar etwas gebrechlich bewegt, aber im Kopf noch überaus fit ist. Er kann sehr schnell denken und sprechen. Alt sein, bedeutet ja auch nicht zwangsläufig dumm zu werden. Ich habe auch viel im Netz recherchiert, z.B. zur Körperhaltung von Albert Einstein. Der ist dem Professor doch schon sehr ähnlich. Ein absolut topfitter Geist, aber körperlich bereits etwas angeschlagen.

© Stage Entertainment

Der Professor ist ja doch recht gebrechlich! Wie schwer ist es rein körperlich für Dich, das zu spielen und wie hältst Du Dich fit?

Ich habe da 20 Minuten vor der Show immer ein spezielles Training um mich körperlich und auch mental auf die Rolle einzustellen. Der Professor hat ja so einige Problemzonen, die ihn gebrechlich wirken lassen. Da sind z.B. die Kniegelenke, die er nicht mehr ganz gerade durchdrücken kann. Damit mir das nicht zu schwer und anstrengend wird und ich keine körperlichen Beeinträchtigungen davon bekomme, habe ich eine spezielle Haltungstechnik entwickelt, die es mir ermöglicht trotz der gebogenen Knie, den Rücken komplett gerade zu halten. Dazu stell ich die Füße nach außen und verlagere das Gewicht mehr in den Beckenbereich.

Ich kann nun nach der langen Professorenzeit sagen, ich habe die Körperhaltung für mich gut optimiert und es macht mir immer noch einen riesen Spaß, auch wenn es manchmal schwierig ist. Nicht jeder Tag ist gleich.

Haben der Professor und Sebastian etwas Gemeinsames?

Der Professor ist in vielen Dingen sehr belesen. Bücher, Bücher, Bücher – sicher hat er unzählige davon gelesen, vielleicht sogar 100.000 *lacht und über dieses erlesene Wissen kann er stundenlang reden, ob es jemand hören will oder nicht. Das kann ich auch. Die Musiktheorie ist ein solches Thema, darüber kann ich ewig referieren, auch wenn schon niemand mehr zuhören mag. Auch ich bin immer bestrebt, Sachen auf den Grund zu gehen, den Hintergrund zu analysieren.  Auch Naturwissenschaften interessieren mich brennend. Ich glaube, wenn es mich nicht in die Musik verschlagen hätte, dann wäre es Biologie geworden.

Wie viel Sebastian steckt im Professor?

Ganz klar 68,3  % * lacht nein Spaß! Aber es verbindet uns schon einiges. Auch ich bin ein Mensch, der die Klarheit liebt. Ob nun in der Sprache oder im Verhalten. Beim Professor kommt diese Perfektion ja manchmal etwas verwirrend und komisch rüber, ich denke, ich bin da etwas seriöser veranlagt. Aber auch ich bin manchmal gerne verspielt und albern in solchen Sachen – also doch dem Professor sehr ähnlich. Ich vertrete die Ansicht – das Leben ist viel zu kurz, um immer ernst und vernünftig zu sein.

Professor Abronsius ist ja sehr ehrgeizig bei seiner Jagd nach den Vampiren! Wie ehrgeizig ist Sebastian?

Oh Sebastian ist sehr ehrgeizig. Die Ziele, die ich in meinem Kopf entwickle, werden von mir zu 100 % umgesetzt. Mein stetes Ziel ist es, niemals aufzugeben und mich immer wieder neu zu beweisen. Wenn ich ein Ziel verfolge, dann bin ich davon auch überzeugt, und wenn sich unerwartete Hemmnisse in den Weg stellen, dann wird ein Plan entwickelt, wie man diese umgehen oder beseitigen kann. Aufgeben ist keine Option für mich. Niemals. Ich denke auch, dass Ehrgeiz eine grundlegende Eigenschaft des Schauspielers ist, sonst kann er sich nicht verwirklichen und seine Rollen nicht ausfüllen.

© Stage Entertainment

Du bist zwar noch lange nicht so alt wie der Herr Professor, aber Du hast schon so viel gemacht, dass man sich fragt, wie geht das? Du bist mit dem Musicalkabarett „Edelneurosen“ aufgetreten, hast ein Musical geschrieben – Tee um 3 – welches 2013 in Wien aufgeführt wurde, Du warst musikalischer Leiter bei zahlreichen Musicals und Konzerten. Gibt es da noch etwas, was Du unbedingt noch machen möchtest?

Mein Traum und Wunsch ist es schon immer, irgendwann ein eigenes Theater zu haben. Diesen Traum werde ich auch früher oder später realisieren.

In näherer Zeit werde ich wieder ein eigenes Musical auf die Bühne bringen. Das ist schon in Planung und die Ideen dafür bereits in Arbeit. Auch möchte ich gerne wieder einmal als Dirigent oder als Chorleiter arbeiten. Ich hatte ja bereits mit 17 meinen ersten Chor. Ich habe wirklich schon sehr viel gemacht, weil ich immer dachte, das alles möchte ich, und da ich mit mir selbst sehr ungeduldig bin, musste alles immer gleich sein. Es bleibt spannend und es wird noch einiges geben, was ich machen werde.

Gibt es schon Pläne für die Zeit nach dem 17. März 2019, wenn sich die Gruft schließt?

Ja, da gibt es schon etwas. Genaue Informationen dazu werde ich bald bekannt geben können. Eines allerdings kann ich heute schon verraten: Ich werde in Deutschland bleiben!

Sebastian, vielen Dank für Deine Zeit und das interessante Gespräch. Wir sind schon jetzt sehr gespannt, was Du uns in Zukunft alles präsentieren wirst und wo wir Dich wieder treffen.

Für die verbleibende Zeit hier in Berlin wünschen wir Dir noch viel Spaß!

Wer Sebastian Brandmeir und Professor Abronsius bei der Jagd nach den Vampiren begleiten möchte, kann hier gleich die Tickets ordern:

TICKETS TANZ DER VAMPIRE
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Kategorie: Interviews

Tags: Berlin

Autor: I. Marquardt(16.02.2019)

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